Das unerträgliche im ehelichen Leben sind nicht die großen Fehler, wozu
eine heftige Leidenschaft verleitet; in ihnen ist eine Großheit, deren
Gefühl die Phantasie unter den Leiden, welche von ihnen kommen, erhebet.
Jene kleine Schwachheiten der Männer sind es, die immer wiederkehren, und
in allen ihren Schattirungen, immer neu und zuwider sind; die das
Gefühl verletzen, das Herz erkälten, jede schöne Blüte des Enthusiasmus
vernichten, bis öde Leere an die Stelle des Wohlwollens tritt.
Stolz ist der allgemeine Hauptzug im Charakter der Männer, aber gemäß der
Kraft des Gemüthes, wird er die Veranlaßung zu den größten, oder gemeinsten
Handlungen. Der starke Mann erhebt durch seinen Stolz die edelsten
Kräfte der Seele, wie die Eiche die edelsten Säfte der Erde hinauf in die
Himmelsluft treibt. Bei dem Schwächling, von beschränkten Ansichten, von
geringer Erregbarkeit, artet der Stolz in Starrsucht aus, oder in Selbsucht
und Eitelkeit, und quält die Guten, welche ihm nahe sind, und gegen deren
Einfluß ihn ein kaltes Herz schützt, zu welchem nur Schwächen führen.