Wie sie uns empfangen hat, habe ich keine Worte auszudrücken: mit
frischgrünenden Maulbeerbäumen, immergrünendem Oleander,
Zitronenhecken etc. In einem öffentlichen Garten stehn weite Beete von
Ranunkeln und Anemonen. Die Luft ist mild, warm und wohlriechend, der
Wind lau. Der Mond ging dazu voll hinter einem Vorgebirge herauf und
schien ins Meer; und diesen Genuß, nachdem man vier Tage und Nächte
auf den Wellen geschwebt! Verzeiht, wenn ich mit einer stumpfen Feder
aus einer Tuschmuschel, aus der mein Gefährte die Umrisse nachzieht,
dieses hinkritzle. Es kommt doch wie ein Lispeln zu euch hinüber,
indes ich allen, die mich lieben, ein ander Denkmal dieser meiner
glücklichen Stunden bereite. Was es wird, sag' ich nicht, wann ihr es
erhaltet, kann ich auch nicht sagen.
Palermo, Dienstag, den 3. April 1787.
Dieses Blatt sollte nun, meine Geliebten, euch des schönsten Genusses,
insofern es möglich wäre, teilhaft machen; es sollte die Schilderung
der unvergleichlichen, eine große Wassermasse umfassenden Bucht
überliefern. Von Osten herauf, wo ein flächeres Vorgebirg weit in die
See greift, an vielen schroffen, wohlgebildeten, waldbewachsenen
Felsen hin bis an die Fischerwohnungen der Vorstädte herauf, dann an
der Stadt selbst her, deren äußere Häuser alle nach dem Hafen schauen,
wie unsere Wohnung auch, bis zu dem Tore, durch welches wir
hereinkamen.
Dann geht es westwärts weiter fort an den gewöhnlichen Landungsplatz,
wo kleinere Schiffe anlegen, bis zu dem eigentlichen Hafen an den Molo,
die Station größerer Schiffe. Da erhebt sich nun, sämtliche
Fahrzeuge zu schützen, in Westen der Monte Pellegrino in seinen
schönen Formen, nachdem er ein liebliches, fruchtbares Tal, das sich
bis zum jenseitigen Meer erstreckt, zwischen sich und dem eigentlichen
festen Land gelassen.