Darauf sprachen sie von Mädeln und von Manövern. --

Zwei alte Weiber humpelten zusammen.

»Mein Gott«, sagte die alte Wičaz, die Mutter des Knechtes Lobo, »man

kommt im Leben zu nichts. Ich hab' doch so viel Wanzen in meinem Bett,

und da hab' ich ein paar gefangen und in eine Federspule gesperrt und

die Spule an beiden Enden mit Wachs verklebt. Ich wollte sie in den

Sarg stecken, daß ich alle Plagegeister los würde. Aber ich habe ja

nicht allein an den Sarg kommen können. Es waren ja immer Leute da. Nun

ist gar das Wachs von der Spule in meiner Tasche abgegangen, und die

Viecher sitzen mir im Kirchenkleide. Ein armer Mensch hat kein Glück.«

»Wart, bis der alte Kito stirbt«, tröstete die andere. »Der macht's

nicht mehr lange. Und bei dem sind nicht viel Leute. Der nimmt die

Wanzen mit.«

»Hast du nicht deine Wanzen dem Merten mitgegeben?«

»Ja, aber sie haben nicht mit ihm gehen mögen, weil der sich doch

gehangen hat und in die Hölle gekommen ist. Sie sind wiedergekommen.«

»Also warten wir, bis der alte Kito stirbt. Auf den hat man sich immer

verlassen können!« -- -- --

Juro ging mit den beiden Deutschen vom Kirchhof zurück. Sie redeten

nicht viel. Es war nur, daß die Gäste nicht allein blieben. Am

Kretscham stand Heinrichs Fuhre. Dort nahmen sie bald Abschied.

Elisabeth sagte leise zu Juro:

»Es tat mir weh, daß ich am Grabe deiner Mutter allein so fremd war.

Die Leute sahen mich an, als ob ich nicht dahin gehöre, und ich gehörte

doch gewiß dahin.«

»Ich danke dir, daß du gekommen bist, Elisabeth. Es wird eine schwere

Sache, die wir übernehmen wollen, weil wir nicht zu den Leuten

hingehen, weil wir sie zu uns herüberziehen müssen. Aber wir wollen

mutige Kameraden sein.«

Die alte Krone: Ein Roman aus dem Spreewald · 第 17 / 38 题