Querstreifen, die bei Behandlung mit Silbernitrat in den
verschiedensten Gewebselementen und Organen, besonders an
Nervenfasern, Blutgefäßen, an Knorpel usw. auftreten, sind
Kunstprodukte, die dort erscheinen, wo kolloide Gebilde unter
Einwirkung von Silbernitrat, besonders unter gleichzeitiger
Säurewirkung erstarren.
Der Gebrauch von Metallinstrumenten ist zu vermeiden, man bediene sich
der Glasstäbe; statt Stecknadeln nehme man Igelstacheln.
Das Objekt wird in 10-12 ccm der 1%igen oder schwächeren (s. die
speziellen Angaben) Lösung von Argent. nitric. (s. S. 6, 24)
getaucht, nach 1/2-10 Minuten (je nach der Dicke des Objektes) aus
der Flüssigkeit, die sich unterdessen meist milchig getrübt hat, mit
~Glasstäben~ (nicht mit Stahlinstrumenten) wieder herausgenommen,
abgespült und in einer großen weißen Schale (einem Porzellanteller) mit
ca. 100 ccm destilliertem Wasser dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt;
nach wenigen Minuten wird eine leichte Bräunung eintreten, das Zeichen
der gelungenen Reduktion. Sobald das Objekt dunkelrotbraun geworden
ist (gewöhnlich nach 5-10 Minuten), wird es herausgenommen, in ein
Uhrschälchen mit destilliertem Wasser, dem ein paar Körner Kochsalz
beigefügt sind,
gebracht 5-10 Minuten,
dann in ca. 30 ccm 70%igem Alkohol (im Dunkeln) 3-10 Stunden,
dann in Alkohol 90% 3-10 "
dann Einschließen nach § 10,3 (S. 45).
Das Einlegen in die Silberlösung muß unter Ausschluß des
Sonnenlichtes geschehen, die Reduktion dagegen soll nur bei
Sonnenlicht vorgenommen werden. Die Reduktion erfolgt zwar auch
bei gewöhnlichem Tageslicht, aber nur langsam und liefert dann
weniger scharfe Bilder. Scheint keine Sonne, so hebt man das
aus der Silberlösung genommene und in destilliertem Wasser kurz
abgewaschene Objekt im Dunkeln in ca. 30 ccm 70%igem (später
90%igem) Alkohol auf, um es in diesem beim ersten Sonnenblicke
dem Lichte auszusetzen.
F. Färbung von Zentralkörpern, Kittleisten und Drüsengranula.