3. Die Zähne.

Die Zähne des Menschen und der höheren Tiere sind Hartgebilde, welche

in ihrem Innern eine mit weicher Masse, der ~Zahnpulpa~, gefüllte

Höhle, die ~Pulpahöhle~, einschließen. Der in der Alveole steckende

Zahnabschnitt heißt ~Wurzel~ und wird durch die ~Wurzelhaut~ mit der

Alveolenwand verbunden, der freiliegende Teil wird ~Krone~ genannt; da,

wo Wurzel und Krone aneinander grenzen, befindet sich der ~Hals~ des

Zahnes, der noch vom ~Zahnfleische~ bedeckt wird. Die ~Hartgebilde~

bestehen aus drei verschiedenen Teilen: 1. dem Zahnbeine, 2. dem

Schmelze mit der Cuticula dentis, 3. dem Zement. Die Anordnung dieser

Teile ist folgende: Das Zahnbein, welches die Hauptmasse jedes Zahnes

bildet und dessen Form bestimmt, umschließt allein die Pulpahöhle, bis

auf das Ende eines feinen, an der Wurzel befindlichen Kanales, durch

welchen Nerven und Gefäße zur Pulpa treten. Das Zahnbein wird an der

Krone vom Schmelz, an der Wurzel von Zement überzogen, so daß seine

Oberfläche nirgends frei zutage liegt (Fig. 207).

Die Anordnung der Bestandteile des Zahnes, sowie die Struktur der

Zahngewebe wird am besten verständlich, wenn man ihre Entwicklung

kennt, welche wir deshalb zunächst betrachten wollen.

[Illustration: Fig. 207.

Längsschliff eines menschlichen Schneidezahnes. 4mal vergrößert.

Technik Nr. 122, S. 358. Das Bild zeigt nur die Anordnung der

Hartgebilde.]

Entwicklung der Zähne.

Die Entwicklung der Zähne hebt beim Menschen sehr frühzeitig, schon

gegen Ende des zweiten Fetalmonates an, und äußert sich zuerst durch

eine Wucherung des Epithels der Kieferränder, welches auch in Form

eines fortlaufenden Streifens schräg in das unterliegende Bindegewebe

hineinwächst. Dieser Streifen, die ~Zahnleiste~ (»Schmelzkeim«)

(Fig. 208¡A¡), treibt an seiner lateralen (labialen) Fläche eine der

Zahl der Milchzähne entsprechende Anzahl kolbiger Verdickungen (Fig.

208¡B¡), während in der Tunica propria ebensoviele Haufen von dicht

gedrängten Bindegewebszellen, die jungen ~Zahnpapillen~ (Fig. 208¡B¡)

entstehen (10. Woche). Letztere dringen schräg von der Außenseite

(d. i. labial) aus der Tiefe nach innen (d. i. lingual) gegen die

Oberfläche gerichtet vor und werden von den Kolben derart umfaßt, daß

diese wie Hüte auf den Papillen aufsitzen. So wird jeder Kolben zu

einem »~Schmelzorgan~«. Dabei hat die Zahnleiste eine mehr senkrechte

Stellung eingenommen (Fig. 208¡C¡). Um diese Zeit ist auch auf den

Kieferrändern eine der Länge nach verlaufende Rinne, die ~Zahnfurche~,

sichtbar, welche äußerlich die Stelle andeutet, an welcher sich die

Zahnleiste in die Tiefe gesenkt hat. Sie verschwindet später wieder.

Die anfangs breite Verbindung zwischen Zahnleiste und Schmelzorgan wird

durch teilweise Abschnürung (im Schema ¡C¡ durch eine gestrichelte

Linie angedeutet) schmäler und ist schließlich nur mehr auf einen

dünnen Strang, den ~Kolbenhals~, reduziert. Währenddessen wachsen

Schmelzorgan und Papille weiter in die Tiefe, so daß die freie Kante

der Zahnleiste nicht einmal mehr bis zur Hälfte des Schmelzorgans

herabreicht (Fig. 208¡D¡).

Aus dem Schmelzorgan entstehen nur der Schmelz und das

Schmelzoberhäutchen des fertigen Zahnes; alles übrige (Dentin, Pulpa,

Zement, Wurzelhaut) wird von der Zahnpapille und ihrer ebenfalls aus

embryonalem Bindegewebe bestehenden Umgebung gebildet.

[Illustration: Fig. 208.

Schematische Darstellung der ersten Vorgänge der Zahnentwicklung, die

Bildung dreier Zähne darstellend; jede vorderste (im Bilde rechte)

Zahnanlage ist durchschnitten -- die Schnittfläche der Papillen

punktiert -- gezeichnet. k freie Kante der Zahnleiste.]

[Illustration: Fig. 209.

Frontalschnitt des Kopfes eines 4 cm langen Schafembryo. 15mal

vergrößert. Technik Nr. 123, S. 359.]

[Illustration: Fig. 210.

Querschnitt des Unterkiefers eines 4monatigen menschl. Fetus. 42mal

vergr. Technik Nr. 123, S. 359.]

Unterdessen erfahren die Elemente des Schmelzorganes ihre weitere

Ausbildung, und zwar werden die der Papille aufsitzenden, inneren

Zellen hohe Zylinder; sie heißen ~innere Schmelzzellen~ (Fig.

211), ihre innere, der Papille zugewandte Oberfläche ist mit einem

Kutikularsaum versehen; die peripherischen Zellen (Fig. 211) werden

dagegen immer niedriger (Fig. 214) und gestalten sich schließlich

zu abgeplatteten Elementen: ~äußere Schmelzzellen~; die zwischen

beiden liegenden Zellen werden durch reichliche Vermehrung der

Interzellularsubstanz zu sternförmigen, miteinander anastomosierenden

Zellen und bilden die ~Schmelzpulpa~ (Fig. 214). Diese vermittelt den

Zutritt der für die Schmelzbildung notwendigen Substanzen (vor allem

Kalksalze); in dieser Zeit findet sich an der äußeren Oberfläche des

Schmelzorgans ein dichtes Blutgefäßnetz, das den regen Stoffwechsel

des Schmelzorgans durch Zu- und Abfuhr unterstützt. Vom Umschlagsrande

des Schmelzorgans, d. h. von der Stelle, an welcher die innere

Schmelzzellenlage in die äußere umbiegt, findet ein weiter in die Tiefe

schreitendes Wachstum statt, bis der Umschlagsrand das untere Ende

der Zahnanlage erreicht hat. Das Schmelzorgan bildet gewissermaßen

die Gußform, die Matrize, in der sich der Zahn entwickelt; die

Formbestimmung des späteren Zahnes ist die erste Funktion des

Schmelzorgans, die zweite ist die Schmelzbildung.

Schmelzbildner ist nur die ~Schmelzmembran~, d. i. die obere, die

Zahnkrone umhüllende Partie der inneren Schmelzzellen; nur diese oberen

Zellen heißen »Ameloblasten«. Jeder derselben liefert eine nachträglich

(zuerst von der Zahnbeinseite her) verkalkende Substanz, welche zu je

einem Schmelzprisma wird, das mit seinem Nachbarn durch eine anfangs

sehr reichlich vorhandene Kittsubstanz verbunden ist. Im weiteren

Verlauf der Entwicklung verdicken sich die Schmelzprismen auf Kosten

der Kittsubstanz.

[Illustration: Fig. 211.

Stück eines Querschnittes des Oberkiefers eines 5monatigen menschlichen

Fetus. 42mal vergrößert. Der zwischen den inneren Schmelzzellen und der

Papillenoberfläche gelegene helle Streifen ist das Prädentin (S. 306).

Technik Nr. 123, S. 359.]

Die untere, die Zahnwurzel umfassende Partie der inneren Schmelzzellen

hat nichts mit der Schmelzbildung zu tun; diese Zellen werden niedriger

und legen sich, da auch dort die Schmelzpulpa bald fehlt, direkt

an die äußeren Schmelzzellen an. Die beiden Lagen heißt man hier

~Epithelscheide~ der Zahnwurzel (Fig. 213).

Kurz bevor die Bildung des Schmelzes begonnen hat, am Ende des 4.

Fetalmonates, wachsen die oberflächlichen Zellen der Zahnpapille zu

langen Gebilden, den ~Odontoblasten~ heran, die eine chemisch dem

Kollagen nahestehende Grundsubstanz, das »Prädentin« (Fig. 211),

liefern, welches von Vorstufen leimgebender Fibrillen (v. ~Korff~sche

Fasern), Fortsätzen der Odontoblasten durchsetzt wird. In diesem bald

körnig werdendem Prädentin entwickeln sich reichliche, leimgebende,

tangential verlaufende (S. 309) Fibrillen; beide zusammen bilden

das Zahnbein, das anfangs unverkalkt ist, später verkalkt und die

Zahnfasern (S. 313) einschließt (Fig. 214). Das weitere Wachstum des

Zahnbeines erfolgt durch Bildung neuer Schichten von der Innenfläche

her. Wie später in der chemischen Zusammensetzung, so hat auch in der

Entstehung das Zahnbein weitgehende Analogien mit den Knochen. Bei

beiden bildet sich unter dem Einfluß von plasmodial verbundenen Zellen

die Interzellularsubstanz (die von Anfang an Fibrillen, Kittsubstanz

und Hohlräume enthält); nur werden beim Dentin die Odontoblasten nicht

ganz eingeschlossen, sondern der zur Zahnfaser werdende Fortsatz

verlängert sich mit dem Dickerwerden des Dentins; demnach ist das

Dentin scheinbar zellenfrei, während die Osteoblasten jeweils zu

Osteozyten werden.

[Illustration: Fig. 212.

Senkrechter Schnitt durch Lippe und Kiefer eines 6-1/2monatigen

menschlichen Fetus. 9mal vergrößert. Technik Nr. 123, S. 359.]

Sobald das erste Zahnbein gebildet ist, erfolgt eine Rückbildung der

Epithelscheide, indem Bindegewebe des Zahnsäckchens (s. unten) zwischen

die Epithelzellen eindringt. Diese Rückbildung beginnt zuerst an der

unteren Schmelzgrenze, so daß der tiefste Teil der Epithelscheide

seinen Zusammenhang mit dem Schmelzorgan verliert. Mit vollendetem

Wachstum des Zahnes ist auch der letzte Rest der Epithelscheide

verschwunden.

[Illustration: Fig. 213.

Längsschnitt durch einen jungen Milchzahn eines neugeborenen Hundes.

42mal vergrößert. Technik Nr. 123, S. 359.]

Schon vor der Bildung von Schmelz und Zahnbein hat sich die Verbindung

der Zahnleiste mit der Oberfläche gelöst (im Schema Fig. 208¡D¡

angedeutet). Reste der Zahnleiste sind noch im Zahnfleisch neugeborener

Kinder zu finden und irrtümlicherweise für Drüsen (»Glandulae

tartaricae«) gehalten worden.

Das in der Umgebung der ganzen Zahnanlage befindliche Bindegewebe

ordnet sich (etwa in der 20. Woche) zu einer dichteren Haut, dem

~Zahnsäckchen~, an dem man späterhin eine innere, mehr lockere und eine

äußere, dickere Lage unterscheiden kann (Fig. 213). ~Cuticula dentis~

und ~Zement~ entstehen erst nach der Geburt, kurz vor Durchbruch des

Zahnes; die Kutikula dadurch, daß die Kutikularsäume der inneren

Schmelzzellen zu einer festen, homogenen Haut zusammenfließen; das

Zement ist ein Produkt des Zahnsäckchens, das zum Teil als Wurzelhaut,

zum Teil (weiter peripherisch) als Alveolarperiost fortbesteht. Beim

Durchbruch gehen die Schmelzzellen und die Schmelzpulpa spurlos

zugrunde.

[Illustration: Fig. 214.

Stück eines Längsschnittes eines Schneidezahnes einer neugeborenen

Katze. 300mal vergrößert. Technik Nr. 123, S. 359.

Die jungen Schmelzprismen haben sich am Schnitt aus den Fächern der

Kittsubstanz herausgezogen und erscheinen als »Tomessche Fortsätze« der

inneren Schmelzzellen.]

In gleicher Weise wie die Milchzähne entwickeln sich die

bleibenden Zähne, indem in der 24. Fetalwoche an der Kante der

weiter in die Tiefe wachsenden Zahnleiste neue Kolben entstehen,

welche von der Seite her eindringende Papillen umwachsen. Die

Anlagen der bleibenden Mahlzähne entstehen aus einer Verlängerung

des hinteren Endes der Zahnleiste, die in der Tiefe der

Schleimhaut nach rückwärts gegen den Unterkieferwinkel zu wächst.

Die bleibenden Zähne liegen anfangs in der gleichen Alveole mit

der Milchzahnanlage und werden erst später von einer eigenen

Alveole umgeben. Beim Zahnwechsel wird die Scheidewand zwischen

den beiden Alveolen wieder resorbiert, ebenso verfallen Zahnbein

und Zement der Milchzahnwurzel der Resorption; diese wird in

gleicher Weise wie bei derjenigen der Knochen durch Osteoklasten

vermittelt, die zuerst aus Elementen des Zahnsäckchens, dann

aus solchen der Wurzelhaut und zuletzt auch aus der Pulpa des

Milchzahnes hervorgegangen sind. Das Schmelzorgan der Ersatzzähne

geht nicht zu Beginn der Resorption der Milchzahnwurzel, sondern

erst später zugrunde.

Feinere Zusammensetzung der Zahngewebe.

Das ~Zahnbein~ (Substantia eburnea, Dentin) ist eine weiße,

undurchsichtige Masse, härter als Knochen. Es besteht aus einer

Grundsubstanz, die »tangentiale«, d. i. von der Wurzel zur Krone

verlaufende, sich dabei überkreuzende Bündel feiner, leimgebender

Fibrillen enthält und von zahlreichen Kanälchen, den ~Zahnkanälchen~,

durchzogen wird (Fig. 215).

Die Fibrillen entsprechen den gleichen Bildungen in der

Knochengrundsubstanz, mit denen sie in der Zusammensetzung und

der funktionellen Bedeutung übereinstimmen.

[Illustration: Fig. 215.

Zahnkanälchen und Zahnfasern im Querschnitt; aus einem

Tangentialschnitt durch einen menschlichen Eckzahn. 750mal vergrößert.

Technik Nr. 92, S. 359.]

Die Zahnkanälchen beginnen mit einer Weite von 2-4 µ an der der

Pulpahöhle zugewendeten Fläche des Zahnbeines (Fig. 222), und ziehen

in schlank S-förmiger Krümmung immer mehr an Kaliber abnehmend, leicht

geschlängelt in radiärer Richtung gegen die Zahnbeinoberfläche;

dort enden sie entweder fein auslaufend an der Schmelzgrenze oder

biegen schlingenförmig in Nachbarkanälchen um. Während ihres ganzen

Verlaufes geben sie zahlreiche Seitenäste ab, welche Verbindungen

mit Nachbarkanälchen herstellen. Die an die Pulpahöhle und an die

Zahnkanälchen stoßende, innerste, jüngste Schicht der Grundsubstanz

(Fig. 222) ist besonders widerstandsfähig gegen Kalilauge und läßt

sich als ein zusammenhängendes Häutchen, festes Prädentin (S. 306)

isolieren. Die die Zahnkanälchen begrenzenden Teile des Häutchens

sind als (~Neumann~sche) »Zahnscheiden« beschrieben worden. In den

peripheren Gegenden des Zahnbeines liegen die ~Interglobularräume~

(Fig. 216, 217 und 218), sehr verschieden große, unverkalkt gebliebene

Dentinpartien, gegen welche das verkalkte Dentin in Form meist

halbkugliger Vorragungen, die »~Zahnbeinkugeln~« heißen, vorspringt.

Am Hals und an der Wurzel des Zahnes sind die Interglobularräume sehr

zahlreich, sehr klein und bilden die dicht unter dem Zement liegende

sogenannte Körnerschicht.

[Illustration: Fig. 216.

Schmelz. Aus einem radialen Längsschliff eines menschl. Backzahnes.

250mal vergrößert. Technik Nr. 122, S. 358.]

Im Gegensatz zum Knochen besitzt das Zahnbein keine eigenen

Blutgefäße; sein Stoffwechsel findet vermutlich auf dem

Wege der Zahnbeinröhrchen statt, die ja auch die äußersten

Schichten mit der gefäßreichen Pulpa in Verbindung setzen.

In die Zahnbeinröhrchen dringen auch bei Karies nach lokaler

Zerstörung des Schmelzes Bakterien ein, unter deren Einfluß bei

dieser häufigen Erkrankung eine rasche Zersetzung des Zahnbeines

stattfindet.

Auch die Empfindlichkeit des Zahnbeines, besonders der

Schmelz-Dentingrenze, dürfte auf eine Schmerzleitung durch die

Zahnbeinröhrchen zurückzuführen sein. Die Nervenenden der Pulpa

reichen bis zu den Odontoblasten, deren Fortsätze ja die in den

Röhrchen liegenden Zahnfasern sind. Im Zahnbein selbst sind bis

jetzt Nerven nicht sicher nachgewiesen worden.

Sehr häufig finden sich in der Pulpa, besonders in Prämolaren und

Molaren, sogenannte ~Dentikel~, d. h. rundliche Zahnbeinmassen,

die vermutlich aus irregulär liegenden Odontoblastennestern

entstanden sind. Sie sollen manchmal zu Erkrankungen Veranlassung

geben (Fig. 222).

Der ~Schmelz~ (Substantia adamantina, Email) ist noch härter als

das Zahnbein; er besteht aus langen, 3-6 µ dicken, homogenen Fasern

(Fig. 219), den ~Schmelzprismen~ (besser -fasern), welche entweder

sechsseitig sind oder die Form halbrunder Rinnen oder Säulen mit

einseitigen Kannelierungen (Fig. 220 oben) haben und durch eine

spärliche, teils verkalkte, teils wasserreiche Kittsubstanz fest

miteinander verbunden sind. Die Prismen bestehen durch und durch aus

einer gleichmäßigen, doppelbrechenden Substanz und verlaufen unter

mehrfachen Biegungen radiär von der Zahnbeinoberfläche bis zur freien

Schmelzfläche; dabei ordnen sich die Prismen in Querlagen an; in

jeder Lage liegen die Biegungen annähernd gleichsinnig, gegensinnig

aber zu den Biegungen der Prismen in den anliegenden Schichten. An

radiären Längsschliffen kommt durch schräg einfallendes Licht eine

eigenartige Streifung zustande (Hunter-Schregersche Streifen), die

in der verschiedenen Lichtbrechung an den abwechselnd verlaufenden

Prismenlagen begründet ist. Die Schmelzoberfläche wird von einem sehr

dünnen (ca. 1 µ), aber sehr widerstandsfähigen, strukturlosen Häutchen,

der Cuticula dentis, bedeckt.

[Illustration: Fig. 217.

Aus einem Längsschliffe des Seitenteiles der Krone eines menschlichen

Backzahnes. 240mal vergrößert. 1. Zahnkanälchen, teilweise bis

in den Schmelz hineinlaufend, 2. Zahnbeinkugeln gegen 3. die

Interglobularräume vorspringend. Technik Nr. 122, S. 358.]

[Illustration: Fig. 218.

Aus einem Längsschliffe der Wurzel eines menschlichen Backzahnes.

240mal vergr. 1. Zahnkanälchen unterbrochen durch 2. eine körnige

Schicht mit vielen kleinen Interglobularräumen, 3. Knochenhöhlen mit

vielen Ausläufern. Technik Nr. 122, S. 358.]

Beim Erwachsenen besteht der Schmelz zu ca. 98% aus anorganischen

Substanzen; an entkalkten Zähnen ist er deswegen spurlos

verschwunden. Beim Neugeborenen ist dagegen der Schmelz noch

wesentlich reicher an organischen Substanzen.

Nach Behandlung mit Reagentien wird oft eine Querbänderung in den

Schmelzprismen beobachtet.

Das ~Zement~ (Subst. ossea) stimmt in seinem Baue mit dem des Knochens

überein; es enthält viele Sharpeysche Fasern. Haverssche Kanälchen

kommen nur im Zement älterer Individuen vor; eine Schichtung in

Lamellen ist selten ausgeprägt.

In der Nähe des Halses fehlen die Knochenhöhlen; die

Fibrillenbündel (S. 114) der Grundsubstanz stehen dort

ausnahmsweise senkrecht zur Oberfläche.

[Illustration: Fig. 219.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 133 / 286 题