Vorgearbeitet in dem Steinreiche Siziliens hat uns Graf Borch sehr
emsig, und wer nach ihm gleichen Sinnes die Insel besucht, wird ihm
recht gern Dank zollen. Ich finde es angenehm sowie pflichtmäßig, das
Andenken eines Vorgängers zu feiern. Bin ich doch nur ein Vorfahr von
künftigen andern, im Leben wie auf der Reise!
Die Tätigkeit des Grafen scheint mir übrigens größer als seine
Kenntnisse; er verfährt mit einem gewissen Selbstbehagen, welches dem
bescheidenen Ernst zuwider ist, mit welchem man wichtige Gegenstände
behandeln sollte. Indessen ist sein Heft in Quart, ganz dem
sizilianischen Steinreich gewidmet, mir von großem Vorteil, und ich
konnte, dadurch vorbereitet, die Steinschleifer mit Nutzen besuchen,
welche, früher mehr beschäftigt, zur Zeit als Kirchen und Altäre noch
mit Marmor und Achaten überlegt werden mußten, das Handwerk doch noch
immer forttreiben. Bei ihnen bestellte ich Muster von weichen und
harten Steinen; denn so unterscheiden sie Marmor und Achate
hauptsächlich deswegen, weil die Verschiedenheit des Preises sich nach
diesem Unterschiede richtet. Doch wissen sie außer diesen beiden sich
noch viel mit einem Material, einem Feuererzeugnis ihrer Kalköfen. In
diesen findet sich nach dem Brande eine Art Glasfluß, welcher von der
hellsten blauen Farbe zur dunkelsten, ja zur schwärzesten übergeht.
Diese Klumpen werden wie anderes Gestein in dünne Tafeln geschnitten,
nach der Höhe ihrer Farbe und Reinheit geschätzt und anstatt
Lapislazuli beim Furnieren von Altären, Grabmälern und andern
kirchlichen Verzierungen mit Glück angewendet.
Eine vollständige Sammlung, wie ich sie wünsche, ist nicht fertig, man
wird sie mir erst nach Neapel schicken. Die Achate sind von der
größten Schönheit, besonders diejenigen, in welchen unregelmäßige
Flecken von gelbem oder rotem Jaspis mit weißem, gleichsam gefrornem
Quarze abwechseln und dadurch die schönste Wirkung hervorbringen.
Eine genaue Nachahmung solcher Achate, auf der Rückseite dünner
Glasscheiben durch Lackfarben bewirkt, ist das einzige Vernünftige,
was ich aus dem pallagonischen Unsinn jenes Tages herausfand. Solche
Tafeln nehmen sich zur Dekoration schöner aus als der echte Achat,
indem dieser aus vielen kleinen Stücken zusammengesetzt werden muß,
bei jenen hingegen die Größe der Tafeln vom Architekten abhängt.
Dieses Kunststück verdiente wohl, nachgeahmt zu werden.