Sechstes Kapitel

Eisenhut lief so schnell ihn die Füße trugen über den Marktplatz, und sein

gelbes chinesisches Kostüm flatterte die Straße hinunter, die zum Flusse

führte.

Es schneite fein; kleine Flocken, einzelne Kristalle gleichsam, fielen

langsam und flimmernd herab und bedeckten den Boden mit einer sanften

dünnen Schicht weißen Schnees.

Eisenhut überschritt mit großen flüchtigen Schritten die Steinbrücke und wo

die Felder anfingen, begann er wieder zu laufen. Hier außen war die Nacht

kalt und schwarz und der Wind hauchte über die Ebene. Eisenhuts dunkle

Gestalt erschien auf einer Anhöhe, verschwand wieder, tauchte als Schatten

auf dem nächsten Hügel auf und wurde kleiner und kleiner mit jeder

Bodenwelle. Er lief wahnsinnig rasch und bald erschien es als ob ein Hund

oder ein Fuchs sich rasch über die öde nächtige Ebene bewege und endlich im

Düster verschwände. Seine Spuren schrieben eine ungeheure Kurve in den

beschneiten Grund. Endlich wurden sie schnurgerade, sie liefen wie mit dem

Lineal gezogen ferner und ferner in die Ebene hinein.

Eisenhut lief und lief, bis er erschöpft in den Schnee fiel und sich nicht

wieder erhob.

Der Wind blies dicht über die Erde und feiner Schneestaub bereifte seine

Kleider, seine Haare, seinen Bart. Er füllte die Falten seiner Kleider, die

Vertiefungen zwischen Armen und Körper und errichtete einen kleinen Wall

auf der einen Seite, der Wind blies und drehte sich im Kreise und begann

die Arbeit auf der andern Seite. Bald lag er halb zugeweht in der öden

lautlosen Ebene . . .

Als Eisenhut wieder die Augen öffnete, wußte er nicht sofort, was

vorgefallen war. Er zwinkerte und der Schnee fiel von seinen Lidern, er

schüttelte den Kopf und der Schnee fiel aus seinen Haaren. Ein Mann kniete

bei ihm, schüttelte ihn, rieb, klopfte.

Eisenhut starrte ihn mit blöden Augen an. Er erkannte Grau.

Der Tor: Roman · 第 47 / 86 题