Im sekretleeren Zustande ist die Zelle schmäler, der an der Basis
befindliche Kern queroval (Fig. 195, I¡b¡); im sekretgefüllten
Zustande ist die Zelle breiter, der Kern platt an die Wand
gedrückt (Fig. 195 I¡c¡, II). Meist zeigt ein und dieselbe
Schleimdrüse, ja oft ein und dasselbe Endstück Drüsenzellen in
verschiedenen Sekretionsphasen (I), was besonders nach Anwendung
von schleimfärbenden Flüssigkeiten deutlich wird. Die rein
mukösen Drüsen besitzen keine Sekretkanälchen.
[Illustration: Fig. 201.
Stück eines Schnittes durch die Gl. subling. major eines
23jährigen Hingerichteten. 100mal vergr. Technik Nr. 121, S. 358.
Charakteristisch: Wenig Sekretröhren, gleichmäßige Mischung seröser und
muköser Drüsenzellen.]
[Illustration: Fig. 202.
Feiner Durchschnitt der Gl. sublingualis major des Menschen. 252mal
vergrößert. Der obere Strich von »Lumina« deutet auf einen Querschnitt
durch einen großen Halbmond; dieser hat große Ähnlichkeit mit einem
serösen Endstück. Technik Nr. 121, S. 358.]
c) Gemischte Mundhöhlendrüsen.
1. Der größere Abschnitt der ~Unterzungendrüse~, die zuweilen
fehlende ~Gl. sublingualis major~ (»monostomatica«), ist eine
tubulo-acinöse zusammengesetzte Drüse; ihr Kanalsystem besteht aus
~einem~ Ausführungsgang, dessen Äste sich in ganz kurze Sekretröhren
fortsetzen; diese gehen direkt in gewundene Endstücke über, welche
durch ihr wechselndes Kaliber -- sie sind oft ausgebuchtet --
charakterisiert sind (Fig. 200). Schaltstücke fehlen.
Der Ausführungsgang, Ductus sublingualis (Bartholini), und
seine gröberen Äste werden von zweireihigem Zylinderepithel und
Bindegewebe mit reichlichen, elastischen Fasern gebildet. Die
feineren Zweige (von 0,05 mm Dicke an) besitzen nur ein einfaches
Zylinderepithel; sie setzen sich fort in die Sekretröhren,
deren niedrige, zylindrische Zellen nur an wenigen Stellen jene
charakteristische Streifung zeigen.
Dieses Ausführungsgangsystem geht in die ihrerseits noch verzweigten
Schleimröhren über, die zumeist zu den Endstücken gerechnet, von M.
~Heidenhain~ (s. S. 294) als schleimbereitende Schaltstücke aufgefaßt
werden. An ihren Enden sitzen gut ausgebildete »Halbmonde« (s. o.); nur
deren seröse Drüsenzellen sind mit zwischenzelligen Sekretkanälchen
ausgestattet und gleichen hierin ebenfalls den Acini rein seröser
Drüsen. Das zwischen den Endstücken und Läppchen liegende Bindegewebe
ist reich an Leukozyten.
Die Gl. sublingualis minor (»polystomatica«) besteht aus 5-20
tubulo-acinösen Einzeldrüsen mit ~vielen~ Ausführungsgängen und enthält
fast ausschließlich muköse Drüsenzellen.
[Illustration: Fig. 203.