Darmzotte eines Kaninchens. 70mal vergrößert.]

Nr. 130. ~Dünndarmepithel und Zotten.~ Man nehme von der

Mitte des Dünndarmes eines soeben getöteten Kaninchens ein

ca. 1 cm langes Stückchen, schneide dasselbe der Länge nach

auf und entferne durch vorsichtiges Übergießen mit 0,9%iger

Kochsalzlösung etwa aufliegenden Darminhalt. Dann fasse man

das Stückchen am linken Rande mit der Pinzette und trenne mit

einer feinen Schere einen schmalen Streifen ab, den man in einem

Tropfen Kochsalzlösung auf einen Objektträger bringt und auf

schwarzer Unterlage ausbreitet. Mit unbewaffnetem Auge schon

sieht man die Zotten über den Rand des Streifens herausragen.

Das Präparat wird zunächst ~ohne~ Deckglas bei schwacher

Vergrößerung betrachtet. Man erblickt die Zotten teils gestreckt,

teils kontrahiert; letzterer Zustand ist an quer über die

Zotten verlaufenden Falten zu erkennen (Fig. 275). Einzelheiten

sind zunächst nicht zu bemerken. Nun lege man ein Deckglas

auf; die dadurch breit gequetschten Zotten werden heller, man

erkennt deutlich das Zylinderepithel und dicht unter diesem

die Blutgefäßschlingen. Enthält das Epithel Becherzellen, so

erscheinen diese als hellglänzende, rundliche Flecken.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 148 / 286 题