Schema der menschlichen Glandula submaxillaris.]

2. ~Das Kanalsystem der Unterkieferdrüse, Gl. submaxillaris~, ist

weiter differenziert, als das der Gl. sublingualis insofern, als

deutliche Sekretröhren und kurze Schaltstücke vorhanden sind. Das hängt

damit zusammen, daß sie viel weniger schleimbereitende Anteile besitzt,

als die Gl. sublingualis. Die verschleimten Teile besitzen auch hier

die Form von Schleimröhren, denen als Kappen die serösen »Halbmonde«

aufsitzen, sind also mehr tubulär gebaut (Fig. 203).

Ausführungsgang (Duct. submaxillaris Whartoni), Sekretröhren,

die in den Schnitten ähnlich der Parotis sehr zahlreich sind und

die ebenfalls gut ausgebildeten Schaltstücke entsprechen im Bau

den entsprechenden Gebilden der Parotis. Die mukösen Anteile

sind oft so spärlich, daß sie von Anfängern übersehen werden; wo

vorhanden, bieten sie mit ihren endständigen serösen Halbmonden

auch bezüglich der Sekretkapillaren das gleiche Bild, wie in

den Gl. sublingualis major. Das interstitielle Bindegewebe ist

reich an elastischen Fasern.

[Illustration: Fig. 204.

Stück eines Schnittes durch die Gl. submaxillaris eines 23jähr.

Hingerichteten. 100mal vergrößert. Technik Nr. 121, S. 358.

Charakteristisch: Viele Sekretröhren, ungleiche Mischung seröser und

muköser Drüsenzellen; letztere fehlen ganzen Läppchen völlig.

× Ebners Halbmond.]

[Illustration: Fig. 205.

Schnitt durch die Glandula submaxillaris eines erwachsenen Menschen.

252mal vergrößert. Technik Nr. 121, S. 358.]

3. Den gleichen Bau wie die Gl. submaxillaris zeigen die verästelten

Lippendrüsen; auch die Gl. lingualis anterior (Nuhn) und die Gl.

buccales und molares sind mit Halbmonden ausgestattet.

In den Mundhöhlendrüsen findet man nicht selten zugrunde gehende

Drüsenläppchen, deren durch ein weites Lumen und niedrige Drüsenzellen

charakterisierte Endstücke von reichlichem Bindegewebe, zuweilen auch

von vielen Leukozyten umgeben sind.

Vorstehende Beschreibung hat nur Gültigkeit für die

Mundhöhlendrüsen des Menschen. Bei Säugetieren bestehen oft sehr

weitgehende Unterschiede. Mit der Parotis des Menschen stimmen

im Bau überein diejenigen von Kaninchen, Hund und Katze, ferner

die Gl. submaxillaris des Kaninchens. Der menschlichen Gl.

sublingualis und submaxillaris ähneln die gleichen Drüsen von

Hund und Katze und auch die Gl. sublingualis des Kaninchens.

Die ~Blutgefäße~ der Mundhöhlendrüsen sind sehr ansehnlich

entwickelt. Die arteriellen Stämmchen laufen in der Regel neben dem

Hauptausführungsgange her und geben von da, sich teilend, zahlreiche

Äste ab, welche, zwischen den Drüsenläppchen verlaufend, endlich in

die Läppchen selbst eindringen und mit einem dichten Kapillarnetze die

Endstücke umspinnen (s. Fig. 31, S. 85). Die Kapillaren liegen dicht

an den Drüsenzellen und sind von ihnen nur durch die Membrana propria

getrennt (s. auch S. 85). Die größeren Venen verlaufen mit den Arterien.

~Lymphgefäßstämmchen~ verlaufen mit den gröberen Verästelungen der

Ausführungsgänge ohne in die Drüsenläppchen einzudringen. Spalträume

zwischen den Läppchen und den Endstücken sind als Lymphbahnen

beschrieben worden.

[Illustration: Fig. 206.

Aus einem Durchschnitt durch die Gl. submaxillaris eines Hundes. 320mal

vergr. Technik Nr. 120, S. 358.]

Die Mundhöhlendrüsen sind reich an Geflechten markhaltiger und

hauptsächlich markloser ~Nerven~, welche in ihrem Verlaufe

mikroskopische Gruppen von sympathischen Ganglienzellen (besonders

in den Wänden der Ausführungsgänge) enthalten. Die feinen, marklosen

Nervenfasern verzweigen sich teils in den Wandungen der Blutgefäße,

teils bilden sie ein der Membrana propria der Drüsenröhrchen

unmittelbar anliegendes (»epilemmales«) Geflecht; aus diesem

entspringen feine Fädchen, welche die Membrana propria durchbohren und

als »hypolemmale« Fasern in kurze, variköse, einfache oder verästelte

Enden auslaufen, welche den Drüsenzellen anliegen.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 132 / 286 题