Des Kaisers Burgvogt, der auf Roßberg saß --

=Kuoni.=

Der Wolfenschießen! Läßt euch der verfolgen?

=Baumgarten.=

Der schadet nicht mehr, ich hab’ ihn erschlagen.

=Alle= (fahren zurück).

Gott sey euch gnädig! Was habt ihr gethan?

=Baumgarten.=

Was jeder freie Mann an meinem Platz!

Mein gutes Hausrecht hab’ ich ausgeübt

Am Schänder meiner Ehr’ und meines Weibes.

=Kuoni.=

Hat euch der Burgvogt an der Ehr’ geschädigt?

=Baumgarten.=

Daß er sein bös Gelüsten nicht vollbracht,

Hat Gott und meine gute Axt verhütet.

=Werni.=

Ihr habt ihm mit der Axt den Kopf zerspalten?

=Kuoni.=

O, laßt uns Alles hören, ihr habt Zeit,

Bis er den Kahn vom Ufer losgebunden.

=Baumgarten.=

Ich hatte Holz gefällt im Wald, da kommt

Mein Weib gelaufen in der Angst des Todes.

„Der Burgvogt lieg’ in meinem Haus, er hab’

Ihr anbefohlen, ihm ein Bad zu rüsten.

Drauf hab’ er Ungebührliches von ihr

Verlangt, sie sey entsprungen, mich zu suchen.“

Da lief ich frisch hinzu, so wie ich war,

Und mit der Axt hab’ ich ihm ’s Bad gesegnet.

=Werni.=

Ihr thatet wohl, kein Mensch kann euch drum schelten.

=Kuoni.=

Der Wütherich! Der hat nun seinen Lohn!

Hat’s lang verdient um’s Volk von Unterwalden.

=Baumgarten.=

Die That ward ruchbar; mir wird nachgesetzt --

Indem wir sprechen -- Gott -- verrinnt die Zeit --

(Es fängt an zu donnern.)

=Kuoni.=

Frisch, Fährmann -- schaff den Biedermann hinüber!

=Ruodi.=

Geht nicht. Ein schweres Ungewitter ist

Im Anzug. Ihr müßt warten.

=Baumgarten.=

Heil’ger Gott!

Ich kann nicht warten. Jeder Aufschub tödtet --

=Kuoni= (zum Fischer).

Greif an mit Gott! Dem Nächsten muß man helfen;

Es kann uns allen Gleiches ja begegnen.

(Brausen und Donnern.)

=Ruodi.=

Der Föhn ist los; ihr seht, wie hoch der See geht;

Ich kann nicht steuern gegen Sturm und Wellen.

=Baumgarten= (umfaßt seine Knie).

Wilhelm Tell(#77182) · 第 4 / 18 题