Harro fährt aus dem Schlaf auf. »Kutscher, haben wir noch weit?«

»Eine gute halbe Stunde, Herr.«

Ach, dieser endlose Raum! Wie er sie das erstemal sah drunten am Hafen,

vereinsamt, verstört, von Räuberhänden ausgeplündert, nichts besitzend

als ein geborstenes Leben. Wie er mit ihr auf Heilisoe weilte; sie

aufglühend in der Glut hingebenden Frauentums, er nehmend und immer

nehmend und voll dankbarer Vorsätze! Wie er sie in seine Arme schloß

bei dem Wiedersehen nach jener schreckvollen Nacht, die ihr das Kind

und die Hoffnung auf Mutterschaft raubte. Von jetzt an will ich

ihr mehr gehören, ihr besseren Ersatz bieten. Vorsätze, nichts als

Vorsätze. O dieses verfluchte Parteitreiben! Marfa, vergib!

»Kutscher, geben die Pferde nicht noch mehr her?«

»Herr, wir fahren schnell, sind auch gleich da.«

Endlich die Lichter der Stadt, die ersten Häuser, dunkle Straßen,

bernsteingelbe Lichter hinter den Fenstern. Die Schellen läuten, der

Schnee fällt.

Der Treßhof. Droben gedämpftes Licht.

Er hat sich längst ausgeschält und stürzt hinauf. Keiner begegnet ihm.

Er tritt in das Zimmer. Güldenfey richtet sich auf und hebt die Hand.

Auf dem Lager zwei blasse Hände, die ruhen; ein lächelndes Gesicht

zwischen dunklen Flechten. Er weiß alles.

»O Marfa!«

Der Weg nach Heilisoe · 第 37 / 47 题