III. Handhabung des Mikroskops.

Gemäß der in der Einleitung erwähnten Voraussetzung kann hier auf

eine eingehende Beschreibung der optischen und mechanischen Teile des

Mikroskops nicht eingegangen werden. Fig. 1 möge noch einmal die für

die einzelnen Teile des Mikroskops üblichen Benennungen dem Leser in

das Gedächtnis zurückrufen.

Die erste Bedingung ist vollkommene Reinheit sämtlicher Bestandteile

des Mikroskopes (s. ~auch~ S. 1). Spiegel, Objektive und Okulare

dürfen an der Oberfläche nicht mit den Fingern berührt werden. Die

Objektive halte man mit dem unteren Ende gegen das Fenster und prüfe

so die Klarheit des reflektierten Bildes. Das Anschrauben an den Tubus

geschieht so, daß man das Objektiv festhält und den Tubus dreht (nicht

umgekehrt). Dann wird das Okular eingesetzt; Verunreinigungen desselben

erkennt man durch Drehen des Okulars im Tubus; klebt die Verunreinigung

am Okular, so dreht sie sich mit.

Nun suche man sich das Licht. Zu dem Zwecke ziehe man den Tubus aus der

Hülse und sehe durch die leere Hülse und das Loch im Diaphragma in den

Spiegel, den man so lange dreht, bis man die gewünschte Lichtquelle

erblickt.

Die von dem so gestellten Spiegel reflektierten Lichtstrahlen

treffen das Objekt senkrecht, man nennt diese Beleuchtungsart die

~zentrale Beleuchtung~. Zur Erkennung feiner Niveaudifferenzen

wendet man mit Vorteil die ~schiefe~ oder ~seitliche Beleuchtung~

an, bei welcher der Spiegel so nach der Seite verschoben

wird, daß die von ihm reflektierten Strahlen schräg auf das

Objekt treffen. Bei dieser Beleuchtung müssen Diaphragma und

Diaphragmaträger, sowie der meist verschiebliche Schlitten, in

welchem letzterer steckt, weggenommen werden, so daß die Öffnung

im Objekttisch möglichst groß ist.

Als Lichtquellen sind zu empfehlen eine weiße, von der Sonne

beleuchtete Wolke, oder weiße, von der Sonne beschienene Vorhänge;

weniger gut, aber noch brauchbar, ist der blaue Himmel; direktes

Sonnenlicht ist zu vermeiden. Arbeitet man abends bei künstlicher

Beleuchtung, so nehme man das Licht von der Innenfläche des weißen

Lampenschirmes, nicht direkt von der Flamme. Eine grüne Glasplatte vor

den Spiegel gestellt, dämpft das künstliche Licht in wohltuender Weise,

ohne die Schärfe des Bildes wesentlich zu beeinträchtigen. Es ist

selbstverständlich, daß auch der Mikroskopierende nicht im Sonnenschein

sitze; man stelle das Mikroskop etwa einen Meter vom Fenster entfernt

auf.

[Illustration: Fig. 1.

Lehrbuch der Histologie und der mikroskopischen Anatomie des Menschen, mit Einschluss der mikroskopischen Technik · 第 59 / 286 题