Silvester Bursfeld.
Der Brief war an den Kniffstellen mehrfach eingerissen und trug die
Spuren häufiger Lektüre.
»Wer hätte dat jedacht, Luische, dat die Menschen sich auf Jottes
weiter Welt so zusammenfinden. Laß mich och den zweiten Brief hören.«
Frau Luische rückte die Brille zurecht und las weiter. Der andere Brief
war neuesten Datums.
Linnais, den 5. Juli 1955.
Mein lieber Herr Termölen!
Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt und verdanke Ihnen, daß
ich es bin. Hätten Sie mir damals nicht die Nachweise gegeben, wär ich
nie zu Mrs. Harte gekommen. Dann wäre Jane Harte auch nicht meine liebe
Braut und in zwei Stunden mein angetrautes Weib. Es treibt mich, Ihnen
von meinem Glück Kenntnis zu geben. Heute nachmittag gehen wir auf die
Hochzeitsreise. Italien, Griechenland, Ägypten bis zu den Pyramiden.
Jane kennt die Alte Welt noch nicht. Sie hat immer in Amerika gelebt.
Auf der Rückreise wollen wir Sie besuchen. Ich lade mich und meine
junge Frau auf die Mitte des Monats für ein paar Tage bei Ihnen zu
Gaste. Durch Jane, die es von ihrer Mutter weiß, erfuhr ich, daß Sie
am 8. Juli Ihren achtzigsten Geburtstag feiern. Wir gratulieren dazu
von den Ufern des Torneaelf her und werden unsere Glückwünsche bald
mündlich wiederholen.