Wir treffen den Friedel Gastelmeier in München wieder. Seinen
Handkoffer hat er dem Portier auf dem Zentralbahnhof übergeben und
jetzt schlendert er in die Stadt hinein. Es ist bei ihm abgemachte
Sache. Das alte Quartier in der Salzstraße nimmt er nicht wieder --
kehrt überhaupt gar nicht mehr dahin zurück. Weshalb soll er sich der
peinlichen Geschichte aussetzen, von den beiden Frauenzimmern sich
zu verabschieden? Und fort muß er, da ist nichts zu machen. Er hat's
ihr versprochen. Und wahrhaftig, sie hat recht. Er hat sich dort
verhätscheln lassen, es ist ihm vortrefflich ergangen -- sie haben
ihm alles an den Augen abgesehen. Er hat für die Bequemlichkeit den
verfluchten Lärm in Kauf genommen -- und noch etwas. Er war so ein
schlauer Vogel gewesen, der es verstanden hatte, die Lockspeise zu
fressen, ohne sich in der Schlinge zu fangen.
»Na ja! Was soll man machen bei diesem Menschenhandel? Übers Ohr
hauen, wie das bei jedem Handel üblich ist. Scheußlich, wie man in so
etwas hineinkommt,« philosophierte er und schlenderte weiter. »Na ja,
entweder man läßt sich ausnützen oder man nützt aus. Es ist da gar
nichts zu machen. -- Und diesmal soll mich der Teufel holen, wenn ich
irgendwohin gehe, wo eine Tochter im Haus ist. Aber wie sie das alles
durchschaut hat, sie, die nie von da oben herabkommt. In Liebessachen
haben die Weiber Eingebungen.«
So kam er im Café Luitpold an, hatte vorher noch einen Dienstmann in
die Salzstraße geschickt, um die übrigen Sachen holen zu lassen, die er
als vorsichtiger Mann wohlverpackt hinterlassen hatte. Im Café Luitpold
wurde er an seinem Stammtisch von einigen Kollegen begrüßt.
»Speckmeier! ~Comme il faut~-Meier! Büchselmeier, grüß Gott!«
»Da wären wir wieder.« Damit rückte er seinen Stuhl und faßte wohlgemut
Posto.
Er stand trotz »Speck- und Büchselmeier« in gutem Ansehen bei seinen
Kameraden, die ihn für einen tüchtigen Kerl in jeder Beziehung hielten,
und seine kleinen Eigenheiten waren auch ein Vorzug, besonders
weil er durchaus Spaß verstand. Er war ein prächtiger Kerl, darin
stimmten sie alle überein. Für einen Künstler etwas pedantisch, daher
»Büchselmeier«, aber gegen seine Künstlerschaft war eigentlich nichts
einzuwenden. Er arbeitete simpel vor sich hin, ohne viel Aufhebens.
-- Und was er fertig brachte, hatte auch so etwas Simples, Gutes. Er
war Landschafter, malte fleißig und verkaufte sogar, und das will viel
sagen.
Nur in einem, da verstand er keinen Spaß. Friedrich Gastelmeier, der
brave Bursche, hatte mit seinen achtundzwanzig Jahren es zu einer
behaglichen Körperfülle gebracht -- das war Thatsache, damit hatte
er sich abgefunden. Er fand auch, daß diese Fülle ihn nicht übel
kleidete, und hatte recht; aber eine andre Thatsache die nahm er nicht
so kühl und einfach hin, es hatte sich bei ihm frühzeitig ein ganz
ansehnliches Glätzchen eingestellt. Davon wollte er nichts wissen. Er
gebrauchte allerhand Haarmittel. Man erzählte sich, daß er auch schon
bei einem Haardoktor gewesen sei -- alles vergeblich; die Fläschchen,
die seine Haarmittel enthielten, standen jedoch nicht mit den übrigen
auf seinem Waschtisch aufgepflanzt. Er hielt sie verschlossen, denn
er schämte sich ihrer. Was mit dem Glätzchen zusammenhing, war sein
wunder Punkt. Das hatten die Kollegen längst weg, denn sie hatten
einst auch begonnen, das Glätzchen spaßhaft zu nehmen, waren aber bei
Freund Gastelmeier übel angekommen, der sein Glätzchen verteidigte wie
eine Löwin ihr Junges. Es war in dieser Beziehung die größte Vorsicht
geboten.
Und sie waren vorsichtig, nachdem sie in seinen Seelenzustand Einblick
genommen hatten. Diesen guten Menschen zu kränken, kam ihnen nicht bei,
und sie machten unter der Hand Fremde, die in ihrem Kreise auftauchten,
auf Gastelmeiers Eigentümlichkeit aufmerksam, um seine empfindliche
Herzensstelle vor unberufenen Fingern zu behüten. Dem kleinen
Gastelmeier erging es allenthalben gut, denn er war gern gesehen.
Heute teilte er seinen Kollegen mit, daß er nicht in sein altes
Quartier zurückkehren werde, bat zu gleicher Zeit die Kellnerin um die
»Neuesten Nachrichten« und war bald in die Inserate vertieft.
»Büchselmeier, aber nun suche dir die Bude einmal möglichst nahe bei
deinem Atelier, sei so gut. Das ist ja ein Unsinn, wie du dir die
Sache eingerichtet hast,« sagte einer. »Also Schelling- -- Barer- --
Blütenstraße -- so etwas.«
»Gieb einmal her.« Gastelmeiers Gegenüber streckte die Hand nach der
Zeitung aus und nahm sie an sich. »So, jetzt paß auf. Werden wir gleich
haben.«
Inzwischen nahm Gastelmeier die Einladung eines seiner Kollegen, bis
sich etwas Passendes gefunden, bei ihm auf der Stube zu wohnen, dankend
an.
Sie suchten jetzt in den Inseraten und es fand sich etwas.
»Da gehst du hin -- zuallererst. -- Hör' mal: ›Zu vermieten!‹ -- also:
›Es wird vermietet‹ -- noch einmal! Unpraktische Leute! -- Also: ›Es
wird vermietet -- ein Zimmer. Südseite, auf längere oder auch kürzere
Zeit, nach Belieben. Schaut ganz ins Grüne‹ -- in dieser Jahreszeit
nicht übel -- ›ist originell möbliert‹. -- Weiter: ›Preis nach den
Verhältnissen des Mieters‹. Was sagst du dazu? Sollte man es nicht mit
dieser komischen Heiligen versuchen -- riesig unpraktisch!«
»Das hat eine alte poetische Jungfer geschrieben,« sagte Büchselmeier.
»Da wäre man ja auch vor einer Tochter sicher.«
»Möglich,« sagte einer.
»Na, wollen sehen,« meinte Gastelmeier. Und so ging er noch diesen
Tag in der letzten hellen Nachmittagsstunde in die Blütenstraße, um
besagtes Zimmer in Augenschein zu nehmen.
Drei Treppen hoch stieg er im Rückgebäude, das frei und luftig in einem
Garten lag.
»Drei Treppen -- Rückgebäude -- na« -- brummte er zweifelhaft. Das war
nicht so ganz, was er wollte, aber still, ja das schien es zu sein.
Etwas steile Stufen. -- In der Stadt liebte er seine Bequemlichkeit.
Es waren im Haus meist Ateliers, nur im dritten Stock schien eine
Familienwohnung zu sein. Da ließ sich vielleicht mit der Zeit etwas
machen. Er könnte auch sein Atelier hierher verlegen. »Wollen sehen.«
So stieg er Stufe für Stufe gemächlich hinan und schellte endlich. Es
war eine Klingel, die kaum einen Laut von sich gab, als wäre sie heiser
oder als hätte man ihr etwas umgewickelt, um ihren Klang zu dämpfen.
Dieser Umstand fiel Gastelmeier auf, besonders da er dreimal sich
bemerklich zu machen suchte -- ohne Erfolg.
»Schließlich liegt da wer krank. Prost Mahlzeit! Mach, daß du
fortkommst, Alter. Sonderbares Volk -- erst ein Inserat, darauf
umwickeln sie das Läutwerk. Dös is nix.«
Mit dieser tiefsinnigen Bemerkung wollte er eben sich anschicken, die
Treppe unverrichteter Sache wieder hinabzusteigen, da that sich ganz
unvermutet die Thüre auf und eine schmächtige Person in mittleren
Jahren, mit unruhigen Augen, in einem schwarzen engen Gewand, stand vor
ihm.
»Was wünschen Sie, mein Herr,« sagte sie auf eine Weise, der er im
stillen die Bezeichnung »madamig« gab. Trotzdem sie eng und schmächtig
gekleidet war, sah er sie im Geiste vor sich in weiter Krinoline
mit einem Kleide, das aus lauter Garnierungen bestand, einem hohen
Federhut mit Fächer und einem türkischen Shawl.
Eine so gekleidete gezierte Dame hatte er als Kind in einem Bilderbuche
kennen gelernt, und die Stallmagd hatte ihm gesagt, daß das eine
»Madame« sei. Seitdem wußte er, was eine »Madame« war -- und die da vor
ihm stand, war eine »Madame«. Das stand fest.
Sie hatte übrigens ein eigentümlich vergeistertes, wenn nicht gar
vergeistigtes Gesicht und sah gescheit und aufgeregt aus.
›Diese Person kocht schlecht,‹ dachte Speckmeier, ›und nährt sich
schlecht. Das werden die alten Fräulein wohl so an sich haben.‹
»Mein Fräulein, Sie haben ein Inserat ...«
»Jawohl, mein Herr,« unterbrach sie ihn mit Grandezza. »Bitte, treten
Sie ein.«
»Ich erlaube mir, Sie darauf aufmerksam zu machen, daß Ihr Läutwerk
nicht in Ordnung ist. Da Sie Mieter erwarten, scheint mir das nicht
ganz praktisch zu sein,« sagte er, während er der Dame durch einen
dunkeln Korridor folgte, und bekam zur Antwort, daß es allerdings in
Ordnung sei.
»Wir dämpfen die Glocke etwas ab,« sagte die Dame. »Das Leben bringt
genug Lärm und Unruhe mit sich.«
»So,« sagte Gastelmeier und dachte bei sich: ›Was hat denn so ein altes
Fräulein unter Lärm und Unruhe zu leiden, wenn es im Garten, dritten
Stock im Hinterhaus, wohnt, und nicht einen Rangierbahnhof gegenüber
hat.‹
Die unruhigen großen Augen der Dame aber sprachen auch nicht von Ruhe
und Behagen.
›So ältliche Fräulein, die machen immer Geschichten und geben keine
Ruhe und könnten es so gut haben,‹ philosophierte er weiter in dem
Thema, über das er nicht viel Erfahrung besaß. Bisher hatte er sich um
ältliche Fräulein herzlich wenig Sorge gemacht.
»Bitte treten Sie ein, das ist das Zimmer.«
Er war bereit, einzutreten; aber die Thüre zeigte sich verschlossen.
»Herrgott, wer wird nun den Schlüssel haben!« sagte die Dame ziemlich
fassungslos, als wenn dieser Schlüssel unwiederbringlich in einen
Abgrund gestürzt wäre.
»Emil,« rief sie laut und so, als hätte sie schon hunderttausendmal
auf die gleiche Art »Emil« gerufen.
›Sie hat einen Emil,‹ dachte Gastelmeier ohne weitere Kritik.
Aber Emil kam nicht.
»Bitte,« sagte die Dame wieder sehr fein, und diesmal sollte es
bedeuten, daß er etwas zu warten habe.
Sie verschwand in der gegenüberliegenden Thüre und kam eine geraume
Weile nicht wieder. Endlich öffnete sich dieselbe Thüre, der
vergeistigte Kopf kam zum Vorschein -- und: »Bitte,« sagte die Dame so
ausdrucksvoll, daß Gastelmeier nicht in Zweifel war, daß er in die eben
geöffnete Thüre einzutreten habe.
In dem Zimmer saß Emil, ein dicker Bursche von sechzehn bis siebzehn
Jahren; nachlässig hockte er auf einem alten Lehnstuhl und hielt die
Zeitung in der Hand.
»Emil, besinn dich doch!« sagte die Dame ganz verängstigt und erregt.
Emil hatte sich bei dem Eintreten des Fremden erhoben.
»Mama,« sagte er, »den hast du -- da weiß ich nix.«
›Mama‹ -- das verwunderte Gastelmeier doch einigermaßen. Diese
Unbefangenheit des alten Fräuleins!
Der dicke blonde Knabe ließ sich, nachdem er seiner Meinung nach genug
gestanden hatte, seufzend wieder nieder und sagte: »Erwin oder Olly
könnten ihn auch etwa haben.«
›Auch noch einen Erwin und eine Olly!‹
Schließlich kam es Gastelmeier vor, als wenn es mit dem alten Fräulein
eine noch nicht völlig ausgemachte Sache sei. Weshalb sollten es nicht
auch ganz geordnete Verhältnisse sein, in die er da geraten war; was
man so geordnete Verhältnisse in einem gewissen Sinne nennt.
Die Dame aber bekam deshalb nichts Frauenhafteres für ihn. Sie fuhr
immer noch herum und suchte nach dem Schlüssel, zog Schubfächer auf, in
denen es nicht besonders einladend aussah.
Aus einer Kommode hingen einige Bänder heraus und ein wirrer Klumpen,
den allerhand Fäden und Schnürchen und Läppchen und Schnitzel gebildet
hatten. Gewiß ein sehr nützlicher Klumpen, denn es war so ziemlich
alles darin zu finden, was ein Frauenzimmer zu Flickereien brauchen
konnte. Gastelmeier vertiefte sich in diesen Anblick und dachte dabei
an das Heiligtum, das seiner Mutter Nähwerkzeuge und Materialien
miteinander darstellten, und es wurde ihm klar, daß das bewußte Inserat
in den »Neuesten Nachrichten« nicht das rechte für ihn sei.
Doch als er sagen wollte, daß sich die gnädige Frau nicht weiter
bemühen solle, er käme ein andermal wieder, da fand sich der Schlüssel.
Sie hatte ihn in der Tasche. »Siehst du,« sagte Emil, der in aller
Gemütlichkeit sitzen geblieben war, weise, während seine Mutter zum
größten Ärger Gastelmeiers der Schlüsseljagd oblag.
›Schöne Zucht das,‹ dachte er.
»Das ist das Leben!« sagte sie. »Sie werden es auch noch kennen lernen,
Herr ...«
»Gastelmeier, mein Name ist Gastelmeier. Verzeihen gnädige Frau, daß
ich versäumte ...«
»Sie sind Geschäftsmann?« fragte die Dame.
»Kunstmaler, wie wir hier in München so schön sagen.«
Ein »Bravo!« war ihre Antwort.
›Das scheint ihr besondere Freude zu machen,‹ dachte er.
»Nun kommen Sie -- bitte.«
Jetzt wurde das Zimmer wirklich gezeigt und es war, mit seinem Blick
in einen Garten, nicht übel. Südseite allerdings nicht. Es lag nach
Westen. Originell eingerichtet, wie es im Inserat hieß: das stimmte. Es
war etwas Angenehmes in dem Raum zu spüren, etwas, das auf verfeinerten
Lebensgenuß hindeutete. Da hing allerhand und lag allerhand, was in
gewöhnlichen »möblierten Zimmern« nicht hängt und liegt. Die Möbel
standen so gewissermaßen unternehmend da, meist an Stellen, die
wahrhaft kühn gewählt waren. Das Zimmer hatte das, was Gastelmeier in
seinem Atelier gern zu stande gebracht hätte, was ihm aber nie geglückt
war und was er als vernünftiger Mann längst aufgegeben hatte.
Aber er war sich seiner Sache ganz sicher. Hier blieb er nicht. Die
Leute waren ihm nicht behaglich. Eine Frau darf nicht wie ein altes
Fräulein aussehen, war seine Ansicht. Eine Frau muß gemütlich aussehen.
Man muß sich bei ihrem Anblick allerlei Angenehmes, Seelenberuhigendes
vorstellen können, gut zubereitete Lieblingsspeisen, einen
appetitlichen Wäscheschrank, liebevoll sauber gehaltene Betten,
ungezählte Gutenachtküsse, die sie ihren Kindern gegeben und von ihnen
bekommen hat, so viel Pflege und Liebe, die sie ihr Lebtag ausgeteilt
hat: das muß alles so von ihr ausstrahlen, wie das Licht vom Monde. Er
dachte an seine Mutter, an die einfache Frau.
In seiner Kindheit hatte er das Gefühl gehabt, als hätten die Mütter
und der brennende Christbaum etwas gemein miteinander. Und das hatte er
nicht vergessen. Von einer Frau verlangte er -- was er selbst nicht in
Worte fassen konnte, was ihm aber im Gefühl fest und klar lag. Er, der
simple Mensch, war ein Schwärmer in Bezug auf die Frauen und war darum
immer enttäuscht von ihnen.
Er hatte sich länger im Zimmer verweilt, als es unbedingt nötig
gewesen wäre, entschuldigte sich, machte einige nichtssagende,
unbestimmte Redensarten und empfahl sich. Ehe er die Thüre hinter sich
schloß, fragte er noch nach dem Preis der Wohnung und wußte selbst
nicht, weshalb er das that, denn er war fest entschlossen, nicht
zurückzukommen.
»Den Preis?« Die unruhigen Augen sahen ihn fragend an, als wollten sie
diesen Preis von ihm selbst erfahren. »Da hab' ich wirklich noch nicht
nachgedacht. Ja, ich weiß nicht, die Stube ist hübsch, -- was giebt man
denn so?«
Sie sprach wie von etwas, was sie gar nichts anging und unter ihrer
Würde lag. Er lächelte und sagte: »Na, ich denke, das wird sich schon
finden.«
Die Thür schloß sich und er hörte noch, wie die seltsame Vermieterin
nach »Emil« rief.
›Der wird hören!‹ dachte Gastelmeier -- ›diesen dicken bequemen Frosch
haben Sie sich nett gezogen, verehrte Dame.‹ Er stieg die Treppe weiter
hinab. Jede Etage hatte eine Thüre, von der aus drei schmale Stufen
direkt auf die Haupttreppe mündeten. In der ersten Etage ging es hinter
dieser Thüre sehr munter zu. Lachende Mädchenstimmen.
›Auch ein Atelier,‹ denkt Gastelmeier und steht gerade vor der Thüre.
Die thut sich auf -- und Gastelmeier weiß nicht wie ihm geschieht.
›Auch ein Atelier,‹ war für eine Weile sein letzter klarer Gedanke
gewesen. Etwas ist aus der Thüre gestürzt, die Stufen herabgestolpert,
über ihn hingefallen. Er hat sich kaum auf den Beinen halten können,
ist gegen das Geländer gepreßt, ein paar Stufen hinabgewankt mitsamt
seiner Last, die auf ihn gefallen ist.
»Tante Rebella, Tante Rebella, ums Himmels willen!« ruft es aus
verschiedenen Kehlen. Köpfe zeigen sich an der Thüre. Jetzt kann
Gastelmeier auch wieder um sich schauen. Er ist nicht mehr beschwert.
Neben ihm steht ein Mädchen, das aus dunkeln Augen ihn entsetzt
anstarrt. Sie steht noch nicht wieder fest auf den Füßen -- der eine
hat sich ihr im Kleide verwickelt und sie hat ihn noch nicht wieder
freibekommen. Aber in ihrer Rechten hoch erhoben hält sie eine große
Palette voller Farben, von der im Fall ein Stück abgebrochen ist
mitsamt den Farben -- und das Stück liegt oder klebt vielmehr auf
Gastelmeiers Schulter. Auch hat die Palette seine Wange gestreift.
»Mein Gott,« sagt das Mädchen. Thränen stehen ihr in den Augen. Sie ist
dunkelrot vor Schreck.
Eins der Mädel kommt jetzt aus der Thüre und nimmt ihr die Palette aus
der Hand.
»Tante Rebella hat sich doch nichts gethan!« rufen die andern.
»I bewahre,« sagt das Mädel, die ihr die Palette abgenommen und die
Kameradin auf die Füße gebracht hat.
Gastelmeier hat seine fünf Sinne noch nicht wieder recht beisammen --
auch er fühlt sich, gottlob, trotz aller Verwirrung unzerbrochen.
»Das war nun so ein Eisenbahnzusammenstoß, mein Fräulein. Aber mir
scheint wir sind mit heiler Haut davongekommen.«
»Ja, wir,« meinte das junge Mädchen zaghaft, »aber Ihr Rock. Sehen
Sie nur,« -- dabei zeigte sie mit bedenklichem Ausdruck auf das
abgebrochene Stück Palette, das noch auf Gastelmeiers Schulter klebte,
und entfernte es vorsichtig mit spitzen Fingern.
»Ich glaube,« sagte sie, »Sie müssen zu uns mit hinaufkommen, die
Flecken werden Ihnen dann ganz gut abgewaschen.«
»Das Gescheiteste wär' es,« sagte eine von den Malerinnen, die da
herumstanden.
Und so stiegen sie miteinander die steilen Stufen hinauf, die
Gastelmeier eben fest entschlossen gewesen war, nicht wieder zu
ersteigen.
Sie schwiegen beide.
›Rebella heißt sie,‹ dachte er, ›also die Olly ist's nicht -- die
Schwester von Emil. Also auch eine Rebella giebt's da oben!‹ Denn daß
sie zu der Inseratenfamilie gehörte, war ihm eine ausgemachte Sache.
Sie standen jetzt vor der Thüre, die sich vor kurzem hinter Gastelmeier
geschlossen hatte, und Rebella bearbeitete diese Thüre energisch mit
einer zarten, aber festen kleinen Faust. »Mama liebt die Klingelei
nicht,« sagte sie zur Erklärung.
Das wußte er bereits.
Jetzt hatte er aber Muße, die kleine Hexe zu betrachten; weder Mama
noch Emil erschienen, und die Trommelversuche wurden eine geraume Zeit
lang fortgesetzt.
Rebella war eine liebliche und zugleich eigentümliche Erscheinung.
Blütenjung -- zierlich -- fast schmächtig -- ein feines blasses
Gesicht, dunkles lockiges Haar, das nachlässig in einen Knoten
geschlungen war, und dunkle, heiße lebhafte Augen, sie erinnerten ihn
ein wenig an die der Mutter -- deren Augen aber waren blau und nicht
warm, nur unruhig. Ihre Gesichtsform fiel ihm besonders auf. Breite
Stirn und dazu ein zierliches ausgeprägtes Kinn, -- so daß die Konturen
sich von der Stirn gegen das Kinn hin schnell rundeten.
Ein Goethescher Vers fiel ihm ein:
Voll Locken kraus ein Haupt so rund.
›Der alte Goethe hat für alles gesorgt, auch für diesen kleinen Balg.‹
Er kannte auch die Fortsetzung des Verses, denn er stand mit seinem
Goethe auf einem guten Fuß; aber hier wendete er seine Kenntnis nicht
weiter an. Sie war ihm zu unfrisiert, und außerdem hatten ihre Löckchen
mit der Palette nähere Bekanntschaft gemacht. Oben auf dem Scheitel
waren sie ihr farbig zusammengeklebt, zwar nur ein paar Flöckchen --
und an der zierlichen Nasenspitze saß ihr ein gelber Fleck, als hätte
sie unvorsichtig an einer Lilie gerochen. Er fühlte sich gewissermaßen
gezwungen, die kleine Schweigsame aufmerksam zu betrachten, nicht nur
weil er müßig dastand. Sie hatte etwas nicht Alltägliches, etwas
Überraschendes, gehörte zu den Rassemenschen mit den beweglichen
Nasenflügeln, den elastischen Muskeln, dem zarten festen Knochenbau.
Die Thüre wurde geöffnet, natürlich von Madame, nicht von Emil, der saß
jedenfalls über seiner Zeitung.
»Mein Gott, laßt ihr mich lange klopfen,« sagte das Mädchen mit etwas
erregter Stimme.
»Und Sie, mein Herr?« fragte die Öffnende.
»Ich hatte das Glück, von Ihrer Fräulein Tochter die Treppe
hinabgeworfen zu werden.«
Ein unruhiger, vollkommen fassungsloser Blick heftete sich auf die
Tochter.
»Olly!«
Also war es doch Olly!
»Ja,« sagte sie, »ich bin auf dem Treppenabsatz vor der Thüre
hinuntergestolpert und habe ihn mit hinabgerissen.«
»Beruhigen Sie sich, gnädige Frau, es ist ihr nichts geschehen. Sie hat
den Moment sehr klug gewählt.«
»Ja, aber der Herr ist mit Farbe vollgeschmiert und die Palette ist mir
zerbrochen.«
Diese beiden Unglücksfälle berichtete das Mädchen auf eine trockene
sachgemäße Weise, so daß Gastelmeier, der einigermaßen empfindlicher
Natur war, sich nicht besonders geschmeichelt fühlte.
Der Herr ist vollgeschmiert, die Palette zerbrochen. Das ärgerte ihn
wirklich.
Jetzt sagte die Dame, daß dieser Vorfall kein gutes Zeichen sei für die
Mieter eines Zimmers.
»Oho,« meinte Gastelmeier.
»Sie haben das Zimmer gemietet?« sagte das junge Mädchen wieder
trocken. »So, dann wundert mich nichts, bei uns gehts immer schief.«
»Emil!« rief sie jetzt -- und o Wunder, Emil kam auf den ersten Ruf.
»Führe den Herrn in sein Zimmer und bringe dann alles, um die Ölflecken
auszuwaschen.« Auf Emils verwunderte Augen hin berichtete das junge
Mädchen mit Gleichgültigkeit den Vorfall noch einmal in aller Kürze.
›In sein Zimmer‹ -- hatte sie gesagt. Sie hielt ihn also schon für den
rechtmäßigen Eigentümer. Höchst unangenehm. Emil, der dicke Bursche,
flüsterte ihr etwas zu und kicherte dabei wie ein Schulbube, der
heimlich einen Streich erzählt.
»So«, sagte das Mädchen und wendete sich an Gastelmeier. »Das war also
ein Mißverständnis; ich glaubte, Sie wären der Mieter unsres Zimmers.
Verzeihung.«
Sie sah ihn mit den dunkeln großen Augen einfach und vornehm an, daß es
ihm nicht recht geheuer zu Mute wurde und er nicht wußte, was er des
Zimmers wegen sagen sollte. Und es war ihm, als wenn der Teufel seine
Zunge einstweilen in Beschlag genommen hätte, als wenn sie ganz ohne
sein eigenes Dazuthun die bedenkliche Unterhaltung führte.
»Doch, mein Fräulein,« sagte seine Zunge aus eigenem Antrieb, »es
war allerdings mein Vorhaben, das Zimmer zu mieten, wenn sie keinen
besseren Mieter dafür wissen.«
Ohne sein eigenes Zuthun drückte sich diese Zunge sehr fad und vorlaut
aus, kam ihm zuvor und hatte ihn nun gehörig hineingeritten. Das war ja
so gut wie gemietet. Teufel auch!
Jetzt standen sie in »seinem« Zimmer. Emil kam mit einem alten
Brötchen und einer Flasche Terpentin, die Mutter war nach einem Lappen
fortgestürzt und nach geraumer Zeit waren die drei Personen, die
Mutter, Emil und Olly, genannt Tante Rebella, mit seiner Person und
ihren Flecken beschäftigt.
»Ruhig Blut,« sagte Emil einmal übers andre. »Erst mit dem alten
Brötchen ordentlich abschaben und trocken reiben, dann erst mit dem
Lappen, sonst verschmiert ihr's.«
Er machte bei dieser Prozedur einen recht vertrauenerweckenden
Eindruck. »Ruhig Blut, ruhig Blut!« aber mußte er einmal übers andre
sagen, denn dem Temperament der beiden Damen schien das Terpentinöl
und der Lappen weit mehr zuzusagen als das trockene Brötchen. Während
dieser Prozedur fühlte sich Gastelmeier immer mehr und mehr zur Familie
gehörig. Er erfuhr ihren Namen. Sie hießen Kovalski. Das heißt: Frau
und Tochter und Emilie hießen so, der Sohn aus erster Ehe trug den
Namen Oel. Der zweite Gatte der Dame war ein polnischer Maler gewesen,
der kurz nach der Geburt des dicken Emil das Zeitliche gesegnet hatte.
Olly war zwanzig und der Jüngste wurde siebzehn.
Gastelmeier mußte sogar den Rock ausziehen, weil Emil versicherte,
anders wäre es gar nicht möglich.
»Gnädige Frau,« unterbrach jener das eifrige Treiben. »Nun erbarmen Sie
sich auch der Haare und des Näschens Ihrer Fräulein Tochter.«
Mit demselben Lappen wie er wurde nun auch die Übelthäterin gerieben
und geputzt. Und die Verbindung zwischen Gastelmeier und Kovalskis ward
immer enger. Es schien in Bezug auf das Zimmer anständigerweise gar
nicht mehr zu entrinnen möglich zu sein.
»Verzeihen Sie,« sagte Gastelmeier zu Fräulein Olly, während er
von Emils kurzen derben Fäusten bearbeitet wurde. »Als wir auf dem
Treppenabsatz vorhin vom Schicksal durcheinander geschüttelt wurden,«
-- seine Zunge, so kam es ihm vor, sprach immer noch aus eigenem
Antriebe -- »rief man Sie Rebella und wenn ich nicht irre, Tante
Rebella?«
Da hielt Emil plötzlich mit dem Reiben inne, schlug sich mit der Hand
auf seinen kleinen fetten Schenkel und rief im schnellsten Tempo:
»Verflucht! verflucht! verflucht!« als ob er sich außerordentlich
amüsiere.
Gastelmeier sah sich erstaunt nach dem Gefühlsausbruch hinter seiner
Schulter um und blickte in ein Gesicht, das einem wohlgenährten
kleinen Faun anzugehören schien.
»Weshalb amüsieren Sie sich denn so?« fragte er den ausgelassenen
Jüngling. Es wurde ihm unter Emils Händen unbehaglich.
»Ich dachte mir nur so,« antwortete Emil und sah unglaublich spöttisch
aus.
»Das ist einmal Emils Art so,« sagte resigniert die Mutter.
›Eine sonderbare Art,‹ dachte Gastelmeier.
»Emil,« sagte das junge Mädchen, »sei nicht albern und betrag' dich
vernünftig.«
»Betrag' du dich,« war die Antwort.
»Du hast wieder so ein Gesicht gemacht, daß man glaubt, du mokierst
dich über die ganze Welt,« fuhr sie fort, ohne sich im geringsten um
die Anwesenheit des Mieters zu kümmern. »Du wirst einmal von irgend wem
eine Ohrfeige bekommen.«
»So,« war die gemütliche Antwort.
»Noch viel schlimmer,« sagte sie, »die Menschen werden dich nicht
leiden können.«
»Die Menschen? Pfeif' ich drauf!«
»Du sagst mir, weshalb du das Gesicht gemacht hast.«
»Eben so.«
»Nein, ich will's wissen.« Sie sprach fest und ruhig. »Glaubst du, ich
lasse mir irgend etwas bieten? -- Du?!«
»Einfach -- ich stellte mir vor, wer in unserm Haus ist oder bleibt,
wird mit der Zeit schon erfahren, weshalb du Tante Rebella genannt
wirst.«
»Weiter war's wieder nichts?« fragte sie ruhig.
»Nein.«
»~Tant de bruit pour une omelette~,« sagte sie auf eine vornehm kühle
Weise.
›Sonderbar,‹ dachte Gastelmeier, ›daß bei diesem energischen Verfahren
der eigentümliche Jüngling seine Eigenheiten so gut konservieren
konnte.‹
Zur Erklärung dieses Umstandes erfuhr er bald darauf, daß Rebella zwei
Jahre bei einer Tante verlebt hatte und seit kurzem zurückgekehrt sei.
Während ihrer Abwesenheit war Emil ins Kraut geschossen.
Gastelmeier lernte auch noch in dieser Stunde Erwin kennen, den Sohn
aus der Oelschen Ehe. Dieser stellte sich ihm als Schriftsteller
vor und er stellte sich nicht nur vor, sondern produzierte sich
gewissermaßen damit, daß er vor seinem Eintritt ins Zimmer laut nach
Olly und Mama rief, und gleich darauf, ohne deren Antwort abzuwarten,
in die Thüre polterte: »Da haben wir die Bescherung, hat mir auch
dieser Esel den Roman zurückgeschickt -- hab' ich's nicht gesagt? Aber
da hieß es immer: Schick' nur -- schick' nur --«
Nach diesem Monolog trat ein langer sparriger Mensch von sechs- bis
siebenundzwanzig Jahren, aufgeregt, rot im Gesicht, ins Zimmer, sah
einen Fremden, war außerordentlich verblüfft, sah seine Mutter, die ein
wahrhaft tragisches Gesicht aufgesetzt hatte und bleich und nervös sich
auf einen Stuhl niederließ.
Emils altkluges: »Verflucht! -- verflucht! -- verflucht!« ertönte.
»Um Gottes willen, Erwin, quäl' dich nicht so,« sagte die Dame in
nervöser Erregung und fügte noch allerlei hinzu, ohne so recht selbst
zu wissen, was sie sprach, entschuldigte sich vor Gastelmeier und
stellte diesem schließlich ihren Sohn vor, der weise in Gegenwart des
Fremden seinen Ärger zu unterdrücken suchte.
Er hatte einen gut geschnittenen Kopf, war völlig bartlos, hatte ein
stark vorgeschobenes Kinn, so daß die Lippen seines kleinen Mundes wie
gespannt zwischen Wangen und Kinn lagen. Seine Bewegungen waren eckig
und hastig. »So geht's mein Herr,« sagte er in scherzhaftem Ton. »Sie
haben soeben den Dichter auf dornenvollem Pfad gesehen. Er hat auch
seine guten Stunden.«
Das kam etwas geschraubt heraus, als sagte es ein schon berühmter
Mensch.
Gastelmeier war jetzt so weit wieder äußerlich hergestellt, daß er
dieser gewaltsam unterdrückten Familienszene entfliehen konnte; aber
mit dem Bewußtsein, unabweisbar der rechtmäßige Herr des »originell
möblierten Zimmers« geworden zu sein.
Die Mutter des geprüften Schriftstellers befand sich in hochgradiger
Aufregung. Mit schwacher Stimme wandte sie sich an den sich
Empfehlenden:
»Mein Herr, glauben Sie mir, Mutter von drei Kunstbeflissenen zu sein,
ist keine Kleinigkeit. Dazu gehören Nerven -- Nerven -- und wieder
Nerven --«
»Mami,« sagte das junge Mädchen, welches bisher scheinbar teilnahmlos
dem ganzen Vorgang gefolgt war: »Ihr erwartet eben alle zu viel.
Arbeiten auf Tod und Leben. -- Das ist's -- weiter nichts fürs erste,«
und die dunkeln Augen leuchteten von einem innern Feuer. Gastelmeier
blickte gespannt auf das Mädchen. Sie war in diesem Augenblick voll
Schönheit und Entschlossenheit.
Die Leute beängstigten ihn und thaten ihm leid, und um sie ein
wenig auf andre Gedanken zu bringen, erzählte er ihnen von seiner
vorigen Wohnung, beschrieb ihnen den nächtlichen Rangierbahnhof,
die Unruhe, den Lärm, der ihn eigentlich gar nicht so sehr gestört
hatte, das Gewühle und Gewürge und wie sie nie fertig werden, in aller
Ewigkeit nicht, auch wenn es manchmal so scheint, als wäre alles
zufriedengestellt und eingehakt; wie es immer von neuem, immer von
neuem angeht, unaufhörlich. Er erzählte es so, wie er es Annele auf
der Fahrt von Rohrmoos nach der Station beschrieben hatte, und fügte
hinzu, daß ihm deshalb ein Zimmer, das in einen stillen Garten blicke,
im Rückgebäude läge, so behage; er brachte sich selbst auf diese Weise
in eine künstliche Zufriedenheit mit seinem unfreiwillig erworbenen
Besitztum.
Als er gerade inmitten seiner eifrigsten Rangierbahnhofsbeschreibung
war, ließ Emil sein altkluges: »Verflucht! verflucht! verflucht!
verflucht!« los und schnitt ein so sonderbar ironisches Gesicht, daß
es Gastelmeier außerordentlich unbehaglich wurde und er herzlich gern
einige väterlich gemeinte Worte an den Jüngling gerichtet hätte, wenn
es ihm nicht geratener erschienen wäre, die Familie mit nichts zu
beunruhigen. Sie kam ihm vor wie der verwunschene Teich, vor dem die
Buben gewarnt werden, damit sie nicht etwa mit Steinen hineinwerfen,
weil es sonst im See wild zu tosen und zu toben beginnt auf eine Weise,
die keinem Sterblichen gut thut. Aber er hätte doch gern gewußt,
weshalb Emil, bei der Beschreibung, die er der Familie zuliebe gemacht,
seine ironische Maske aufgesetzt hatte.
Frau Kovalski lud ihn zum Familienthee ein, der seit geraumer Zeit im
Wohnzimmer stand und ihr plötzlich wieder in die Erinnerung gekommen
war. Man hatte ihn über den verschiedenen rasch aufeinander folgenden
Unglücksfällen vergessen. Olly war ja vorhin so übereilig aus der
Atelierthüre gestürzt, weil sie die Theestunde um ein Beträchtliches
versäumt hatte -- und die Versäumnis durch ein paar Sprünge gut machen
wollte. Eile aber ist des Teufels Werk.
Gastelmeier lehnte dankend den Mitgenuß des Thees, der jedenfalls stark
gezogen hatte, ab und verabschiedete sich endgültig. Er hätte schon
heute Nacht in dem originell eingerichteten Zimmer schlafen können.
Dieser Gedanke aber hatte etwas so Befremdliches für ihn, daß er sich
durchaus nicht auf ihn einließ.