Sie reichten sich die Hände und schieden. -- --

Samo ging mit Hanka. Sie sprachen eine Weile nicht, dann hob Samo den

Kopf, wies nach vorn und sagte:

»Da gehen die Deutschen. Sie sind aufdringlich. Wie alle Deutschen!

Gestern das studentische Gefasele dem Vater gegenüber war direkt

ekelhaft. Sie sind hinter Juro her.«

»Wie meinst du das?« fragte das Mädchen arglos wie ein Kind.

»Es ist nicht schwer zu raten. Sie wollen ihn für das deutsche Mädchen.«

»Für diese da? -- Als Mann? Als Ehemann?«

»Ja natürlich!«

Hanka schüttelte den Kopf und sagte ruhig:

»Das darf er nicht. Eure Mutter hat es mit meinen Eltern ausgemacht,

daß Juro mich heiratet. Das muß er nun doch tun!«

»Nimmst du ihn gern?«

»Ich weiß es nicht. Er spricht nicht mit mir. Gestern hat er mich

ausgeschimpft und mir den Leichentopf zerschlagen. Eigentlich fürchte

ich mich vor ihm. Aber er ist ein hübscher Mann.«

»Ja! Und er ist ein Glückspilz!« knirschte Samo zwischen den Zähnen.

Hanka senkte traurig den Kopf.

»Ich möchte am liebsten wieder heim. Es ist so schön zu Hause. In

der Spinnstube war ich schon die Kantorka[8], und ich bin doch erst

achtzehn Jahr.«

Samo blieb vor ihr stehen und sah sie an. Und die Trauer wich auf

ein paar Sekunden aus seiner Seele, und er sah, daß Hanka schön und

lieblich sei.

»Man sollte dich auf Händen tragen, Hanka!«

»Sie sind alle gut zu mir. Nur Juro ist streng. Er schalt mich gestern,

daß ich wendisch sprach.«

Da kollerte ein leises, grimmes Lachen über Samos Lippen.

»Der zukünftige Kral!« sagte er verächtlich. »Nun, ich bin da und will

aufpassen. Gehen wir durch die Seitengasse, Hanka. Ich will nicht am

Kretscham vorbei. Ich mag diese Deutschen nicht grüßen.«

»Aber ich will das Mädchen sehen«, sagte Hanka. »Sie ist ein Fräulein,

man sieht es gleich.«

Die alte Krone: Ein Roman aus dem Spreewald · 第 18 / 38 题