VIII. Geschlechtsorgane.

A. Die männlichen Geschlechtsorgane.

Die Hoden.

Die Parenchymteile des Hodens entwickeln sich in früher

Embryonalperiode aus dem Peritonealepithel, verlieren aber sehr

schnell den Zusammenhang mit dem Mutterboden und werden, von

Bindegewebe umgeben, zu stark gewundenen, vielfach untereinander

in Verbindung stehenden, Kanälchen (~Tub. contorti testis~).

Sekundär treten sie mit einem ebenfalls vom Peritonealepithel

in selbständiger Bildung entstandenen Hohlraumsystem in

Verbindung, dem ~Rete testis~ (Halleri); dieses gewinnt

später einen Zusammenhang mit Kanälchen, die dem Material

der Urniere entstammen, so daß dann die Bildungsprodukte der

Hodenkanälchen als Ausführungsgänge das ihnen ursprünglich fremde

Urnierenkanalsystem benutzen.

Soll trotz dieser Entwicklungsweise der Hoden mit anderen Drüsen

in eine Reihe gestellt werden, so muß man doch hervorheben, daß

die Ausführwege den Hoden nicht, wie sie es bei anderen Drüsen

tun, mit dem Mutterboden verbinden, sondern erst sekundär mit den

Hodenkanälchen in Beziehung treten.

Die Bezeichnung des Hodens als Drüse (Keimdrüse) gründet sich

aber einmal auf den groben Aufbau, der lange gewundene Endstücke

(die Tub. contorti) und ausführende Teile unterscheiden läßt.

Zum zweiten produziert die Keimdrüse, wie typische Drüsen,

Stoffe; hier sind dies aber organisierte Gebilde, die Spermien.

Endlich wissen wir, daß der Hoden in seiner Beeinflussung des

Gesamtorganismus Funktionen ausübt, die den Vorgängen der inneren

Sekretion an die Seite gestellt werden müssen.

[Illustration: Fig. 299.

Querschnitt des Hodens eines neugeborenen Knaben. 10mal vergrößert.

Technik Nr. 157, S. 425.]

Die Hoden (Testes) werden von einer bindegewebigen Hülle umgeben.

Diese Hülle, die ~Tunica albuginea~ s. fibrosa (Fig. 299), ist

eine derbe Haut, welche das Hodenparenchym rings einschließt und

an einer Seitenfläche einen dickeren, in das Innere des Hodens

vorspringenden Wulst, das ~Mediastinum testis~ (Corpus Highmori),

entwickelt. Von diesem gehen eine Anzahl Blätter aus, die ~Septula

testis~, welche divergierend gegen die Tunica albuginea ziehen und so

das Hodenparenchym in pyramidenförmige ~Läppchen~ abteilen, deren

Basis gegen die Tunica albuginea, deren Spitze gegen das Mediastinum

gerichtet ist. Die Tunica albuginea besteht aus straffaserigem

Bindegewebe und zahlreichen, mit den Jahren sich mehrenden, elastischen

Fasern; sie wird an ihrer freien Oberfläche von einer einfachen

Lage platter Epithelzellen überzogen, die den Epithelzellen der

serösen Häute (S. 356) entsprechen, und geht nach innen allmählich

in eine lockere, mit elastischen Fasern untermengte, gefäßreiche

Bindegewebslage, die ~Tunica vasculosa~, über; dieselbe hängt mit den

Septula testis zusammen und ist beim Neugeborenen als eine besondere

Schicht gut zu unterscheiden (Fig. 299). Das aus derbem Bindegewebe und

zahlreichen, elastischen Fasern aufgebaute Mediastinum schließt ein aus

vielfach miteinander anastomosierenden Kanälen gebildetes Netzwerk,

das ~Rete testis~ (Halleri), in sich. Die Septula testis bestehen

aus Bindegewebsbündeln. welche mit dem die einzelnen Hodenkanälchen

umstrickenden, lockeren Bindegewebe zusammenhängen.

[Illustration: Fig. 300.

Aus einem Querschnitte des Hodens eines 22jährigen Hingerichteten.

50mal vergrößert. Technik Nr. 158, S. 425.]

Das »interstitielle« Bindegewebe ist reich an zelligen Elementen, die

teils in Form platter Bindegewebszellen, teils als rundliche, Pigment-

oder Fettkörnchen, im geschlechtsreifen Hoden zuweilen Kristalloide

führende Zellen (sogenannte »~Zwischenzellen~«) auftreten

(Fig. 300, 301).

Kristalloide Einlagerungen im Zellinnern sind im Pflanzenreiche

häufiger, sind aber auch in anderen Zellen des Hodens

(Spermatogonien, Sertolizellen), in der Prostata, ferner in

den Kernen und im Zytoplasma der Nervenzellen des Igels und im

Zytoplasma des Linsenepithels gefunden worden.

Wir betrachten die Zwischenzellen als besondere Funktionszustände von

Bindegewebszellen, deren Gestalt und Einschlüsse darauf hinweisen,

daß sie in den lebhaften Stoffwechsel des Hodens in irgendeiner Weise

eingeschaltet sind. Für die, gegenüber anderen Geweben außerordentlich

gesteigerten Vorgänge der Zellvermehrung und -differenzierung

(Spermiogenese s. u.) muß ein äußerst lebhaftes Zu- und Abströmen

von Stoffen im Bindegewebe des Hodens vorausgesetzt werden. Die

Zwischenzellen dürften ihr Aussehen der Speicherung solcher Substanzen

verdanken, die bei der Spermiogenese an ihnen vorbeiströmen. Durch

dieses Speicherungsvermögen, das sich auch auf experimentell zugeführte

Farbstoffe erstreckt, bekunden sie eine nahe Verwandtschaft zu anderen

Bindegewebszellformen (s. S. 93).

Die Beobachtungen und Experimente, aus denen viele Autoren auf eine

innersekretorische Tätigkeit der Zwischenzellen geschlossen haben,

lassen sich auch nach der oben gegebenen Deutung erklären; für die

Annahme, daß diese Zellen es sind, die die auffallende Rolle des Hodens

im Stoffwechsel des Gesamtorganismus (»innere Sekretion« des Hodens)

bewirken, lassen sich keine ausreichenden Gründe anführen.

Die ~Hodenkanälchen~ lassen während ihres Verlaufes drei Abschnitte

unterscheiden; sie beginnen 1. als Tubuli contorti, werden dann 2. zu

Tubuli recti, welche sich 3. in das Rete testis fortsetzen. Die Tubuli

contorti sind drehrunde, ca. 140 µ dicke Röhrchen, über deren Anfang

man noch nicht hinreichend orientiert ist; wahrscheinlich hängen sie

an der Peripherie unter der Tunica vasculosa miteinander vielfach

zusammen und bilden so ein Netzwerk, aus welchem zahlreiche Kanälchen

abbiegen und unter vielfachen Windungen gegen das Mediastinum ziehen.

Während dieses Verlaufes tritt eine Verminderung der Zahl der Kanälchen

ein, indem dieselben fortgesetzt unter spitzem Winkel sich miteinander

vereinigen. Nicht weit vom Mediastinum entfernt gehen die gewundenen

Kanälchen in die Tubuli recti über (Fig. 299), welche bedeutend

verschmälert, 20-25 µ dick, nach kurzem Verlaufe in das Mediastinum

eindringen und hier das Rete testis bilden, dessen Kanäle 24-180 µ

messen.

Die ~Tubuli contorti~ sind die Bildungsstätten der ~Samenfäden~

(Spermien); die hierzu notwendigen Umwandlungsprozesse, die wir unter

dem Namen ~Spermiogenese~ zusammenfassen, spielen sich im Innern der

Kanälchen ab, die von einer ziemlich derben Hülle umgeben werden

(Fig. 301).

Die Hülle besteht aus mehrfachen Lagen platter Bindegewebezellen,

die beim Erwachsenen von vielen elastischen Fasern durchflochten

werden; nach innen zu gegen das Keimepithel ist die Hülle zu

einer feinen Membrana propria verdichtet.

Das ~Keimepithel~ läßt schon beim Neugeborenen zwei Arten von

membranlosen, feinkörnigen Zellen unterscheiden: die ~Sertoli~schen

Zellen (»Follikelzellen«) und die ~Samenzellen~. Erstere sind an der

Erzeugung der Samenelemente nur indirekt beteiligt; die Samenzellen

sind es dagegen, die das wechselnde Bild, das dieses Epithel darbietet,

bestimmen.

Vor Eintritt der Geschlechtsreife sind die Samenzellen relativ

gleichförmig gebaute Elemente, die wir als ~Spermatogonien~

(Ursamenzellen) bezeichnen. Im Epithel des geschlechtsreifen

Hodens liegen die Spermatogonien wie die Keimschicht in anderen

mehrschichtigen Epithelien dem Bindegewebe (Membrana propria) am

meisten genähert; sie sind durch ihre runden chromatinreichen Kerne

von den zwischen ihnen liegenden Sertolischen Zellen leicht zu

unterscheiden.

Die Spermatogonien sind das Ausgangsmaterial für die Bildung der

Spermien; sie vermehren sich durch mitotische Teilung fortdauernd. Ein

Teil von ihnen ist aber während der geschlechtsreifen Periode jeweils

bereit, das ~Stadium der Vermehrung~ (I. Stadium der ~Spermiogenese~)

abzuschließen und sich durch Heranwachsen von Kern und Zelleib zu

größeren Formen, den ~Spermatozyten~, zu gestalten (II. Stadium oder

~Stadium des Wachstums~). Die Spermatozyten liegen in der nächstinneren

Schicht, häufig in mehreren Lagen übereinander, und sind an der Größe

ihrer Zellkerne deutlich zu erkennen; sehr häufig sind diese Kerne in

Mitose fixiert.

[Illustration: Fig. 301.

Stück eines Längsschnittes durch ein gewundenes Hodenkanälchen eines

Hingerichteten. 360mal vergrößert. Technik Nr. 158, S. 425.]

Zum Unterschied von den Spermatogonien können von den Spermatozyten

durch Mitose nicht mehr ihnen gleichende Formen, also wieder

Spermatozyten gebildet werden; vielmehr führt jede Spermatozytenteilung

unmittelbar zur Bildung der Spermien hin, indem nun durch den Prozeß

der ~Reifung~ (III. Stadium der Spermiogenese) aus jeder Spermatozyte

vier Spermien entstehen.

Hierzu sind zwei kurz aufeinanderfolgende (sogenannte Reife-) Teilungen

notwendig; es liegt im Prinzip des Vorganges begründet (s. darüber die

genaueren Darlegungen in den Lehrbüchern der Entwicklungsgeschichte),

daß die Teilungen unmittelbar aufeinanderfolgen, ohne daß ein längeres

Ruhestadium zwischen ihnen liegt, welches sonst dazu dient, die

Teilzellen zur Größe der Mutterzelle heranwachsen zu lassen. Die Kürze

der Ruhepause zwischen den Reifeteilungen bewirkt einmal, daß die erste

Teilform, die ~Präspermatide~ -- eine Spermatozyte liefert deren zwei

-- nur selten in den Präparaten aufzufinden ist, während die aus den

zwei Präspermatiden hervorgehenden vier ~Spermatiden~ in den inneren

Zonen des Keimepithels meist in großer Zahl angetroffen werden (Fig.

302). Die zweite leicht ersichtliche Folge ist die Verkleinerung der

Teilprodukte gegenüber der Ausgangsform: die Kerne und die Zelleiber

der Spermatiden fallen durch ihre geringe Größe neben den Spermatozyten

auf. Die wichtigste Folge endlich, auf die wir hier nicht näher

eingehen können, ist die Verminderung der Chromosomenzahl auf die

Hälfte.

Während der Spermienbildung wird, nach allem, was wir wissen,

festgelegt, welcher Teil der väterlichen Eigenschaften einem

Spermium mitgegeben wird, das nun durch den Vorgang der

Befruchtung sich mit einer artgleichen Eizelle zur Bildung eines

neuen Individuums verbinden kann. Deshalb ist die Spermiogenese

(ebenso wie die Oogenese) für die Fragen der Vererbung von

größter Bedeutung. Auf die überreichen, zum Teil äußerst

wertvollen Befunde kann hier nicht eingegangen werden (vgl. die

reiche Literatur über Vererbung).

Wird so durch die drei ersten Stadien der Spermiogenese die Zahl

und das Erbgut der Spermien festgelegt, so ist nun noch ein äußerst

kompliziert ablaufendes Stadium der ~Umbildung~ (IV. Stadium)

notwendig, um den Spermien die Gestalt zu geben, die ihnen die

Ausführung ihrer wichtigen Aufgabe ermöglicht.

Jede Spermatide besitzt im Bau des Zytoplasmas, des Kernes und

des Zentralapparates noch die allgemeinen Eigenschaften einer

Zelle; durch die Differenzierung zur Spermie werden aus diesem

Material die Organellen gebildet, die das Spermium befähigen,

trotz des langen Weges bis zu seinem Bestimmungsorte, ans Ziel zu

gelangen. Nur die Beobachtung der Umbildung ermöglicht es, in den

fertigen Spermien die wesentlichen Bestandteile der Zellen wieder

aufzufinden.

Der Zellkern der Spermatide verdichtet sich (er wird stärker

färbbar, wobei die typische, chromatische Struktur zu einer

homogenen Masse umgeformt wird), gleichzeitig verlängert er sich

und nimmt eine eigenartige Form an. Er rückt an das eine Ende des

Zelleibes, das zum Kopfteil des Spermiums wird. Im Anschluß an

das eine der Diplosomen des Zentralapparates entsteht an einem

dem Kerne abgewandten Ende des Zellkörpers ein fadenförmiger

Anhang (Fig. 302), der unter fortwährender Verlängerung zum

Schwanze des Spermiums wird, einer Organelle, mit deren Hilfe

das Spermium Eigenbewegungen auszuführen imstande ist. Der

Zytoplasmarest bleibt zwischen Kopf und Schwanzfaden erhalten

und wird zu dem die Zentralkörperchen führenden Halsteil und

zum Verbindungsstück. In dem letzteren liegen vorzugsweise die

Plastosomen.

Bei diesen Umbildungsprozessen scheinen die ~Sertoli~schen Zellen, mit

denen die Spermatiden, meist zu Vieren vereinigt, in Verbindung treten,

eine Rolle zu spielen; die Vierergruppen sind in die Epithelmasse

geradezu eingekeilt und hängen mit dem Zytoplasma einer Sertolizelle

während der wesentlichen Umbildungszeit zusammen. Es ist nicht

unwahrscheinlich, daß die Spermatiden auf diesem Wege die zu dem

Differenzierungsvorgang wichtigen Stoffe erhalten.

Auf Querschnitten von Samenkanälchen sieht man nur ~je ein~

Stadium der Spermiogenese (Fig. 302), auf Längsschnitten dagegen

~sämtliche~ Stadien nebeneinander (Fig. 301), was für einen

wellenförmigen Ablauf der Spermiogenese (»Samenbildungswelle«)

spricht.

Bei den Tieren mit deutlicher männlicher Brunstperiode fehlen

in der Zwischenzeit in den Kanälchen die Spermien. Ist diese

Zwischenzeit sehr lang, so finden sich nur den Spermatogonien

gleichende Elemente und die zu Zylinderzellen umgebildeten

Sertolischen Zellen. Das gleiche kann beim Menschen nach

langem Siechtum und unter Umständen auch bei Greisen (am

atrophisch-senilen Hoden) beobachtet werden. In letzterem Falle

kommt es zu einer hyalinen Verdichtung der Bindegewebshülle

und der Membrana propria unter gleichzeitiger Reduktion der

elastischen Fasern und der Zwischenzellen einerseits und einer

Vermehrung der Fettkörnchen andererseits. Die Samenzellen können

schließlich völlig schwinden, so daß nur Sertolische Elemente

zurückbleiben.

[Illustration: Fig. 302.

Durchschnitte von Hodenkanälchen einer Maus. 360mal vergrößert. Man

beachte, wie die anfangs runden Kerne der Spermatiden (links unten)

oval werden (oben) und sich zu Spermienköpfen umbilden (rechts unten).

Technik Nr. 159, S. 425.]

Das Keimepithel läßt sich nach dem Gesagten nur mit gewissen

Einschränkungen als Epithel bezeichnen. Vor allem ist die

Zellenproduktion hier in einem Maße gesteigert, wie es bei

anderen Epithelien, wo die Zellvermehrung nur dem Ersatz

untergehender Zellen dient, nicht vorkommt. Auch muß besonders

darauf hingewiesen werden, daß hier die abgestoßenen Zellen

eine höchst aktive Differenzierungsform darstellen, während sie

bei anderen Epithelien dem Untergange geweiht sind. Über die

Stoffwechselvorgänge im Keimepithel sind wir noch so mangelhaft

unterrichtet, daß ein Vergleich mit anderen Epithelien in dieser

Hinsicht nicht möglich ist.

Der Hoden übt auf den ganzen Organismus innersekretorische

Einflüsse aus, die wesentlich zur Ausbildung der sogenannten

sekundären Geschlechtsmerkmale beitragen. Diese Tatsache ist

heute durch unzählige Experimente festgelegt. Unklar ist jedoch,

welchem morphologischen Substrat des Hodens die Produktion der

hier wirksamen Stoffe zugeschrieben werden muß. Die Gründe,

die gegen die Zwischenzellen als innersekretorischer Elemente

sprechen, sind teilweise oben (S. 393) dargelegt. Es muß aber

zugegeben werden, daß wir auch über die Art, wie die Samenzellen

innersekretorisch wirksam sein könnten, keine ausreichende

Vorstellung besitzen. Entweder kann es sich hier um eine aktive

Sekretion von seiten der Spermatogonien handeln; es wäre aber

auch denkbar, daß Stoffe beim Zerfall derjenigen Samenzellen frei

werden, die während der Spermiogenese in großer Zahl zugrunde

gehen. Auch auf der Wirksamkeit solcher Zerfallstoffe könnte die

Beeinflussung des Gesamtorganismus beruhen.

Die ~Tubuli recti~ und die Kanäle des ~Rete testis~ werden von einer

einfachen Lage kubischer oder platter, Fettkörnchen enthaltender

Epithelzellen ausgekleidet.

Die ~Arterien~ des Hodens sind Äste der A. spermatica interna, welche

teils vom Mediastinum, teils von der Tunica vasculosa in die Septula

testis eindringen und sich von hier aus in ein die Hodenkanälchen

umspinnendes Kapillarnetz auflösen. Die daraus entspringenden Venen

verlaufen mit den Arterien. Die zahlreichen ~Lymphgefäße~ bilden

ein unter der Tunica albuginea gelegenes Netzwerk, welches mit den

ziemlich dichten, die Samenkanälchen umstrickenden Lymphkapillaren in

Zusammenhang steht. Die ~Nerven~ bilden Geflechte um die Blutgefäße;

ob einzelne davon abzweigende Fasern die Membrana propria der

Hodenkanälchen durchbohren und zwischen den Epithelzellen knopfförmig

verdickt enden, ist noch nicht völlig sichergestellt.

Der Samen.

Das Sekret der Hoden, der Samen (Sperma), besteht fast allein aus

den Samenfäden, den ~Spermien~, stecknadelähnlichen, ca. 60 µ langen

Gebilden, an denen wir Kopf, Hals und Schwanz unterscheiden (Fig.

303). Beim Menschen ist der Kopf 3-5 µ lang, 2-3 µ breit, abgeplattet,

von der Seite gesehen birnförmig, das verschmälerte Ende nach vorn

gerichtet, von der Fläche gesehen dagegen oval, vorn abgerundet

und dort einen helleren Abschnitt enthaltend (Fig. 303, _{1}). Das

vorderste Kopfende ist durch seine Festigkeit ausgezeichnet, die

durch eine besondere Bildung, die (beim Menschen noch nicht sicher

nachgewiesene) Kopfkappe, bedingt wird; im hinteren Abschnitt des

Kopfes sind die Kernsubstanzen enthalten. Am ~Halse~ wird ein vorderes

und hinteres Halsknötchen unterschieden, die den Zentralkörperchen

entsprechen. Der ~Schwanz~ zeigt bei sehr starken Vergrößerungen einen

seine ganze Länge durchsetzenden Faden, den ~Achsenfaden~, der aus

feinen Fibrillen zusammengesetzt ist. Man unterscheidet am Schwanze

verschiedene Abschnitte: zunächst dem Kopfe liegt das drehrunde

~Verbindungsstück~ (»Mittelstück«), welches 6 µ lang und kaum 1 µ,

breit ist; dann folgt das 40-60 µ lange, sich nach hinten allmählich

verschmälernde ~Hauptstück~. Die Spitze des Schwanzes, das ~Endstück~,

wird durch den etwa 10 µ frei hervorragenden Achsenfaden gebildet. Die

Spermien sind (wahrscheinlich wegen ihres Kalkgehaltes) durch ihre

große Widerstandsfähigkeit ausgezeichnet. Die schlängelnden Bewegungen

der Spermien kommen nur dem Schwanze zu, welcher den Kopf vor sich

herschiebt; sie fehlen meist im reinen Sekret des Hodens und stellen

sich erst ein bei Verdünnung des Samens, wie es bei der Entleerung

auf natürlichem Wege durch Beimengung des Sekrets des Nebenhodens,

der Samenleiterampullen, der Samenbläschen, der Prostata und der

Bulbourethraldrüsen (Cowper) geschieht. In dieser Flüssigkeitsmischung

erhält sich die Bewegung selbst noch einige Zeit (bis zu 3 Tagen)

nach dem Tode, wie (eine Woche, vielleicht noch länger) im Sekrete

der weiblichen Genitalien. Wasser sistiert die Bewegung, welche

jedoch durch Zusatz mäßig konzentrierter, alkalisch reagierender

tierischer Flüssigkeiten aufs neue angefacht werden kann; überhaupt

sind die genannten Flüssigkeiten, ferner 1%ige Kochsalzlösung, den

Bewegungen der Spermien günstig, während Säuren und Metallsalze die

Bewegung aufheben. Bewegungslose Spermien zeigen häufig einen ösenartig

eingerollten Schwanz (Fig. 303, _{3}).

Neben den typischen finden sich auch atypische Spermien, die

entweder durch ihre Größe (»Riesenspermien, Zwergspermien«) oder

auch durch 2-4 Schwänze an einem Kopfe oder mehrere Köpfe an

einem Schwanze, oder sonst durch abnorme Form sich auszeichnen.

Auf die verschiedenen Formen der Tierspermien kann hier nicht

eingegangen werden. Der bei Vögeln und geschwänzten Amphibien

zuerst entdeckte ~Spiralfaden~, der durch eine glashelle Membran

mit dem Achsenfaden verbunden ist, ist auch bei Säugetieren

gefunden worden und scheint ein, wenn auch in seiner Bedeutung

noch unklares, wichtiges Formelement zu sein.

Die ableitenden Samenwege.

Die Spermien gelangen, im Rete testis aus allen Läppchen des

Hodens zusammenkommend, von hier aus in ein Kanalsystem, das eine

außerordentliche Weglänge besitzt. über das Geschehen in den

verschiedenen Teilen dieses Kanalsystems sind wir fast ohne gesicherte

Kenntnis.

Entwicklungsgeschichtlich stammt der Nebenhoden aus dem

Baumaterial des kranialen Urnierenteiles, eine Tatsache, die

auch in manchen Einzelheiten des Nebenhodenaufbaues zum Ausdruck

kommt. Aus dem oberen Ende des Rete testis treten etwa 15 Ductuli

efferentes testis hervor, die immer stärker sich schlängelnd

ebensoviele konische Läppchen, Lobuli epididymidis, bilden. Die

Summe der Läppchen stellt den Kopf des Nebenhodens dar. Aus der

Vereinigung der Ductuli efferentes geht der Ductus epididymidis

hervor, welcher, vielfach gewunden, Körper und Schwanz des

Nebenhodens bildet und sich in den Ductus deferens fortsetzt.

Die ~Ductuli efferentes~ sind von einem ganz ungleichen, mit

Schlußleisten versehenen Epithel ausgekleidet; es wechseln Gruppen

einfachen zylindrischen Flimmerepithels mit solchen kubischer, zum

Teil flimmerloser Zellen ab; letztere gewähren so das Bild alveolärer

Einzeldrüschen, die nicht immer eine Ausbuchtung der Membrana propria

bedingen (Fig. 305). Die Zellen selbst enthalten, abgesehen von

einer sehr wechselnden Menge von Pigmentkörnchen, Körner, welche auf

eine sekretorische Funktion schließen lassen; dafür spricht auch

der Umstand, daß man oft statt der Flimmerhaare an der Oberfläche

der Zellen hervorstehende blasige Fortsätze (Fig. 305) findet, die

Sekrettropfen gleichen. Eine streifige Membrana propria und eine aus

mehreren Lagen glatter Muskelfasern gebildete, von elastischen Fasern

durchzogene Ringfaserschicht vervollständigt die Wandung der Ductuli

efferentes.

Die elastischen Fasern treten wie auch diejenigen im Ductus

epididymidis und deferens erst zu Beginn der Geschlechtsreife auf.

Die Einschlüsse (s. oben) in den Epithelzellen der Ductuli

efferentes mahnen an die Verwandtschaft dieser Abschnitte

mit den Hauptstücken der Niere (s. S. 378), mit denen

diese Nebenhodenteile auch die Fähigkeit gemeinsam haben,

Fremdsubstanzen (z. B. saure Farbstoffe) zu speichern. Im

feineren Aufbau weichen die Hauptstückepithelien der Niere

allerdings von denjenigen der Ductuli efferentes sehr ab.

Der ~Ductus epididymidis~ besitzt ein zweireihiges mit Schlußleisten

versehenes Epithel (Fig. 304), dessen Elemente aus rundlichen

Basalzellen und langen Zylinderzellen bestehen; letztere enthalten

Sekretkörner und zuweilen Pigment und tragen an der Mitte ihrer

Oberfläche lange Haare, die ~nicht~ flimmern und an fixierten

Präparaten häufig zu einem kegelförmigen Fortsatz verklebt sind.

Im Epithel finden sich teils geschlossene, teils an der Oberfläche

mündende, röhren- oder schlauchförmige Gänge. Eine zarte Membrana

propria und eine dicke Ringmuskellage vervollständigen die Wand des

Ductus epididymidis, dessen Windungen durch lockeres Bindegewebe

zusammengehalten werden; gegen den Samenleiter zu verdickt sich die

Ringmuskellage.

[Illustration: Fig. 303.

Spermien. 1. u. 3. von der Fläche, 2. von der Kante gesehen. 300mal

vergr. Das Endstück, sowie die Grenzen dieser Teile sind bei dieser

Vergrößerung noch nicht wahrzunehmen. Technik Nr. 161, S. 425.]

Der ~Samenleiter~ wird von einem zweireihigen Zylinderepithel

ausgekleidet; eine bindegewebige Tunica propria, der sich nach außen

ein dichtes Geflecht elastischer Fasern anschließt, ferner eine innere,

besonders im Anfangsteile des Samenleiters gut entwickelten Längslage,

eine mittlere Ringlage und eine äußere Längslage glatter Muskelfasern,

endlich eine bindegewebige, mit elastischen Fasern vermischte

Adventitia bilden die Wandung (Fig. 306).

Die Adventitia enthält besonders in dem vom Hoden bis zum

Leistenkanal verlaufenden Abschnitt Längsbündel glatter

Muskelfasern, die eigentlich zur Tunica vaginal. comm. des

Samenstranges gehören und als M. cremaster internus bekannt sind.

Der Endteil des Samenleiters schwillt zur ~Ampulla~ an, deren

Muskulatur unregelmäßiger gestaltet ist, indem zwischen der

Ringmuskulatur auch schräg- und längsverlaufende Züge vorkommen,

während die Längsmuskeln in vereinzelte Streifen sich auflösen und

gegen den Ductus ejaculatorius ganz verschwinden. Ebenso verhält

es sich bei der ~Vesicula seminalis~. Die Schleimhaut der Ampulle

wie die der Vesicula seminalis ist in (primäre) Falten gelegt, die

sich wiederholt in sekundäre und tertiäre Falten teilen; von da aus

entwickeln sich teils Divertikel, teils verzweigte röhrenförmige, am

blinden Ende etwas erweiterte Verlängerungen (Drüsen?), die sich bis

tief in die Muskularis erstrecken können und homogene oder feinkörnige

Sekretballen enthalten.

[Illustration: Fig. 304.

Stück eines Durchschnittes durch den Kopf des Nebenhodens eines

Hingerichteten. 50mal vergrößert. In der Mitte sieht man Querschnitte

des Duct. epidid., rechts und links solche der Duct. efferentes.

Technik Nr. 110, S. 289.]

Das Epithel ist auf den primären Falten ein geschichtetes

(vielleicht nur mehrreihiges), im übrigen einfaches,

sezernierendes Zylinderepithel. Die bindegewebige Tunica propria

enthält reichlich elastische Fasern, die, wie die im Epithel,

in den Bindegewebszellen und in der Muskularis vorkommenden

Pigmentkörnchen, von der Pubertät an regelmäßig vorhanden sind.

Die ~Ductus ejaculatorii~ sind an ihrer dorsomedialen Seite mit einer

Reihe von Anhängen besetzt, die, äußerlich keine Hervorragungen

bedingend, ganz in der bindegewebigen Wand der Ductus eingeschlossen

sind. Diese Anhänge zeigen zum Teil den gleichen Bau wie die Vesiculae

seminales und dürften deshalb als akzessorische Samenblasen bezeichnet

werden; zum Teil sind sie nur Konvolute von Drüsen, die mit den

Prostatadrüsen verglichen werden können.

Die Schleimhaut der Ductus ejaculatorii verhält sich wie

diejenige der Samenblasen, nur sind die Faltungen nicht so

kompliziert: eine Muskulatur findet sich nur an den Anhängen,

nicht aber in der Wand des Ductus, die nur von kreisförmigen

Zügen innen kompakteren (»Faserhaut«) und außen lockereren

Bindegewebes (»Adventitia«) gebildet wird.

Die im Vergleich zu den Blutgefäßen des Hodens spärlichen ~Blutgefäße~

des Nebenhodens liegen an den Ductuli efferentes zum Teil dicht unter

der Membrana propria und buchten diese zuweilen gegen das Epithel vor.

Die Venen des Plexus pampiniformis sind oft mit dicken, Längs- und

Ringmuskeln enthaltenden Wandungen versehen.

Die Nerven (zum größten Teil marklos) bilden, außer den Geflechten um

die Blutgefäße, in der Muskularis des Nebenhodens, mehr noch aber in

derjenigen des Samenleiters und der Samenblasen ein dichtes, in den

letztgenannten Teilen auch mit sympathischen Ganglienzellen versehenes

Geflecht, den ~Plexus myospermaticus~, von welchem feine Fasern

entspringen; dieselben enden zum größeren Teil an glatten Muskelfasern,

zum kleineren Teil setzen sie sich in die Schleimhaut fort. Wie bei

anderen vegetativen Gebieten besitzt dieses Nervengeflecht Verbindungen

mit sympathischen und parasympathischen Nerven.

[Illustration: Fig. 305.

Stück eines Querschnittes durch einen Duct. efferens testis des

erwachsenen Menschen. Die rechte Ecke der Abbildung ist schematisiert.

360mal vergrößert. Von Flimmerhaaren war hier nichts zu sehen, obwohl

die Haare des Epithels des Duct. epididymidis gut erhalten waren.

Technik Nr. 110, S. 289.]

[Illustration: Fig. 306.

Querschnitt des Anfangsteiles des Samenleiters von Menschen. 24mal

vergrößert. Technik Nr. 110, S. 289.]

Die zwischen den Elementen des Samenstranges gelegene

~Paradidymis~ (Giraldès) ist ebenso wie der ~Ductulus aberrans~

ein Rest der (embryonalen) Urniere. Beide bestehen aus einem

mit kubischem oder zylindrischem Flimmerepithel ausgekleideten

Kanälchen, welches von blutgefäßhaltigem Bindegewebe umhüllt

wird. Der ~Appendix testis~ (Morgagnische Hydatide), ein Rest

des oberen Endes des beim Weibe zur Tube werdenden (embryonalen)

Müllerschen Ganges, ist ein mit einem kurzen Stiele versehenes,

aus gefäßreichem Bindegewebe aufgebautes, solides Läppchen,

welches von flimmerndem Zylinderepithel überzogen wird. Der

Stiel enthält ein mit Zylinderepithel ausgekleidetes Kanälchen.

Der inkonstante ~Appendix epididymidis~, ein Urnierenrest, ist

ein mit kubischen Zellen ausgekleidetes, klare Flüssigkeit

enthaltendes Bläschen.

[Illustration: Fig. 307.

Stück eines Schnittes durch die Prostata eines 22jährigen

Hingerichteten. 50mal vergrößert. Technik Nr. 110, S. 289.]

Anhangsdrüsen der männlichen Geschlechtsorgane.

Die ~Prostata~ besteht aus Drüsensubstanz, aus glatten Muskelfasern,

die etwa den vierten Teil des Prostatakörpers ausmachen, ferner aus

Bindegewebe und vielen elastischen Fasern. Die Drüsensubstanz setzt

sich zusammen aus 30-50 verästelten, alveolären, serösen Einzeldrüsen,

welche durch ihren lockeren Bau ausgezeichnet sind. Die Drüsen münden

mit zwei größeren Ausführungsgängen und einer Anzahl kleinerer in die

Harnröhre. Die Drüsenzellen sind bald kubische, bald zylindrische

Zellen, welche in einfacher Lage die Röhrchen auskleiden. In den

größeren Ausführungsgängen ist »Übergangsepithel« (S. 385), wie in

der Pars prostatica urethrae, vorhanden. In den Endstücken finden

sich bei älteren Leuten die sogenannten ~Prostatasteine~, runde, bis

0,7 mm große, geschichtete Sekretklumpen. Die glatten Muskelfasern,

welche überall in großer Menge zwischen den Drüsenläppchen gelegen

sind, verdicken sich gegen die Harnröhre zu einer stärkeren

Ringmuskellage (M. sphincter vesicae internus); auch an der äußeren

Oberfläche der Prostata finden sich reichlich glatte Muskelfasern,

die an Bündel quergestreifter Muskelfasern (M. sphincter urethrae

membranaceae angrenzen. Die Prostata und der Colliculus seminalis

sind mit vielen Blut- und Lymphgefäßen versehen; die zahlreichen

Nerven bilden weitmaschige, Nervenzellen enthaltende Geflechte, die

daraus entspringenden, marklosen Fasern treten teils an die glatten

Muskelfasern, teils enden sie in freier Verästlung, teils gehen sie

(bei Hund und Katze) in besondere Endapparate (S. 268) über, die sowohl

in der Hülle wie im Innern der Prostata gefunden werden.

Die ~Glandulae bulbourethrales~ (Cowper) sind zusammengesetzte,

tubulo-alveoläre Drüsen; von dem unregelmäßig erweiterten

Ausführungsgang gehen ebenso beschaffene Äste aus, an die sich teils

direkt, teils durch Vermittlung von Schaltstücken die Endstücke

anfügen. Letztere haben teils die Gestalt von Röhrchen, teils von

rundlichen Bläschen oder von Übergangsformen beider. Zuweilen finden

sich selbst netzförmige Verbindungen der Endstücke. Die Äste des

Ausführungsganges sind von einem niedrigen, einschichtigen Epithel

ausgekleidet und von dünnen Ringen glatter Muskulatur umgeben. Die

Endstücke besitzen den Schleimzellen ähnliche Drüsenzellen und

zwischenzellige Sekretkanälchen. Zwischen den Drüsenläppchen liegen

viele glatte und quergestreifte Muskelfasern.

[Illustration: Fig. 308.

Stück eines Schnittes durch eine Prostatadrüse eines 23jährigen

Hingerichteten. Bei × ist das Epithel schräg durchschnitten, bei × ×

hat es sich vom Bindegewebe abgelöst (Kunstprodukt). 360mal vergrößert.

Technik Nr. 110, S. 289.]

Der Penis.

Der Penis besteht aus drei zylindrischen Schwellkörpern: den beiden

Corpora cavernosa penis und dem Corpus cavernosum urethrae, welche von

Faszie und Haut eingehüllt werden.

[Illustration: Fig. 309.

Querschnitt der Pars cavernosa urethrae des erwachsenen Menschen. 8mal

vergr. Technik Nr. 110, S. 289.]

Jedes ~Corpus cavernosum penis~ besteht aus einer Tunica albuginea

und einem Schwammgewebe. Die ~Tunica albuginea~ ist eine feste

durchschnittlich 1 mm dicke, bindegewebige, mit vielen, feinen,

elastischen Fasern untermischte Haut, an der eine äußere Längslage und

eine innere Ringlage zu unterscheiden sind. Das ~Schwammgewebe~ wird

durch Bündel glatter Muskelfasern und elastische Fasern enthaltende

Bindegewebsbalken und -blätter hergestellt, die vielfach miteinander

zusammenhängend ein Netzwerk bilden. Die Lücken dieses Netzes sind

mit einer einfachen Lage platter Epithelzellen ausgekleidet und mit

venösem Blute erfüllt. Die dickwandigen ~Arterien~ gehen teils in

Kapillaren über, die ein unter der Tunica albuginea gelegenes Netz, das

~oberflächliche~ (feine) ~Rindennetz~, bilden; dieses hängt mit einem

mehrschichtigen Netze weiterer, venöser Gefäße, dem ~tiefen~ (groben)

~Rindennetze~ zusammen, welches, in den oberflächlichen Schichten des

Schwammgewebes gelegen, in dessen venöse Räume übergeht. Ein Teil

der Arterien mündet direkt in das tiefe Rindennetz. Die sogenannten

Rankenarterien (~A. helicinae~) sind in dünnen Bindegewebssträngen

gelagerte Ästchen, welche bei kollabiertem Gliede schlingenförmig

umgebogen sind und bei unvollkommener Injektion blind zu endigen

scheinen. Die das Blut aus den Corpora cavernosa penis zurückführenden

~Venen~ (Venae emissariae) entstehen teils aus dem groben Rindennetze,

teils aus der Tiefe des Schwammgewebes. Sie münden, nachdem sie die

Tunica albuginea durchbohrt haben, in die Vena dorsalis penis.

Das ~Corpus cavernosum urethrae~ besteht aus zwei differenten

Abschnitten; die zentrale Partie wird durch ein Netz der ansehnlich

entwickelten Venen der Submucosa der Harnröhrenschleimhaut (S.

388) gebildet; die peripherische Partie gleicht im Baue dem Corpus

cavernosum penis, nur fehlt hier eine direkte Kommunikation der

Arterien mit den Venenräumen. Die Tunica albuginea wird nur durch

eine Ringfaserlage gebildet. Die ~Glans penis~ besteht aus vielfach

gewundenen Venen, die durch ein sehr ansehnlich entwickeltes, viele

elastische Fasern enthaltendes Bindegewebe, den Träger der feinen

Arterien sowie der Kapillaren, zusammengehalten werden. (Über die

äußere Haut der Glans s. Kap. Drüsen der Haut.)

In der Tunica albuginea der kavernösen Körper, in der Glans und auch im

Präputium finden sich besondere Nerven-Endapparate (S. 268).

B. Die weiblichen Geschlechtsorgane.

Die Eierstöcke.

Die weibliche Keimdrüse macht anfangs eine analoge Entwicklung

durch wie der Hoden; auch hier senkt sich das Keimzellen

bildende Material aus dem Peritonealepithel (Keimepithel) in

ein bindegewebiges Polster ein; unabhängig davon bildet sich

ebenfalls ein Rete ovarii aus, das aber zumeist frühzeitig

rückgebildet wird.

Die keimbereitenden Anteile des Ovariums sind in ein Bindegewebe

(Stroma ovarii) eingeschlossen, das in verschiedenen Schichten

angeordnet ist; zu äußerst liegt 1. die ~Tunica albuginea~ (Fig. 310),

eine beim Menschen dicke, aus zwei oder mehr, in sich kreuzenden

Richtungen verlaufenden Bindegewebslamellen und aus vielen platten

Bindegewebszellen zusammengesetzte Bildung, die sehr arm an elastischen

Fasern ist und ganz allmählich in 2. die ~Rindensubstanz~ übergeht;

diese enthält die keimbereitenden Anteile und hängt 3. mit der

~Marksubstanz~ zusammen, in der sich viele elastische Fasern und

zahlreiche, geschlängelte, von Zügen glatter Muskelfasern begleitete

Gefäße finden.

In der Marksubstanz liegen gelegentlich solide Epithelstränge

(»Markstränge«) oder mit kubischem (oft flimmerndem) Epithel

ausgekleidete Hohlräume, die als Reste der Anlage eines Rete

ovarii (s. oben) aufzufassen sind. Sie scheinen beim Menschen

inkonstant zu sein. Ob sie eine funktionelle Bedeutung haben, ist

unbekannt.

Wichtige Teile des Bindegewebes können erst im Zusammenhang mit der

Eizellenbildung verstanden werden. Die Oberfläche des Ovariums ist von

einem Teil des Peritonealepithels überkleidet, das nach Abschluß der

Bildung von Ureiern nur noch kubische bis platte Zellen enthält. Bis

ganz kurze Zeit nach der Geburt ist dieses Epithel ein ~Keimepithel~,

da das zur Keimzellenbildung notwendige Zellenmaterial in ihm entsteht

(Fig. 311).

[Illustration: Fig. 310.

Querschnitt des Ovariums eines 8 Jahre alten Mädchens. 10mal

vergrößert. Tunica albuginea noch schwach entwickelt. Technik Nr. 163,

S. 426.]

[Illustration: Fig. 311.

Aus einem senkrechten Durchschnitte des Eierstockes eines vier Wochen

alten Mädchens. 240mal vergr. Das Primordialei hat einen großen Kern

mit Kernkörperchen. Der Eiballen enthält drei Eier, umgeben von

Zylinderzellen. Technik Nr. 163, S. 426.]

Während der Fetalperiode teilen sich viele Keimepithelzellen in zwei

übereinanderliegende Zellen, von denen die untere sich vergrößernd

zum ~Primordialei~ mit großem Kern und Kernkörperchen wird, während

die obere Zelle, sowie die Nachbarzellen abgeflacht werden und

sich schalenförmig um das Ei herumlegen. Das Ei, welches sich

unter Umständen noch einmal teilt, rückt nun, umgeben von seinen

indifferenten Nachbarzellen, in das Ovarialstroma hinab, während oben

im Keimepithel auf die gleiche Weise neue Primordialeier entstehen, die

ebenfalls in die Tiefe rücken. Solange die Keimzellen sich noch teilen,

bezeichnen wir sie als ~Oogonien~. So entstehen ganze Komplexe von

Eizellen und indifferenten Zellen des Keimepithels, Komplexe, welche

~Eiballen~ (Eischläuche, Einester) heißen. Jedes Ei wird weiterhin

durch die sich stark vermehrenden indifferenten Epithelzellen, sowie

durch wucherndes Bindegewebe von dem Nachbarei getrennt und stellt

nun einen isolierten, kugligen Körper, den ~Primärfollikel~ dar, der

somit aus dem Ei und den dieses einschließenden Epithelzellen, dem

sogenannten Follikelepithel, sowie aus einer bindegewebigen Hülle

besteht. Soweit sind es vorzugsweise fetale Vorgänge.

In vereinzelten Fällen findet man auch bei geschlechtsreifen

Personen noch Eiballen und Eizellen mit mehreren Keimbläschen;

letztere sind nicht etwa durch amitotische oder postfetale

mitotische Kernteilung entstanden, sondern stellen entweder

Elemente dar, bei denen die Teilung des Zellkörpers bis dahin

unterblieben ist oder die (weniger wahrscheinlich) dadurch

zustande gekommen sind, daß zwei getrennte Eizellen durch

Druck derart zusammengepreßt wurden, daß ihre Trennungslinie

verschwand. Solche Bildungen werden ebenso wie die mehrere Eier

enthaltenden Follikel als »atypische Follikel« bezeichnet.

Zu ihnen gehören auch die sogenannten »Eiballenfollikel«, in

denen ~ein~ Ei, als Hauptei, sich weiter entwickelt, während

die anderen »Nebeneier« zugrunde gehend vielleicht bei der

Entwicklung des Liquor folliculi (S. 408) beteiligt sind.

[Illustration: Fig. 312.

Aus Durchschnitten durch die Rinde eines Kanincheneierstockes. 240mal

vergrößert. Technik Nr. 163, S. 426.]

Nun werden die Follikelepithelzellen erst höher (Fig. 372, links

unten), dann mehrschichtig, das Ei wird größer, gewinnt eine

exzentrische Lage und erhält eine allmählich sich verdickende, oft fein

radiär gestreifte Randschicht, die ~Zona pellucida~ (Oolemma), die

entweder ein Bildungsprodukt des Follikelepithels oder der Eizelle ist.

Während dieses Stadiums des Wachstums, das sich ähnlich den Vorgängen

bei der Spermiogenese an das Stadium der Vermehrung anschließt, wird

die Oogonie zur Oozyte umgebildet. Die Vergrößerung beruht vorzugsweise

auf der Einlagerung der (paraplastischen) Stoffe, die zur Ermöglichung

der ersten Bildungsvorgänge im befruchteten Ei notwendig sind (s. S.

57). Während dieser Zeit gehen auch im Kern, den man bei der Oozyte als

~Keimbläschen~ bezeichnet, komplizierte Umlagerungen vor sich.

Über den Bau der Eizelle s. S. 56.

Über die sogenannten Reifungsvorgänge, die die Oozyte zum Reifei

umwandeln s. die Lehrbücher der Entwicklungsgeschichte.

Nun wächst der Follikel weiter; unter fortwährender Vermehrung der

Follikelepithelzellen -- man sieht viele Mitosen solcher -- entstehen

zwischen ihnen Lücken, die von einer wässerigen Flüssigkeit, dem

~Liquor folliculi~, ausgefüllt werden. Der Liquor ist hauptsächlich

ein Transsudat aus den den Follikel umspinnenden Blutgefäßen; er

erfährt eine immer fortschreitende Vermehrung, so daß der Follikel bald

ein mit Flüssigkeit erfülltes Bläschen, den ~Folliculus vesiculosus~

(Graaf), dessen Durchmesser 0,5-12 mm beträgt, darstellt. Um größere

Follikel ordnet sich das Bindegewebe des Stroma zu kreisförmigen Zügen,

die wir ~Theca folliculi~ (Fig. 392) nennen. Der Bläschenfollikel

besteht somit 1. aus einer bindegewebigen Hülle, der Theca folliculi,

welche zwei Schichten, a) eine faserige Tunica externa und b) eine an

Zellen und Blutgefäßen reiche Tunica interna (Fig. 313) unterscheiden

läßt; an diese Schicht grenzt beim Menschen eine zarte, aus feinsten

Fasern verschmolzene sogenannte Glashaut an; 2. aus dem mehrschichtigen

Follikelepithel, das sich beim Zerzupfen frischer Follikel in großen

Fetzen darstellen läßt und seit langer Zeit als ~Stratum~ (Membrana)

~granulosum~ bekannt ist. Eine verdickte Stelle des Follikelepithels,

der ~Cumulus oophorus~, schließt das Ei ein; die der Zona pellucida

zunächst liegenden Epithelzellen sind radiär zum Ei gestellt, bilden

die ~Corona radiata~ und bleiben beim Austritt der Oozyte aus dem

Follikel (s. u.) gewöhnlich mit dieser in Verbindung. Der größte Teil

des Binnenraums des Follikels wird vom Liquor folliculi eingenommen.

Hat der Bläschenfollikel seine völlige Reife erreicht, so platzt er an

der der Eierstocksoberfläche zugekehrten Seite, die schon vorher durch

Vorwölbung und starke Verdünnung kenntlich war; das Ei gelangt in die

Beckenhöhle, der leere Follikel bildet sich zum gelben Körper (~Corpus

luteum~) zurück. Erfolgt keine Befruchtung des ausgestoßenen Eies, so

verschwindet das Corpus luteum gewöhnlich nach wenigen Wochen; tritt

dagegen Schwangerschaft ein, so entwickelt sich der geborstene Follikel

zu einem größeren Körper, der einen Durchmesser bis zu 3 cm besitzt und

sich durch die Zeit der Schwangerschaftsdauer erhält (s. u. S. 416).

Nicht alle Oozyten entwickeln sich so weit; die übergroße Mehrzahl

derselben geht auf jüngeren oder älteren Entwicklungsstufen zugrunde.

Von den mehr als 40000 jungen Oozyten im Ovarium neugeborener Mädchen

werden im Laufe des Lebens etwa 400 zu entwicklungsfähigen Eizellen

ausgebildet. Zugrundegehende Oozyten und Follikel gehören deshalb

zu dem normalen Bilde des Ovariums (Fig. 312 rechts). Enthält ein

größerer Follikel eine absterbende Oozyte, so wuchern Zellen der

Theca folliculi und durchsetzen den Follikel, so daß derselbe bald in

eine bindegewebige Narbe umgewandelt wird (sogenannte atretische[110]

Follikel). Die normalerweise während des Follikelwachstums Fette

enthaltenden Zellen der Tunica interna der Theka vermehren ihren

Fettgehalt (was wohl als Aufspeicherung und Umsetzung von Stoffen

aufzufassen ist, die bei den Auflösungsprozessen im Follikelinnern frei

werden).

[Illustration: Fig. 313.

Durchschnitt eines Bläschenfollikels eines 8jährigen Mädchens. 90mal

vergrößert. Der helle Raum in der Mitte enthielt den Liquor folliculi.

Technik Nr. 163, S. 426.]

Die Summe dessen, was man als »interstitielle« (Pubertäts-) Drüse

des Ovariums bezeichnet, dürfte zum größten Teil aus solchen im

Gefolge der Follikelatresie entstandenen Thekazellen bestehen. Ob

die bei manchen Tieren (besonders Kaninchen) aufgefundenen großen

Zellmassen des Ovariums hiermit identisch sind, bedarf noch der

endgültigen Klärung. Nach dem heutigen Stande unserer Kenntnis

liegt kein Grund vor, die innersekretorischen Einflüsse, die das

Ovarium analog dem Hoden sicher ausübt, auf das »Zwischengewebe«

zu beziehen. Wir glauben eher, daß auch hier Anteile des

generativen Systems innersekretorisch wirksam sind.

Die ~Arterien~ des Eierstocks, Äste der A. spermatica

intern. und der A. uterina, treten am Hilus ein, teilen sich

in der Marksubstanz und sind durch ihren geschlängelten

Verlauf charakterisiert (Fig. 310). Von da ziehen sie in die

Rindensubstanz, wo sie vorzugsweise das in der Tunica interna der

Follikel reichliche Kapillarnetz speisen. Die ~Venen~ bilden am

Hilus ovarii einen dichten Plexus. Die im menschlichen Ovarium

nur mit einer einfachen Epithelwand versehenen ~Lymphgefäße~

verlaufen unabhängig von den Blutgefäßen; sie bilden keine

adventitiellen Lymphräume (S. 179). In der Marksubstanz sind

sie reichlicher vorhanden als in der Rindensubstanz, in welcher

sie in der Tunica externa der größeren Follikel und der Corpora

lutea sich ausbreiten. Die Albuginea besitzt keine Lymphgefäße.

Marklose und markhaltige ~Nerven~ treten in großer Zahl mit den

Blutgefäßen vom Hilus aus in die Marksubstanz, woselbst sie

größtenteils in der Wand der Blutgefäße enden. Ein kleiner Teil

geht bis zur Rindensubstanz; dieser bildet dort ein dichtes

Geflecht feiner, meist markloser Fasern, welches die Follikel

umspinnt und feine Ästchen zur Wand der Blutgefäße entsendet.

Ein sympathisches Ganglion existiert im menschlichen Eierstock

nicht, sympathische Nervenzellen liegen aber in großer Zahl im

Plexus ovaricus.

Das ~Epoophoron~ und das ~Paroophoron~ sind Reste embryonaler

Bildungen. Ersteres, im lateralen Abschnitte der Mesosalpinx am

(bei Katze, Maus u. a., in seltenen Fällen auch beim Menschen

im) Hilus ovarii gelegen, ist eine Gruppe blind endigender

geschlängelter Kanälchen, deren Wand aus zuweilen flimmernden

Zylinderepithelzellen und aus kreisförmig angeordneten Fasern

besteht; auch solide Stränge gehören vielleicht hierher. Das

Epoophoron ist ein Rest des Sexualteiles der Urniere. Das

Paroophoron liegt im medialen Abschnitte der Mesosalpinx und

besteht aus verästelten, mit Zylinderzellen ausgekleideten

Kanälchen; es ist ebenfalls ein Rest der Urniere.

Tube, Uterus, Vagina.

Diese Hohlorgane, die die aus dem Ovarium austretenden Oozyten

aufnehmen und weiterleiten, sind embryonal aus den Müllerschen

Gängen entstanden, deren paariger Abschnitt zur Tuba uterina

(Fallopia) wird, während der unpaare Abschnitt sich zu Uterus und

Vagina ausbildet.

Wie bei anderen Hohlorganen finden wir hier innen 1. die Schleimhaut,

2. eine in den verschiedenen Abschnitten sehr verschiedene Muskelhaut

und 3., soweit eine peritoneale Angrenzungsfläche vorhanden ist,

eine Serosa. Tube und Uterus besitzen in mancher Beziehung (Epithel)

Ähnlichkeiten, der Uterus ist aber darüber hinaus dazu eingerichtet,

die Entwicklung des Eies zu ermöglichen. Die Vagina, der äußeren

Oberfläche am meisten genähert, stellt eine Anpassung an den

Begattungsakt dar und weicht im Bau von den beiden oberen Abschnitten

stark ab.

Die ~Schleimhaut~ der Tube ist in zahlreiche Längsfalten gelegt;

am höchsten sind die Falten in der Eileiterampulle, woselbst sie

auch durch schräge, kleine Falten untereinander verbunden sind. Die

Schleimhaut ist, ebenso wie im Uterus von einem einschichtigen,

zylindrisch bis kubischen Epithel überzogen, das flimmernde

und nichtflimmernde Zellen enthält. Die letzteren liefern ein

schleimartiges Sekret. Der Flimmerstrom ist gegen das Uteruslumen

gerichtet und ist wohl als Schutz gegen ein Eindringen der lebhaft

beweglichen Spermien in die Schleimhaut zu betrachten. Die zellreiche,

von einem Faserfilz durchsetzte Tunica propria schließt sich eng an die

Muskularis an.

Die ~Muskelhaut~ besteht aus einer inneren, dickeren Lage zirkulärer

und einer äußeren, stellenweise dünnen Lage longitudinaler glatter

Muskelfasern, zwischen denen fibrilläres Bindegewebe oft in großen

Mengen gelagert ist. Der ~seröse Überzug~ wird durch das Bauchfell

gebildet, unter dem sich eine ansehnliche Lage lockeren Bindegewebes

befindet. Elastische Fasern finden sich in der Muskelhaut und in der

Serosa, sind aber bei Kindern und bei alten Frauen mehr auf die Serosa

beschränkt. Die zwischen Ring- und Längsmuskulatur reich entwickelten

~Blutgefäße~ senden bzw. empfangen Äste aus der Schleimhaut, die mit

einem engmaschigen Kapillarnetz versehen ist. Die größeren Venen

verlaufen längs der Schleimhautfalten. Die Kenntnis des genaueren

Verhaltens der ~Lymphgefäße~ fehlt noch. Die ~Nerven~ bilden (beim

Schwein) in der Schleimhaut ein reiches Geflecht, von dem Äste zum

Epithel aufsteigen. Ein Eindringen in das Epithel ist nicht beobachtet

worden.

Am ~Uterus~ müssen zwei Abschnitte nach ihrem Aufbau unterschieden

werden: 1. das ~Corpus~ und 2. die ~Cervix~. Der Übergangsteil zwischen

beiden, Isthmus, schließt sich in seiner Zusammensetzung eng an das

Corpus uteri an. Vor der Tube zeichnet sich der Uterus durch das Fehlen

der Schleimhautfaltung, durch kryptenartige Epitheleinsenkungen und vor

allem durch die starke Muskelwand aus.

[Illustration: Fig. 314.

Querschnitt des Eileiters einer erwachsenen Frau (nahe der Ampulle).

30mal vergrößert. Technik Nr. 110, S. 289.]

Im ~Corpus~ uteri finden wir die fast unverschieblich (eine Submukosa

fehlt) der Wandung aufsitzende ~Schleimhaut~ (Endometrium)[111], die

sehr stark entwickelte ~Muskularis~ (Myometrium) und eine ~äußere

Bindegewebslage~ (Perimetrium), die an den der Bauchhöhle zugewandten

Flächen von Serosaepithel überkleidet ist.

Die ~Schleimhaut~ ist beim geschlechtsreifen Weibe zyklischen

Veränderungen unterworfen, die mit der Ovulation (s. unten S. 413) in

engem Zusammenhange stehen. Kurz vor der Geschlechtsreife und in der

Mitte zwischen zwei Menstruationen beträgt ihre Höhe etwa 2 mm. Die

Oberfläche ist glatt und von einem Epithel überzogen, das demjenigen

der Tube sehr ähnlich ist. Von ihm senken sich in die Tunica propria,

nicht sehr dicht stehend (Fig. 317, 10. Tag), leicht schraubenförmig

verlaufend, »Drüsenschläuche« ein, die mit dem gleichen Epithel

ausgekleidet sind wie die Oberfläche des Uterus. In der tiefsten

Schleimhautschicht (s. unten) teilen sich die Drüsen oft gabelig.

Das Schleimhautbindegewebe ist eine Art retikuläres Bindegewebe, dessen

Maschen von zahlreichen freien Zellen eingenommen werden können. Die

Form der Bindegewebszellen ist in dem hier zunächst geschilderten

Ruhezustand spindelig. An freien Zellen finden sich meist reichlich

Lymphe- und Leukozyten.

Die ~Muskularis~ besteht aus einem feinen Bindegewebsfasergerüst

und aus glatten Muskelfasern, welche, zu Bündeln vereint, in den

verschiedensten Richtungen sich durchflechten, so daß eine scharfe

Abgrenzung einzelner Lagen nicht möglich ist.

Man kann im allgemeinen drei Schichten unterscheiden: 1. eine

~innere, Stratum submucosum~, aus längs verlaufenden Bündeln

zusammengesetzte, 2. eine ~mittlere~, die mächtigste, die

vorwiegend aus zirkulären Muskelbündeln besteht und weite

Venen enthält (daher »~Stratum vasculare~«), und 3. eine

~äußere~, teils von zirkulär-, teils, von längsverlaufenden

Bündeln (letztere dicht unter der Serosa) gebildet: »~Stratum

supravasculare~« (Fig. 315). Die Längsbündel dieses Stratum gehen

teils in die Muskelhaut der Tuben, teils in das benachbarte,

subseröse Bindegewebe der Bauchfellfalten über.

[Illustration: Fig. 315.

Stück eines Querschnittes durch die Mitte des Uterus eines 18jährigen

Mädchens. 6mal vergrößert. Technik Nr. 164, S. 426.]

Die ~Serosa~ zeigt keine besonderen Eigentümlichkeiten.

In der Cervix uteri ist die Schleimhaut dicker und trägt in den oberen

zwei Dritteln ein Zylinderepithel, in dem Schleimzellen überwiegen,

während gegen das Orificium uteri extern., besonders im Anschluß an

mehrere Schwangerschaften, Papillen mit geschichtetem Plattenepithel

auftreten. Außer vereinzelten tubulösen Drüsen kommen noch 1 mm

weite, mit vielen Ausbuchtungen versehene Schleimdrüsen, sogenannte

Schleimbälge, vor, die durch Retention ihres Sekretes sich zu Zysten,

den ~Ovula Nabothi~, umgestalten können.

Die ~Muskularis~ zeigt eine deutlich ausgesprochene Schichtung in

eine innere und äußere longitudinale und eine mittlere zirkuläre

Muskellage. Während der Uterus sonst wenig und nur in seinen

peripherischen Schichten senkrecht zur Kontraktionsrichtung der

glatten Muskelfasern verlaufende elastische Fasern enthält,

finden sich solche reichlich in den gleichen Partien des unteren

Segmentes des Uteruskörpers und der Portio vaginalis.

In der ersten Hälfte der Schwangerschaft erfolgt eine qualitative und

quantitative Zunahme der elastischen wie der muskulösen Fasern, in der

zweiten Hälfte nehmen die elastischen Elemente ab, während gleichzeitig

im Gewebe des Perimetrium eine Vermehrung dieser stattfindet.

In der Muskularis des Uterus und auch des oberen

Scheidenabschnittes findet man bei Neugeborenen und Kindern in

verschiedener Ausdehnung erhaltene Reste des Urnierenganges,

eines Rohres, dessen Wand aus einem einfachen Zylinderepithel und

aus meist längsverlaufenden, glatten Muskelfaserzügen gebildet

wird. Das Ligamentum uteri rotundum enthält außer glatten Muskeln

in seiner Achse auch Bündel quergestreifter Muskelfasern.

Die ~Blutgefäße~ lösen sich in der Muskularis in Äste auf, die

besonders im Stratum vasculare stark entwickelt sind. Die arteriellen

Endäste treten in gewundenem Verlaufe zur Schleimhaut, wo sie ein die

Drüsen umspinnendes Kapillarnetz bilden, das sich in ein dichtes, unter

der Oberfläche gelegenes Kapillarnetz fortsetzt. Die ~Lymphgefäße~

bilden in der Schleimhaut ein weitmaschiges, mit blinden Ausläufern

versehenes Netzwerk. Von diesem treten durch die Muskularis Stämmchen,

welche mit einem dichten, subserösen Netze größerer Lymphgefäße

zusammenhängen. Die sehr zahlreichen, teils markhaltigen, teils

marklosen ~Nerven~ stammen aus einem mit dem Plexus hypogastricus

verbundenen Nerven- und Gangliengeflecht, das sich an der äußeren

Oberfläche des Uterus ausbreitet, und verästeln sich -- nachdem die

markhaltigen ihre Markscheide verloren haben -- zum größten Teil in

der Muskularis, in der sie wie in den Muskelhäuten des Darmes (S. 339)

enden. In der Schleimhaut bilden die Nerven ein dichtes Geflecht, von

welchem Äste bis unter das Epithel aufsteigen, ja teilweise sogar in

das Epithel eindringen.

Ganglienzellen fehlen in der Uteruswand.

Zur Zeit der Menstruation und in der Schwangerschaft erfährt die

Uterusschleimhaut eine Reihe von Veränderungen, die eine eingehendere

Schilderung beanspruchen.

Ovulation, Menstruation und Schwangerschaft.

Die beim geschlechtsreifen Weibe in der Regel in Abständen von 4 Wochen

auftretende Genitalblutung entstammt dem Uterus; bis zu ihrem Eintritt

findet hier eine hochgradige Umwandlung der oberen Schleimhautschichten

statt, die sich nach Ablauf der Menstruation wieder ausgleicht. Diese

zyklischen Veränderungen rechtfertigen es, eine »funktionelle Schicht«

von der Basalschicht zu unterscheiden (Fig. 317); die letztere bleibt

während des ganzen Menstruationszyklus relativ unverändert, während die

funktionelle Schicht unmittelbar nach der Menstruation (Fig. 317, 2.

Tag) fast vollständig fehlt, in der postmenstruellen Zeit (ca. 4.-11.

Tag) sich langsam zur Normalhöhe regeneriert und in der prämenstruellen

Zeit (ca. 15.-28. Tag) sich außerordentlich verdickt.

Nach neueren Untersuchungen wird bei jeder Menstruation die

funktionelle Schicht vollständig abgestoßen und von der

Basalschicht aus regeneriert. Früher und auch heute glauben aber

noch viele Autoren, daß die Substanzverluste in der Schleimhaut

nicht so tiefgreifend sind, daß die funktionelle Schichte

vielmehr durch Abschwellen in das Normalstadium zurückkehren kann.

[Illustration: Fig. 316.

Schematische Darstellung der Beziehungen zwischen Ovulation und

Menstruation (nach ~Schroeder~). Die Wellenlinie gibt die Höhenänderung

der Uterusschleimhaut an, die schraffierten Säulen die Blutungszeit.

Oben sind die jeweiligen Umwandlungen eines Ovarialfollikels bis zur

Rückbildung des Corpus luteum dargestellt.]

Die starken, prämenstruellen Veränderungen der funktionellen Schicht

betreffen einmal die ~Drüsen~, die sich stark verlängern, und

deren Wandung sich unter Abflachung des Epithels vielfach faltet;

sie sondern nun vermehrt ein schleimiges Sekret ab. Die obersten,

dem Lumen genäherten Teile der Drüsen bleiben mehr gerade; sie

sind von reichlichen, ebenfalls veränderten Bindegewebszellen

umschlossen. Diese Schicht setzen wir als ~Zona compacta~ der tiefen,

an Drüsendurchschnitten reichen ~Zona spongiosa~ gegenüber. Die

vorher schmalen ~Bindegewebszellen~ schwellen auf, wobei sie sehr

glykogenreich werden, ihr Kern wird kuglig und schwerer färbbar, so

daß diese Zellen den bei Schwangerschaft nachweisbaren, sogenannten

Deziduazellen (s. S. 418) sehr ähnlich werden. Die Umwandlung der

Bindegewebszellen findet sich vorzugsweise in der Zona compacta, fehlt

vollkommen in der Basalschicht.

In dem stark aufgelockerten Bindegewebe der funktionellen Schichte

findet sich in der letzten prämenstruellen Zeit außerhalb der Gefäße

viel Blut, auch die Zahl der Leuko- und Lymphozyten ist vermehrt.

[Illustration: Fig. 317.

Uterusschleimhaut von verschiedenen Tagen des Menstruationszyklus.

(Nach Präparaten von Prof. R. Schroeder-Rostock.) 30mal vergrößert.

Technik Nr. 164, S. 426. ¡M¡ = Muskularis, ¡B¡ = Bindegewebe, ¡D¡ =

Drüsen, ¡Bl¡ = Blutung, ¡S¡ = Sekret in den geschlängelten Drüsen.]

Das Einsetzen der prämenstruellen Umwandlung fällt wahrscheinlich

mit dem Zeitpunkt einer ~Ovulation~ zusammen. Über den Termin dieses

Vorganges im Rahmen des Menstruationszyklus gehen die Meinungen noch

stark auseinander. Wir haben (mit ~Schroeder~) diesen Termin auf den

14.-16. Tag des Zyklus angesetzt; von anderer Seite werden der 18.-19.

Tag, endlich auch frühere Termine (8.-9. Tag) angegeben.

Maßgebend für die wechselnden Angaben sind teils vergleichende

Beobachtungen an Ovarien und Uterus, weiter die Erfahrungen

über Schwangerschaftsdauer, endlich die nicht sehr zahlreichen

Fälle junger, menschlicher Entwicklungsstadien, deren Alter uns

bezüglich Menstruations- und Befruchtungstermin bekannt ist.

Nach der Ovulation bildet sich der Follikel in ein ~Corpus luteum

menstruationis~ um (falls eine Befruchtung des Eies ausbleibt). Bis

zum Beginne der Menstruation besteht dieses aus einer gefalteten

Wandung, die einen zentralen, mit Liquorresten gefüllten, Hohlraum

umgibt. Zwischen die der Wand ansitzenden Follikelzellen wuchern

Zellen und Gefäßsprossen aus der Theca follicula ein, in denen ebenso

wie in den Follikelzellen in zunehmendem Maße Lipoidstoffe abgelagert

werden (deren Summe die Gelbfärbung der Wand hervorruft); die Zellen

werden so zu Luteinzellen. Diese Entwicklung wird aber bald durch

Blutungen unterbrochen, die nach neueren Forschungen zur Zeit der

Menstruation -- unter dem Einfluß des erhöhten allgemeinen Blutdruckes

-- die Rückbildung des Corpus luteum einleiten. Nunmehr tritt unter

Zersetzung des Blutes eine zunehmende Pigmentierung, weiterhin narbiges

Bindegewebe auf, bis schließlich nach 6-8 Wochen die Überreste fast

völlig verschwunden sind.

[Illustration: Fig. 318.

Corpus luteum graviditatis (Mensch). Ca. 7mal vergrößert. Technik

Nr. 110, S. 289.]

Tritt Schwangerschaft ein, so bleibt das Corpus luteum bis zum Ende

derselben erhalten (~Corpus luteum verum s. graviditatis~), weil keine

Blutungen seine Entwicklung stören; auch bildet es sich bei dauernd

zunehmender Lipoidablagerung und Wandverdickung zu einem mächtigen

Körper aus (Fig. 318), dem von vielen Autoren ein bestimmender

innersekretorischer Einfluß auf die ersten Entwicklungsbedingungen des

befruchteten Eies einerseits, auf den Gesamthabitus des mütterlichen

Organismus andererseits zugeschrieben wird. Von anderer Seite wird

diese Aufgabe des Corpus luteum allerdings bestritten.

Die einzelnen Zellen des Corpus luteum sind zu Strängen durch

gefäßhaltiges Bindegewebe angeordnet und sehr lipoidreich (Fig. 319).

Die zyklischen Umwandlungen der Uterusschleimhaut werden verständlich,

wenn ihre Bedeutung für eine etwa beginnende Schwangerschaft

berücksichtigt wird.

Das menschliche Ei wird wahrscheinlich kurz nach seinem Austritt

aus dem Follikel in den Anfangsabschnitten der Tuben befruchtet

und macht seine ersten Entwicklungsstadien, von denen wir keine

Kenntnis haben, auf dem Wege nach dem Uterus durch; die Dauer

dieser Wanderung wird gewöhnlich auf 8-10 Tage berechnet.

[Illustration: Fig. 319.

¡A¡ Stück eines Corpus luteum des Kaninchens. ¡B¡ Stück eines Corpus

luteum der Katze. 260mal vergr. In ¡B¡ enthalten die Luteinzellen

kleinere und größere Sekrettröpfchen. Technik Nr. 163, S. 426.]

Schließt sich, wie oben dargestellt, die prämenstruelle Veränderung

an die Ovulation an, so würde der Keim bei seinem Eintreffen in der

Uterushöhle die durchsaftete, aufgelockerte Schleimhaut antreffen, die

nun den Mutterboden für seine Entwicklung abgibt.

Alle bekannten menschlichen Keime liegen von der Schleimhaut

rings verschlossen (»implantiert«) in der Wand des Uterus.

Bei dem Eindringen und Wachsen der Keimblase wird sehr viel

mütterliches Gewebe zerstört, wobei ein nur zum Zwecke der

kindlichen Ernährung ausgebildetes Organ, das Chorion[112]

mit seinem Überzug von Trophoblast[113] die wichtigste

Rolle spielt (über seine Entstehung s. die Lehrbücher der

Entwicklungsgeschichte).

Die Uterusschleimhaut besitzt im Beginne der Schwangerschaft alle

wesentlichen Merkmale der prämenstruellen Phase, nur in verstärktem

Maße; wir bezeichnen die Schleimhaut dann als ~Dezidua~[114], weil sie

am Schlusse der Schwangerschaft mit ausgestoßen wird; das betrifft aber

ebenso nur die funktionelle Schicht (s. oben) wie bei der Menstruation.

Sie zeichnet sich durch die außerordentlich starke Sekretion der

geschlängelten Drüsen, durch die Umwandlung der Bindegewebszellen zu

aufgeschwollenen, glykogenreichen, polygonalen Formen (~Deziduazellen~)

und durch die Sonderung der funktionellen Schicht in eine sehr

deziduazellenreiche Zona compacta und eine die Drüsenkörper enthaltende

Zona spongiosa aus. Die Basalschichte, die den Grund der Drüsen

enthält, bleibt ziemlich unverändert und dient nach Beendigung der

Schwangerschaft zur Regeneration der Schleimhaut.

Da sich die anfangs sehr kleine Keimblase nur an einer kleinen

Stelle der Uteruswand in die Schleimhaut einsenkt, verhält

sich die Dezidua im ersten Beginne in der ganzen Uterushöhle

ziemlich gleichartig. Mit dem Wachsen der Keimblase gewinnt

die Deziduastelle, an der die Keimblase sitzt, eine erhöhte

Bedeutung; an ihrem basalen Teil (~Dec. basalis~) bildet sich

das Ernährungsorgan, die ~Plazenta~, aus, während der übrige,

die Keimblase umschließende Deziduateil (~Dec. capsularis~) mit

der Vergrößerung der Keimblase allmählich verkümmert und in der

zweiten Hälfte der Schwangerschaft als selbständige Schicht

nicht mehr nachweisbar ist. Sie ist dann mit der anfangs nicht

unmittelbar mit der Keimblase verbundenen, übrigen Dezidua (~Dec.

vera~) verschmolzen. Die letztere vermindert ihre Dicke gegen

das Ende der Schwangerschaft ebenfalls erheblich, während die

~Dec. basalis~ im Verein mit dem an dieser Stelle sehr stark

entfalteten (fetalen) Chorion bis zum Schluß der Schwangerschaft

als Plazenta eine wichtige Rolle für die Ernährung des Embryo

spielt.

Plazenta.

Der komplizierte Bau der menschlichen Plazenta wird nur

verständlich durch das Studium ihrer Entwicklung. Der Prozeß

ist folgender: das auf der Oberfläche der Uterusschleimhaut

angelangte Ei nistet sich in die prämenstruell (s. oben)

veränderte Schleimhaut ein und wird alsbald von deren Bindegewebe

rings umschlossen. Das vom fetalen Ektoderm abstammende

Epithel des Chorion verdickt sich unterdessen ansehnlich und

bildet den ~Trophoblast~. Dieser zerstört die umliegenden

Teile der Dezidua; mit der weiteren Ausdehnung der Keimblase

wird die Trophoblastschicht allmählich zweischichtig, indem

die den Zerfallsräumen des mütterlichen Gewebes zugewandten

Trophoblastmassen in ein schließlich den Trophoblast allseitig

bedeckendes ~Synzytium~ umgewandelt werden (die Zellgrenzen

schwinden, das Zytoplasma wird schollig und nimmt oft mütterliche

Zerfallsreste auf, auch bildet sich ein dem mütterlichen Gewebe

zugewandter sogenannter Bürstensaum aus). Die vom Synzytium

bedeckte »Grundschicht« wird auch Langhanssche Zellschicht

(Zytotrophoblast) genannt.

Die zerstörende, auflösende Wirkung des Trophoblastes geht von

der zuerst vorhandenen Grundschicht aus, die auch nur so lange

nachweisbar ist (bis zum Ende des 4. Schwangerschaftsmonats),

als in größerem Umfange mütterliches Gewebe aufgelöst wird. Das

Synzytium spielt durch die ganze spätere Schwangerschaftszeit

als glattwandige Begrenzung der mütterlichen Bluträume (Schutz

gegen Gerinnung!) und wahrscheinlich auch als resorbierende

Schicht eine große Rolle.

In den Trophoblast wachsen von fetaler Seite aus bindegewebige,

später blutgefäßführende Sprossen ein, wodurch die ~Zotten~

(Villi) gebildet werden. Das Bindegewebe grenzt sich durch eine

zarte Membrana propria gegen die Grundschicht des Trophoblastes

ab (Bau der Zotten s. Fig. 322).

[Illustration: Fig. 320. Fig. 321.

Schematisierte Fig. 320.

Stück eines senkrechten Schnittes einer reifen menschlichen Plazenta.

12mal vergrößert. Technik Nr. 165, S. 426.]

In die anfänglich nur mit mütterlichen Zerfallsmassen gefüllten

sogenannten intervillösen Räume ergießt sich aus den Gefäßen

der Decidua basalis Blut, so daß allmählich hier ein geregelter

Kreislauf zustande kommt, wobei aber an Stelle der Kapillaren

in anderen Kreislaufgebieten die unmittelbar vom Synzytium

begrenzten intervillösen Räume treten.

Durch das enorme Wachstum und die vielfältige Verzweigung der

Chorionzotten ist der Gesamtaufbau der Plazenta schwer zu

übersehen. Wir besprechen am besten die ~Placenta fetalis~ und

die ~Placenta uterina~, vielfältig räumlich mit einer verbunden,

einzeln.

[Illustration: Fig. 322.

Querschnitt durch eine menschliche Chorionzotte aus der 7.

Schwangerschaftswoche. 270mal vergr. Technik Nr. 165, S. 426.]

Die ~Placenta fetalis~ besteht aus einer dicken, bindegewebigen

Haut, der ~Membrana chorii~, welche die von der Nabelschnur her

eintretenden Verästlungen der Nabelgefäße enthält. Die gegen den

Fetus gekehrte Fläche der Membran ist von dem glatten ~Amnion~[115]

überzogen, welches gegen Ende der Schwangerschaft aus einer homogenen

Bindegewebslage und einem die freie Oberfläche überkleidenden,

einschichtigen Zylinderepithel, dessen Elemente Fettropfen und

Vakuolen (Sekretionsbilder?) enthalten, besteht (Fig. 323). Die

entgegengesetzte, der Placenta uterina zugekehrte Fläche der Membrana

chorii ist mit vielen, reich verzweigten Zotten, den ~Chorionzotten~,

besetzt, deren Äste zum Teil frei enden (»~freie Ausläufer~«), zum Teil

mit der kompakten Schicht und den Septen der Placenta uterina verbunden

sind; diese letzteren Äste heißen »~Haftwurzeln~« (Fig. 320 und 321).

[Illustration: Fig. 323.

Aus einem Querschnitt einer reifen menschlichen Plazenta. 200mal vergr.

Technik Nr. 165, S. 426.]

Die Chorionzotten bestehen in ihren stärkeren Stämmen aus mehr

fibrillärem, in ihren feineren Verzweigungen aus mehr gallertigem

Bindegewebe. Ihre freie Oberfläche ist, wie die zwischen den

Ursprüngen der Zotten befindliche freie Oberfläche der Membrana

chorii, von Epithel überzogen. Dieses Epithel besteht im ersten

Schwangerschaftsmonat aus den zwei vom Trophoblasten gebildeten

Schichten (S. 418), dem kubischen Epithel und dem Synzytium (Fig. 322).

Vom Synzytium ragen oft lange, keulenförmige, mit vielen Kernen

versehene Fortsätze in die intervillösen Räume, Schrägschnitte

derselben können von Anfängern mit Riesenzellen verwechselt

werden.

In späteren Stadien verändern sich beide Schichten. Die ~tiefe Schicht~

verdickt sich auf der Membrana chorii an einzelnen, unregelmäßig

zerstreuten Stellen (Fig. 323), auf den Zotten aber wird sie fast

überall immer flacher und ist nach dem 4. Monat daselbst nur mehr in

Spuren, in den letzten 3 Monaten überhaupt nicht mehr nachzuweisen.

An einzelnen Stellen jedoch erhält sich die tiefe Schicht auch auf

den Zotten; sie bildet da Verdickungen »Zellknoten« und (besonders an

den Spitzen der Zotten) »Zellsäulen«, welche die Verbindung zwischen

Haftwurzeln und der kompakten Schicht vermitteln (vgl. Fig. 325).

Die ~oberflächliche Schicht~, das Synzytium, verdickt sich auf den

Zotten zu vielen kleinen »Proliferationsinseln«, die sich allmählich

vergrößern und zu ansehnlichen Feldern zusammenfließen. Die Zotten

der reifen Plazenta sind nur von dem Synzytium überzogen (Fig. 324).

Auf der Membrana chorii verschwindet das Synzytium und gleichzeitig

tritt auf ihr, auf den Zotten und an der freien, inneren Oberfläche

der Decidua basalis wie auch auf den Zellknoten eine hyaline,

lichtbrechende, stark färbbare Masse auf, die, oft von Spalten und

Lücken durchsetzt, den Namen »kanalisiertes Fibrin«, »Hyalin«, erhalten

hat (Fig. 324). Die Herkunft dieser Masse ist noch nicht völlig sicher

gestellt.

[Illustration: Fig. 324.

Aus einem Durchschnitt durch eine reife menschliche Plazenta. Stücke

von Zottendurchschnitten. 260mal vergrößert. Technik Nr. 165, S. 426.]

Jede Chorionzotte schließt einen Ast der Nabelarterie ein, aus

dessen Verzweigung sehr weite, unregelmäßig kalibrierte Kapillaren

hervorgehen, die dicht unter dem Epithel gelegen sind; ein

Nabelvenenast führt das Blut wieder zurück. Das Gefäßsystem

der Placenta fetalis ist ein völlig geschlossenes, eine direkte

Kommunikation zwischen kindlichem und mütterlichem Blut ist unmöglich.

[Illustration: Fig. 325.

Aus einem senkrechten Schnitt einer reifen menschlichen Plazenta.

200mal vergrößert. Technik Nr. 165, S. 426. Zur Orientierung vgl.

Fig. 320.]

Der mütterliche Abschnitt, die ~Placenta uterina~, ist an der

ausgestoßenen Nachgeburt eine dünne Haut, die kompakte Schicht der

Decidua basalis (S. 418), die wir jetzt »~Basalplatte~« nennen. Sie

besteht aus Deziduazellen, Riesenzellen, Bindegewebe und Blutgefäßen.

Von ihrer der Placenta fetalis zugekehrten Fläche entspringen

verschiedene dicke, bindegewebige Scheidewände, die ~Septa placentae~

(Fig. 320). welche Gruppen von Chorionzotten zu einem Büschel

»Cotyledo« zusammenfassen. Diese Septa enden frei, ohne die Membrana

chorii zu erreichen, nur am Rande verwachsen sie mit dieser Membran,

indem sie zu einer schmalen, der Konkavität der Plazenta parallel

laufenden Platte, dem »~subchorialen Schlußring~« sich verbinden. Die

~Arterien~ der Placenta uterina treten durch die Muskelhaut des Uterus

in die Plazenta, woselbst sie durch ihren korkzieherartig gewundenen

Verlauf charakterisiert sind, und ziehen, ohne sich zu teilen, gegen

die Septa placentae, von wo sie in die intervillösen Räume (das sind

die erweiterten mütterlichen Kapillaren) münden. Beim Eintritt der

Arterien in die Plazenta findet eine Reduktion ihrer Wandung statt, so

daß schließlich nur mehr das Gefäßepithel (endothel) und eine dünne

Lage faserigen Bindegewebes, das runde und längliche Kerne enthält,

übrig bleibt. Die ~Venen~ ziehen in schräg absteigender Richtung gegen

die intervillösen Räume, in die sie mit relativ großen Öffnungen

münden. Die Mündungsstelle ist in der Regel etwas verengert, an den

Rändern der Venenmündungen findet man stets Haftwurzeln; freie

Zottenausläufer ragen häufig in die Mündungen der Venen hinein. Auch

die Wand der Venen ist reduziert und besteht nur aus Gefäßepithel

und einer Bindegewebsschicht, die dünner und weniger scharf von der

Umgebung abgegrenzt ist als bei den Arterien. Die Mündungen der Venen

liegen nicht in den Septa placentae, sondern in den zwischen den Septa

befindlichen Strecken. Der Blutstrom tritt also am Rande des Cotyledo

(von den Septen aus) in die intervillösen Räume und wird von den dem

Zentrum des Cotyledo gegenüberliegenden Venen wieder zurückgeführt.

Jeder Cotyledo ist somit von einem besonderen Strömungsgebiet

mütterlichen Blutes umgeben.

Der ~Nabelstrang~ geburtsreifer Feten besteht aus den

Nabelgefäßen, zwei Arterien und einer etwas dünnwandigeren

Vene, welche durch die ~Wharton~sche ~Sulze~ zusammengehalten

werden. Diese letztere ist eine Mischung von gallertigem

Bindegewebe und meist längsverlaufenden, oft netzartig

verbundenen Bindegewebszügen, die sowohl an der Oberfläche wie

in der Umgebung der Nabelgefäße stärker entwickelt sind. Diese

Gefäße sind reichlich mit quer- und längsverlaufenden glatten

Muskelfasern versehen, zwischen denen sich ein zartes, meist

zu durchbrochenen Häutchen vereintes Bindegewebe findet, das

um jede Muskelfaser eine schlauchartige Hülle (kein Sarkolemm)

bildet und unter dem Einfluß von Härtungen und Färbungen

Interzellularbrücken vortäuschen kann. Im Nabelstrang finden

sich ferner noch mehr oder weniger große Reste der Allantois,

eines ca. 0,1 mm breiten, aus Epithelzellen gebildeten Stranges.

Ein einfaches oder mehrschichtiges vom Amnion gebildetes

Plattenepithel überzieht die Oberfläche des Nabelstranges.

Feinere Blutgefäße, Nerven und Lymphgefäße fehlen dem reifen

Nabelstrang, dagegen findet sich ein die Sulze durchziehendes

Netz von Saftkanälen (S. 95).

Die ~Schleimhaut der Scheide~ besteht: 1. aus einem geschichteten

Plattenepithel (Fig. 24, S. 79), 2. einer papillentragenden Tunica

propria, die von einem Geflechte feiner Bindegewebsbündel aufgebaut,

spärliche elastische Fasern sowie weiße Blutzellen in wechselnder

Menge enthält. Letztere treten zuweilen in Form von Solitärknötchen

auf; in diesem Falle findet man an der betreffenden Stelle zahlreiche

Lymphozyten auf der Durchwanderung durch das Epithel begriffen. Die

Submukosa ist aus lockeren Bindegewebsbündeln und starken elastischen

Fasern zusammengesetzt. Drüsen fehlen der Scheidenschleimhaut.

Die ~Muskelhaut~ wird von einer inneren zirkulären und äußeren

longitudinalen Schicht glatter Muskeln gebildet. Die äußere ~Faserhaut~

ist ein festes, mit elastischen Fasern reichlich versehenes

Bindegewebe. ~Blutgefäße~ und ~Lymphgefäße~ sind in der Tunica propria

und in der Submukosa zu flächenhaft ausgebreiteten Netzen angeordnet.

Zwischen den Bündeln der Muskelhaut liegt ein dichtes Netz weiter

Venen. Die ~Nerven~ bilden in der äußeren Faserhaut ein mit vielen

kleinen Ganglien besetztes Geflecht.

Der saure Vaginalschleim enthält abgestoßene Plattenepithelzellen

und weiße Blutzellen, sowie nicht selten ein Infusorium, Trichomonas

vaginalis.

Äußere weibliche Genitalien.

Die Schleimhaut der ~äußeren weiblichen Genitalien~ ist insofern von

der Scheidenschleimhaut verschieden, als in der Umgebung der Klitoris

und der Harnröhrenmündung zahlreiche, 0,5-3 mm große Schleimdrüsen und

an den Labia minora Talgdrüsen (von 0,2-2 mm Größe) ohne Haarbälge sich

finden. Die ~Klitoris~ wiederholt im kleinen den Bau des Penis; an der

Glans clitoridis kommen Tastkörperchen sowie Genitalnervenkörperchen

vor. Der ~Hymen~ besteht aus einer feinfaserigen, von Blutgefäßen

durchzogenen Bindegewebsplatte, die mit Schleimhaut überkleidet ist.

Die ~großen Vorhofdrüsen~ (Bartholini) gleichen den Bulbourethraldrüsen

des Mannes. Die Labia majora sind wie die äußere Haut gebaut.

~Technik.~

Nr. 157. Zu ~Übersichtspräparaten des Hodens~ schneide man den

Hoden und Nebenhoden neugeborener Knaben quer durch und behandle

die beiden Stücke nach Nr. 110, S. 289.

Nr. 158. Für den ~feineren Bau der Hodenkanälchen~ fixiere man

Stückchen (von ca. 2 cm Seite) des frisch aus dem Schlachthause

bezogenen Stierhodens in ca. 200 ccm Zenkerscher Flüssigkeit

(Weiterbehandlung Nr. 8, S. 16). Einbetten und Färben nach Nr.

110, S. 289.

Nr. 159. Noch bessere Präparate erhält man, wenn man den ganzen

Hoden einer Maus oder kleine Stücke größerer Hoden in 10 ccm

Chrom-Osmium-Essigsäure fixiert (usw. S. 17) und in Saffranin

färbt usw. S. 33 (Fig. 302).

[Illustration: Fig. 326.

Isolierte Elemente des Stierhodens, ¡a¡, ¡c¡ Spermatozyten, ¡b¡

"Spermatoblast", ¡d¡ unfertige, ¡e¡ fertige Spermie. 240mal vergrößert.]

Nr. 160. Zur Isolation der ~Hodenelemente~ lege man ca. 1 ccm

große Stückchen des frischen Stierhodens in ca. 20 ccm Ranviers

Alkohol (S. 12) und zerzupfe nach ca. 5-6 Stunden in einem

Tropfen desselben Alkohols den Inhalt der Kanälchen. Färben

mit Pikrokarmin unter dem Deckglase (S. 47) und Konservieren

in verdünntem Glyzerin. Man versäume nicht, mehrere Präparate

von verschiedenen Stellen anzufertigen. Man erhält dann nicht

selten Sertolische Zellen, die mit den Spermatiden oder mit den

aus ihnen hervorgegangenen Spermien zusammenhängen (Fig. 326b),

Bildungen, die früher als »Spermatoblasten« beschrieben worden

sind.

Nr. 161. ~Elemente des Samens.~ Man bringe einen Tropfen von der

aus der Schnittfläche eines frischen Nebenhodens hervortretenden

milchweißen Flüssigkeit auf einen reinen Objektträger, setze

einen Tropfen Kochsalzlösung zu, lege ein Deckglas auf und

betrachte mit starken Vergrößerungen. Oft sind die Spermien

regungslos, ein ~leichtes~ Erwärmen des Objektträgers über einer

Spiritusflamme ruft dann schnell die Bewegungen hervor. Nach

einiger Zeit lasse man einen Tropfen destilliertes Wasser unter

das Deckglas fließen (S. 47). Die Bewegung der Spermien wird

alsbald aufhören; die Köpfe der meisten Spermien präsentieren

sich dann von der Fläche, der Schwanz krümmt sich ösenförmig

(Fig. 303,_{3}). Nicht vollkommen reife Spermien tragen noch

Zytoplasmareste.

Nr. 162. Die Haltbarkeit der Spermien gestattet auch

~Untersuchungen zu forensischen Zwecken~. Es handle sich z. B. um

die Frage, ob die an einem leinenen Hemd befindlichen Flecken

von Samen herrühren. Man schneide von den verdächtigen, steifen

Flecken Stückchen von 2-10 mm Seite aus, weiche sie in einem

Uhrschälchen mit destilliertem warmem Wasser 5-10 Minuten lang

auf und zerzupfe einige Fasern des Stückchens auf dem Deckglase.

Bei starken Vergrößerungen (500 : 1) untersuche man hauptsächlich

die Ränder der einzelnen Leinenfasern, an denen die Samenfäden

ankleben. Nicht selten brechen die Köpfe ab; sie sind durch

ihren eigentümlichen Glanz, ihre Gestalt und ihre (beim Menschen

geringe) Größe kenntlich.

Nr. 163. ~Eierstöcke~ kleiner Tiere behandle man im ganzen,

solche größerer Tiere und die des Menschen mit einigen quer zur

Längsachse gerichteten Einschnitten versehen, nach Nr. 110,

S. 289. Zu Übersichtsbildern (Fig. 310) müssen dicke Schnitte

angefertigt werden, weil sonst der Inhalt großer Follikel leicht

ausfällt. Nicht jeder Schnitt trifft größere Follikel; man muß

oft viele Schnitte machen, bis man eine günstige Stelle trifft.

Menschliche Eierstöcke haben eine sehr dicke Tunica albuginea

(Fig. 327). Durchschnitte liefern hier viel weniger dankbare

Präparate.

Nr. 164. ~Übersichtspräparate~ des menschlichen Uterus. Man

fixiere Stücke von 2 cm Seite in ca. 100 ccm Müllerformol (usw.

Nr. 110, S. 289). Die (zweihörnigen) Uteri vieler Tiere zeigen

die oft stark gewundenen Drüsenschläuche schöner, die Anordnung

der Muskelschichten ist eine andere, regelmäßigere als beim

Menschen. Zu Präparaten der menschlichen ~Uterusschleimhaut~,

die womöglich lebensfrisch von Operationen her eingelegt

werden sollen, schneide man Stücke von 1 cm Seite aus, die

wie Nr. 110, S. 289 behandelt werden. Man erhält wegen der

starken Schlängelungen der Drüsen nur immer Bruchstücke der

Drüsenschläuche auf den Schnitten (Fig. 317). Die Flimmerhaare

sind an fixierten Präparaten nur selten zu sehen.

Nr. 165. ~Plazenta~ fixiere man in toto in Zenkers Flüssigkeit;

nach ca. 12 Stunden schneide man mit scharfem Messer Stücke von

1-2 cm Seite heraus, die in frische Zenkerlösung eingelegt und

nach weiteren 12 Stunden nach Nr. 110, S. 289 weiterbehandelt

werden.

[Illustration: Fig. 327.

¡A¡ Durchschnitt des Ovarium eines 17jährigen Mädchens. 3mal

vergrößert. × Das in ¡B¡ gezeichnete Stück, ¡B¡ Tunica albuginea. Die

Zellkerne sind hier nicht sichtbar. 120mal vergrößert. Technik Nr. 163.]

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 158 / 286 题