II.1]

In einer Ecke des Teiches schwimmen die kleinen Taumelkäfer umher

und beschreiben Kreise im Wasser. Ihre glänzenden schwarzen Rücken

schimmern beinahe grün in der Sonne. Dann und wann springt einer in

die Höhe, um ein Insekt aus der Luft zu fangen, und ein anderer taucht

hinab, um eine Larve zu fressen. Taucht euer Netz ins Wasser, bringt

es schnell unter einen Käfer, hebt ihn heraus und steckt ihn in die

Flasche, so daß ihr ihn betrachten könnt.

Man könnte meinen, daß er vier Augen hat, denn jedes seiner beiden

Augen ist in zwei Teile geteilt. Die eine Hälfte ist nach oben in

die Luft gerichtet, die andere nach unten ins Wasser. Während er

umherschwimmt, kann er also die Fliegen in der Luft und die Larven im

Wasser sehen.

Mücken schweben über dem Teiche hin und her, und außerdem sehen wir

ein Gewimmel von jenen Fliegen mit so feinen, durchsichtigen Flügeln,

daß sie fast wie Gaze aussehen. Sie heißen Eintagsfliegen. Und jetzt

erhebt sich ein weit prächtigeres Insekt, 7,5 ~cm~ lang mit vier großen

Gazeflügeln, aus den Binsen und fliegt über den Teich.

Alle Kinder kennen wohl die Libelle oder Wasserjungfer. Ihre reizenden

Flügel haben Längs- und Queradern, die zum Teil mit Luft gefüllt sind

und zum Atmen dienen, und schillern in der Sonne in roten, blauen und

grünen Farben. Sie hat einen langen Hinterleib, eine dicke Brust mit

sechs Beinen und einen runden Kopf mit sehr großen Augen.

Jedes Auge hat mehr als zehntausend winzige Fenster, so daß sie

nach oben und unten, nach rechts und links sehen kann, während sie

dahinschießt und die Schmetterlinge und Motten, die ihr in den Weg

kommen, fängt. Zuweilen setzt sie sich auf eine Pflanze oder einen

Busch am Ufer und ruht, bis sie ihren Flug wieder aufnimmt.

Wenn man im April öfter zu einem Teich geht, wo sich Libellen finden,

kann man vielleicht beobachten, wie sie ihr Leben in der Luft beginnt.

Dies geschieht folgendermaßen.

Aus dem Wasser heraus kriecht ein großes Insekt auf den Stengel einer

Pflanze. Es hat einen Körper mit sechs Beinen, der ebenso groß ist wie

derjenige der Libelle. Aber es hat ein seltsames, schläfriges Aussehen,

und an Stelle der Flügel sehen wir nur zwei kurze Stümpfe.

[Illustration: ~a.~ Fressende Libellenlarve.

~b.~ Libelle aus der Larvenhaut kriechend.]

Langsam kriecht es am Stengel hinauf aus dem Wasser in die Luft. Dann

ereignet sich etwas Seltsames. Die Haut auf dem Rücken zerreißt, und

eine wirkliche Libelle kommt heraus.

Zuerst erscheint der Kopf, dann der Körper mit seinen sechs Beinen und

vier weichen runzeligen Flügeln und endlich der Hinterleib. Die Libelle

kann noch nicht fliegen. Sie sitzt neben ihrer alten leeren Haut und

streckt ihre Flügel langsam der Sonne entgegen. In einigen Stunden sind

sie lang, stark und fest. Dann ist sie fähig, über den Teich zu fliegen

und zu fressen.

So kommt die Libelle in die Luft hinauf. Ihre Larve wird man nicht so

leicht unter dem Wasser finden, aber wir wollen es in der nächsten

Woche mit unserem Netz versuchen. Heute haben wir so viel auf der

Oberfläche des Teiches gesehen, daß wir keine Zeit hatten, unten im

Schlamme zu fischen.

Lektion 3.

Tief unten.

Heute wollen wir unser Netz gebrauchen. Halte den Stock recht fest und

wirf das Netz in den Teich, wie ein Fischer die Angelfliege auswirft.

Der Stein wird das Netz langsam zum Sinken bringen. Wenn man es nun

vorsichtig durch den Schlamm und die Wasserpflanzen zieht, wird man

sicher etwas fangen.

[Illustration: Libelle, am Igelkolben.

Am Teich- und Flußufer · 第 13 / 24 题