Die Tränen der Hinterbliebenen versiegten allmählich.
Man ging zwar noch unter der unheimlichen Last gebeugt, aber auch schon
beobachtend und lauernd. Und schon einen Tag vor dem gemeinsamen
Begräbnis der Opfer hatten sie sich wieder gefaßt, um einige Grade
härter und kampfentschlossener waren die meisten unter ihnen geworden,
und mit roten Fahnen an der Spitze durchzogen schon früh am Morgen des
Begräbnistages Gruppen von Kumpels, Witwen und Waisen die
rußverschlammten Straßen der Bergarbeiterstadt, und sangen die
„Internationale“.
Oh, erinnerte sich da mancher, das war schon einmal so.
Drei, vier Jahre zurück vielleicht. Aber ein jeder denkt noch voll Stolz
daran. Schade nur, daß nicht ... Aber aus unseren Fehlern muß gelernt
werden ... Es geht eben mal schwer vorwärts, und nichts wird einem
geschenkt, das ist nun einmal so ...
* * * * *
Die Rote Armee zog damals von Stadt zu Stadt.
Hals über Kopf rückte die Reichswehr ab.