Gemäß der in der Einleitung erwähnten Voraussetzung kann hier auf
eine eingehende Beschreibung der optischen und mechanischen Teile des
Mikroskops nicht eingegangen werden. Fig. 1 möge noch einmal die für
die einzelnen Teile des Mikroskops üblichen Benennungen dem Leser in
das Gedächtnis zurückrufen.
Die erste Bedingung ist vollkommene Reinheit sämtlicher Bestandteile
des Mikroskopes (s. ~auch~ S. 1). Spiegel, Objektive und Okulare
dürfen an der Oberfläche nicht mit den Fingern berührt werden. Die
Objektive halte man mit dem unteren Ende gegen das Fenster und prüfe
so die Klarheit des reflektierten Bildes. Das Anschrauben an den Tubus
geschieht so, daß man das Objektiv festhält und den Tubus dreht (nicht
umgekehrt). Dann wird das Okular eingesetzt; Verunreinigungen desselben
erkennt man durch Drehen des Okulars im Tubus; klebt die Verunreinigung
am Okular, so dreht sie sich mit.
Nun suche man sich das Licht. Zu dem Zwecke ziehe man den Tubus aus der
Hülse und sehe durch die leere Hülse und das Loch im Diaphragma in den
Spiegel, den man so lange dreht, bis man die gewünschte Lichtquelle
erblickt.
Die von dem so gestellten Spiegel reflektierten Lichtstrahlen
treffen das Objekt senkrecht, man nennt diese Beleuchtungsart die
~zentrale Beleuchtung~. Zur Erkennung feiner Niveaudifferenzen
wendet man mit Vorteil die ~schiefe~ oder ~seitliche Beleuchtung~
an, bei welcher der Spiegel so nach der Seite verschoben
wird, daß die von ihm reflektierten Strahlen schräg auf das
Objekt treffen. Bei dieser Beleuchtung müssen Diaphragma und
Diaphragmaträger, sowie der meist verschiebliche Schlitten, in
welchem letzterer steckt, weggenommen werden, so daß die Öffnung
im Objekttisch möglichst groß ist.
Als Lichtquellen sind zu empfehlen eine weiße, von der Sonne
beleuchtete Wolke, oder weiße, von der Sonne beschienene Vorhänge;
weniger gut, aber noch brauchbar, ist der blaue Himmel; direktes
Sonnenlicht ist zu vermeiden. Arbeitet man abends bei künstlicher
Beleuchtung, so nehme man das Licht von der Innenfläche des weißen
Lampenschirmes, nicht direkt von der Flamme. Eine grüne Glasplatte vor
den Spiegel gestellt, dämpft das künstliche Licht in wohltuender Weise,
ohne die Schärfe des Bildes wesentlich zu beeinträchtigen. Es ist
selbstverständlich, daß auch der Mikroskopierende nicht im Sonnenschein
sitze; man stelle das Mikroskop etwa einen Meter vom Fenster entfernt
auf.
[Illustration: Fig. 1.