* * * * *
Es war ganz still im Zimmer. Nur die alte Standuhr tickte, und das
schwere Atmen des unglücklichen Vaters war zu hören.
Direktor Sörensen war aufgestanden und durchwanderte das Zimmer. Mit
seinem warmen, gütigen Herzen durchlebte er das Schicksal des alten
Mannes. Und zugleich fühlte er, daß er nicht weiter an einer Schule mit
Oberlehrer Kahl zusammenwirken könne. Er blieb vor Harks stehen. Dieser
stand mit schlaff herabhängenden Armen und erwartete sein Urteil.
Sörensen reichte ihm die Hand. „Sie haben gebüßt“, sagte er ernst und
gütig. „Und ich will Ihnen helfen, daß Ihr Lebensabend ein freundlicher
werde.....“
„Herr Direktor, -- ach Herr Direktor!“.....
Auf der Schwelle des Zimmers blieb der alte Mann noch stehen. „Darf
ich noch sagen,“ fragte er leise und demütig, „daß meine Frau und ich
wochenlang nicht in die kleine Rumpelkammer kommen, wohin meine Nichte
das gestohlene Gut gelegt hat?......“
„Quälen Sie sich doch nicht mehr mit dieser Angelegenheit, Harks.
Und wenn Ihre arme Schwester da irgend einen Rat braucht -- wegen
Unterbringung der Bertha, so soll sie sich an mich wenden. In festen
und freundlichen Händen kann aus dem bösen Mädel noch eine Freude
der Eltern werden...... ich bin der Letzte, der ein verirrtes Kind
aufgibt. Nur in meiner Schule konnte ich sie nicht behalten. --“
+Sonntag abend.+