Eisenhut lief so schnell ihn die Füße trugen über den Marktplatz, und sein
gelbes chinesisches Kostüm flatterte die Straße hinunter, die zum Flusse
führte.
Es schneite fein; kleine Flocken, einzelne Kristalle gleichsam, fielen
langsam und flimmernd herab und bedeckten den Boden mit einer sanften
dünnen Schicht weißen Schnees.
Eisenhut überschritt mit großen flüchtigen Schritten die Steinbrücke und wo
die Felder anfingen, begann er wieder zu laufen. Hier außen war die Nacht
kalt und schwarz und der Wind hauchte über die Ebene. Eisenhuts dunkle
Gestalt erschien auf einer Anhöhe, verschwand wieder, tauchte als Schatten
auf dem nächsten Hügel auf und wurde kleiner und kleiner mit jeder
Bodenwelle. Er lief wahnsinnig rasch und bald erschien es als ob ein Hund
oder ein Fuchs sich rasch über die öde nächtige Ebene bewege und endlich im
Düster verschwände. Seine Spuren schrieben eine ungeheure Kurve in den
beschneiten Grund. Endlich wurden sie schnurgerade, sie liefen wie mit dem
Lineal gezogen ferner und ferner in die Ebene hinein.
Eisenhut lief und lief, bis er erschöpft in den Schnee fiel und sich nicht
wieder erhob.
Der Wind blies dicht über die Erde und feiner Schneestaub bereifte seine
Kleider, seine Haare, seinen Bart. Er füllte die Falten seiner Kleider, die
Vertiefungen zwischen Armen und Körper und errichtete einen kleinen Wall
auf der einen Seite, der Wind blies und drehte sich im Kreise und begann
die Arbeit auf der andern Seite. Bald lag er halb zugeweht in der öden
lautlosen Ebene . . .
Als Eisenhut wieder die Augen öffnete, wußte er nicht sofort, was
vorgefallen war. Er zwinkerte und der Schnee fiel von seinen Lidern, er
schüttelte den Kopf und der Schnee fiel aus seinen Haaren. Ein Mann kniete
bei ihm, schüttelte ihn, rieb, klopfte.
Eisenhut starrte ihn mit blöden Augen an. Er erkannte Grau.