Neapel, den 25. Februar 1787

Endlich auch hier glücklich und mit guten Vorbedeutungen angekommen.

Von der Tagesreise nur so viel: St. Agata verließen wir mit

Sonnenaufgang, der Wind blies heftig hinter uns her, und dieser

Nordost hielt den ganzen Tag an. Erst Nachmittag ward er Herr von den

Wolken; wir litten von Kälte.

Unser Weg ging wieder durch und über vulkanische Hügel, wo ich nur

noch wenige Kalkfelsen zu bemerken glaubte. Endlich erreichten wir

die Plaine von Capua, bald darnach Capua selbst, wo wir Mittag hielten.

Nachmittag tat sich ein schönes, flaches Feld vor uns auf. Die

Chaussee geht breit zwischen grünen Weizenfeldern durch, der Weizen

ist wie ein Teppich und wohl spannenhoch. Pappeln sind reihenweis auf

den Feldern gepflanzt, hoch ausgezweigt und Wein hinangezogen. So

geht es bis Neapel hinein. Ein klarer, herrlich lockerer Boden und

gut bearbeitet. Die Weinstöcke von ungewöhnlicher Stärke und Höhe,

die Ranken wie Netze von Pappel zu Pappel schwebend.

Italienische Reise — Band 1 · 第 27 / 68 题