---------------------+------------------------------------------------+

| Anzahl der aufgelieferten |

+---------+--------+---------+---------+---------|

| | | Druck- | | |

Länder. | Briefe. | Post- | sachen, |Zeitungs-|~Zu- |

| |karten. |Warenpro-| nummern.| sammen.~|

| | |ben etc. | | |

---------------------+---------+--------+---------+---------+---------+

=II. Afrika.= | | | | | |

Kapland (1882) | 6923700| -- | 4933584| -- | 11857284|

Oranje-Freistaat (79)| 364726| -- | 269093| -- | 633819|

Réunion (1882)| 460892| 2460 | 141534| 66518| 671404|

Algerien u. Tunis „ | 8121095| 81777 | 1861190| 3592569| 13656631|

Guinea (portug.) „ | 9539| 1 | 1180| 2267| 12987|

Kapverdische Ins. „ | 92667| -- | 23050| 25015| 140732|

Ägypten „ | 4254731| 75000 | 672300| 1328940| 6330971|

Senegal „ | 196517| 14 | 6967| 14113| 217611|

Seychellen „ | 10125| 15 | -- | 127| 10267|

Mayotte „ | 6375| -- | 83| -- | 6458|

Nossi-Bé „ | 5416| -- | 144| 176| 5736|

--+---------+--------+---------+---------+---------+

Diese Staaten | | | | | |

+Afrikas+ | 20445783| 159267 | 7909125| 5029725| 33543900|

--+---------+--------+---------+---------+---------+

=III. Asien. = | | | | | |

Hongkong (1882) | 614160| 10789| 160506| 226627| 1012082|

Ceylon (1881) | 6576130| 56845| 2858966| 264822| 9756763|

Japan (1882) | 50399981|32042121| 1505833| 21129228|105077163|

Portug. Ostindien | | | | | |

(82) | 360205| 2286| 3857| 188766| 555114|

Samos (1881) | 27623| -- | -- | 15632| 43255|

Brit. Ostindien | | | | | |

(81/82) |134423918|21953265| 2318010| 13477700|172172893|

Cochinchina (1882) | 412615| 130| 76222| 359424| 848391|

Niederl. Ostindien | | | | | |

(82) | 4528275| 616334| 338044| 1806878| 7289531|

Persien (1882) | 1153930| 1500| 16810| 8100| 1180340|

Franz. Ostindien | | | | | |

(1882) | 25835| 119| 788| 2679| 29421|

--+---------+--------+---------+---------+---------+

Diese Staaten | | | | | |

+Asiens+ |198522672|54683389| 7279036 37479856|297964953|

--+---------+--------+---------+---------+---------+

=IV. Australien.= | | | | | |

Neu-Seeland (1880) | 23000000| 598891 | 1673450| 10272917| 35545258|

Neu-Südwales (1882) | 27792577| 222800 | 18057500| -- | 46072877|

Victoria (1882) | 28877977| -- | 4972486| 12383928| 46234391|

West-Australien | | | | | |

(1880) | 470018| -- | -- | 772896| 1242914|

Süd-Australien (1879)| 5170386| -- | -- | 5790768| 10961154|

Queensland (1881) | 4621792| -- | 335505 | 3572375| 8529672|

Tasmania (1880) | 1341164| -- | -- | 2195733| 3536897|

Neu-Caledonien (1882)| 300089| -- | 13134 | 27400| 340623|

Hawaii (1882) | 252525| -- | -- | -- | 252525|

Tahiti (1882) | 39024| -- | 4647 | 20475| 64146|

--+---------+--------+---------+---------+---------+

Diese Staaten | | | | | |

+Australiens + | 91865552| 821691 | 25056722| 35036492|152780457|

------------------------+--------------------------------------

| Auf 1 Einwohner entfallen

+-----------+------------+-------------

Länder. | überhaupt | Briefe und | Drucksachen

| Stück. | Postkarten.| & c.

------------------------+-----------+------------+-------------

=II. Afrika.= | | |

Kapland (1882) | 7,18 | 4,19 | 2,99

Oranje-Freistaat (79) | 6,34 | 3,65 | 2,69

Réunion (1882) | 3,97 | 2,74 | 1,23

Algerien u. Tunis „ | 2,57 | 1,54 | 1,03

Guinea (portug.) „ | 1,75 | 1,29 | 0,46

Kapverdische Ins. „ | 1,35 | 0,89 | 0,46

Ägypten „ | 1,20 | 0,82 | 0,38

Senegal „ | 1,10 | 1,00 | 0,10

Seychellen „ | 0,73 | 0,72 | 0,01

Mayotte „ | 0,64 | 0,63 | 0,01

Nossi-Bé „ | 0,64 | 0,60 | 0,04

---+-----------+------------+------------

Diese Staaten +Afrikas+ | 2,61 | 1,60 | 1,01

---+-----------+------------+------------

=III. Asien.= | | |

Hongkong (1882) | 6,30 | 3,90 | 2,40

Ceylon (1881) | 3,53 | 2,40 | 1,13

Japan (1882) | 2,87 | 2,25 | 0,62

Portug. Ostindien (82) | 1,27 | 0,83 | 0,44

Samos (1881) | 1,11 | 0,71 | 0,40

Brit. Ostindien (81/82) | 0,68 | 0,62 | 0,06

Cochinchina (1882) | 0,53 | 0,26 | 0,27

Niederl. Ostindien (82) | 0,30 | 0,21 | 0,09

Persien (1882) | 0,18 | 0,18 | --

Franz. Ostindien (1882) | 0,10 | 0,09 | 0,01

---+-----------+------------+------------

Diese Staaten +Asiens+ | 0,91 | 0,77 | 0,14

---+-----------+------------+------------

=IV. Australien.= | | |

Neu-Seeland (1880) | 66,53 | 44,17 | 22,36

Neu-Südwales (1882) | 61,36 | 37,31 | 24,05

Victoria (1882) | 53,62 | 33,49 | 20,13

West-Australien (1880) | 40,09 | 15,16 | 24,93

Süd-Australien (1879) | 39,66 | 18,71 | 20,95

Queensland (1881) | 39,13 | 21,20 | 17,93

Tasmania (1880) | 30,57 | 11,59 | 18,98

Neu-Caledonien (1882) | 4,72 | 4,16 | 0,56

Hawaii (1882) | 4,21 | 4,21 | --

Tahiti (1882) | 2,48 | 1,51 | 0,97

---+-----------+------------+------------

Diese Staaten | | |

+Australiens+ | 52,23 | 31,69 | 20,54

Unter den Ländern +Europas+ steht hiernach bezüglich der ausgelieferten

+Briefzahl Großbritannien+ mit 1360 Millionen Briefen obenan. Freilich

finden sich hier auch alle einen lebhaften Briefverkehr begünstigenden

Verhältnisse vereinigt: volkreiche Städte, Dichtigkeit der Bevölkerung,

Wohlhabenheit, eine Industrie, die an Ausdehnung, zum Teil auch an

Vortrefflichkeit der Erzeugnisse jede andere der Erde übertrifft,

ein Welthandel in der großartigsten Bedeutung des Wortes und ein in

hohem Grade ausgebildetes Verkehrswesen. Großbritannien zunächst steht

+Deutschland+ mit fast 683 Mill. Briefen; ihm folgen Frankreich mit

über 621 Mill., Österreich-Ungarn mit 342 Mill. u. s. w. Die geringste

Zahl der Briefe entfällt auf die Staaten der Balkanhalbinsel, so auf

Bulgarien nur rund 1½ Mill.

Was die +außereuropäischen Staaten+ betrifft, so ist besonders der

Briefverkehr der Union, des britischen Indien, Japans, der Provinzen

Neu-Südwales und Victoria, sowie Neu-Seelands von hervorragender

Bedeutung. Auf die Union kommen über 1068 Mill. Briefe, auf

Britisch-Indien 134 Mill. (1884: 144 Mill.) und aus Japan 50 Mill.

(1884: 56 Mill.).

Eine beträchtlich andere Anordnung der Staaten ergiebt sich

hinsichtlich der Menge der expedierten +Postkarten+. Den ersten Platz

in dieser Beziehung nimmt +Deutschland+ ein mit 212½ Mill., dann erst

folgt Großbritannien und Irland mit 160 Mill., an dritter Stelle steht

Österreich-Ungarn mit über 81 Mill., und an vierter Frankreich mit 34

Mill. Karten.

In der Union beträgt die Zahl der ausgelieferten Postkarten fast 326

Mill. Stück; sie machen somit von der Postkarte unter sämtlichen

Staaten der Erde den häufigsten Gebrauch. Japan figuriert in der

Statistik mit 32 Mill. (1884: 36,6 Mill.) und Britisch-Indien mit fast

22 Mill. Karten (1884: 38,6 Mill.).

Was die Zahl der expedierten +Drucksachen+, +Warenproben+ u. s. w.

betrifft, so befördert in Europa die meisten derartigen Sendungen

+Frankreich+: über 367 Mill. Sehr gering ist die Zahl solcher Sendungen

in den industriearmen Gebieten der Balkanhalbinsel.

In den Vereinigten Staaten beliefen sich diese Sendungen auf 495 Mill.;

dieselben übertreffen also auch in dieser Hinsicht alle übrigen Staaten

der Erde. Von den außereuropäischen Gebieten kommt ihnen zunächst

Neu-Südwales mit 18 Mill.

Ganz außerordentlich groß ist auch die Zahl der postmäßig versendeten

+Zeitungen+. So wurden ausgeliefert an Zeitungsnummern: in

+Deutschland+ 527 Mill., in Frankreich 341 Mill., in Großbritannien

fast 143½ Mill., in Österreich-Ungarn an 130 Mill. u. s. w. Die

unterste Stufe nehmen auch in dieser Beziehung die Balkanstaaten ein.

Geradezu enorm ist die Zahl der in den Vereinigten Staaten expedierten

Zeitungsexemplare; sie betrug 874 Mill.

Daß die Post durch die Beförderung dieser Millionen und Millionen

von Zeitungen und Drucksachen einen großen Anteil an der +geistigen

Entfaltung+ der Völker hat, ist außer Zweifel. Ein amerikanisches

Blatt preist deshalb die Post als den „mächtigen Mauerbrecher, der

die Finsternis der Unwissenheit zerstört“, und ein Präsident der

Vereinigten Staaten nennt das Postamt den „großen Erzieher des Volkes“.

+Von höchstem Interesse ist eine Vergleichung der Staaten bezüglich der

Zahl der Briefe, die durchschnittlich auf jeden Kopf der Bevölkerung

trifft.+ Man erhält dadurch eine Art Censurentabelle für die Bildung

der betreffenden Nationen, aber auch für den Grad der Entwicklung

der Posteinrichtungen in den bezüglichen Ländern. Am stärksten ist

nach unserer Tabelle der Briefverkehr in Europa entwickelt, in

Großbritannien und Irland mit 42,3 Briefen und Karten pro Kopf;

daran reihen sich die Schweiz, Deutschland, Belgien, die Niederlande

und Frankreich, dieses mit 19,8 Briefen und Karten pro Kopf. Den

+geringsten+ durchschnittlichen Briefverkehr weisen auf Rußland und die

Staaten der Balkanhalbinsel.

Diese Censurentabelle gilt übrigens nicht ohne weiteres; sie will

vielmehr mit gewissen Einschränkungen angewendet sein. Die auffällige

Erscheinung z. B., daß die Schweiz, deren Posteinrichtungen im

allgemeinen jenen in Deutschland gleichen, und deren Bevölkerung

kaum eine höhere Durchschnittsbildung besitzt als die deutsche,

eine so erheblich höhere Brieffrequenz aufzeigt, erklärt sich

leicht, wenn man an die Hunderttausende von Reisenden denkt, welche

einer Völkerwanderung gleich alljährlich das Land überschwemmen

und die eigene Bevölkerung desselben von drei Mill. Einwohnern

unverhältnismäßig steigern. Der Briefverkehr Großbritanniens ist

nach der Tabelle mehr als doppelt so groß wie der in Deutschland.

Thatsächlich aber kommt die Brieffrequenz im Deutschen Reiche

derjenigen in England nahezu gleich. In England befaßte sich

nämlich die Post bis in die jüngste Zeit, abgesehen von dem

Postanweisungsverkehr, nur mit der Beförderung von Briefen, Postkarten,

Warenproben, Drucksachen und Zeitungen, in Deutschland hingegen auch

mit der Expedition von Paketen, Postaufträgen und Geldbriefen. Fast

jedes durch die Post versandte Paket und jeder Geldbrief wird nun in

Deutschland erfahrungsgemäß auch zu brieflichen Mitteilungen benutzt;

beide Arten von Sendungen stellen mithin in den meisten Fällen einen

Brief dar: all diese Mitteilungen kommen aber bei der obiger Berechnung

zu Grunde gelegten Anzahl von den +Briefsendungen+ nicht in Ansatz.

Es wirken eben zu den oben angeführten Ergebnissen sehr

verschiedenartige Umstände mit. So ist auf die Entwicklung,

beziehungsweise den jetzigen Umfang des Briefverkehrs auch der Umstand

von Einfluß, ob die ermäßigte Brieftaxe schon seit längerer Zeit in

einem Lande eingeführt ist oder erst seit wenigen Jahren besteht.

Selbst Sitten und Gewohnheiten eines Volkes sind für den Briefverkehr

maßgebend. Der Reisetrieb z. B. ist bei einigen Völkern mehr, bei

anderen weniger ausgebildet; ersteres ist der Fall besonders bei den

Engländern, Nordamerikanern, Deutschen und Schweizern, letzteres

bei den Franzosen, Italienern und Spaniern. Demgemäß befindet sich

ein größerer Teil der zuerst erwähnten Nationen vielfach außerhalb

der Heimat und steht mit dieser durch die Posteinrichtungen in

steter Verbindung. Erwähnenswert ist ferner, daß in Frankreich, wie

es den Anschein hat, aus Rücksichten der Etikette bis jetzt von

der Postkarte für Familien- und Verwandtschafts-Beziehungen wenig

Gebrauch gemacht wird. Sie dient dort im wesentlichen nur zu kürzeren

geschäftlichen Mitteilungen. Es werden denn auch, wie aus den obigen

Angaben ersichtlich, in Deutschland mehr als fünfmal soviel Postkarten

verwendet, als in Frankreich.

Unter den Ländern +außerhalb Europas+ stehen bezüglich der Häufigkeit

des Briefverkehrs obenan Neu-Seeland (mit 44,17 Briefen und Karten

pro Kopf), dann die australischen Provinzen Neu-Südwales und Victoria

(mit 37,31, beziehungsweise 33,49), ferner die Vereinigten Staaten und

Canada (mit 27,81, beziehungsweise 16,62). Den niedrigsten Stand des

Korrespondenzbedürfnisses zeigt unter den +großen+ außereuropäischen

Staatsgebieten Britisch-Indien mit 0,62 Briefen und Karten pro Kopf

(1884: 0,71).

Sehr instruktiv ist, wie wir gesehen haben, eine Vergleichung der

Staaten bezüglich der Zahl der Briefe und Karten, die auf jeden Kopf

der Bevölkerung durchschnittlich entfällt. Nicht weniger belehrend

ist eine +Zusammenstellung derselben mit Rücksicht darauf, wieviel

Drucksachen, Zeitungsnummern und Warenproben auf einen Einwohner

entfallen+. In dieser Hinsicht steht an erster Stelle die Schweiz

mit 27,2 Sendungen pro Kopf der Bevölkerung; ihr schließen sich an

Belgien (mit 25), Dänemark (mit 19,4), Frankreich (mit 18,8), die

Niederlande (mit 16,3). Deutschland (mit 15,8) u. s. w. Die geringste

Zahl derartiger Sendungen zeigen Griechenland, Rußland, Rumänien und

Bulgarien.

+Außerhalb Europas+ entfallen die meisten dieser Sendungen auf die

Vereinigten Staaten (27,31 pro Kopf) und auf die australischen Staaten

(22,36-17,93).

Bei Zusammenfassung +sämtlicher Briefpostsendungen+ (Briefe,

Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Zeitungen) stellt sich das

Verhältnis der +europäischen+ Staaten derart, daß Großbritannien mit

Irland mit 55,2 Stück pro Kopf den ersten Rang einnimmt. Diesem Staate

reihen sich an die Schweiz (mit 52,9), Belgien (mit 44,7), Frankreich

(mit 36,2), die Niederlande (mit 36), Deutschland (mit 35,6), Dänemark

(mit 34,9) und Österreich-Ungarn (mit 30,5 Stück). An letzter Stelle

stehen Serbien und die Türkei.

+Außerhalb Europas+ entfallt der stärkste Briefpostverkehr auf

Neu-Seeland (66,53 Stück pro Kopf), Neu-Südwales (61,36), Victoria

(53,62) und auf die Vereinigten Staaten von Amerika (55,12). +Diese

ebengenannten Gebiete weisen unter sämtlichen Ländern der Erde die

höchste Zahl von Briefpostsendungen pro Kopf der Bevölkerung auf.+

Im +internationalen+ Austausch gruppieren sich die einzelnen

wichtigeren Postgebiete mit ihrem eigentlichen Briefverkehre (Briefe

und Postkarten ohne Hinzuzählung der übrigen Briefpostgegenstände)

nach den Resultaten der Berner Statistik für 1884 und den Angaben in

+Veredarius+ (S. 382) wie folgt:

Deutschland rund 56 Mill.

Großbritannien (1883) „ 48 „

Österreich-Ungarn „ 45 „

Frankreich „ 38 „

Ver. Staaten v. Amerika „ 35 „

Italien (1883) „ 18 „

Belgien „ 18 „

Schweiz „ 14 „

Niederlande „ 8 „

Rußland „ 8 „

Spanien (1883) „ 6 „

Schweden „ 4 „

Dänemark „ 3 „

Norwegen „ 2 „

Vorstehende Zahlen begreifen den Verkehr +aus+ den bezeichneten

Postgebieten nach fremden Ländern in sich; fast dieselbe Reihenfolge

ergiebt sich bezüglich des Verkehrs aus den fremden Ländern +nach+ den

einzelnen Postgebieten, nämlich:

Deutschland rund 57 Mill.

Österreich-Ungarn „ 47 „

Großbritannien (1883) „ 41 „

Frankreich „ 35 „

Ver. Staaten v. Amerika „ 30 „

Italien (1883) „ 15 „

Schweiz „ 14 „

Belgien „ 12 „

Rußland „ 10 „

Niederlande „ 8 „

Spanien (1883) „ 6 „

Schweden „ 4 „

Dänemark „ 4 „

Norwegen „ 3 „

Die +Gesamtzahl+ der im +internationalen+ Verkehr innerhalb des

dermaligen Weltpostvereinsgebietes ausgetauschten Briefpostsendungen,

die Zeitungen nicht mit eingeschlossen, betrug für 1883 rund 774 Mill.;

es ist das im Vergleich zu den 428 Mill. Briefpostsendungen des Jahres

1875 eine Steigerung von 346 Mill. oder um 81%.

Die ganze Großartigkeit des Getriebes der Weltpost kommt aber erst

dann zum vollen Ausdruck, wenn man den +gesamten+ Postverkehr der

Kulturländer, mithin sowohl den internationalen, als auch den

Verkehr innerhalb der einzelnen Länder, in seinen Riesenzahlen sich

vergegenwärtigt.

+Der Weltpostverkehr auf der ganzen Erde+ gestaltete sich (nach der

„Statistik der Reichspost- und Telegraphenverwaltung für 1884“) im

Jahre 1884 wie folgt:

-----------------+---------+--------+-------+---------+--------+-------

Erdteile. | Europa | Asien | Afrika| Amerika |Austra- | Erde

| | | | | lien | (rund)

-----------------+---------+--------+-------+---------+--------+-------

Einwohner - Mill.| 328 | 795 | 205| 100| 4| 1400

Postanstalten - | | | | | |

Zahl. | 68000 | 22400 | 500| 59100| 4000| 154000

Briefkasten - | | | | | |

Zahl. | 233500 | 43400 | 1100| 30800| 4200| 313000

Postpersonal. | 334800 | 61000 | 2000| 85900| 5300| 489000

Anzahl der | | | | | |

aufgelieferten | (in Millionen)

Briefe, | | | | | |

gewöhnliche und| | | | | |

eingeschriebene| 3894,1| 246 | 18,7| 1596,8| 93,4| 5849

Postkarten | 597,5| 80 | 0,3| 398 | 1,2| 1077

Zeitungen, | | | | | |

Drucksachen, | | | | | |

Geschäfts- | | | | | |

papiere | 2681,9| 62,9| 11 | 1798,2| 56 | 4610

Warenproben | 75,8| 0,7| 0,7| 26 | 0,8| 104

=Zusammen= | 7249,3| 389,6| 30,7| 3819 | 151,4| 11640

-----------------+---------+--------+-------+---------+--------+-------

Auf einen | | | | | |

Menschen | | | | | |

entfallen | | | | | |

Insgesamt | | | | | |

Stück. | 22,10| 0,49| 0,15| 38,19| 37,85|8,31

Briefe u. | | | | | |

Postkart. | | | | | |

Stück. | 13,69| 0,41| 0,09| 19,95| 23,65|4,95

Es beträgt hiernach die Gesamtstückzahl der auf der ganzen Erde

bei der Post aufgegebenen +Briefe+ und +Postkarten+ 6926 Mill.

jährlich, 19 Mill. täglich. Unter Hinzurechnung der Zahl der

übrigen Briefpostsendungen, als der Drucksachen, Geschäftspapiere,

Zeitungsnummern, Warenproben, beläuft sich die Gesamtsumme auf 11640

Mill. Wird die Bevölkerung der Erde rund zu 1400 Mill. angenommen, so

treffen auf einen Menschen im Jahre 8,3 Briefpostsendungen, darunter

4,9 oder rund 5 +Briefe+ und +Postkarten+. In den einzelnen Weltteilen

gestalten sich die Verhältnisse sehr verschieden; in Europa entfallen

entsprechend der Bedeutung seiner Stellung im Weltverkehr auf einen

Einwohner 22,1 Briefpostsendungen, darunter 13,7 Briefe und Postkarten.

Wenn Amerika mit der hohen Ziffer von 38,19, Australien mit 37,9

Briefsendungen auf einen Einwohner erscheinen, so treten beide Erdteile

doch in der Gesamtsumme des Postverkehrs weit hinter Europa zurück, da

sie weit spärlicher bevölkert sind als dieses.

In obenstehender Tabelle finden sich auch Angaben über die Gesamtsumme

der +Postanstalten+, der +Postbriefkasten+ und der +Postbeamten+ in

den einzelnen Weltteilen. Hier tritt ebenfalls Europas Übergewicht

hervor. Es stehen daselbst 68000 Postanstalten im Betriebe mit einem

Personal von 334800 Beamten. Für Amerika ist die Zahl der Postanstalten

auf 59100 anzunehmen; davon befinden sich etwa 47870 allein in den

Vereinigten Staaten von Amerika. Im übrigen ist die Organisation der

Mehrzahl der amerikanischen Postanstalten weit weniger entwickelt,

als dies bei den Postanstalten in Europa der Fall ist; dies geht

schon daraus hervor, daß in Amerika bei dem Vorhandensein von 85900

Postbeamten, darunter 69000 in den Vereinigten Staaten von Amerika,

durchschnittlich noch nicht 2, dagegen in Europa 4,9, rund 5 Beamte,

also mehr als noch einmal soviel, auf +eine+ Postbetriebstelle

entfallen.

Vergleichen wir die vorstehenden Resultate des Weltpostverkehrs mit

jenen früherer Jahrzehnte, so zeigt sich uns eine gewaltige Steigerung

desselben. Im Jahre 1865 mögen etwa 2300 Mill. Briefe im Weltverkehr

gewechselt worden sein; 1873 war diese Zahl auf 3300 Mill. angewachsen;

1882 hat die Briefzahl die Höhe von 5000 Mill. bereits überschritten,

und im Jahr 1884 betrug die Zahl der Briefsendungen, einschließlich

der Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Zeitungsnummern, mehr

als 11 Milliarden[77]. Diese Zahlen sind wohl ein glänzendes Zeugnis

der Wirksamkeit des Weltpostvereins und seiner Bedeutung für die

menschliche Kultur.

II. Geldverkehr der Post.

„Wie Merkur, ihr Schutzpatron,“ sagt Fischer in seiner wiederholt

angeführten Schrift, „pflegt die Post nicht bloß Botschaften, sondern

auch Geld bei sich zu führen. Den modernen Formen des Handelsverkehrs

sich anpassend, hat sich dieser Dienstzweig von der ursprünglichen

Naturalversendung an bis zu mannigfachen Gestalten bankmäßigen

Zahlungsausgleichs entwickelt und stellt in seiner Gesamtheit eine

ungemein umfassende Thätigkeit dar.“

Am besten erhellt der Fortschritt in dieser Beziehung durch einen

Vergleich der Jetztzeit mit früheren Jahrhunderten. „Ältere

Postregulative,“ fährt derselbe Autor fort, „strotzen von den

scharfsinnigsten Kautelen, mit denen die Auflieferung, die Beförderung

und die Bestellung von Wertsendungen umgeben zu werden pflegte. In der

Regel wurde gefordert, daß der angegebene Wertbetrag nach vorheriger

Aufzählung und Feststellung im Beisein des Annahmebeamten oder wohl gar

des Postamtsvorstehers vom Absender verpackt werde; seinem Siegel wurde

dann das des Postamts als besondere Sicherheitswache beigedruckt. Bei

der Ankunft ging es nicht minder umständlich zu. Der Adressat mußte zur

Post kommen; in seinem Beisein wurde der Brief geöffnet, der Inhalt

vorgezählt und dann förmliche Quittung geleistet.“ So war in früheren

Zeiten die Versendung von Geldbeträgen mit großen Schwierigkeiten und

nach Umständen auch mit Verlusten verknüpft. Jetzt können an jedem

Postorte Deutschlands, ohne Hilfe eines Banquiers, ohne Wechsel, ohne

ausländisches Geld, Beträge durch die Post nach den verschiedensten

Ländern sicher und gegen eine verhältnismäßig geringe Gebühr überwiesen

werden. Wie sehr hierdurch der internationale Verkehr erleichtert

worden, liegt auf der Hand.

1. +Postanweisungen+[78]. Unter den Geldgeschäften der Post ist der

+Postanweisungsverkehr+ von hervorragender Wichtigkeit. Obwohl erst zu

Anfang der sechziger Jahre in den Geschäftskreis der Post aufgenommen,

hat sich dies Verfahren, wonach die Post nicht die Beförderung,

sondern einfach die Auszahlung von Geldbeträgen übernimmt, ungemein

rasch über die ganze Welt verbreitet. Heutzutage sind in Deutschland

Postanweisungen bereits zulässig nach fast sämtlichen Ländern Europas,

nach den Vereinigten Staaten, sowie nach den meisten außereuropäischen

Kolonieen. Die großartige +Entwicklung+ des Postanweisungsverkehrs

beleuchten folgende Zahlenangaben:

Der +interne Gesamtverkehr+ bezüglich der +Postanweisungen+ betrug nach

der Berner Statistik für 1884

---------------------------------------+-----------+------------

| | Gesamtwert

Länder. | Stückzahl.| in

| | Mill. Frcs.

---------------------------------------+-----------+------------

in Deutschland | 57186050 | 4282

„ England | 29345985 | 779

„ Frankreich | 18043559 | 550

„ Österreich | 11145475 | 833

„ den Vereinigten Staaten von Amerika | 7835694 | 633

„ Ungarn | 6756424 | 477

„ Italien (1883)[79] | 4108419 | 534

„ Britisch Indien | 3034894 | 183

„ der Schweiz | 2016884 | 228

„ Belgien | 1534008 | 109

„ den Niederlanden | 1468531 | 49

Obenan steht demnach in dieser Beziehung weitaus +Deutschland+.

Selbst im Vergleich zu +Österreich+, das bezüglich des internen

Postanweisungsverkehrs an +zweiter+ Stelle steht, betrugen die in

+Deutschland+ auf diese Weise vermittelten Summen rund das 5fache.

Noch 1882 hatte der interne Postanweisungsverkehr Deutschlands höhere

Summen aufzuweisen, als derjenige +der sämtlichen übrigen Staaten

der Erde zusammengenommen+. -- Was die +Zahl+ der im innern Verkehre

Deutschlands zur Aufgabe gelangenden Postanweisungen betrifft, so

beläuft sich dieselbe, verglichen mit jener der größten ausländischen

Staaten, nach der Berner Statistik für 1884:

auf rund das Doppelte gegenüber Großbritannien,

auf mehr als das Dreifache „ Frankreich,

„ „ „ Fünffache „ Österreich,

„ „ „ Siebenfache „ den Ver. Staaten von Amerika,

„ „ „ Achtfache „ Ungarn,

„ „ „ Dreizehnfache „ Italien.

1881 betrug der +tägliche+ Gesamtumsatz an Ein- und Auszahlungen bei

den Reichspostanstalten rund 14½ Mill. Mark. Der +durchschnittliche+

Betrag einer Postanweisung +innerhalb+ des deutschen Reichspostgebietes

erreichte 1880 die Summe von 57 M. 37 Pf., während derselbe aus

dem deutschen Reichspostgebiet +nach dem Auslande+ sich auf 58 M.

48 Pf. und in der Richtung aus dem Ausland +nach dem deutschen

Reichspostgebiet+ auf 47 M. 14 Pf. stellte. Der großartigste

Postanweisungsverkehr bezüglich der +fremden Länder+ besteht seitens

des Deutschen Reichs mit Österreich-Ungarn.

Der gesamte +internationale+ Postanweisungsverkehr ergab für das Jahr

1884 eine Summe von rund 7⅖ Mill. Stück Anweisungen im Gesamtbeträge

von 390 Mill. Mark.

Einschließlich der in obiger Tabelle nicht genannten Länder bezifferte

sich während des Jahres 1884 der +Gesamtanweisungsverkehr+ im

+Gesamtbereiche+ des +Weltpostvereins+ auf 150 Millionen Stück mit

einem Werte von 8845 Millionen Frcs.

2. +Postnoten+ (~postal orders~) und +Postkreditbriefe+ (~titoli

postali di credito~). Die +englische+ Postverwaltung giebt seit

1880 sogenannte +Postnoten+ aus, d. h. auf feste Beträge lautende

Postanweisungen, die gegen eine geringe Gebühr bei allen inländischen

Postanstalten eingelöst werden und mithin ein Mittelding zwischen

Papiergeld und Postanweisung darstellen. Die Einrichtung besteht

gegenwärtig in England, Britisch Indien, den Vereinigten Staaten von

Amerika, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und in den australischen

Kolonieen. -- Die +Postkreditbriefe+ sind eine Einrichtung der

+italienischen+ Post; durch sie wird die Möglichkeit gewährt, bei

jeder Postanstalt des Königreichs beliebige Beträge innerhalb der

eingezahlten Summe abzuheben. Solche Kreditbriefe werden von den

Provinzial-Postdirektionen in den größeren Städten, wie in Rom,

Florenz, Genua etc., bis zur Höhe von 10000 Lire, von den übrigen

Provinzial-Postdirektionen bis zu 3000 Lire ausgestellt.

3. +Postnachnahmen.+ Das Postnachnahmewesen besteht darin, daß die

Post die Verpflichtung übernimmt, gewisse Sendungen den Adressaten

nur gegen Zahlung des vom Absender bezeichneten und demselben zu

erstattenden Geldbetrags auszuhändigen. Auch dieses Verfahren wird

vom Publikum gerne benutzt. Obenan steht +Deutschland+, das in der

Berner Statistik für 1884 mit einer Jahressumme von 8354500 Stück

Nachnahmesendungen im Betrage von über 78 Mill. Frcs. vertreten ist.

Das Postnachnahme-Verfahren besteht übrigens nur in wenigen Ländern,

gleichwohl ergab sich für 1884 im ganzen ein +internationaler+

Jahresumsatz von 12½ Mill. Frcs.

Der Weltverkehr Telegraphie und Post, Eisenbahnen und Schiffahrt, in ihrer Entwickelung dargestellt · 第 12 / 50 段