Wie bei der allgemeinen Einteilung gesagt ist, können die Rheinschiffe
in zwei Gruppen geteilt werden: _a_) die vom Rhein, unterhalb etwa von
Bonn: _b_) die vom Rhein, oberhalb Bonns, sowie von den Nebenflüssen,
ausgenommen den Neckar, wo ein Schiff vorkommt, das zur Gruppe _a_
gehört.
Die Gruppe _a_ umfasst:
Die _Dorstensche Aak_, so genannt nach der Stadt Dorsten, wo diese
Schiffe häufig gebaut werden. Es ist eine lange und schmale Aak. Der
Boden läuft bis in die Nase; die Länge ist das 6 bis 7 fache der
Breite, und das Schiff hat Beplankung mit Überlappung. Das Vorderteil
ist voll, das Hinterteil läuft in der Höhe der Wasserlinie spitz
zu. Das Hinterdeck ist erhöht und unterbrochen; die Ruderpinne ist
stark gekrümmt und ruht auf einem festen Stützholz (Luierwagen). Das
Steuerruder ist gross und schwer. Das Schiff hat zwei Masten. Auf den
kleineren Schiffen liegt die Kabine am hinteren Mast. Auf den grösseren
Aken bleibt ein Raum zwischen der Kabine und dem Mast. Hinter dem
grossen Mast befindet sich ein Verschlag und im Vorderteil eine Kabine
für die Bedienung. Der Rumpf ist durch flache und schräge Lukendeckel
verdeckt. Früher waren sie rund.
Die «Dorstensche Aak» mit runden Luken heisst «Samoreus» Neben dieser
hat es Aken mit verdecktem Schiffsraum gegeben. Das sind die «Dorstsche
Koolhaelders». Obwohl sie nicht bauchiger sind als die anderen «Aken»,
so sehen sie, wie alle mit überlappender Beplankung gebauten Schiffe,
voller aus. Gewöhnlich führen sie Segel mit Raaen am grossen Mast und
Besansegel am kleinen. Im allgemeinen kamen diese Schiffe unvollendet
zu uns, und erst nachdem die Ladung (Koch- und anderes Geschirr)
verkauft war, stellte man sie in unserem Lande fertig.
[Sidenote: III 94]
Die «_Neckaraak_» (Aak des Neckars) ist eine kleine «Dorstensche Aak»,
deren Länge etwa das 6½ fache der Breite beträgt. Sie ist also lang
und schmal und fuhr gut. Diese Aken haben eine eigenartige Kabine, die
im Verhältnis zur Höhe des Schiffs stark über das Deck emporragt. Sie
haben einen grossen Mast und einen kleinen am Steuerruder. Dies ist
ähnlich dem der «Dorstenschen Aak»; die Schiffe haben aber nicht, wie
diese letzteren, Schwerter.