Der Wendensohn und das deutsche Mädchen hatten sich verlobt. -- -- --

Heinrich kam, merkte sogleich, was geschehen sei, drückte dem Freund

und seiner Schwester die Hand und übernahm es, oben auf dem Wiesenplan

die Verwirrung der beiden jungen Leute durch seine Munterkeit zu

verbergen.

Die Eltern und alle anderen Gäste waren aus der Baude gekommen, und nun

wurde im Freien eine große Polonaise geschritten, zu der der Böhme und

sein gitarreschlagendes Weib gar lieblich musizierten.

* * * * *

Ein später Wanderer kam vom Hohen Rad herüber. Er war schon weit

gegangen, hatte in vielen Bauden Einkehr gehalten und überall

dieselbe Frage getan. Nun wies ihn die Spur, der er folgte, nach der

Elbfallbaude, die da endlich vor ihm lag. Er hörte Musik, sah tanzende

Gestalten, hörte ein deutsches Lied singen und blieb stehen. Den Hut

hielt er in der Hand, der Mond bestrahlte seinen Kopf.

Schlichtes, schwarzes Haar, in die Stirn gekämmt, etwa wie es die

Russen tragen, breite Wangen, zwei kleine dunkle, bewegliche Augen. Die

Figur klein, aber kräftig, ein wenig krummrückig, so daß der Hals kurz,

gedrückt erschien. Er war jung, ohne recht jung auszusehen, über dem

scharf und energisch geschnittenen Mund war kein Barthaar zu sehen.

Wieder tönte das Lied herüber. Da kniffen sich die kleinen Augen

zusammen, und der Fremde sprach in fremder Sprache:

»Tolle Deutsche auf slawischem Boden!«

Im Weitergehen summte auch er ein Lied:

»~Kde domov muj?~«

Die alte Krone: Ein Roman aus dem Spreewald · 第 8 / 38 题