Draußen vor der Stadt war ein warmer Frühlingstag.
Der Wind fegt übers Land.
Das Gras fließt ...
Kolonnen von Landarbeitern marschieren stadtwärts.
Auf allen Wegen Landarbeiterkolonnen, sie tragen rote Fahnen, singen:
„Wacht auf ...“
Ein alter Bauer sitzt, an der Pfeife nagend, vor seiner halb verfallenen
Hütte:
„Bravo, Jungens, machts gut! ... Dann baut ein neues Dorf auf, das alte
ist ja so zu nichts mehr zu gebrauchen ... Bevor dieses Jahr das Korn in
die Scheuer fährt, wird die Erde noch viel Menschenblut in sich
hineinstürzen. Meine Hand ist trocken. Der Boden hitzig. Das bedeutet
Menschenblut ... O, das sind Zeiten ...“
„Recht so, Alter!“ schreien ein paar junge Burschen zu ihm herüber: „Nur
den Mut nicht verlieren! Wir schaffens schon ...“
Der ferne Dunstschleier zerreißt. Näher rückt heran die Stadt. Wie ein
noch schlafendes Steinungeheuer liegt sie da, die Vororte inmitten
breiter Flächen Grün wie Tatzen.
Kein Fabrikschlot raucht.
Keine Kirchenglocke läutet ...
Eine Pappelallee zieht sich am Horizont hin, wie eine Reihe
schwarzschwälender Flammen ...
* * * * *
Ganze Stadtteile sind seit dem frühesten Morgen von Polizei und Militär
abgesperrt.
Die sämtlichen Zufahrtsstraßen zur Stadt sind durch Panzerwagen und
Maschinengewehrabteilungen gesichert.
Erkundungsflieger kreisen hoch in der Luft.
Die Eisenbahngleise entlang streifen Militärpatrouillen.
Ein Panzerzug rangiert: jetzt gibt er Volldampf und heult der Stadt zu.
* * * * *
Immer wieder werden die Landarbeiterkolonnen abgedrängt.
Es wird schon gegen Mittag.
Unruhig kreisen sie um die Stadt.