Der Blick von unten

Und tief unten die Völker der Bauern und die Völker der Arbeiter, im

Schweiß ihres Angesichts vollbringen sie ihr Tagwerk: zur Ehre Gottes,

zur Ehre der Menschheit, zur Ehre ihres Vaterlandes ... Brot, Fleisch,

alle Nahrung, alle Kleidung: das alles hebt aufwärts sich wie auf

automatischen Fahrstühlen, dort breitet sichs aus in den Kammern der

Vornehmen, in den Küchen der Reichen – und ach, was vom Tische des Herrn

abfällt: es ist ein dürftiger, ein nur allzu dürftiger Brosamen ...

Ach, und sieh doch: gibts nicht unter den Christen so viele

Wohltäter der Menschheit, sie gründen Kinderbewahranstalten und

Sparkassen-Bibelvereine und veranstalten so seelenstärkende

Gefallenenfeiern und Heldengedenkfeste, Stierkämpfe und Boxkämpfe,

Fußballmeetings und Baseballwettspiele, Tennisturniere, Autowettfahrten,

internationale Pferderennen, und lassen Messen lesen zum Besten der noch

kümmerlich Lebenden und zum Heil der Seelen der glücklicherweise schon

Verstorbenen, und auch die Kirche, die alleinseligmachende, sie hat ihr

Teil daran, Sündenablaß gibts, Generalabsolution, richtig deine

kümmernisbeladene Seele auskotzen kannst du bei der Beichte, und wenn du

nur schön brav wedelst, hie und da auch mal Almosen; Museen werden

gebaut, mit den farbenprächtigsten Gemälden darin, Eintritt frei,

Bibliotheken eingerichtet, Bücher in Schweinslederbänden, in Saffian,

Bibeln auf Zanderbütten und solche billig wie ein Ei zum täglichen

Hausgebrauch ... Und Gefängnisse sind da für die Atheisten und

Uebeltäter und ganz natürlicherweise für alle die, die der himmlischen

Weltordnung sich einfach nicht fügen wollen, und eine moderne

elektrische Hinrichtungsmaschine; unterirdisch, schön unsichtbar sind

dran die Kabel, und bequem mit Leder gepolstert Arm- und Rückenlehne,

beinahe wie ein gotischer Großväterstuhl: das aber nur für die

Ewig-Rückfälligen oder völlig Unbekehrbaren; denn Strafe, Buße und

Abschreckung bei humanem Strafvollzug zwar muß sein; Ruhe und Ordnung:

so will es der Allerhöchste Gerechtsame, wie es geschrieben steht im

Buch, Seite X, Seite Z bis Y, und auch der Soldat tut in diesem

wunderlichen Weltwerk seine Pflicht: ihm ist das kalte Eisen in die Hand

gegeben, er soll es führen ohne Scheu, er soll dem Feind das Bajonett

zwischen die Rippen rennen, er soll sein Gewehr auf ihre Schädel

schmettern, das ist sein heiliger Beruf, das ist sein Gottesdienst.

Und so ist demnach es unausbleiblich:

„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre, die Massengräber der Tiefe stinken

sein Lob, überall, allüberall ist eitel Glück und Friede und Freude und

Segen, und auch die Erde trieft vor Wonne, ist voll davon.“

Das ist das Werk der Schöpfung.

Und siehe da:

Wie wir gesehen haben und wie wir es an uns erlebt haben, Tag für Tag:

(CHCl=CH)3As (Levisite); oder, Der einzig gerechte Krieg · 第 146 / 229 题