Und sie streichelt seinen Arm und sagt: »Du wirst es schon noch
gestehen. Ich weiß, daß du es gestehen wirst.«
Er bleibt immer noch dabei, daß er nichts zu gestehen hat, und sie gibt
sich zufrieden. Nur wenn sie daran denkt, daß daheim im Dorf die Busze
sitzt und lauert, läuft es ihr ab und zu kalt über den Rücken.
Mit ineinandergelegten Händen gehen sie zu ihrem Tische zurück und
kümmern sich nicht mehr um die Leute, die nicht satt werden können,
ihnen nachzusehen.
Und weil nun ringsum die Kaffeetassen verschwunden sind und statt ihrer
Biergläser stehen, bestellt sich Ansas auch was bei dem feinen Herrn --
aber kein Bier bestellt er, sondern eine Flasche süßen Muskatwein, wie
ihn die Litauer lieben.
Und beide trinken und sehen sich an, bis Indre sich ein Herz faßt und
ihn fragt: »Mein Ansaschen, was heißt das -- eine Madonna?«
»So nennt man die katholische heilige Jungfrau,« sagt er.
Sie zieht die Lippen hoch und sagt verächtlich: »Wenn's weiter nichts
ist.« Denn die Neidischen, die sie ärgern wollten, haben sie schon als
Mädchen so genannt, und sie ist doch stets eine fromme Lutheranerin
gewesen.
Und sie trinken immer noch mehr, und Indre fühlt, daß sie rote Backen
bekommt, und weiß sich vor Fröhlichkeit gar nicht zu lassen.
Da plötzlich fällt dem Ansas ein: »O Gott -- die Eisenbahn! Und die Uhr
ist gleich sechse!«
Er ruft den feinen Herrn herbei und bezahlt mit zwei harten Talern. Dann
fragt er noch nach dem kürzesten Wege zum Bahnhof. Aber wie sie nun
eilends dorthin laufen wollen, ergibt es sich, daß sie nicht mehr ganz
gerade stehen können.
Die Leute lachen hinter ihnen her, und die Dame am Nebentisch sagt
bedauernd: »Daß diese Litauer sich doch immer betrinken müssen.«
Hätte sie gewußt, _was_ hier gefeiert wird, so hätte sie's wohl nicht
gesagt.
Die Straße zum Bahnhof führt ziemlich nah an den Schienen entlang. Sie
laufen und lachen und laufen.