Schema eines Endstückabschnittes einer gewöhnlichen tubulösen Drüse.]

[Illustration: Fig. 270.

Schema eines Endstückabschnittes (= Leberzellenbalken) der Leber. Die

Verbindung mit Nachbarbalken ist hier nicht berücksichtigt.]

4. Bei den anderen Drüsen ziehen Arterie und Vene zusammen mit

den Verästelungen des Ausführungsganges und liegen wie diese zum

Teil innerhalb der Läppchen (Fig. 267, _{3}). Bei der Leber

zieht die Pfortader (welche zum Teil der Arterie anderer Drüsen

entspricht) mit den Verästelungen des Ausführungsganges und

liegt wie diese außerhalb der Läppchen. Die Venen (V. hepatica)

aber ziehen getrennt von den Pfortaderästen; ihr Anfang liegt

innerhalb der Läppchen (Fig. 268).

Zu diesen relativ groben Unterschieden kommen noch feinere

Differenzen:

5. Bei den anderen Drüsen wird das axiale Lumen der Endstücke im

Querschnitt von vielen (6 oder mehr) Drüsenzellen umgeben (Fig.

269), bei der Leber nur von zwei Drüsenzellen (Fig. 270). Diese

Differenz ist bedingt durch die relative Größe der Drüsenzellen

(Leberzellen) einerseits und die bedeutende Enge des Drüsenlumens

der Leber andererseits; es reichen eben zwei Leberzellen zur

Lumenbegrenzung vollkommen aus.

[Illustration: Fig. 271.

Stück eines Schnittes durch eine Kaninchenleber. 570mal vergrößert. Die

Umrisse sind mit dem Zeichenapparat hergestellt; schematisiert sind

die dunklen Kerne der Blutkapillaren und die verschiedene Abtönung der

Leberzellenbalken. Der Schnitt geht durch die Leberzellenbalken 1, 2

und ¡a¡, ¡b¡ derart, daß er die Drüsenzellen halbiert, die Balken 3, 4

und ¡c¡, ¡d¡ dagegen gerade zwischen zwei Drüsenzellen getroffen hat,

die Zellen 3, 4 und ¡c¡, ¡d¡ zeigen dem Beschauer die Oberfläche.]

6. Bei den anderen Drüsen erreicht jede Drüsenzelle nur mit

~einer~ Seite (Fig. 269), bei der Leber berührt jede Leberzelle

mit ~mehreren~ Seiten Blutgefäße (Fig. 270), ein Umstand, der

gleichfalls durch die Größe der Leberzellen bedingt wird.

Alle diese Eigentümlichkeiten würden den tubulösen

Drüsencharakter der Leber nicht so sehr verhüllen, wenn nicht

noch eine weitere Differenz bestünde:

7. Bei den anderen Drüsen berühren die Zellen der Endstücke

Zellen von Nachbarendstücken nicht direkt, sie sind vielmehr

immer durch Bindegewebe (Membrana propria usw.) von diesen

getrennt (vgl. z. B. Fig. 31), bei der Leber ist nur ein feines

Bindegewebe (Fig. 265) vorhanden, es berühren sich vielfach

die Zellen benachbarter Leberzellenbalken direkt und diese

Berührungsflächen fassen zwischen sich ebenfalls ein Drüsenlumen.

Fig. 271 möge zur Erläuterung dienen. Querschnitte von vier

Leberzellenbalken sind gezeichnet. Der erste, aus den Zellen 1

und 2 bestehende, stößt direkt an den zweiten Balken, der aus

den Zellen a und b besteht. 1 und 2 umschließen ein Drüsenlumen

(I), ebenso a und b. An den Berührungsflächen zwischen 1

und a findet sich aber ebenfalls ein Lumen (II). Es stoßen

also die Drüsenzellen der Leber nicht nur mit einer Fläche,

sondern mit mehreren Flächen an Lumina; diese Lumina können

durch Seitenzweige, die zwischen den Drüsenzellen verlaufen,

miteinander in Verbindung stehen und bilden dabei förmliche

Maschen. Die rechte Hälfte der Figur zeigt eine solche Masche,

sie umgibt den Querschnitt eines Gefäßes und kann deshalb

vasozonale Masche genannt werden im Gegensatz von Maschen, die

eine einzelne Leberzelle umgürten und zytozonale Maschen heißen.

Die Einrichtung, daß die Drüsenzelle der Leber von verschiedenen

Seiten her von Drüsenlumina umfaßt wird, kommt auch an anderen

Drüsenzellen vor, z. B. an den serösen Zellen der Speicheldrüsen,

die von einem ganzen Astwerk von Sekretkanälchen umsponnen werden

(Fig. 196). Wir können die Drüsenlumina der Leber direkt mit

den Sekretkanälchen anderer Drüsen vergleichen. Während aber

bei anderen Drüsen die Sekretkanälchen in ein großes axiales

Hauptlumen münden, fehlen solche axiale Lumina im Bereich der

Leberläppchen; die Gallenkanälchen münden an der Peripherie der

Läppchen direkt in die unterlobulären Gallengänge.

Das Bauchfell.

Die freie Oberfläche des Bauchfelles wird von einer einfachen Lage

platter, polygonaler Epithelzellen überzogen; diese Zellen bestehen aus

oberflächlichen Teilen, sehr dünnen (bei Hund und Kaninchen mit einem

feinen Härchensaum bedeckten) Platten, die genau aneinandergrenzen

(Fig. 262 u. 22), und den Kern einschließenden tieferen Teilen, die

durch feine Ausläufer miteinander zusammenhängen. Die Größe der Platten

wechselt je nach der Dehnung, der sie ausgesetzt sind. Die Vereinigung

mit den unterliegenden Teilen (Bauchwand, Eingeweide usw.) erfolgt

durch lockeres (»~subseröses~«) Bindegewebe.

An freien Bauchfelllamellen (Gekröse, Netz) ist das Bindegewebe

auf beiden Seiten von der Epithelschicht überkleidet; diese

grenzt auch dort überall das Bindegewebe gegen die seröse Höhle

ab, wo die gesamte Lamelle netzartig durchbrochen ist (Fig. 22,

S. 77).

Das Bindegewebe enthält zahlreiche, kollagene Fibrillenbündel und

elastische Fasern; die Fibrillenbündel bilden am Omentum majus und in

der Mitte des Omentum minus ein zierliches Netz mit polygonalen oder

rechteckigen Maschen (Fig. 48, S. 101). Die elastischen Fasern sind in

den tieferen Lagen des Bauchfelles, besonders am parietalen Blatte,

reichlich und stark entwickelt.

[Illustration: Fig. 272.

Stück des Omentum majus eines Kaninchens. 240mal vergrößert. Dicke

und dünne Bindegewebsbündel bilden Maschen. Die wellige Streifung der

Bündel ist an dem Xylolbalsampräparat nur undeutlich zu sehen. Bei ×

schimmern die Epithelzellen der anderen Seite durch. Technik 142.]

Das ~subseröse~ Gewebe besteht aus lockerem Bindegewebe, vielen

elastischen Fasern und Fett in sehr verschiedenen Mengen; es ist da,

wo das Bauchfell leicht verschieblich ist, reichlich vorhanden, auf

der Leber und dem Darme aber derart reduziert, daß nicht mehr als eine

besondere Schicht nachweisbar ist. An einzelnen Stellen, z. B. im Lig.

uteri latum finden sich reichlich Züge glatter Muskelfasern.

~Blutgefäße~ und ~Nerven~ sind spärlich vorhanden, letztere enden zum

Teil in Lamellenkörperchen (S. 266). ~Lymphgefäße~ finden sich in den

oberflächlichen und tiefen Schichten des Bauchfelles (vgl. ferner S. 77

»Stomata«).

[Illustration: Fig. 273.

Aus dem Omentum maius eines Kaninchens. »Milchflecken« nach ausgiebiger

Speicherung von Trypanblau. 40mal vergrößert. Technik Nr. 143, S. 365.]

Das Bindegewebe des Bauchfelles ist im ganzen zellarm; streckenweise

aber, besonders im großen Netz liegen den Gefäßen angeschlossen größere

und kleinere Zellhaufen, die sogenannten ~Milchflecken~ (an diesen

Stellen weist die sonst ganz durchsichtige Membran eine leichte,

milchige Trübung auf, wenn sie frisch mit bloßem Auge betrachtet wird).

Bei erwachsenen Tieren unterscheidet man gefäßfreie und gefäßversorgte

Milchflecken im Netz; bei jungen Tieren sind alle Milchflecken (Fig.

273) von Gefäßen durchzogen.

Es handelt sich hier um Anhäufungen von »ruhenden Wanderzellen« (s.

S. 93), die an diesen Stellen wahrscheinlich in großer Zahl gebildet

werden. Wie im übrigen Körper, so sind diese Zellen im Netz besonders

durch ihr auffallendes Speichervermögen zu charakterisieren.

Bringt man einem lebenden Tier einige Kubikzentimeter chinesische

Tusche in die Bauchhöhle, so ist dieselbe schon nach wenigen Stunden

von den Zellen der Milchflecken gespeichert. Auch beim Eindringen

von Bakterien in die Bauchhöhle beteiligen sich diese Zellen an der

Bekämpfung des Schadens in äußerst reger Weise.

~Technik.~

Nr. 119. ~Isolierte Plattenzellen des Mundhöhlenepithels.~ Man

kratze mit einem Skalpell von der Oberfläche der eigenen Zunge

etwas Schleim ab und mische denselben auf dem Objektträger mit

einem Tropfen Kochsalzlösung. Deckglas. Außer den isolierten

blassen Plattenepithelzellen (Fig. 26, S. 82) findet man noch

weiße Blutzellen (»Speichelkörperchen«) sowie (bei starkem

Abkratzen) abgerissene Spitzen der Papillae filiformes, die nicht

selten von einer feinkörnigen dunklen Masse (Mikrokokken) umgeben

sind; Pilzfäden, ~Leptothrix buccalis~, haften zuweilen in ganzen

Büscheln auf den Mikrokokkenhaufen. Man kann unter dem Deckglase

mit Pikrokarmin färben (S. 47) und dann verdünntes, angesäuertes

Glyzerin zufließen lassen, wenn nicht zu viel Luftblasen die

Konservierung des Präparates unmöglich machen.

Nr. 120. ~Darstellung der Drüsenlumina durch Golgis schwarze

Reaktion.~ Kleine Stückchen der Zungenwurzel, des Magens, der

Speicheldrüsen und der Leber werden in die Kalibichromat-Formol-

und dann in Silberlösung gelegt. Näheres siehe S. 36. Oft gelingt

die Färbung erst nach ein- oder zweimaliger Wiederholung der

Prozedur. Nachfärben sehr zu empfehlen. In der Leber färben sich

zuweilen die Gitterfasern.

Nr. 121. ~Gl. parotis, submaxillaris und sublingualis.~ Für

Übersichtsbilder -- auch zum Studium vieler Einzelheiten --

werden Stückchen von 0,5-1,0 cm Seitenlänge in ~Zenker~scher

Flüssigkeit fixiert (S. 16). Einbettung in Paraffin oder

Zelloidin; wegen des Zellreichtums sollen die Schnitte nicht

dicker als 10 µ sein. Bei Färbung mit Hämatoxylin und Eosin (S.

41) kommen die Unterschiede zwischen serösen (rotviolett) und

mukösen Teilen (ungefärbt oder blau) schön zum Ausdruck; auch die

Sekretrohre sind an ihrer stark roten Zytoplasmafärbung oft sehr

leicht zu unterscheiden. Diese Schnitte färbe man zum Hervorheben

des Bindegewebsgerüstes nach Nr. 20, S. 116. Auch die Färbung mit

Eisenhämatoxylin (S. 40) ist besonders zu empfehlen.

Will man ~Schleimdrüsengranula~ darstellen, so fixiere man

in Formolalkohol (S. 15) und vermeide bei der Nachbehandlung

wässerige Flüssigkeiten, da durch solche die Schleimgranula

quellen und sich auflösen.

Nr. 122. ~Zahnschliffe.~ Die womöglich frisch ausgezogenen Zähne

werden, wenn sie zu Querschliffen verarbeitet werden sollen, in

ca. 2 mm dicke) Querscheiben zersägt, oder, wenn Längsschliffe

hergestellt werden sollen, im ganzen auf Kork und Siegellack

geklebt und behandelt wie Nr. 91 (S. 225). Längsschliffe sind

mehr zu empfehlen, da sie an ~einem~ Präparate alle Teile zeigen

(Fig. 207, 217, 218). Die fibrilläre Struktur des Zahnbeines ist

nur an jugendlichen Zähnen gut zu sehen.

Will man Zähne Erwachsener entkalken, so verfahre man wie in Nr.

92 (S. 226). Der nur 3-5% organische Substanz enthaltende, im

übrigen aus Erdsalzen bestehende Schmelz löst sich bei dieser

Methode vollkommen auf, so daß nur Zahnbein und Zement übrig

bleiben. Entkalkte Zähne bette man in Zelloidin (S. 23) ein und

färbe die Schnitte mit Hämatoxylin und Eosin (S. 41).

Nr. 123. Zu Präparaten über ~Zahnentwicklung~ wähle man für

die ersten Stadien Schweins- oder Schafembryonen, die am

leichtesten aus Schlachthäusern zu beziehen sind. Für das erste

Stadium (Fig. 209) sollen die Schweinsembryonen eine Größe

von ca. 6 cm haben, für das zweite Stadium ist eine Größe von

10-11 cm zu empfehlen. Für spätere Stadien (Fig. 213) sind

die Unterkiefer neugeborener Hunde oder Katzen sehr geeignet.

Fehlen für jüngere Stadien Schweinsembryonen, so versuche

man, sich Embryonen der Laboratoriumstiere (Maus, Kaninchen,

Ratte) zu verschaffen. Man fixiert die ganzen Embryonen in

Kalibichromatessigsäure (Weiterbehandlung s. Nr. 4, S. 15), in

Zenker- oder Müller-Formol (S. 16) und entkalkt ältere Stadien,

nachdem sie 6-8 Tage in 90%igem Alkohol gelegen haben, nach §

6 (S. 18). Die jüngeren Stadien bettet man in Paraffin, die

Unterkiefer neugeborener Hunde oder Katzen besser in Zelloidin

ein. Von den jüngeren Embryonen fertigt man am besten sogenannte

Serienschnitte an, d. h. legt alle Schnitte in ihrer Reihenfolge

auf den Objektträger und numeriert die Objektträger. Solche

»Serien« bieten für die verschiedensten Studien ein wichtiges

Objekt. Man färbt mit Hämatoxylin (S. 32) und Eosin (S. 41). Die

Figg. 209-214 stammen von Objekten die mit Boraxkarmin (S. 34)

durchgefärbt waren. Zusatz von Pikrinsäure hat den Schmelz gelb

gefärbt.

Nr. 124. ~Odontoblasten.~ Man lege die aus den Kiefern

neugeborener Kinder herausgebrochenen Zähne in 60 ccm Müllersche

Flüssigkeit. Nach 6 Tagen kann man mit einer Pinzette leicht die

Pulpa in toto herausziehen; nun schneide man mit der Schere ein

linsengroßes Stückchen der ~Pulpaoberfläche~ ab und zerzupfe

das ziemlich zähe Gewebe ein wenig in einem Tropfen Müllerscher

Flüssigkeit. Deckglas, leichter Druck, starke Vergrößerung, man

sieht an den Rändern der Stückchen die langen Fortsätze der

Odontoblasten wie Haare herausstehen; dort liegen auch vereinzelt

vollkommen isolierte Odontoblasten (Fig. 221). Will man

konservieren, so lasse man erst destilliertes Wasser unter dem

Deckglas durchfließen (2 Minuten), dann Pikrokarmin (S. 47); nach

vollendeter Färbung setze man verdünntes, angesäuertes Glyzerin

hinzu.

Nr. 125. ~Schmelzprismen~ erhält man, wenn man die ~Oberfläche~

des Seitenteiles der Zähne von Nr. 124 in einem Tropfen

Müllerscher Flüssigkeit zerzupft und mit starker Vergrößerung

betrachtet. Man wird Gruppen von drei und mehr Schmelzprismen

erhalten, die sich durch ihre dunklen Umrisse und eine

meist wenig deutliche Querstreifung auszeichnen (Fig. 219).

Konservieren in Glyzerin (S. 44).

Die prismatische Gestalt der Schmelzprismen erkennt man, wenn man

der Oberfläche solcher Zähne parallel gerichtete, feine Schnitte

oder Kronenquerschliffe von Backzähnen dicht unter dem Ansatz der

Kauhöcker nach Nr. 122 anfertigt (Fig. 220).

Nr. 126. ~Papillae filiformes~, ~fungiformes~, ~vallatae~,

~Zungenbälge~. Man schneide Stückchen (von 2 cm Seite) der

menschlichen Zungenschleimhaut von der ~Oberfläche~ der Zunge

heraus (etwas Muskulatur soll der Oberfläche des ausgeschnittenen

Stückes noch anhaften), und zwar für Pap. fungiformes von der

Zungenspitze, für P. filif. von der Mitte des Zungenrückens,

für P. vall. von der Zungenwurzel, endlich Zungenbälge, deren

punktförmige Höhleneingänge mit unbewaffnetem Auge zu sehen sind,

von der Zungenwurzel und behandle sie nach Nr. 110, S. 289. Für

Pap. filiform. mache man dicke, sagittale Schnitte der Zunge,

die man nicht färbt. Zu Fig. 225 und 226 waren die Zungenstücke

in 50 ccm absolutem Alkohol fixiert und gehärtet worden.

Kaninchenzungen können in toto in 200 ccm Müllersche Flüssigkeit

eingelegt werden. Die Weiterbehandlung ist dieselbe. Dicke

Querschnitte durch die vordere Hälfte der ganzen Zunge geben

guten Aufschluß über die Anordnung der Muskulatur, feine Schnitte

der Zungenwurzel zeigen schöne Schleim- und Eiweißdrüsen.

Nr. 127. ~Tonsille.~ Die Tonsille des erwachsenen Menschen gibt

oft nur wenig instruktive Bilder. Die Vorbereitung ist dieselbe

wie für Nr. 126.

Dagegen sind die Tonsillen des Kaninchens und der Katze zu

empfehlen. Um dieselben aufzufinden, verfahre man folgendermaßen.

Man präpariere die Vorderfläche des Halses frei, schneide Trachea

und Ösophagus über dem Sternum mit einer starken Schere durch,

fasse das durchschnittene Ende der Trachea mit der Pinzette,

präpariere mit der Schere beide Röhren nach aufwärts heraus

(dabei werden die Hörner des Zungenbeines durchschnitten) und

dringe, immer sich dicht auf der Wirbelsäulenvorderfläche

haltend, bis zum Schlundkopfe hinauf. Hier wird die Rachenwand

durchgeschnitten; dann durchschneide man die Muskulatur dicht an

den medialen Rändern der Unterkiefer bis vor zum Winkel, ebenso

das Zungenbändchen. (Beim Kaninchen empfiehlt es sich, beide

Mundwinkel einzuschneiden und das Zungenbändchen, sowie den M.

geniogloss. mit in die Mundspalte eingeführter Schere zu lösen.)

Nun ziehe man die Trachea usw. nach abwärts, dränge die Zunge

zwischen den Unterkieferästen durch und schneide die letzten

Verbindungen (Gaumensegel) dicht am Knochen ab. Die Zunge wird

nun so hingelegt, daß ihre freie Unterfläche nach oben sieht;

dann schneide man mit einer feinen Schere die hintere Rachenwand

in der Medianlinie bis hinab zum Kehlkopfe durch und klappe die

Wände auseinander; die Tonsillen erscheinen alsdann als ein paar

ovale, ca. 5 mm lange Prominenzen der seitlichen Rachenwand.

Fixieren und Weiterbehandeln nach Nr. 110, S. 289.

[Illustration: Fig. 274.

Untere Hälfte einer isolierten Fundusdrüse des Kaninchens. 240mal

vergrößert. ¡B¡ Belegzellen, ¡M¡ Membr. propr.]

Nr. 128. ~Magendrüsen frisch.~ Man schneide aus dem Fundus

ventriculi eines frisch getöteten Kaninchens ein Stückchen von

ca. 2 cm Seite, entferne die nur lose anhaftende Muskelhaut von

der Schleimhaut, fasse letztere mit einer Pinzette am linken

Rande und schneide mit einer feinen Schere einen möglichst

schmalen Streifen (0,5-1 mm breit) ab, der in einem Tropfen

0,9%iger Kochsalzlösung fein zerzupft wird. Es gelingt ohne große

Mühe, Körper und Grund der Drüsen zu isolieren. Die Körper der

Belegzellen (Fig. 274) treten deutlich hervor, die Hauptzellen

sind nicht sichtbar; die Kerne kann man mit Pikrokarmin (S. 47)

färben, das Präparat in verdünntem Glyzerin (S. 44) konservieren.

Die Isolation von Pylorusdrüsen ist nur durch sorgfältiges

Zerzupfen möglich.

Nr. 129. ~Drüsen.~ Magen von Hund oder Katze, die womöglich 1-2

Tage gehungert haben, ist am meisten zu empfehlen. Kaninchenmagen

ist wegen der sehr geringen Größe der Hauptzellen weniger

geeignet. Man präpariere die der Muskelhaut nur lose aufsitzende

Schleimhaut ab und lege Stückchen von ca. 1 cm Seite in ca. 10

ccm Alkohol absol.; nach einer halben Stunde wird der Alkohol

durch neuen (ca. 20 ccm) ersetzt (S. 14). Einbettung in

Paraffin. Die ~Form~ der Drüsen läßt sich schon an mittelfeinen

Schnitten erkennen; erschwerend ist nur der Umstand, daß die

Drüsenschläuche sehr nahe beieinander stehen. Es begegnet dem

Anfänger leicht, daß er die Drüsen gar nicht erkennt und die von

hellem Epithel ausgekleideten Magengrübchen für Drüsen ansieht.

Der Magen des Menschen, der indessen nur wenige Stunden nach

dem Tode noch brauchbar ist, zeigt diesen Übelstand weniger.

Zur Feststellung des ~feineren Baues~ der Drüsen, sowie des

Oberflächenepithels sind ~möglichst~ feine Schnitte nötig.

a) Für ~Fundusdrüsen, Haupt und Belegzellen~ färbe man senkrechte

oder noch besser Flächenschnitte der Schleimhaut mit Hansenschem

Hämatoxylin (S. 32) 2-4 Minuten; die gut ausgewaschenen

Schnitte werden in 5 ccm 1/30%ige Lösung von Kongorot (S. 9)

3-6 Minuten gebracht, in dest. Wasser 2 Minuten ausgewaschen

und dann nach § 10 (S. 45) in Xylolbalsam eingeschlossen. Zu

dicke Schnitte zeigen alles rot gefärbt, die großen, roten

Belegzellen verdecken die kleinen Hauptzellen. Man untersuche

besonders den Drüsengrund, wo die Belegzellen nicht so übermäßig

reichlich sind. Man erkennt die Belegzellen dann schon bei

schwachen Vergrößerungen als rote Flecken diskontinuierlich auf

rosarotem Grunde. Bei starken Vergrößerungen sieht man auch die

leicht blau gefärbten, kleineren Hauptzellen. Das sehr enge

Lumen der Fundusdrüsen ist auf Querschnitten der Schläuche

(Flächenschnitten der Schleimhaut) noch am besten zu sehen. Die

Seitenkanälchen des Hauptlumens sind nur an glücklichen Schnitten

wahrzunehmen (Fig. 231).

b) Für ~Pylorusdrüsen~ sind senkrechte und Flächenschnitte der

Schleimhaut mit Hansenschem Hämatoxylin (S. 32) zu färben und in

Xylolbalsam zu konservieren (S. 45). Das Lumen der Pylorusdrüsen

ist weiter (Fig. 233). Wegen der starken Schlängelung der Drüsen

enthalten feinere Schnitte nur wenige der ganzen Länge nach

getroffene Drüsen, sondern meistens nur Stücke solcher.

Ausgezeichnete Resultate erreicht man durch Fixierung mit

Alkohol-Formol (S. 15). Schleimfärbung mit Delafield (S. 35)

färbt auch das zuerst farblos bleibende Sekret der Epithelzellen

der Magengrübchen.

[Illustration: Fig. 275.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 147 / 286 题