DIE KABELFÄHRE.

[Sidenote: III 62]

Der «Kabelveerpont» (_Kabelfähre_) ist ein anderes Fahrzeug zum

Übersetzen über Wasserläufe. Bei ihr fällt das Gierkabel fort, und man

verfährt anders, indem man das Kabel oder eine Kette über den Fluss

spannt. Die Mitte des flussaufwärts gerichteten Teils der Fähre wird

an dem Kabel befestigt. Eine zu seiner Aufnahme bestimmte Rolle ist

hierzu an ihm angebracht. Um über den Fluss zu kommen, stösst man

die Fähre vom Ufer ab und lenkt sie in die Strömung, natürlich erst

nachdem die beweglichen Vorbrücken hochgezogen sind; dann bringt man

das Kabel an das Ende der Brücke, das auf der Seite liegt, zu der man

übersetzen will, und führt es über eine Rolle, die zeitweilig (nur

während der Überfahrt) in der Mitte der Vorbrücke befestigt ist. Die

Fähre nimmt dann eine schräge Stellung zum Kabel an, und ihre Achse

bildet wieder einen Winkel mit der Strömungsrichtung, wodurch die Fähre

hinübergetrieben wird. Das an beiden Ufern befestigte Kabel legt sich

durch sein eigenes Gewicht auf den Boden des Flusses und wird nur an

der Stelle hochgezogen, an der sich die Fähre befindet.

Als solche Fähren nennen wir die für die Überfahrt von Kessenich nach

Stevensweert und von Boorsheim nach Elsloo (Limburger Maas).

Man zieht aber nicht immer das Kabel über die Fähre, denn es behindert

die Schiffahrt. Manchmal lässt man es am Boden des Flusses liegen und

hängt die Fähre an ein Seil, das mittels einer Rolle am Kabel befestigt

ist. Dies Seil, das also in der Stromrichtung gespannt ist, wird in

der Mitte des oberen Teiles der Fähre befestigt. Wenn man nun mittels

eines besonderen Kabels die Fähre schräg stellt, wie wir es bei der

fliegenden Fähre (Gierpont) gesehen haben, so fährt sie über den Fluss,

indem die Rolle über das Kabel läuft, das am Boden des Flusses liegt.

Wir finden ein Beispiel einer solchen Fähre bei der Überfahrt

von Zalt-Bommel in Geldern. Die Gefahr dieser Kabel und aller

quergespannten Seile im allgemeinen ist die, dass sie oft beschädigt

werden, weil sie von den Ankern vorüberfahrender Schiffe erfasst

werden. Im Ausland, besonders in Belgien, spannt man die Kabel zum

Hinüberfahren über den Fluss, so dass die Schiffe darunter fahren

können. Es ist sehr zweifelhaft, ob diese Art die Kabel anzubringen,

für die schweren Fähren und bei grosser Breite des Flusses anwendbar

ist, ohne dass sehr kostspielige Mittel zum Halten des Kabels zur

Anwendung kommen.

In Limburg, wo die Maas sehr reissend ist, und wo das starke Gefälle

des Grundes viel stärkere Strömungen hervorruft, als im Lande sonst,

haben die Fähren keine Schwerter.

Bei allen diesen Fähren im allgemeinen und den «Kabelveerponten»

insbesondere ist eine sehr breite Zufahrtrampe nötig. Eine Breite

von 16 m in der Höhe des gewöhnlichen Niedrigwassers, die nach oben

abnimmt, hat sich als erforderlich erwiesen, weil die Spannung des

Kabels, die sich nach der Strömung und der Windstärke richtet, wechselt.

Je stärker die Strömung ist, um so sicherer kann man anlegen; das

ermöglicht es, die Breite der Zufahrtrampe nach oben zu verringern,

denn dieser obere Teil wird bei hohem Wasserstand allein benutzt.

[Sidenote: III 174]

[Sidenote: III 175]

[Sidenote: III 178]

[Sidenote: III 181]

Es ist selbstverständlich, dass man für die Überfahrt über das Wasser

nicht nur Fähren (Ponten), sondern alle Sorten Schiffe verwendet, wie

«Tjalken», «Poonen» u. s. w., von denen schon gesprochen ist.

[Sidenote: III 60]

[Sidenote: III 65]

[Sidenote: III 67]

Der «Veerhengst». Oft spricht man auch von «Hengsten», hier gebraucht

um die Kraft auszudrücken, und von «Veerhengsten», die zur Klasse der

«Hoogaarsen» gehören, denen sie übrigens gleichen.

Die «Hoogaarsen» werden bei den Fischereifahrzeugen beschrieben.

Zum Übersetzen von Fussgängern verwendet man meist Ruderboote und

gegenwärtig auch viel «Vletten».

Eine Bemerkung ist noch zu dem Vorstehenden zu machen:

Für die Flüsse mit Ebbe und Flut braucht man 2 Kabel, eins

stromaufwärts, eins stromabwärts, um bei Ebbe und bei Flut arbeiten

zu können. Die Arbeiten werden dann aber sehr schwierig, denn bei

stehender Ebbe ist die Strömung gleich Null oder so schwach dass

die Überfahrt nicht immer ausführbar ist. In solchen Fällen dienen

die Kabel nur als Führung für die Fährschiffe. Man bringt diese mit

der Hand oder mittels eines Motors hinüber, der auf ein besonderes

Überfahrseil wirkt. Eine solche Einrichtung findet man auf der

Berg’schen Maas, unterhalb Heusden.

Wenn bei Hochwasser die Strömung zu stark wird, so dass die Kabel zu

brechen drohen, so könnte man das Fährschiff an ein Gierseil hängen,

das dann den grösseren Teil der Spannung aufnehmen würde. Dies

Seil muss sehr lang sein: 1) damit der Zug auf den Anker möglichst

horizontal ist und 2) damit der Bogen, den die Fähre beschreibt,

möglichst flach ist.

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Die kleinen Binnenschiffe sind nicht weniger wichtig. Ihre Grösse nimmt

in dem Masse zu, wie die Schiffahrtstrassen verbessert werden. Der

Rumpf mit Überlappung macht dem glatten Rumpf Platz. Hinsichtlich der

Form unterscheiden sie sich von den oben erwähnten Typen durch ihre

verhältnismässig geringe Breite, sowie durch ihr sehr schräges Vorder-

und Hinterteil. Wenn im allgemeinen das Verhältnis zwischen Länge und

Breite von 3,5 bis 4 schwankt, so beträgt bei den uns beschäftigenden

Schiffen dies Verhältnis meist 5. Sie haben natürlich alle flachen

Boden; in den letzten Jahren hat man sie mit runderen Kimmungen gebaut.

Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1 · 第 70 / 142 题