Als sie ihn droben gebettet haben, geht sie noch einmal in die
Schreibstube zurück, das Licht zu löschen. Da erblickt sie seine
letzten Schriftzüge. Frau Jobst? Was wollte er schreiben? Und plötzlich
enthüllt sich vor ihrem schauenden Blick die letzte Stunde Maltes an
seinem Schreibtisch, was er empfunden und was er gewollt. Sie geht nach
oben und setzt sich neben seinem Lager nieder.
Seine Seele irrt auf nächtig verschleierten Wiesen, die ohne Pfade
sind, seine geöffneten Augen suchen über den Rand der Zeit hinaus. Aber
vielleicht suchen sie die Versöhnung!
Güldenfey wagt es und senkt ihren Mund auf ihn. »Malte,« klingt ihre
hohe Stimme leise und doch eindringlich, »du schriebst Frau Jobst. Soll
sie etwas? Ich weiß sie zu finden.«
Ein Zucken läuft über das verzogene Gesicht, eine leise Bewegung des
Lides zeigt, daß er verstanden hat.
»Sei ganz ruhig,« tröstet sie, »ich gehe zu ihr.«