Höhen und Täler leuchteten ...
Wir marschierten durch Wälder, setzten uns auf eroberten Pontons über
die Flüsse, Tag und Nacht, unermüdlich immer hinter dem weißen Feind her
...
Rote Soldaten stiegen aus den Gruben, warfen sich, wo noch eine Lücke
war, in die Rote Front ...
Das ganze Bergwerksrevier marschiert.
Das ganze Bergwerksrevier kämpfte seinen bewaffneten Aufstand.
So war es.
So wird es wieder sein ...
Grab an Grab, Schächte, in denen Tausende verschüttet, erstickt,
zermalmt worden sind, Schlachtäcker des Bürgerkriegs, gedüngt mit
proletarischem Heldenblut: das ist westfälischer Boden.
Das Land ist hier wie erdiges Geschwür.
Trüb schwelt heute die Flamme der Revolution.
Die Bergwerke wie erloschene Krater ...
Menschenfleisch, Arbeiterfleisch verfault bei lebendigem Leib in den
Ruinen dieser modernen Katakomben.
Rußt ein. Und der Menschenkadaver heizt sich zur Not noch an in den
Schnapsschenken mit giftigem Fusel ...
Aber täuscht euch nicht!
Morgen, übermorgen brechen sie wieder auf: Narben, Wunden, Schmerzen
brechen wieder auf, und Millionen Kumpels stürzen sich wieder herauf aus
der Erdtiefe, wie lebendige Lavamassen.
Die Erde platzt!
Der Erdbauch platzt: und herauf aus den mit lebendigen Menschenleichen
angefüllten Erddärmen fördert es Haufen an Haufen, wandelnde, leibhaft
gewordene Kohlenstrunke ... Wehe: die Kohle kommt! Wehe, wenn die
Menschenkohle über euch kommt, wenn die aus Bitternis über
jahrhundertelang geduldig ertragenes Leid glühend gewordene
Menschenkohle über euch kommt! ...
Das wird der Auferstehungstag, der Tag der Befreiung sein ganzer
Geschlechter lebendig Begrabener ...