Unter den Ländern, die sich mit Schiffsbau befassen, steht allen weit

voran +Großbritannien+. Die bedeutendsten Werften desselben sind

die am Clyde, am Tyne und am Wear. An der Spitze der Schiffsbauer

am Clyde steht die Firma +John Elder+ & Comp. in Govan bei Glasgow

(jetzt Fairfield Shipbuilding and Engineering Company); es folgen die

Firmen +Russel+ & Comp. in Port Glasgow und R. +Napier+ in Govan;

unter den Geschäften am Tyne behauptet die +Palmer-Schiffsbau- und

Eisengesellschaft+ den ersten Rang; letztere Firma ist zugleich die

erste von ganz Großbritannien und vielleicht der ganzen Welt[247]. Von

den sonstigen Schiffsbau-Anstalten Großbritanniens sind zu bemerken:

Die Werften des Tee, von West Hartlepool, des Mersey, von Belfast, von

Southampton, von Hull, Dundee und von Leith[248]. -- England zunächst

kommt hinsichtlich des Schiffsbaues die +Union+.

Über den Schiffsbau +Großbritanniens+ in den Jahren 1880-1882

orientiert folgende Übersicht:

-------------+-----------------------------

| +Tonnen.+

Werften. +--------+--------+-----------

| 1880 | 1881 | 1882

-------------+--------+--------+-----------

Am Clyde | 237000 | 332000 | 389000

„ Tyne | 149000 | 177000 | 208000

„ Wear | 140000 | 148000 | 212000

Übrige | 180000 | 203000 | 385000

---+--------+--------+-----------

Zusammen | 706000 | 860000 | 1194000[249]

Da der +nominelle+ Tonnengehalt der auf der ganzen Erde per

Jahr gebauten Schiffe ca. 1800000 t beträgt, so entfallen auf

Großbritannien, das 1882 fast 1200000 t lieferte, volle ⅔ des gesamten

Schiffsbaues der Erde.

Noch günstiger gestaltet sich das Verhältnis für Großbritannien

bezüglich der +effektiven Tragfähigkeit+; es treffen nämlich von der

Gesamttragfähigkeit der 1882 auf der Erde gebauten Schiffe (7010000 t)

auf Großbritannien mehr als 7/10 (5040000 t).

-------------+--------------------------+-----------------------------

| Tonnengehalt der 1882 | Prozentanteil.

| erbauten Schiffe. |

Flaggen. +------------+-------------+-------------+---------------

| Nomineller | Effektive | am nomi- | an der

| Tonnen- | Trag- | nellen | effektiven

| gehalt. | fähigkeit. |Tonnengehalt.| Tragfähigkeit.

-------------+------------+-------------+-------------+---------------

Britische | 1194000 | 5040000 | 66 | 72

Amerikanische| 281000 | 1080000 | 15,6 | 15,4

Sonstige | 330000 | 890000 | 18,4 | 12,6

---+------------+-------------+-------------+---------------

Zusammen | 1805000 | 7010000 | 100 | 100[250]

Im Jahre 1883 gestaltete sich der +britische Schiffsbau+ wie folgt[251]:

----------------+---------+-------------------------------

| | Zahl der Schiffe.

Werften. | Tonnen. +----------+---------+----------

| | Dampfer. | Segler. | Zusammen.

----------------+---------+----------+---------+----------

Am Clyde | 417880 | 240 | 86 | 326

„ Tyne | 216573 | 169 | -- | 169

„ Wear | 212313 | 125 | 1 | 126

Übrige | 410063 | -- | -- | 267

---+---------+----------+---------+----------

Zusammen | 1256829 | -- | -- | 888

Der +Wert+ dieser 888 Schiffe beziffert sich auf 19 Mill. Pfd. St. (=

380 Mill. M.)[252].

Interessante Aufschlüsse über das Schiffsbauwesen der verschiedenen

Länder der Erde giebt folgende Tabelle[253].

=Zahl und Tonnengehalt aller in den einzelnen Ländern der Erde

gebauten und noch in Verwendung stehenden Schiffe von 100 t und

darüber.=

A: Eisenschiffe.

B: Stahlschiffe.

C: Holzschiffe.

D: Schiffe gemischten Systems.

----------------------+-------+--------+---------+-----+----+-----+----

Länder. |Segler.|Dampfer.|Zusammen.| A | B | C | D

----------------------+-------+--------+---------+-----+----+-----+----

Großbritannien u. | | | | | | |

Irland | 5016 | 7200 | 12216 | 8262| 562| 3231| 161

Britische Kolonieen | 3420 | 221 | 3641 | 89| 1| 3541| 10

Amerika (Ver. Staaten)| 4164 | 472 | 4636 | 215| 2| 4417| 2

Dänemark | 541 | 87 | 628 | 76| 5| 547| --

+Deutschland+ | 1880 | 432 | 2312 | 476| 19| 1813| 4

Frankreich | 1109 | 202 | 1311 | 200| 24| 1084| 3

Griechenland | 1093 | 1 | 1094 | 1| --| 1093| --

Italien | 1690 | 12 | 1702 | 14| --| 1688| --

Niederlande | 438 | 92 | 530 | 100| 17| 391| 22

Norwegen | 2022 | 154 | 2176 | 97| 3| 2073| 3

Österreich | 457 | 69 | 526 | 59| 5| 462| --

Rußland | 755 | 34 | 789 | 26| 3| 759| 1

Schweden | 883 | 470 | 1353 | 306| 47| 932| 68

Spanien | 536 | 11 | 547 | 4| --| 543| --

Hiernach hat das +gesamte+ britische Reich 44% aller Schiffe gebaut,

und Großbritannien und Irland +für sich+ allein 34%. Am Eisen- und

Stahlschiffsbau ist Großbritannien und Irland sogar mit fast 82%

beteiligt.

Die großartige Bedeutung des +englischen Schiffsbaues für die übrigen

Länder der Erde+ erhellt daraus, daß von den 12216 in Großbritannien

und Irland gebauten Schiffen 3316 (darunter 1186 Segelschiffe und 2130

Dampfer) in den Besitz fremder Nationen übergingen[254].

Es kamen hiervon

nach Deutschland 330, wovon 153 Segler, 177 Dampfer,

„ Österreich 93, „ 34 „ 59 „

„ Frankreich 395, „ 86 „ 309 „[255].

Über den Stand des Schiffsbaues im Jahre 1885 giebt folgende Übersicht

Aufschluß[256]. Es wurden gebaut

-------------------------------+--------------+--------

| Schiffe[257] |

in den Ländern | von 100 t | Tonnen.

| und darüber. |

-------------------------------+--------------+--------

Großbritannien und Irland | 382 | 449825

Vereinigte Staaten von Amerika | 57 | 39995

Britische Kolonieen | 68 | 34946

Deutschland | 42 | 26993

Frankreich | 21 | 24122

Niederlande | 15 | 13232

Norwegen | 30 | 12465

Österreich | 7 | 5968

Italien | 21 | 4430

Schweden | 12 | 3474

Griechenland | 16 | 3126

Dänemark | 7 | 3058

Rußland | 8 | 2027

in den anderen Ländern | 6 | 997

---+--------------+--------

Zusammen | 692 | 624658

Was den Schiffsbau in +Deutschland+ betrifft, so konnte vor zehn

Jahren von deutschem Eisenschiffsbau kaum gesprochen werden. Dermalen

aber besitzt Deutschland schon sehr leistungsfähige diesbezügliche

Anstalten. Die bedeutendste deutsche Privatwerft ist der „Vulkan“ bei

Stettin.

Den größten Einfluß auf das Gedeihen des Eisen- und Stahlschiffsbaues

in Deutschland übte die +Entwicklung der deutschen Marine+. Nach dem

Vorgange der englischen Marine wurden nämlich auch für die Schiffe der

deutschen Marine Vorschriften über die Qualität des zu verwendenden

Materials festgesetzt; das Verfahren dieser Materialsprüfungen übertrug

sich dann auf die Bauten für die Handelsmarine, so daß auch hier nicht

mehr so dürftiges Material verwendet werden konnte, wie es früher

häufig der Fall war. Bis 1870 waren indes die Schiffswerften noch

immer genötigt, das Material aus England und Belgien zu beziehen;

einmal konnten die deutschen Industriellen nicht mit den Preisen der

englischen konkurrieren, dann ermöglichten die Einrichtungen jener

auch nicht die Auswalzung von Material zum Schiffsbau. Mittlerweile

aber ist in dieser Beziehung ein völliger Umschwung eingetreten.

Besonders in Westfalen und Schlesien sind die Stahlwerke heute nicht

allein bezüglich der Preise in der Lage, mit England erfolgreich zu

konkurrieren, sondern sie sind auch mit allen Arten von Walzen wohl

assortiert, um dem Schiffsbau diejenigen Profile liefern zu können,

deren er bedarf; desgleichen hat sich die Hütte in Dillingen a. d.

Saar zur Anfertigung von Panzerplatten eingerichtet. Dasselbe Werk hat

neuestens gezeigt, daß es auch die weit schwieriger herzustellenden

Compoundplatten (aus Eisen und Stahl zusammengeschweißt) in

vorzüglicher Qualität und so rechtzeitig anzufertigen im stande ist,

daß dadurch bereits die völlige Unabhängigkeit von England hinsichtlich

des Bezuges von Panzerplatten erreicht wurde. Auch die übrigen zum

Schiffsbau notwendigen Materialien, nur Teak und Pitchpine ausgenommen,

die nicht in Deutschland wachsen, können nunmehr aus Deutschland

bezogen werden.

So hat sich der deutsche Eisen- und Stahlschiffsbau in der kurzen Zeit

seines Bestehens nicht allein fast völlige Unabhängigkeit vom Auslande

erworben, sondern es sind demselben auch schon größere Aufträge auf

Kriegsschiffe von auswärtigen Mächten und ebenso auf Handelsschiffe von

auswärtigen Bestellern übertragen worden, so daß sein Anteil an der

Förderung des Wohlstandes in Deutschland nicht mehr zu unterschätzen

ist. Es sei in dieser Beziehung nur erwähnt, daß auf dem „Vulkan“ seit

dem Bestehen des Werkes 154 Schiffe abgeliefert wurden, unter denen

11 Panzerschiffe und Kriegsschiffe, 24 Torpedoboote und Fahrzeuge

aller Art zu nennen sind. Zu den größten dieser Schiffe zählen die

beiden Panzerschiffe der kaiserlich deutschen Marine „Sachsen“ und

„Württemberg“, sowie die beiden kaiserlich chinesischen „Ting Yuen“

und „Chen Yuen“. Erstere haben ein Deplacement von 7000 t, sowie

Maschinen von 5600 Pferdekräften, letztere 7500 t Deplacement und

Maschinen von 6000 Pferdekräften. Der größte bis jetzt auf dem „Vulkan“

gebaute Handelsdampfer ist „Rupia“, ein Schiff, das ein Deplacement

von 5500 t und Maschinen von 2200 Pferdekräften besitzt. Von den 2312

in Deutschland gebauten und noch verwendeten Schiffen gingen in fremde

Länder 513, darunter 437 Segler und 76 Dampfer[258].

Um auch die Bedeutung, die der deutsche Eisen- und Stahlschiffsbau

für die Eisenindustrie hat, durch Zahlen zu beweisen, sei es

gestattet, noch folgendes anzuführen: Es wurden verwendet zu

den beiden chinesischen Schiffen „Ting Yuen“ und „Chen Yuen“

4980000 kg Eisenplatten, 1544000 kg Profileisen, 3128000 kg

Compound-Panzerplatten, 1076000 kg diverses Eisen. Zu den sechs für

den Norddeutschen Lloyd in jüngster Zeit gelieferten Dampfern kamen

zur Verwendung: Stahlplatten 5380000 kg, Eisenplatten 1020000 kg,

Stahlwinkel 2000000 kg, Eisenwinkel und Bulbs 429000 kg, diverses Eisen

1868000 kg. Und dieses gesamte Material wurde bis auf einen kleinen

Teil in +deutschen+ Werken angefertigt!

4. Wert der Handelsflotten.

Rechnet man die Baukosten für eine Dampfertonne auf 400 und für

eine Segelschifftonne auf 200 M., so stellt sich das in der ganzen

Handelsmarine der Erde angelegte Kapital auf rund 5300 Mill. M.[259]

5. Die Pferdekräfte aller Schiffsmaschinen der Erde

(verglichen mit jenen der feststehenden Maschinen und der

Lokomotiven)[260].

-----+---------+------------------------+-----------------------------

| Fest- |Lokomo-| Schiffs-|Zusam-| Prozentanteil der

|stehende | tiven |maschinen| men +-----------+-------+---------

|Maschinen| | | | fest- |Lokomo-|Schiffs-

Jahr.+---------+-------+---------+------+ stehenden | tiven.|maschi-

| in Tausenden. | Maschinen.| | nen.

-----+---------+-------+---------+------+-----------+-------+---------

1840 | 1290 | 960 | 106 | 2356| 55 | 41 | 4

1850 | 1780 | 4190 | 340 | 6310| 28 | 66 | 6

1860 | 2450 | 7900 | 1050 | 11400| 22 | 69 | 9

1870 | 3650 | 13700 | 2190 | 19540| 19 | 70 | 11

1880 | 7415 | 17618 | 3891 | 28924| 25 | 61 | 14

6. Schiffbrüche.

=~a.~ Jährlicher Verlust an Schiffen= (in Tonnen ausgedrückt)[261].

-----------------+--------+-------------+---------+--------------------

| | | | Prozente

Flotten. |Dampfer.|Segelschiffe.|Zusammen.|des Tonnengehaltes

| | | |der gesamten Flotte.

-----------------+--------+-------------+---------+--------------------

Britische | 90000 | 170000 | 260000 | 3,50

Französische | 7000 | 22000 | 29000 | 3,60

Deutsche | 6000 | 40000 | 46000 | 3,80

Russische | 3000 | 18000 | 21000 | 4

Österreichische | 3000 | 9000 | 12000 | 4

Italienische | 1500 | 27500 | 29000 | 2,90

Spanische | 3500 | 13500 | 17000 | 3,70

Niederländische | 3000 | 14000 | 17000 | 4,05

Der Vereinigten | | | |

Staaten | 16000 | 112000 | 128000 | 4,90

Sonstige Flotten | 59000 | 130000 | 189000 | 4

---+--------+-------------+---------+--------------------

Zusammen | 191000 | 556000 | 747000 | 3,80

Hiernach hat den höchsten Verlust die Flotte der Vereinigten Staaten,

den geringsten die italienische.

Einschließlich der durch +Abnützung+ unbrauchbar gewordenen Schiffe

beträgt der +durchschnittliche jährliche Verlust an Schiffen+ 1200000

Registertonnen[262].

=~b.~ Zahl der zu Verlust gegangenen Schiffe[263].=

--------------------------------------------+------------+------

+Es sind+ |Durchschnitt| Jahr

| 1866-1879. | 1880.

--------------------------------------------+------------+------

verschollen | 93 | 101

gesunken durch Zusammenstoß | 182 | 205

verbrannt | 191 | 229

gestrandet | 1171 | 1108

Zu Grunde gegangen infolge anderer Unfälle, | |

z. B. durch Leckwerden u. s. w. | 534 | 550

---+------------+------

Zusammen | 2171 | 2193

Was das Verhältnis der +Sicherheit+ von Segel- und Dampfschiffahrten

betrifft, so ergiebt sich mit Rücksicht auf die größere Zahl der

Reisen, welche die Dampfschiffe machen, etwa eine viermal größere

Sicherheit der letzteren[264].

In +Lloyd’s „General Report“ für 1884+ finden sich folgende Angaben

über +zu Verlust gegangene Schiffe+[265]: Es betrug deren Zahl auf der

ganzen Erde:

------+---------+----------+----------

Jahr. | Segler. | Dampfer. | Zusammen.

------+---------+----------+----------

1860 | 2657 | 88 | 2745

1870 | 2288 | 204 | 2492

1875 | 2205 | 348 | 2553

1883 | 1936 | 628 | 2564

1884 | 1536 | 591 | 2127

Ganz besonders häufig kommen +Kollisionen+ von Schiffen vor, wie aus

folgender Tabelle erhellt[266]:

------+---------+----------+----------

Jahr. | Segler. | Dampfer. | Zusammen.

------+---------+----------+----------

1866 | 1614 | 344 | 1958

1870 | 1788 | 502 | 2290

1875 | 2012 | 798 | 2810

1883 | 1700 | 1223 | 2923

1884 | 1360 | 999 | 2359

=~c.~ Verlust an Vermögenswerten und Menschenleben infolge von

Schiffbrüchen (per Jahr)[267].=

------------------------------+-----------------------+---------------

| Wert der Schiffe und | Verlust an

Flagge. | Ladungen in Tausenden | Menschenleben.

| von Pfd. St. |

------------------------------+-----------------------+---------------

Britische | 18900 | 2090

Französische | 2100 | 250

Deutsche | 3400 | 400

Russische | 1500 | 200

Österreichische | 800 | 110

Italienische | 2050 | 250

Spanische | 1200 | 150

Holländische | 1200 | 150

Vereinigte Staaten von Amerika| 9400 | 1100

Verschiedene | 6300 | 700

---+-----------------------+---------------

Zusammen | 46850 | 5400

Der Totalwert von Schiffen und Waren, die über die See gehen, beträgt

jährlich fast 1400 Mill. Pfd. St.; der Verlust macht somit circa 3¼%

oder weniger als 1% per Seereise aus.

7. Die Mannschaft der Handelsmarine[268].

-------------------------------+--------

Länder. | Mann.

-------------------------------+--------

Großbritannien u. Irland | 193000

Schweden und Norwegen | 79000

Italien | 52000

Deutschland | 40000

Frankreich | 35000

Spanien | 23000

Rußland | 23000

Niederlande | 18000

Griechenland | 11000

Türkei | 10000

Österreich | 7000

Dänemark | 7000

Portugal | 5000

+Europa+ | 503000

Vereinigte Staaten von Amerika | 120000

Canada | 50000

Australien | 11000

Brasilien | 6000

Argentinien | 2000

---+--------

Total | 692000

Nach +Neumann-Spallart+ beträgt das Heer der Handelsmarine rund 900000

Mann.

Anhang.

1. Münztabelle.

----------------+----------------------------------+-----------------

| | Deutsche

Staaten. | Münz-Einheiten. |Reichswährung.[269]

| +-----+-----------

| |Mark.| Pfennig.

----------------+----------------------------------+-----+-----------

Belgien |1 Frank = 100 Centimes | -- | 80

Dänemark |1 Krone = 100 Öre | 1 | 12,5

Deutsches Reich |1 Mark = 100 Pfennig | 1 | --

Frankreich |1 Frank = 100 Centimes | -- | 80

Griechenland |1 Drachma = 100 Lepta = 1 Frank | -- | 80

Großbritannien | | |

u. Irl. |1 Pfd. Sterl. = 20 Shilling zu 12 | |

| Pence | 20 | 40

Italien {|1 Lira = 100 Centisimi | -- | 80

{|1 Dukato = 100 Grani | 3 | 44,147

Luxemburg |1 Frank = 100 Centimes | -- | 80

Niederlande |1 Gulden = 100 Cents | 1 | 70

Österreich, {|1 Gulden österr. Währ. = 100 | |

| Kreuzer | |

Lichtenstein {| Silber oder Papier | 1 | 70

Portugal |1 Milreïs = 1000 Reïs | 4 | 50

Rumänien {|1 Piaster | -- | 30

{|1 Leu zu 100 Ban Para | -- | 80

Rußland {|1 Papier- (Silber-) Rubel = 100 | |

| Kopeken | 2 | 25

{|1 Gold-Rubel | 3 | 20

Schweden, | | |

Norwegen |1 Krone = 100 Öre | 1 | 12,5

Schweiz |1 Frank = 100 Centimes (Rappen) | -- | 80

{|1 Peseta = 100 Cents | -- | 80

Spanien {|1 Duro = 20 Reales | 4 | 14

{|1 Piaster = 100 Centavos | 4 | --

{|100 Spanische Realen | 21 | --

Türkei |1 Piaster = 40 Para zu 3 Kurant- | |

| Asper | -- | 18

Verein. Staaten | | |

von A. |1 Dollar = 100 Cents | 4 | 25

2. Vergleich wichtiger Maße.

1 englische Meile = 1,60 km. | 1 geogr. Meile = 7,42 km.

1 Seemeile = 1,85 km. | 1 engl. Faden = 1,83 m.

1 m = 3,08 Paris. Fuß = 3,28 engl. Fuß = 0,55 engl. Faden.

1 km = 0,54 Seemeile = 0,13 deutsche geogr. Meile = 0,94 Werst.

1 qkm = 0,39 engl. Q.-Meile = 0,018 geogr. Q.-Meile = 0,88

Q.-Werst.

1 deutsche geogr. Q.-Meile = 55,06 qkm.

3. Direkte Billets von Berlin nach überseeischen Häfen[270].

Preise in Mark. Wo mehrere Preise für ein und dieselbe Klasse

angegeben sind, gelten die höheren Preise für die am günstigsten

gelegenen Kajüten.

Wo I./II. angegeben, bezieht sich die I. Klasse auf das Schiff, die

II. auf die Bahn.

=Adelaide.=

Sloman, Hamburg: I. 1027.

Orient Line, London: I. 1606,25, 1391, 1175,75. II. 933,20,

825,60. III. 502,70, 459,60.

Messager. Maritimes, Marseille: I. 1504,25. II. 1232,30.

III. 601.

Peninsul. & Oriental St. N. C., London: I. 1536,30.

II. 892,80.

=Arica.=

Kosmos, Hamburg: I. 1227. II. 770,10. III. 374,30.

=Bahia.=

Roy. Mail St. C., Southampton: I. 730,50.

Lamp. & Holt, Liverp.: I. 539,25.

Pac. St. N. C., Liverp.: I. 744,25. II. 504,20.

Hamburg-Südamerik., Hamb.: I. 537.

Nordd. Lloyd, Bremen: I. 649,20.

=Baltimore.=

Allan L., Liverpool: I. 539,25 u. 340,20.

Nordd. Lloyd, Bremen: II. 330,70.

=Barbados.=

West. Ind. & Pacific. St. C., Liverpool: I./II. 545,70.

Roy. Mail St. C., Southampton: I./II. 908.

=Batavia.=

Nederland, Amsterd. & Rotterd. Lloyd, Rotterd.: I. 1416,50.

II. 722,70.

British India, Lond.: I. 1176,55. II. 862,05.

Messager. Maritimes, Marseille: I. 1565. II. 1392,30.

III. 690,10.

=Bombay.=

Penins. & Orient. St. N. C., London:

über London I. 1493,50. II. 830,70;

ü. Venedig I. 1428,15. II. 757,80;

ü. Brindisi I. 1499,35. II. 807,65.

British India, Lond.: I. 1176,55. II. 718,55.

=Boston.=

Cunard L., Liverpool: I. 581,25, 516,75.

I./II. 417,20, 352,50.

Allan L., Liverpool: I. 488,25. I./II. 401,70. 340,20.

=Buenos-Aires.=

Roy. Mail St. C., Southampt.: I. 833.

Lamport & Holt, Liverpool: I. 641,75.

Pac. St. N. C., Liverpool: I./II. 820,15. II. 504,90.

Hamb.-Südamerik. G., Hamburg: I. 527.

Nordd. Lloyd, Bremen: I. 813,20.

=Calcutta.= P. & O., Lond., wie nach Bombay.

Brit. Ind. St. N. C., London: I. 1048,45.

Messag. Maritimes, Marseille: I. 1463,75. II. 1359,90.

III. 649,60.

=Ceylon= wie Bombay.

=Colon.=

Royal Mail St. C., Southampton: I. 935,50. II. 698,70.

=Demerara= wie Colon.

=Havanna= wie Colon.

=Hongkong=.

Penins. & Orient. St. N. C., London:

über London I. 1698,50. II. 994,70;

über Venedig I. 1633,15. II. 921,80;

über Brindisi I. 1704,35. II. 971,65.

Hamb.-Amerik. Pak.-A.-G., Hamb.:

über S. Francisco I. 1827.

Deutsche Dpfsch.-Reederei, Hamburg:

über Suez I. 1077.

Messager. Maritimes, Marseille: I. 1666,25. II. 1321,90.

III. 730,60.

=Jamaica= wie Colon.

=Kapstadt=.

Col. Mail L., Lond. & Union St. S. C., Southampton: I. 761,25.

II. 514,20.

=Madeira.=

C. Woermann, Hamburg: I. 327.

Union Steamship Co., South.:

über London I. 510,30. II. 352,65. III. 288,05;

über Southampt. I. 526,10. II. 263,95. III. 299,35;

über Plymouth I. 558. II. 386,20. III. 307,05;

über Hamburg I. 437. II. 310. III. 227,80.

Colon. Mail L., London:

über London I. 510,30. II. 352,65. III. 288,05.

=Madras.= P. & O., London, wie nach Bombay.

Messager. Maritimes, Marseille: I. 1463,75. II. 1359,90.

III. 649,60.

=Melbourne= wie Adelaide, außerdem noch mit der

Hamb.-Amer. Pak.-A.-G.:

über San Francisco I. 1450.

=Montevideo.=

Roy. Mail St. C., Southampt.: I. 833.

Lamp. & Holt, Liverpool: I. 641,75.

Pac. St. N. C., Liverp.: I. 846,75. II. 504,20.

Kosmos, Hamburg: I. 627. II. 470,10.

Hamburg-Südamerik., Hamb.: I. 527.

Nordd. Lloyd, Bremen: I. 813,20.

=Natal.=

Union St. S. C., South. & Col. Mail L., Lond.: I. 895,90.

II. 637,65.

=New-York.=

Nordd. Lloyd, Bremen:

Mittwochs-(Schnell-) Dampfer I. 534,20. II. 325,30.

Sonntags-Dampfer I. 434,20. II. 275,30.

Hamb.-Amer. Pak.-A.-G.: I. 277.

Niederl. Amer. D., Rotterd. u. Amsterd.: I. 311,60. II. 247.

Red Star, Antwerp.: I. 396,80, 319,10. II. 255,70.

White Star od. Inman od. Cunard, Liverp.: I. 581,25, 516,70,

452,15.

National L., London: I. 452,15, 387,60. 344,50.

Anchor L., Glasgow: I. 505,15, 419,15, 377,50.

Co. générale transatlantique, Havre: I. 529,70. II. 415,75.

III. 334,75.

=Penang.=

Penins. & Orient St. C., London:

über London I. 1493,50. II. 892,20;

ü. Venedig I. 1428,15. II. 819,35;

ü. Brind. I. 1499,35. II. 869,15.

Brit. India, London I. 1382,55. II. 892,80.

Deutsche Dpfsch.-Reederei, Hamb.: I. 927. II. 920,10.

=Philadelphia.=

Amerik. L., Liverp.: I. 452,15, 387,60.

Red Star, Antwerp.: I. 396,80, 319,10. II. 255,70.

=Porto Alegre.=

Lamp. & Holt, Liverp.: I. 846,75.

Hamburg-Südamerik., Hamburg: I. 747.

Nach Porto Alegre gelangt man mittels besonderer Küstenschiffe,

welche mit den Dampfern der obengenannten Gesellschaften in

Verbindung stehen.

=Rio de Janeiro.=

Nordd. Lloyd, Bremen: I. 538,10.

Hamburg-Südamerik., Hamburg: I. 537.

Royal Mail St. C., South.: I. 703,20.

Lamp. & Holt, Liverp.: I. 641,75.

Pac. St. N. C., Liverp.: I. 744,25. II. 539,25.

=Shanghai= wie Yokohama.

=Singapore= wie Penang.

Messager. Maritimes Marseille: I. 1463,75. II. 1359,90.

III. 649,60.

=Sydney= wie Adelaide.

=Valparaiso.=

Royal Mail St. C., South.: I. 1919,50. 1714,50. II. 795,90.

Pac. St. N. C., Liverp.: I. 1666,75. II. 1119,20.

Deutsche Dampfschiff.-Gesellschaft Kosmos, Hamb.: I. 1227.

II. 770,10. III. 372,80.

=Yokohama.=

Penins. & Orient. St. C., London:

über London I. 1903,50. II. 1097,20;

über Venedig I. 1838,15. II. 1024,30;

ü. Brindisi I. 1909,35. II. 1074,15.

Messager. Maritimes. Marseille: I. 1868,75. II. 1483,90.

III. 811,60.

Deutsche Dpfsch. Reederei, Hamb.: I. 1227.

4. Reise um die Erde

(wie sie bereits wiederholt von dem +Stangen+schen +Reisebureau+ in

Berlin durchgeführt wurde).

Berlin-Bremen-New York-Philadelphia-Washington-Niagara-Chicago-St.

Louis-Kansas City-Denver-Rocky Mountains-Salt Lake City-San

Francisco-Yosemitethal-Yokohama-Jeddo-Nikko-Hiogo-Osaka-Kioto-Nagasaki-

Shanghai-Hongkong-Canton-Singapore-Batavia-Ceylon-Calcutta-Dardschiling

(Himalaya)-Benares-Lucknow-Agra-Delhi-Jeypore-Bombay-Suez-Kairo-

Alexandria-Triest-Wien-Berlin.

Dauer 8 Monate, Preis für die ganze Tour 12000 M. (Eisenbahn und Schiff

I. Klasse).

Schlußkapitel.

Wirkungen der modernen Verkehrsmittel.

Daß mit der Entwicklung der modernen Verkehrsmittel eine neue Kultur-

und Civilisationsepoche, ein allgemeiner Fortschritt der Menschheit

begonnen, wird heutzutage von niemand bestritten. Nicht immer aber

herrscht darüber volle Klarheit, worin die großartigen Wirkungen

derselben im +einzelnen+ bestehen. Staatssekretär +Herzog+ hat diese

Materie im 42. Bande der von +Julius Rodenberg+ redigierten Zeitschrift

„Deutsche Rundschau“ (Berlin, Gebrüder Partel) zum Gegenstande einer

äußerst gediegenen Abhandlung gemacht. Wir geben dieselbe in folgendem

in der Hauptsache wieder[271].

1.

Am bedeutendsten und zugleich am sichtbarsten sind die durch

die modernen Verkehrsmittel hervorgebrachten Veränderungen auf

+wirtschaftlichem Gebiet+.

Betrachten wir zunächst den +Güteraustausch+, welchen der +Handel+

vermittelt! In seinen neuesten „Übersichten der Weltwirtschaft“ hat

~Dr.~ von Neumann-Spallart das Gewicht der Gütermenge, welche die

Eisenbahnen im Jahre 1882 insgesamt befördert haben, auf 1200 Millionen

metrische Tonnen berechnet, die Leistung der Dampfschiffe, die übrigens

noch dadurch an Bedeutung gewinnt, daß die Beförderung in der Regel auf

lange Strecken geschieht, auf etwa die Hälfte jenes Gewichts.

Die Bezifferung des +Gewichtes+ der durch den Handel in Bewegung

gesetzten Gütermassen gewährt indes nur eine unvollkommene Einsicht

in die Bedeutung dieser enormen Bewegung; fehlt doch schon der auf

die Anschauung beschränkten Vorstellungskraft der Maßstab für deren

Größe. Weit belehrender ist ein Blick auf die +räumliche und sachliche

Ausdehnung, welche der Handel durch die modernen Verkehrsmittel

erfahren hat+.

Der Weltverkehr Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt, in ihrer Entwickelung dargestellt · 第 43 / 50 段