Evelyn ging auf den Rasen. »Marianne, ein Er ist da.«

In der Laube schwieg es eine Weile, dann gab es einen Krach, -- und

dann einen Plumps.

»Meine schöne Hängematte!« jammerte Evelyn.

Rosenrot und schläfrig erschien Marianne.

Unten um die Ecke bog Julie, mit einem Buch in den Händen.

Craner wußte, daß es vier Schwestern waren. Vier, -- das war sonst so

übersehbar gewesen; er hatte dabei die Empfindung von etwas angenehm

Handlichem gehabt. Jetzt aber erschien es ihm plötzlich weich und

unbestimmt.

Er begrüßte die beiden anderen Schwestern.

Marianne war ein wenig enttäuscht. Als sie die Hängematte verließ,

hatte sie eine kleine Hoffnung gehabt, es könne der Lehrer sein. Sie

hatte bereits die schauernde Wärme geheimnisvoller Strahlen empfunden,

die von ihr ausgehen und den ungelenken Mann verwirren würden. Nun war

es bloß des Vormunds Bruder, der ihr freundlich guten Tag sagte, ohne

bewundernd die Augen aufzureißen. Sie dachte plötzlich an Lukas Allm

mit Sehnsucht.

Julie stellte inzwischen mit sachlicher Kühle das Äußere ihres Gastes

fest. Er war gut angezogen. Der Kragen hätte eine Kleinigkeit niedriger

sein können, aber der Schlips hatte eine ruhige Farbe, die zum Anzug

und auch zum Gesicht paßte. Seine Bewegungen waren angenehm und sicher,

manchmal sogar schön; wenn er im Gespräch die Hand erhob und mit leicht

gekrümmten Fingern eine dokumentierende Geste machte, gab es eine gute

Linie. Und in allem, was er sagte, war eine lächelnde Bestimmtheit.

Übrigens wandte er sich oft an Agnes Elisabeth und sah sie dabei mit

freudigem Interesse an. Das war amüsant.

»So bin ich denn auf ein Jahr herübergekommen, um in Berlin noch

genauere Studien über Tropenkrankheiten zu machen und das Material, das

ich drüben gesammelt habe, durchzuarbeiten,« erzählte er.

Marianne hatte eine Abneigung gegen alle Ärzte. Sie dachte immer gleich

an Operationen, rote Narben und Karbolgeruch. Sie blieb mit Evelyn

zurück, und die beiden warfen sich mit Tannenzapfen.

»Sie sollten auch nach Berlin gehen, Fräulein Julie,« meinte Craner.

»Mein Bruder sagt mir, daß Sie es mit Ihren Studien sehr ernsthaft

meinen. Er ist der Ansicht, Sie sollten sich nicht hier vergraben,

sondern ein Examen machen.«

»Warum?« fragte Julie ruhig.

»Sie erreichen dann doch ein Ziel, bringen Ihre Arbeit zu einem

gewissen Abschluß und kommen mitten in das wissenschaftliche Leben

hinein. Auch gewinnen Sie eine noch viel tiefere Freudigkeit zu Ihrem

Beruf, wenn Sie für andere Menschen arbeiten und dabei Erfolge sehen!«

Julie lehnte den Kopf etwas zurück und faßte ihr Buch mit beiden

Händen. »Ich möchte nicht für andere Menschen arbeiten! Was ich tue,

geschieht nur für mich selbst!« sagte sie langsam.

Craner sah sie erstaunt an. »Priesterin des neuen Glaubens«, fuhr es

durch seinen Kopf.

Agnes Elisabeth lachte kurz. »Nicht wahr, Sie halten uns für sehr

egoistisch?«

»Das sind wir schließlich alle,« lenkte Craner ein. »Aber ich kann

Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, daß es Freude macht, seinen

Mitmenschen zu helfen. Natürlich ist auch diese Freude eigentlich eine

selbstsüchtige Empfindung, doch ...«

»Ich will nach meinem Geschmack leben; weil meine Arbeit ihm

entspricht, tue ich sie,« sagte Julie und brach eine weiße Rose ab.

»Wenn andere Menschen etwas von meiner Arbeit haben, soll es mich

freuen. Aber dies ist nicht der Zweck, den ich verfolge; ebensowenig,

wie es mir auf Erfolg ankommt.«

»Das ist sehr heldenmütig!« sagte Craner mit leisem Spott und lächelte.

»O nein!« kam es kühl zurück.

»Übrigens führen Sie Ihre Idee auch nicht ganz durch!« begann Craner

wieder. »Sie leben hier doch alle füreinander, nicht wahr?«

»Ich glaube nicht,« sagte Julie. »Nebeneinander! Nur Agnes Elisabeth,

ja!« Sie drehte den Kopf hinüber. »Sie lebt für uns! Aber sie ist auch

die Güte selbst!« fügte sie mit heiterem Lächeln hinzu.

Agnes Elisabeth schwieg, als Craner sie anblickte. Sie kam sich

plötzlich so allein mit ihm vor, und es war gut, daß Gesch Margrets

Schürze erschien. Das Essen ging kurz vorüber. Craner erzählte von

seinem Aufenthalt in Kapstadt. Er hatte treffende Vergleiche, satte

Farben. Die Schwestern hörten angeregt zu. Evelyn genoß das Weite,

Unbekannte, und schwelgte in der Empfindung von noch blauerem Himmel,

von Wärme, die noch heißer flimmerte. Mariannes Phantasie ging in die

silbernen Mondnächte hinein; sie sehnte sich nach der lauwarmen Luft,

die ihren Körper streicheln und ihr heißes Blut in Erregung bringen

würde.

»Und nun wollen Sie ein ganzes Jahr in Berlin bleiben?« fragte Julie.

»Ja, bis zum nächsten August. Ich freue mich auf diese Zeit. Man kann

in einer großen Stadt viel intensiver arbeiten. Es gibt da so viele

Hilfsmittel, die einem die Arbeit erleichtern. Die hat man draußen

nun einmal nicht. Auch Sie sollten das bedenken, Fräulein Julie.

Bibliothek, Kunstsalons, Vorträge sind immerhin eine schätzenswerte

Beigabe, auch wenn man nur dem eigenen Geschmack leben will.«

Er lächelte.

»Nein, wir wollen alle zusammen in unserem Hause bleiben! Das haben wir

uns versprochen, nicht wahr, Agnes Elisabeth?«

»Also doch Altruismus!« meinte Craner.

Julie warf den Kopf zurück.

Die Erdbeeren waren gegessen, Agnes Elisabeth hob die Tafel auf.

Marianne und Evelyn gingen wieder ihre eigenen Wege, Julie holte sich

ein Buch.

Craner stand plötzlich mit Agnes Elisabeth allein in der Laube, in der

eine grüngoldene Dämmerung zitterte. Sie hatte ihre kurzen weißen Hände

auf den Tisch gestützt; in ihrem Haar flimmerte halbes Licht.

Craner fühlte mit einem Male die Einsamkeit, an der dieses Geschöpf

ihre Kraft und ihre Liebe verzehrte. Der Hauch von Mütterlichkeit, der

wie ein Goldton über ihrem Wesen lag, berührte ihn schmerzlich. Mit

beiden Händen gab sie den Schwestern, was sie an Liebe besaß; aber

keine dankte es ihr.

Er nahm die Papiere heraus, die ihm sein Bruder mitgegeben hatte.

»Darf ich Ihnen kurz erklären, um was es sich handelt?«

Agnes Elisabeth blickte auf und war sofort bei der Sache. Sie setzte

sich auf die Bank, Craner zog einen Korbstuhl heran.

Mit sachlicher Stimme erläuterte er den schwülstigen Geschäftsstil der

Formulare; auf einem Blatt Papier machte er ihr verständlich, wie sie

dieselben zu behandeln hätte.

»Hier müssen Sie dann die verschiedenen Daten ausfüllen, also etwa:

Agnes Elisabeth, in diese Rubrik hier: geboren den so und so vielten,

und so weiter. Nicht wahr, Sie verstehen mich?«

Agnes Elisabeth hörte aufmerksam zu. Sie empfand ein neues

Wohlbehagen. Sie lehnte sich an diese ruhige Stimme an. Nun würde schon

alles in Ordnung kommen.

Dann sprach er von ihrem Einsiedlerleben. »Ich glaube Sie zu

verstehen,« meinte er freundlich. »Sie sind in engster Verbindung mit

der Natur, die Ihnen immer mehr geben kann, als Menschen es vermögen.

Rücksichten auf die kleinen Dinge des Alltags sind hier kaum vorhanden.

Und darum laufen Sie wenig Gefahr, sich selbst zu verlieren.«

»Wir haben es von Mama so übernommen,« sagte Agnes Elisabeth weich.

»Und wir sind glücklich darin. Verstanden hat uns bis jetzt freilich

noch niemand. Aber wozu braucht man Verstehen?« In ihren Augen war

wieder jene Verschlossenheit sichtbar, die jeden Einblick in ihre

Empfindungen kühl zurückwies.

Craner staunte. Dieser sprunghafte Wechsel zwischen Bewegung und

geraden, harten Linien! Eine knisternde Unruhe, gleich einem Feuer, das

mitten in der Heide emporzuckt und fliehend über lange Strecken flirrt.

»Ich weiß nur nicht,« begann er wieder, »ob nicht doch mit der Zeit

andere Bedürfnisse aufwachen werden ...«

»Dann wird man weitersehen,« sagte sie, stand auf und legte die Papiere

zusammen.

Das grüne Licht umhüllte sie kalt und trennte sie plötzlich von ihm.

Diese Luft stand feindlich gegen ihn auf; das blasse Gesicht schien

zu sagen, daß er nun entlassen sei. Dann kann ich mich ja wohl

verabschieden, dachte er. Er erhob sich gleichfalls.

»Ich glaube, es wird Zeit, daß ich an den Heimweg denke!«

»Ich hoffe, daß Sie noch einmal wiederkommen, bevor Sie nach Berlin

gehen!« sagte sie und gab ihm die Hand.

»Ist es Ihnen wirklich recht, wenn ich Sie noch einmal aufsuche?«

»Ich meine immer das, was ich sage!« Sie zog etwas ungeduldig die

Augenbrauen zusammen.

Die zwei gingen den Seitenweg am Hause entlang. Die Hecke machte die

Luft stickig; erdwarm und medizinisch roch der Buchsbaum.

Evelyn kam ihnen aus der Seitentür entgegen, mit einem riesigen Strauß

von Heliotropen und weißen Rosen. »Bringen Sie den, bitte, Tante Sophie

mit!«

Marianne saß auf der Bank vor dem Hause. Sie träumte in die Landstraße

hinaus, die von Hellweges Haus schnurgerade in die Heide führte. Ihre

Gedanken hingen ganz dort hinten, wo die Bäume sich zu einer bläulichen

Wölbung zusammentaten.

Craner verabschiedete sich. Es gelang ihm nicht, einen herzlichen Ton

zu finden, so sehr er auch darnach suchte. Agnes Elisabeths Augen

standen ihm im Wege.

Aber diese Augen begleiteten ihn die lange Chaussee hinunter, und wenn

er in die Sonne blickte, sah er sie in flimmernden Kreisen vor sich.

* * * * *

Über den Wiesen wetterleuchtete es. Ein schwacher Donner grummelte

in der Ferne. Ein schwüler Heugeruch zog geheimnisvoll durch das

weitgeöffnete Fenster. Draußen war es schwarz. Nur von den bekalkten,

krumpeligen Stämmen der Birnbäume ging ein Leuchten aus, als ständen da

nackte Beine im Grase. Wenn die Blitze kamen, war für Augenblicks Weile

der Tag in fahlem Lichte da. Totenstill war es. Das verhaltene Murren

klagte über die Ebene, und diese ferne Klage machte das Schweigen nur

tiefer.

Wie leer war dies Schweigen! Agnes Elisabeth sah stumm hinein. Die

Stille starrte sie an, wie die toten Räume ihres Inneren. Wie leer war

es auch dort!

Die Schwestern bei der Hand nehmen wollte sie und sie führen, aber sie

gingen ihre Wege allein. Sie wollte der Mutter blumenstilles Empfinden

weiterleben heißen in diesem lieben Hause, aber der Rhythmus wollte

nicht mehr stimmen, und neue Melodien wachten auf, die denen besser

klangen; sie wollte so gern für andere leben und ihnen helfen, aber

hier war nichts zu helfen; sie waren Naturen, die nur sich selbst

vertrauten; sie sehnte sich nach Hilfsbedürftigkeit, die leises

Streicheln brauchte; wie weich hätte ihre kurze Hand streicheln

können. Aber es war keiner da! Evelyn vielleicht noch eine kurze Weile,

aber dann ...?

Die Blättermassen draußen blickten regungslos auf sie herein, mit

starren Augen. Ängstigend und unbewegt stand jenes Versprechen vor ihr.

»Daß die Kinder eine Heimat behalten«, hatte die Mutter gesagt, »geh

du nicht von ihnen.« Sie hatte es ihr versprochen, in einem Taumel

schmerzlicher Begeisterung, die diese Lebensaufgabe mit beiden Händen

erfaßt und sich zu eigen gemacht hatte. Aber wie anders sah nun die

Wirklichkeit aus! Hätte die Mutter nicht eigentlich wissen müssen, daß

dieser letzte Wille für Agnes Elisabeth die Ursache eines zwecklosen

Daseins werden würde!? Von vornherein waren die Kinder gelehrt worden,

zuerst sich selbst zu suchen, um sich dann aus eigner Kraft des Lebens

Wertvollstes zu sammeln. Nun sollte sie denen eine Heimat sein, die

doch bei sich selbst zu Hause waren und keine andre Heimat brauchten.

Waren Frau Hellwege vielleicht in letzter Stunde Zweifel gekommen, ob

der Weg, den sie den Kindern gewiesen hatte, der richtige sei? Oder

hatte die Angst vor dem Tode ihren Glauben zittern lassen, daß sie nach

Händen gegriffen hatte, denen sie ihren liebsten Besitz anvertrauen

könnte?

Jedenfalls hatte Agnes Elisabeth das Versprechen gegeben und mußte es

halten; und sie wollte es auch. Daran war kein Zweifel.

Wie würde ihr Leben nun weiter gehen?

Es blitzte. Draußen auf dem Rasen lag noch Evelyns Hut.

Sie würde den Haushalt besorgen und alles mit den Geschwistern teilen.

Was würde sie von diesen zurückempfangen? Sie würde geben, geben! Aber

das würde niemals seliger sein als Nehmen! Sie strich mit der Hand über

ihre Arme. Ein schwüler Windschauer ließ das Laub draußen verschlafen

rascheln. Die Baumkronen wiegten sich sehnsüchtig zueinander.

Ein Rieseln stieg in ihrem Nacken auf und glitt kalt über den Rücken

hinunter.

Was sie aber brauchte ...?!

Sie glitt von der Fensterbank hinab und stand in der Mitte des Zimmers.

Sie streckte sich plötzlich lang auf die harten Holzdielen aus. Die

Arme preßten sich gerade an ihren Körper, als müßten sie ihn festhalten.

Ja, was sie brauchte! Liebe brauchte sie, und immer und immer wieder

Liebe. Sie wollte Liebe geben, aber sie wollte sie auch nehmen!

Die Blitze zuckten über ihren weißen Körper, die Bäume sahen

erschrocken herein. Da lag sie und krümmte sich unter den Schmerzen

ihrer Sehnsucht.

Eine schwere Wärme dämmerte vor ihrem Gesicht. Vor ihren Augen tanzten

Funken.

Drüben im Alkoven standen zwei brennende Kerzen. Mit heiliger Ruhe

leuchteten ihre Flammen. Sie ließen die knisternde Masse des Haars

kupfergolden glühen, rostbraun erlöschen. Und ein feiner Rauch stieg

gerade in die Höhe, wie eine Bitte, daß dieses Opfer Gnade finden möge.

So lag Agnes Elisabeth lange. Als warte sie in dieser Stille auf

Erlösung.

Aus braungoldiger Tiefe tauchte ein grünbeschirmtes Nachtlicht auf,

dessen Leuchten rötlich durch eine weiße Hand schimmerte. Eine blasse

Helle tastete durch das Zimmer.

Julie blieb vor dem Körper der Schwester stehen und betrachtete ihn.

Agnes Elisabeth zog ihre Glieder zusammen und richtete sich auf. Ihre

Augen fanden Julie nicht sogleich; sie sah die Kerzen, das Nachtlicht

und die zuckenden Schatten auf der Tapete; sie hörte den leisen Regen.

Eine stumpfe Pause dehnte sich.

»Evelyns Hut wird naß werden!« sagte sie. Sie besann sich.

»Was willst du noch so spät, Julie?« --

»Das Glucksen in der Regentonne läßt mich nicht einschlafen. Hast du

nicht irgend etwas Einschläferndes? Ich habe schon so viel wirres Zeug

durcheinandergeträumt!«

Agnes Elisabeth stand auf, ging auf die Diele und holte von dem Büfett

die Obstschüssel.

»Komm, Äpfel helfen am besten.«

Julie nahm einen und biß krachend in die Schale. Der Apfelduft brachte

vieles wieder in Ordnung.

Agnes Elisabeth flocht ihr Haar in einen strammen Zopf und war ganz die

alte.

Julie setzte sich auf einen Strohstuhl und stützte die Arme auf die

Knie.

»Ich glaube, ich gehe nun doch nach Berlin,« sagte sie gemächlich.

»Das Fleisch schmeckt, wie Seide. Etwas fade! Man kann vielleicht dort

besser arbeiten.«

Agnes Elisabeth setzte sich unschlüssig auf den Bettrand. »Wenn du

meinst -- natürlich! Aber ich denke, du arbeitest nur zu deinem

Vergnügen?«

Julie machte mit dem halben Apfel eine Geste.

»Das tue ich auch! Aber was Craner sagte, hat mich berührt. Wenn

ich jetzt in die Stadt fahre, um mir Bücher zu holen, wie ist das

umständlich! Dort habe ich jeden Tag alles zur Verfügung. Und ich will

alles nehmen, was ich haben kann.«

»Dann werden wir also nicht zusammen bleiben?«

»Nein! Das heißt, ich komme natürlich wieder; vielleicht ein, zwei,

drei Jahre bleibe ich in Berlin, dann nehme ich mir irgendeine große

Arbeit mit hierher und wohne wieder bei euch.«

Agnes Elisabeth zog die dünne Decke herauf und legte den Kopf ins

Kissen. »Du kannst tun, was du willst,« sagte sie müde.

Julie legte das Kerngehäuse auf den Teller.

»Es ist doch gut, daß wir unser Leben so genießen können, wie wir es

uns wünschen.« Sie dehnte sich behaglich.

»Wir ...?« dachte Agnes Elisabeth.

»Genießen ist die vornehmste Kunst des Lebens,« sagte Julie und stand

gähnend auf. »Gute Nacht! Soll ich die Lichter ausmachen?«

»Bitte!« kam es vom Alkoven. Die Flammen, eine nach der anderen,

beugten sich zur Seite, duckten sich und verloschen.

Das Nachtlicht zog langsam ab, die bloßen Füße tappten über die Diele.

Agnes Elisabeth lag allein, im Dunkeln. Ein lächelnder Schimmer war

noch in ihren Augen. Genießen ...?! Aber dann wurde er breit, höhnisch

und grinsend.

Die Schwestern Hellwege · 第 12 / 47 题