Ihr seyd nicht klug, ein unvernünft’ges Vieh --

=Werni.=

Ist bald gesagt. Das Thier hat auch Vernunft:

Das wissen +wir+, die wir die Gemsen jagen.

Die stellen klug, wo sie zur Weide gehn,

’ne Vorhut aus, die spitzt das Ohr und warnet

Mit heller Pfeife, wenn der Jäger naht.

=Ruodi= (zum Hirten).

Treibt ihr jetzt heim?

=Kuoni.=

Die Alp ist abgeweidet.

=Werni.=

Glücksel’ge Heimkehr, Senn!

=Kuoni.=

Die wünsch’ ich euch.

Von eurer Fahrt kehrt sich’s nicht immer wieder.

=Ruodi.=

Dort kommt ein Mann in voller Hast gelaufen.

=Werni.=

Ich kenn’ ihn, ’s ist der Baumgart von Alzellen.

=Konrad Baumgarten= athemlos hereinstürzend.

=Baumgarten.=

Um Gotteswillen, Fährmann, euren Kahn!

=Ruodi.=

Nun, nun, was gibt’s so eilig?

=Baumgarten.=

Bindet los!

Ihr rettet mich vom Tode! Setzt mich über!

=Kuoni.=

Landsmann, was habt ihr?

=Werni.=

Wer verfolgt euch denn?

=Baumgarten= (zum Fischer).

Eilt, eilt, sie sind mir dicht schon an den Fersen!

Des Landvogts Reiter kommen hinter mir;

Ich bin ein Mann des Tods, wenn sie mich greifen.

=Ruodi.=

Warum verfolgen euch die Reisigen?

=Baumgarten.=

Erst rettet mich, und dann steh ich euch Rede.

=Werni.=

Ihr seyd mit Blut befleckt, was hat’s gegeben?

=Baumgarten.=

Wilhelm Tell(#77182) · 第 3 / 18 题