Jetzt ist sie schon nah an dem Zufahrtsweg, dort, wo die Birken bis an
die Kronen im Eise stehen.
Wahrhaftig, es ist ein richtiger Prahm mit hochstehenden Rändern. Die
hat er all die Jahre mit Mist zugedeckt, damit die Nachbarn nichts
ahnen.
»Hierher! Hierher!«
Und jetzt hört man schon das Zerspellen des Eises, das sich am Holze
hochschiebt und klingende Risse voraufwirft.
Und jetzt wird der Alte selber sichtbar. Die Lumpen eines Schafpelzes
hängen an ihm herum. Er schwingt die Stange und lacht -- lacht -- lacht.
»Nachbar, hierher!«
»Jetzt bin ich mit einmal der Nachbar -- hä? -- Der geliebte Nachbar!
Der wertvolle Nachbar -- hä? Wenn wir jetzt eine Talka machen wollten,
dann wär' ich euch nicht zu schlecht -- hä?«
»Nachbar -- vergiß und hilf!«
»Nichts wird vergessen! Keine Ehrenkränkung! Und kein Abseitsrücken!
Jetzt wird spazierengefahren an allen vorbei, die ertrinken, und gelacht
wird wie bei einer Hochzeit.«
»Nachbar -- erbarm dich!«
»Hast _du_ dich erbarmt? Ja, du _hast_ dich erbarmt! Du hast mir einmal
ein Stück Hochzeitsfladen hingeworfen. Hast es wohl längst vergessen.
Aber ich nicht. Darum bist du eingeladen, Hochzeit zu feiern bei mir. --
Du und was mit dir da drin ist.«
»Jons, steh auf!«
Der Jons ist wer weiß wo. Der träumt von Sommerwiesen und Heuaust. Und
die Marjellen schreien, sie wollen nicht. Sie wollen lieber ertrinken
als zu dem Raubmörder ins Haus.
Aber die Erdme fackelt nicht lang'. Sie kriegt die Urte zu packen und
wirft sie dem Alten aufs Dach, so daß die Rohrschicht beinahe
entzweiknallt. Und mit der Katrike macht sie's nicht anders.