Und wieder dröhnte der Saal von dem dreimaligen „Hoch!“

Langsam und schleppend wurde jetzt die letzte Strophe der

„Internationale“ gesungen.

Wie ein Trauermarsch.

„Diese Welt muß unser sein!“

Ja, so ist es. Aber wer glaubte noch daran!?

Wie ein muskelloser, schlaffer, erschöpfter Körper: so war dieser

Gesang. Tausend Münder schnappten automatisch auf und zu ... Kein

Schwung, keine Kraft. Es zog nicht durch ...

„Erst wenn wir sie vertrieben haben –

Dann scheint die Sonn’ ohn’ Unterlaß ...“

Auch viele kannten den Text nicht ...

Aber ein Proletariermädchen sang mit, es war klein und schmal, es

hustete oft dazwischen, die Haut war durchsichtig, die Augen groß

aufgerissen: es sang mit einer hohen schönen Stimme, diese Stimme

schwang sich im Gesang hell empor aus Elend, Lebensnot und

Alltagseinerlei, diese Stimme war wie klares Eiswasser: die Hände

ballten sich, schneller sang sie die Strophen wie die andern, aber sie

wurde auch immer wieder unwiderstehlich in den zähen, trüben, kleberigen

Strom des Massengesanges zurückgerissen ...

Die Versammlung war zu Ende.

Polizeimannschaften mit umgehängtem Karabiner patrouillierten.

Das Wetter war umgeschlagen. Das Nebeldickicht verdampft. Es wehte ein

scharfer Wind ... Die Nacht war eisig.

(CHCl=CH)3As (Levisite); oder, Der einzig gerechte Krieg · 第 52 / 229 题