[Sidenote: III 63]
Mit der «fliegenden Fähre» (_Gierpont_) kann die Überfahrt auf zwei
verschiedene Weisen geschehen. Man kann nämlich das Seil an einem Anker
in der Flussmitte einerseits und in der Mitte und an dem oberen Teile
der Fähre andrerseits befestigen. Die beiden so verankerten Enden der
Fähre werden nach flussaufwärts durch besondere Seile an dem Gierseil
befestigt. So kann man die Fähre gegen die Strömungsrichtung geneigt
einstellen, indem man an einem der beiden Seile zieht. Die Normale der
Strömung treibt dann die Fähre vorwärts, die einen Bogen um den Anker
als Mittelpunkt und mit dem Seil als Radius beschreibt. Man regelt die
Geschwindigkeit, indem man den Winkel ändert, den die Achse der Fähre
mit der Stromrichtung bildet.
Um die Wirkung der Strömung auf die Fähre zu verstärken, befestigt
man an der stromaufwärts gerichteten Seite, d. h. auf der Seite des
Gierkabels, zwei oder vier Schwerter, von denen eins oder zwei dazu
dienen, nach dem rechten und ebensoviel, um nach dem linken Ufer zu
fahren.
Um den Widerstand des Kabels im Wasser zu vermindern, stützt man es
durch einige kleine Boote, die man «Onderleg aakjes» (Unterleg-Aken)
nennt.
Eine solche fliegende Fähre ist u. a. auf der Maas in Tätigkeit, um den
Übergang von Grevenbricht-Rotem (Limburg) und Grave zu vermitteln.