X = a/(b + x)

anpassen ließen.

In diesem Ausdruck bedeuten nach den Worten *Ohms* X die Stärke der

magnetischen Wirkung (die Intensität des Stromes) und x die Länge des

eingeschalteten Schließungsdrahtes (Länge und Widerstand des Drahtes

sind einander proportional). a und b sind konstante, von der erregenden

Kraft und dem Widerstande der übrigen Teile der Kette (innerer

Widerstand genannt) abhängende Größen.

Auch die theoretischen Betrachtungen, die *Ohm* über die Wirkung der

galvanischen Säule anstellte, erwiesen sich für die Folgezeit als

außerordentlich fruchtbar. Ohne auf diese Betrachtungen im einzelnen

einzugehen, sei hervorgehoben, daß sie sich an die auf den Gebieten

der Hydrodynamik und der Theorie der Wärmeleitung entstandenen

Vorstellungen anschlossen. Das Strömen des Wassers, der Wärme und der

Elektrizität betrachtete *Ohm* als analoge Vorgänge.

Dasselbe, was beim Wärmestrom die Temperaturdifferenz und beim

fließenden Wasser der Neigungswinkel bewirkt, wird nach *Ohms*

Vorstellung beim elektrischen Strom durch den Spannungsunterschied (die

Potentialdifferenz) veranlaßt. Für den Spannungsunterschied zwischen

zwei um die Längeneinheit voneinander entfernten Punkten brauchte *Ohm*

den noch heute üblichen Ausdruck »Gefälle«[122].

Die erste Bestätigung des *Ohm*schen Gesetzes erfolgte durch

*Fechner*. Obgleich auch *Fechner* noch keine konstanten Elemente zu

Gebote standen, gelang es ihm dennoch, die Richtigkeit der von *Ohm*

für thermoelektrische Ströme gefundenen Formel für Hydroelemente

nachzuweisen[123]. *Fechner* war es auch, der zuerst die große

Bedeutung der *Ohm*schen Entdeckung anerkannte. Nach *Fechners* Worten

ist *Ohm* das Verdienst beizumessen, mit den wenigen Buchstaben seiner

Formel eine neue Epoche für die Lehre vom Galvanismus begründet zu

haben. *Ohms* Formel lehre zwar keine neuen Erscheinungen kennen,

sie verknüpfe aber ein großes Gebiet von Erscheinungen, die früher

rätselhaft nebeneinander gestanden. Vor allem besitze man jetzt sichere

Anhaltspunkte für das Maß der galvanischen Vorgänge, so daß jetzt erst

eine wissenschaftliche Behandlung dieses Gegenstandes möglich sei.

Als den Entdecker des elektrolytischen Grundgesetzes lernten wir

*Faraday* kennen. Dieser fand, daß die Mengen der von einem Strome

ausgeschiedenen Elektrolyten sich wie die chemischen Äquivalente

verhalten und der Stromstärke proportional sind[124]. Es blieb noch

übrig, für die Wärmewirkung und das von *Faraday* erschlossene Gebiet

der Induktion die mathematische Theorie zu entwickeln. Dies geschah

durch eine Reihe von Forschern, unter denen *Joule*, *Lenz*, *Wilhelm

Weber* und *Franz Neumann* an erster Stelle zu nennen sind.

Daß ein Metalldraht, durch den ein elektrischer Strom geht, erwärmt

wird, gehörte zu den ersten Beobachtungen über die Wirkungen der

galvanischen Elektrizität. *Davy* hatte[125] nachgewiesen, daß bei

Anwendung ein und derselben Stromquelle Eisen sich viel rascher erhitzt

als Zink und letzteres rascher als Kupfer oder Silber, vorausgesetzt,

daß es sich um Metalldrähte von gleicher Länge und Dicke handelte.

Diese Tatsache wurde dahin gedeutet, daß das Eisen die Elektrizität

schlechter leite als Zink, und daß Silber und Kupfer die besten Leiter

seien. Eine genauere messende Untersuchung der Wärmeleitung des

elektrischen Stromes unternahm der Engländer *Joule*[126].

*Joule* ermittelte die Temperaturzunahme, die ein in einer Glasröhre

befindlicher Quecksilberfaden durch verschieden starke Ströme erfährt.

Es ergab sich, daß die durch den Strom erzeugte Wärmemenge dem Quadrat

der Stromintensität proportional ist. Durch eine Ausdehnung dieser

Versuche auf andere Metalle fand *Joule* ferner, daß die erzeugte Wärme

dem Widerstande w der benutzten Drähte direkt proportional ist. Für die

während der Zeit t somit erzeugte Wärmemenge W ergab sich, wenn i die

Intensität des Stromes und c eine von der Beschaffenheit des Drahtes

abhängige Konstante ist:

Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, IV. Band Das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften seit der Entdeckung des Energieprinzips · 第 26 / 171 题