In den Tagen des Kalew-Sohnes lebte im Kungla-Lande[34] ein sehr reicher
König, der seinen Unterthanen alle sieben Jahre in der Mitte des Sommers
ein großes Gelage gab, das jedesmal zwei, auch drei Wochen
hintereinander dauerte. Das Jahr eines solchen Festes war wieder
herangekommen und man erwartete den Beginn desselben binnen einigen
Monaten; aber die Leute schienen dies Mal noch unsicher in ihren
Hoffnungen, weil ihnen nämlich schon zwei Mal, vor vierzehn und vor
sieben Jahren, die erwartete Freude zu Wasser geworden war. Von Seiten
des Königs war beide Male hinlänglich für die nöthigen Vorräthe gesorgt
worden, aber keines Menschen Zunge war dazu gekommen, sie zu kosten.
Wohl schien die Sache wunderbar und unglaublich, aber es fanden sich
aller Orten viele Menschen, welche die Wahrheit derselben als
Augenzeugen bekräftigten. Beide Male, -- so wurde erzählt -- als die
Gäste der hergerichteten Speisen und Getränke warteten, war ein
unbekannter fremder Mann zum Oberkoch gekommen und hatte ihn gebeten,
von Speise und Trank ein paar Mundvoll kosten zu dürfen; aber das bloße
Eintunken des Löffels in den Suppenkessel und das Heben der Bierkanne
zum Munde hatte hingereicht, um mit wunderbarer Gewalt alle
Vorrathskammern, Schaffereien und Keller leer zu machen, so daß auch
kein Körnchen und kein Tröpfchen übrig blieb.[35] Köche und Küchenjungen
hatten alle den Vorfall gesehen und beschworen; gleichwohl war des
Volkes Zorn über die zerstörte Festfreude so groß, daß der König, um die
Leute zu besänftigen, vor sieben Jahren den Oberkoch hatte aufhängen
lassen, weil er dem Fremden die verlangte Erlaubnis gegeben hatte. Damit
nun jetzt nicht abermals ein solches Aergerniß entstünde, war von Seiten
des Königs demjenigen, der die Herstellung des Festes übernähme, eine
reiche Belohnung zugesichert worden: und als gleichwohl Niemand die
Verantwortlichkeit auf sich nehmen wollte, versprach der König endlich
dem Uebernehmer seine jüngste Tochter zur Gemahlin; wenn aber die Sache
unglücklich ausfiele, sollte er mit seinem Leben für den Schaden büßen.
An der Grenze des Reichs, weit von der Königsstadt, wohnte ein
wohlhabender Bauer mit drei Söhnen, von denen der jüngste schon von
klein auf einen scharfen Verstand zeigte, weil die Rasenmutter[36] ihn
aufgezogen und ihn gar oft heimlich an ihrer Brust gesäugt hatte. Der
Vater nannte diesen Sohn deshalb _Schlaukopf_. Er pflegte zu seinen Söhnen
zu sagen: »Ihr, die beiden älteren Brüder, müsset durch Körperkraft und
Händearbeit euch das tägliche Brod verdienen; du, kleiner Schlaukopf,
kannst durch deinen Verstand in der Welt fortkommen und dich einmal über
deine Brüder emporschwingen.« -- Vor seinem Tode teilte er Aecker und
Wiesen zu gleichen Theilen unter seine beiden älteren Söhne. Dem
jüngsten gab er so viel Reisegeld, daß er in die weite Welt gehen
konnte, um sein Glück zu versuchen. Noch war des Vaters Leiche auf dem
Tische nicht kalt geworden, als auch die älteren Brüder ihrem jüngsten
Alles bis auf den letzten Kopeken wegnahmen, dann warfen sie ihn zur
Thür hinaus und riefen ihm höhnisch nach: »Du schlauer Kopf sollst dich
über uns erheben und blos durch deinen Verstand in der Welt fortkommen,
drum könnte das Geld dir lästig sein!«
Der jüngste Bruder schlug sich die Mißgunst seiner beiden Brüder aus dem
Sinne und machte sich sorglos auf den Weg. »Gott giebt wohl schon
Glück!« den Spruch hatte er sich zum Trost und Begleiter aus dem
Vaterhause mitgenommen; er pfiff die trüben Gedanken fort und ging
leichten Schrittes weiter. Als er anfing Hunger zu verspüren, traf er
zufällig mit zwei reisenden Handwerksgesellen zusammen. Sein angenehmes
Wesen und seine Scherzreden gefielen den Gesellen, sie gaben ihm, als
Rast gehalten wurde, von ihrer Kost ab, und so brachte Schlaukopf den
ersten Tag glücklich zu Ende. Er trennte sich vor Abend von den Gesellen
und ging vergnügt fürbaß, denn das Gefühl der Sättigung ließ keine Sorge
für den nächsten Tag aufkommen. Ein Nachtlager bot sich ihm überall, wo
der grüne Rasen die Diele unter ihm und der blaue Himmel das Dach über
ihm bildete; ein Stein unter dem Haupte diente als weiches Schlafkissen.
Am folgenden Tage kam er Vormittags an ein einsames Gehöft. Vor der Thür
saß eine junge Frau und weinte kläglich. Schlaukopf fragte, was sie so
sehr bekümmere, und erfuhr Folgendes: »Ich habe einen schlimmen Mann,
der mich alle Tage schlägt, wenn ich seine tollen Launen nicht
befriedigen kann. Heute befahl er mir, ihm zur Nacht einen Fisch zu
kochen, der kein Fisch sein dürfe, und der wohl Augen, aber nicht am
Kopfe habe. Wo auf der Welt soll ich ein solches Thier finden?« --
»Weine nicht, junges Weibchen« -- tröstete sie Schlaukopf: »dein Mann
will einen Krebs, der zwar im Wasser lebt, aber kein Fisch ist, und der
auch Augen hat, aber nicht im Kopfe.«[37] Die Frau dankte für die gute
Belehrung, gab ihm zu essen und noch einen Brotsack mit auf die Reise,
von dem er manchen Tag leben konnte. Da ihm nun diese unvermuthete Hülfe
geworden war, beschloß er sogleich in die Königsstadt zu gehen, wo
Klugheit am Meisten werth sein müsse, und wo er sicher sein Glück zu
finden hoffte.
Ueberall, wohin er kam, hörte er von nichts Anderem sprechen, als von
dem Sommerfeste des Königs. Als er erfuhr, was für ein Lohn demjenigen
verheißen war, der das Fest herstellen werde, ging er mit sich zu Rathe,
ob es nicht möglich sei, die Sache zu übernehmen. Gelingt es -- so
sprach er zu sich selbst -- so bin ich mit einem Male auf dem Wege zum
Glücke. Was sollte ich wohl fürchten? Im allerschlimmsten Falle würde
ich mein Leben verlieren, allein sterben müssen wir doch einmal, sei es
früher oder später. Wenn ich's beim rechten Ende anfange, warum sollte
es nicht gehen? Vielleicht habe ich mehr Glück als die Andern. Und gäbe
mir dann auch der König seine Tochter nicht, so muß er mir doch den
versprochenen Lohn an Gelde auszahlen, der mich zum reichen Manne macht.
Unter diesen Gedanken schritt er vorwärts, sang und pfiff wie eine
Lerche, ruhte zuweilen im Schatten eines Busches von des Tages Hitze
aus, schlief die Nacht unter einem Baume oder im Freien, und langte
glücklich an einem Abend in der Königsstadt an, nachdem er am Morgen
seinen Brotsack bis auf den Grund geleert hatte. Am folgenden Tage erbat
er sich Zutritt zum Könige. Dieser sah, daß er es mit einem gescheuten
und unternehmenden Menschen zu thun hatte und so wurde man leicht
Handels einig. Dann fragte der König: »Wie heißt du?« Der Mann von Kopf
erwiederte: »Mein Taufname ist Nikodemus, aber zu Hause wurde ich immer
_Schlaukopf_ genannt, um anzudeuten, daß ich nicht auf den Kopf gefallen
bin.« »Ich will dir diesen Namen lassen,« -- sagte der König, -- »denn
dein Kopf muß mir für allen Schaden einstehen, wenn die Sache schief
geht!«
_Schlaukopf_ bat sich vom Könige siebenhundert Arbeiter aus und machte
sich ungesäumt an die Vorbereitungen zum Feste. Er ließ zwanzig große
Riegen[38] aufführen, die nach Art gutsherrlicher Viehställe im Viereck
zu stehen kamen, so daß ein weiter Hofraum in der Mitte blieb, zu
welchem eine einzige große Pforte hineinführte. In den heizbaren Räumen
ließ er große Kochgrapen und Kessel einmauern, und die Oefen mit
Eisenrosten versehen, um darauf Fleisch, Blutklöße und Würste zu braten.
Andere Riegen wurden mit Kesseln und großen Kufen zum Bierbrauen
versehen, so daß oben die Kessel, unten die Kufen standen. Noch andere
Häuser ohne Feuerstellen wurden aufgeführt, um zu Schaffereien für kalte
Speisen zu dienen, die eine um Schwarzbrot, die andere um Hefenbrot[39],
die dritte um Weißbrot u. s. w. aufzubewahren. Alle nöthigen Vorräthe,
wie Mehl, Grütze, Fleisch, Salz, Fett. Butter u. dgl. wurden auf dem
Hofraum aufgestapelt, und dann wurden funfzig Soldaten als Wache vor die
Pforte gestellt, damit kein Diebesfinger etwas antasten könnte. Der
König besichtigte alle Tage die Zurüstungen und rühmte _Schlaukopfs_
Geschick und Klugheit. Außer dem wurden noch einige Dutzend Backöfen im
Freien erbaut, und vor jedem Ofen eine eigene Abtheilung Wachtsoldaten
aufgestellt. Für das Fest wurden geschlachtet tausend Mastochsen,
zweihundert Kälber, fünfhundert Schweine und Ferkel, zehntausend Schafe
und noch viel anderes Kleinvieh, das herdenweise von allen Seiten
zusammengetrieben wurde. Auf den Flüssen sah man Kähne und Böte, auf den
Landstraßen Frachtwagen unaufhörlich Proviant zuführen, und zwar waren
die Fuhren nun schon seit Wochen in Bewegung. An Bier allein wurden
siebentausend Ahm gebraut. Wiewohl die siebenhundert Gehülfen von früh
bis spät arbeiteten, und ab und zu auch noch Tagelöhner angenommen
wurden, so lastete doch die meiste Sorge und Mühe auf _Schlaukopf_, weil
seine Einsicht die Andern in allen Stücken leiten mußte. Den Köchen,
Bäckern und Brauern hatte er aufs strengste eingeschärft, nicht
zuzulassen, daß ein fremder Mund von den Speisen und Getränken koste;
wer gegen diesen Befehl handle, dem war der Galgen angedroht. Sollte
sich aber irgendwo so ein naschhafter Fremder zeigen, so müsse derselbe
augenblicklich vor den obersten Anordner des Festes gebracht werden.
Am Morgen des ersten Festtages erhielt _Schlaukopf_ Nachricht, daß ein
unbekannter alter Mann in eine Küche gekommen sei und den Koch um
Erlaubniß gebeten habe, aus dem Suppengrapen mit dem Schöpflöffel ein
wenig zu kosten, was ihm der Koch nun also auf eigene Hand nicht
gestatten durfte. _Schlaukopf_ befahl, den Fremden vorzuführen, und bald
erschien ein kleiner alter Mann mit grauen Haaren, welcher demüthig um
Erlaubniß bat, die Festspeisen und das Getränk schmecken zu dürfen.
_Schlaukopf_ hieß ihn in eine der Küchen mitkommen, dort wolle er, wenn es
möglich sei, den ausgesprochenen Wunsch erfüllen. Während sie gingen,
sah er scharf hin, ob an dem Alten nicht irgend etwas Absonderliches zu
entdecken sei. Da erblickte er einen glänzenden goldenen Ring an dem
Ringfinger der linken Hand des Alten. Als sie in die Küche getreten
waren, fragte _Schlaukopf_: »Was für ein Pfand kannst du mir geben, daß
kein Schaden entsteht, wenn ich dich die Speise kosten lasse?« »Gnädiger
Herr,« -- erwiederte der Fremde -- »ich habe dir nichts zum Pfande zu
geben.« _Schlaukopf_ zeigte auf den schönen goldenen Ring und verlangte
ihn zum Pfande.[40] Dagegen sträubte sich der alte Schelm, indem er
versicherte, der Ring sei ein Andenken seiner verstorbenen Frau und er
dürfe ihn einem Gelübde zufolge niemals aus der Hand geben, weil sonst
Unglück kommen könnte. »Dann ist es mir auch nicht möglich, dein
Verlangen zu erfüllen,« sagte _Schlaukopf_ -- »ohne Pfand kann ich
Niemanden weder Festes noch Flüssiges schmecken lassen.« Den Alten
stachelte die Lüsternheit so sehr, daß er endlich seinen Ring zum Pfande
gab. Als er jetzt den Löffel in den Kessel tunken wollte, versetzte ihm
_Schlaukopf_ von hinten mit dem Rücken eines Beiles einen so gewaltigen
Schlag auf den Kopf, daß der stärkste Mastochse davon umgefallen wäre,
aber der alte Schelm sank nicht, sondern taumelte nur ein Bischen.
_Schlaukopf_ packte ihn jetzt mit beiden Händen am Barte und ließ starke
Stricke bringen, mit denen dem Alten Hände und Füße festgebunden wurden,
worauf er bei den Beinen an einem Balken in die Höhe gezogen wurde.
_Schlaukopf_ rief ihm spottend zu: »Da warte nun, bis die Festtage
vorüber sind, dann wollen wir weiter miteinander abrechnen. Der Ring, in
welchem deine Kraft steckt, bleibt mir inzwischen als Pfand.« Der Alte
mußte sich wohl oder übel zufrieden geben; er konnte, gefesselt wie er
war, nicht Hand noch Fuß bewegen.
Jetzt begann das Gelage, zu welchem die Leute zu Tausenden von allen
Seiten herbeigeströmt waren. Obwohl die Gasterei volle drei Wochen
dauerte, so mangelte es doch weder an Speise noch an Trank, vielmehr
blieb von Allem noch ein gut Theil übrig.
Das Volk war voll Dank und Preis für den König und den Hersteller des
Festes. Als der König diesem den bedungenen Lohn ausbezahlen wollte,
sagte _Schlaukopf_: »Ich habe noch mit dem Fremden ein kleines Geschäft
abzumachen, ehe ich meinen Lohn in Empfang nehme.« Dann nahm er sieben
starke Männer mit sich, die er mit tüchtigen Knütteln versorgen ließ,
und führte sie dahin, wo er den Alten vor drei Wochen an einen Balken
aufgehängt hatte. »Ihr Männer! Fasset die Knüttel fest in die Faust und
verarbeitet mir den Alten, daß er dieses Bad und unser Gastgebot in
seinem Leben nicht vergesse!« -- Die Männer begannen nun alle sieben den
Alten greulich durchzugerben, so daß sie ihm fast das Leben genommen
hätten; aber von ihren harten Schlägen riß endlich der Strick. Das
Männlein fiel herunter und verschwand im Nu unter der Erde, hinterließ
aber eine breite Oeffnung. Schlaukopf sagte: »Ich habe ein Pfand, mit
welchem ich ihm folgen muß. Bringet dem Könige viele tausend Grüße und
saget ihm, er möge, wenn ich nicht zurück kommen sollte, meinen Lohn
unter die Armen vertheilen.«
Er kroch nun durch dasselbe Schlupfloch, durch welches der Alte
verschwunden war, in die Tiefe. Anfangs fand er den Weg sehr eng, aber
einige Klafter tiefer wurde er viel breiter, so daß man leicht vorwärts
kommen konnte. Eingehauene Stufen bewahrten den Fuß davor, daß er trotz
der Finsterniß nicht glitt. _Schlaukopf_ war eine Weile gegangen, als er
an eine Thür kam. Er lugte durch eine kleine Oeffnung und sah drei junge
Mädchen sitzen und den ihm wohlbekannten Alten, dessen Kopf dem einen
der Mädchen im Schooße lag. Das Mädchen sagte: »Wenn ich noch ein Paar
Mal die Beule mit der Klinge presse, so vergeht Geschwulst und Schmerz.«
_Schlaukopf_ dachte, das ist gewiß die Stelle, die ich vor drei Wochen mit
dem Rücken des Beils gezeichnet habe. Er nahm sich vor, so lange hinter
der Thür zu warten, bis der Hausherr sich schlafen gelegt habe und das
Feuer ausgelöscht sei. Der Alte bat: »Helft mir in die Kammer, daß ich
mich zu Bette lege, mein Körper ist ganz aus den Gelenken, ich kann
nicht Hand noch Fuß regen.« Darauf wurde er in die Schlafkammer geführt.
Während der Dämmerung, als die Mädchen das Gemach verlassen hatten,
schlich _Schlaukopf_ herein und fand ein Versteck hinter dem
Biertönnchen.[41]
Die Mädchen kamen bald zurück und sprachen leise miteinander, um den
alten Papa nicht aufzuwecken. »Die Kopfbeule hätte nichts zu sagen,«
meinte die eine, -- »und der verrenkte Körper würde sich auch schon
wieder herstellen, aber der verlorene Kraftring ist ein unersetzlicher
Schade, und der quält den Alten wohl mehr als sein körperlicher
Schmerz.« Als man später den Alten schnarchen hörte, trat _Schlaukopf_ aus
seinem Versteck hervor und befreundete sich mit den Mädchen. Anfangs
sahen diese wohl erschrocken drein, aber der verschlagene Jüngling wußte
ihre Furcht zu beschwichtigen, so daß sie ihn zur Nacht da bleiben
ließen. Er hatte von den Mädchen herausgebracht, daß der Alte zwei ganz
besondere Dinge besitze, ein berühmtes Schwert und eine Gerte vom
Ebereschenbaum,[42] und er gedachte beides mit zu nehmen. Die Gerte
schuf auf dem Meere eine Brücke vor ihrem Besitzer her, und mit dem
Schwerte ließ sich das zahlreichste Heer vernichten. Den folgenden Abend
hatte sich _Schlaukopf_ richtig des Schwertes und der Gerte bemächtigt,
und war vor Tagesanbruch mit Hülfe des jüngsten Mädchens entkommen. Aber
vor der Thür fand er das alte Schlupfloch nicht mehr, sondern einen
großen Hofplatz und weiterhin wogte das Meer hinter der Koppel.
Unter den Mädchen hatte sich nach seinem Scheiden ein Wortwechsel
erhoben, der so heftig wurde, daß der Alte von dem Lärm erwachte. Aus
ihrem Zanke wurde ihm klar, daß ein Fremder hier verkehrt hatte, er
stand zornig auf und fand Schwert und Gerte entwendet. »Mein bester
Schatz ist mir geraubt!« brüllte er, vergaß allen Körperschmerz und
stürmte hinaus. _Schlaukopf_ saß noch immer am Meeresufer und sann
darüber, ob er die Kraft der Gerte erproben oder sich einen trockenen
Weg suchen solle. Plötzlich hört er hinter sich ein Sausen wie von einer
Windsbraut. Als er sich umsieht, erblickt er den Alten, der wie toll
gerade auf ihn los rennt. Er springt auf und hat eben noch Zeit, mit der
Gerte auf die Wellen zu schlagen und zu rufen: »Brücke vorn, Wasser
hinten!«[43] Kaum hat er das Wort gesprochen, so befindet er sich auf
einer Brücke im Meere, schon eine Strecke vom Ufer entfernt.
Der Alte kommt ächzend und keuchend an's Ufer und bleibt stehen, als er
den Dieb auf der Brücke über dem Meere sieht. Schnaufend ruft er:[44]
»Nikodemus, Söhnchen! wo willst du hin?« -- »Nach Hause, Papachen!« war
die Antwort. »Nikodemus, Söhnchen! du hast mir mit dem Beil auf den Kopf
geschlagen und mich bei den Beinen am Balken ausgehängt?« -- »Ja,
Papachen.« »Nikodemus, Söhnchen! hast du mich von sieben Mann
durchprügeln lassen und meinen goldenen Ring geraubt?« -- »Ja,
Papachen!« »Nikodemus, Söhnchen! hast du dich mit meinen Töchtern
befreundet?« -- »Ja, Papachen.« »Nikodemus, Söhnchen! hast du das
Schwert und die Gerte gestohlen?« -- »Ja, Papachen.« »Nikodemus,
Söhnchen! willst du zurück kommen?« -- »Ja, Papachen!« gab _Schlaukopf_
wieder zur Antwort. Inzwischen war er auf der Brücke so weit gekommen,
daß er des Alten Rede nicht mehr hören konnte. Als er über das Meer
hinübergelangt war, erfragte er den nächsten Weg zur Stadt des Königs
und eilte dahin, um seinen Lohn zu fordern.
Aber siehe da! er fand hier Alles ganz anders als er gehofft hatte.
Seine Brüder standen beide im Dienste des Königs, der eine als Kutscher,
der andere als Kammerdiener. Beide lebten gar lustig: sie waren reiche
Leute. Als Schlaukopf sich vom Könige seinen Lohn ausbat, sagte dieser:
»Ich hatte dich ein ganzes Jahr lang erwartet, da aber nichts von dir zu
hören noch zu sehen war, so hielt ich dich für todt, und wollte deinen
Lohn unter die Armen vertheilen lassen nach deinem Geheiß. Da kamen aber
eines Tages deine älteren Brüder, um diesen Lohn zu erben. Ich übergab
die Sache dem Gericht, welches ihnen den Lohn zuerkannte, wie sich's
auch gebührte, weil man glaubte, du seiest nicht mehr am Leben. Später
traten deine Brüder in meinen Dienst, und stehen noch darin.« Als
_Schlaukopf_ diese Rede des Königs hörte, glaubte er zu träumen, denn
seines Bedünkens war er nicht länger als zwei Nächte in der
unterirdischen Behausung des Alten gewesen, und hatte dann einige Tage
gebraucht, um heimzukehren; jetzt zeigte sich's aber, daß jede Nacht
Jahreslänge gehabt hatte. Er wollte seine Brüder nicht verklagen, ließ
ihnen das Geld, dankte Gott, daß er mit dem Leben davon gekommen war und
sah sich nach einem neuen Dienste um. Der königliche Koch nahm ihn als
Küchenjungen an, und er mußte jetzt alle Tage den Braten am Spieße
drehen. Seine Brüder verachteten ihn wegen dieser geringen Handthierung
und mochten nicht mit ihm umgehen, er aber hatte sie doch lieb. So hatte
er ihnen auch eines Abends Manches von dem erzählt, was er in der
Unterwelt gesehen hatte, wo die Gänse und Enten goldenes und silbernes
Gefieder trugen. Die Brüder hinterbrachten das Gehörte dem Könige und
baten ihn, er möge ihren jüngsten Bruder doch hinschicken, damit er die
seltenen Vögel herbringe. Der König ließ den Küchenjungen rufen und
befahl ihm, sich am nächsten Morgen aufzumachen, um die Vögel mit dem
kostbaren Gefieder zu holen.
Mit schwerem Herzen machte sich _Schlaukopf_ auf den Weg, nahm aber Ring,
Gerte und Schwert, die er heimlich bewahrt hatte, mit sich. Nach einigen
Tagen kam er an den Meeresstrand und sah an der Stelle, wo er auf seiner
Flucht an's Land gestiegen war, einen alten Mann an einem Steine sitzen.
Als er näher trat, fragte ihn der Mann, der einen langen grauen Bart
hatte: »Weßhalb bist du so verdrießlich, Freundchen?« _Schlaukopf_
erzählte ihm den schlimmen Handel. Der Alte hieß ihn gutes Muths und
ohne Sorge sein und sagte: »So lange der Kraftring in deiner Hand ist,
kann dir nichts Böses geschehen.« Dann erhielt _Schlaukopf_ eine Muschel
von ihm und wurde bedeutet, mit der Zaubergerte die Brücke bis in die
Mitte des Meeres zu schlagen; alsdann solle er mit dem linken Fuße auf
die Muschel treten, so werde er dadurch in die Unterwelt gelangen, wo
das Gesinde gerade schlafen werde. Weiter hieß er ihn aus
Spinnegewebe[45] einen Sack nähen, um die silber- und goldgefiederten
Schwimmvögel hineinzuthun; dann solle er unverzüglich zurück kommen.
_Schlaukopf_ dankte für die erwünschte Anleitung und eilte fort. Die Sache
ging so, wie vorhergesagt war; aber kaum war er mit seiner Beute bis
an's Meeresufer gelangt, so hörte er den alten Burschen hinterdrein
keuchen und vernahm auch, wie er auf die Brücke trat, wieder dieselben
Fragen als das erste Mal: »Nikodemus, Söhnchen! Du hast mir mit dem
Rücken des Beils auf den Kopf geschlagen und hast mich bei den Beinen am
Balken aufgehängt?« u. s. w. bis zuletzt noch die Frage hinzukam, welche
den an den Schwimmvögeln verübten Diebstahl betraf. _Schlaukopf_
antwortete auf jede Frage »ja« und eilte weiter.
So wie ihm der Freund mit dem grauen Barte vorausgesagt hatte, kam er am
Abend mit seiner kostbaren Vogellast in der Stadt des Königs an; der
Sack aus Spinnegewebe hielt die Thiere so fest, daß keines heraus
konnte. Der König schenkte ihm ein Trinkgeld und befahl ihm, am
folgenden Tage wieder hinzugehen, denn er hatte von den älteren Brüdern
gehört, der Herr der Unterwelt besitze sehr viele goldene und silberne
Hausgeräthe, und diese begehrte der König für sich. _Schlaukopf_ wagte
nicht sich dem Befehle zu widersetzen, aber er ging unmuthig von
dannen, weil er nicht vorher wissen konnte, wie die Sache ablaufen
würde. Am Meeresufer aber kam ihm der Mann mit dem grauen Barte
freundlich entgegen und fragte ihn nach der Ursache seiner Betrübniß.
Alsdann erhielt _Schlaukopf_ wiederum eine Muschel und noch eine Handvoll
kleiner Steinchen nebst folgender Anweisung: »Wenn du nach Mittag hin
kommst, so liegt der Wirth im Bette, um zu verdauen, die Töchter spinnen
in der Stube, und die Großmutter scheuert in der Küche die goldenen und
silbernen Gefäße blank. Klettere dann behend auf den Schornstein, wirf
die in ein Läppchen eingebundenen Steinchen der Alten an den Hals, folge
selbst schleunigst nach, stecke die kostbaren Geräthe in den Sack von
Spinnegewebe und dann lauf', was die Beine halten wollen.« _Schlaukopf_
dankte und machte es ganz, wie vorgeschrieben war. Als er aber das
Läppchen mit den Steinchen fahren ließ, dehnte es sich zu einem
sechslöfigen mit Kieselsteinen gefüllten Sacke aus, der die Alte zu
Boden schmetterte. Flugs hatte _Schlaukopf_ alle goldenen und silbernen
Gefäße in den Sack von Spinnegewebe gepackt und war davon gejagt.[46]
Der »alte Bursche« meinte, als er das Gepolter des Sackes hörte, der
Schornstein sei eingestürzt und getraute sich nicht gleich nachzusehen.
Als er aber die Großmutter lange vergeblich gerufen hatte, mußte er
endlich selbst gehen. Als er das Unglück entdeckte, eilte er, dem Diebe
nachzusetzen, der noch nicht weit sein konnte. _Schlaukopf_ war schon auf
dem Meere, als der Verfolger ächzend und keuchend an's Ufer kam.
»Nikodemus, Söhnchen!« u. s. w. wiederholte der alte Bursche alle
früheren fragen der Reihe nach. Die letzte Frage war: »Nikodemus,
Söhnchen! hast du mir mein Gold- und Silbergeräth gestohlen?« »Freilich,
Papachen!« war die Antwort. »Nikodemus, Söhnchen! versprichst du noch
wiederzukommen?« -- »Nein, Papachen!« antwortete _Schlaukopf_ und lief auf
der Brücke vorwärts. Obwohl der alte Bursche hinter dem Diebe her
schimpfte und fluchte, so konnte er seiner doch nicht habhaft werden,
weil alle Zauberwerkzeuge in den Händen des Diebes waren.
_Schlaukopf_ fand den Alten mit dem grauen Barte wieder am Strande, warf
den schweren Sack mit den Gold- und Silbersachen, den er nur mit Hülfe
des Kraftringes hatte fortbringen können, ab, und setzte sich dann, um
die müden Glieder auszuruhen. Im Gespräch erfuhr er nun von dem alten
Manne Manches, was ihn erschreckte. Der Alte sagte: »Die Brüder hassen
dich und trachten, dir auf alle Weise das Garaus zu machen, -- wenn du
ihrem bösen Anschlag nicht zuvorkommst. Sie werden den König hetzen, dir
solche Arbeit aufzutragen bei der du leicht den Tod finden kannst. Wenn
du nun heute Abend mit der reichen Last vor den König trittst, so wird
er freundlich gegen dich sein, dann erbitte dir als einzigen Gnadenlohn,
daß die Tochter des Königs Abends heimlich hinter die Thür gebracht
werde, um zu hören, was deine Brüder untereinander sprechen.«
Als _Schlaukopf_ darnach mit der reichen Habe, die man wenigstens auf zehn
Pferdelasten schätzen konnte, vor den König trat, fand er diesen sehr
freundlich und gütig. _Schlaukopf_ bat nun um den von dem Alten
angegebenen Gnadenlohn. Der König war froh, daß der Schatzbringer keinen
größeren Lohn verlangte und befahl seiner Tochter, sich Abends heimlich
hinter die Thür zu begeben, um zu hören, was der Kutscher und der
Kammerdiener miteinander sprächen. Durch das Wohlleben übermüthig
geworden, prahlten die Brüder mit ihrem Glücke, und was noch einfältiger
war, sie beschimpften dabei lügenhafter Weise des Königs Tochter. Der
Kutscher sagte: »Sie ist viele Mal des Nachts zu mir gekommen, um bei
mir zu schlafen.« Der Kammerdiener erwiederte lachend: »Das kam daher,
weil ich sie nicht mehr wollte und meine Thür vor ihr zuschloß, sonst
würde sie jede Nacht in meinem Bette sein.« Roth vor Scham und Zorn kam
die Tochter zu ihrem Vater, erzählte weinend, welche eine schamlose Lüge
sie mit ihren eigenen Ohren von den Dienern hatte aussprechen hören, und
bat, die Frevler zu bestrafen. Der König ließ die Beiden alsbald in's
Gefängniß werfen und am andern Tage, nachdem sie vor Gericht ihre Schuld
eingestanden hatten, hinrichten. _Schlaukopf_ wurde zum Rathgeber des
Königs erhoben.
Nach einiger Zeit fiel ein fremder König mit einem großen Heere in's
Land, und _Schlaukopf_ ward gegen den Feind in's Feld geschickt. Da zog er
sein aus der Unterwelt geholtes Schwert[47] zum ersten Mal aus der
Scheide und begann das feindliche Heer niederzumähen, bis nach kurzer
Zeit Alle auf der blutigen Wahlstatt den Tod gefunden hatten. Der König
freute sich über diesen Sieg so sehr, daß er _Schlaukopf_ zum
Schwiegersohn nahm.
[Fußnote 33: Dieses Märchen lehnt sich an die beiden Höllenfahrten des
Kalewsohnes, die im Kalewipoëg Ges. =XIII-XV=. =XVII-XIX= erzählt sind. Die
Züge der Sage sind im Märchen wunderlich gebrochen und verschoben, und
andre Märchenstoffe hineingewoben. L.]
[Fußnote 34: Ein mythisches Wunderland. Im Kalewipoëg bewirbt sich des
Kunglakönigs Sohn um Linda, nachmalige Gattin des Kalew, die ihn
abweist, weil »der Kunglakönig böse Töchter hat, welche die Fremde
hassen würden.« Doch lassen sich dieselben Töchter des Kunglakönigs
durch den Gesang des ältesten Kalewsohnes zu Thränen rühren, Kalewipoëg
=III=, 477. Ebendaselbst =XIX=, 400 werden vier Kunglamädchen genannt,
welche goldene und silberne Gewebe wirken. Vgl. auch über den Reichthum
des Landes Kungla das Märchen 23 vom Dudelsack-Tiidu. L.]
[Fußnote 35: Dieser Streich wird im Kalewipoëg nacheinander dem
Alewsohn, dem Olewsohn und dem Sulewsohn gespielt, welche die Warnung
der am Kessel beschäftigten Alten verachteten, weil sie nicht glaubten,
daß der winzige Knirps, der um Erlaubniß bat zu schmecken, solchen
Schaden anrichten könne. Aber dieser reckt sich auf dem Rande des
Suppenkessels über 70 Klafter hoch und verschwindet im Nebel, während
der Kessel leer geworden. Als aber die Reihe, bei dem Kessel zu wachen,
an den Kalewsohn kommt, verlangt dieser erst von dem als Zwerg
erscheinenden Teufel das Glöcklein zum Pfande, welches er um den Hals
hat und worin seine Kraft steckt. S. Kalewipoëg =XVII=, 327 ff. Da unser
Märchen ein großes Festgelage für alles Volk fingirt, so läßt es auch
übertreibend sämmtliche Vorräthe, Speisen und Getränke verschwinden. L.]
[Fußnote 36: Die Rasenmutter ist es auch, welche im Kalewipoëg (=I.= 340)
aus dem Küchlein die reine (oder Thau-?) Jungfrau Salme umgebildet hat.
Nach _Kreutzwald_ zu der =cit.= Stelle ist die Rasenmutter eine Schutzgöttin
des Hauses, deren Obhut besonders der Hofraum und Garten anvertraut war.
Der ehstnische Mythus hat von ihr die liebliche Vorstellung, daß sie es
ist, die aus dem geschmolzenen Schnee des Winters die weiße Anemone
(=Anemone nemorosa=, ehstnisch Frostblume) bildet. S. _Kreutzwald_ zu
_Boecler_ S. 188. Vgl. unser Märchen 2 von den im Mondschein badenden
Jungfrauen; diese heißen dort des Waldelfen und der Rasenmutter Töchter.
Die Töchter der Rasenmutter sind es auch, welche im Kalewipoëg =XVII=, 777
ff. den nach der großen Schlacht bei Assamalla ruhenden Helden
Traumgesichte weben. L.]
[Fußnote 37: Es ist also von denjenigen Krebsthieren die Rede, deren
Augen auf beweglichen Stielen stehen, nicht unmittelbar auf dem Kopfe.
L.]
[Fußnote 38: Vgl. Anm. zu Märchen 21, der beherzte Riegenaufseher. L.]
[Fußnote 39: =Sepik=, mit Hefen gebackenes nicht gesäuertes Brot, das im
südlichen Ehstland nur aus Weizenmehl gemacht wird. S. _Wiedemann_,
Ehstnisch-Deutsches Wörterb. =s. v.= L.]
[Fußnote 40: Aus dem Glöckchen der Sage, _Kalewipoëg_ =XVII=, 633 ist im
Märchen ein Ring geworden. Im Glöckchen dort, im Ringe hier steckt des
Höllenfürsten Kraft. Vgl. das Märchen 18, vom Nordlands-Drachen, wo der
Ring Salomonis, der im Besitz der Höllenjungfrau ist, Felsen
zertrümmert, wenn er am Daumen der linken Hand steckt. L.]
[Fußnote 41: Ein mit einem Deckel und unten mit einem Zapfen versehenes
Tönnchen Dünnbier (Kofent), das in den Bauerstuben steht und woraus sich
Bier abzapft, wer Durst hat. L.]
[Fußnote 42: Hier fehlt also das Dritte, der Wünschelhut aus
Nägelschnitzeln, den Kalewipoëg bei seinem ersten Höllenabenteuer
benutzt und dann verbrennt. S. darüber die Anm. zum 11ten Märchen, von
der Zwerge Streit. L.]
[Fußnote 43: Kalewipoëg =XV=, 70 ff. Vers 217 heißt die Hexen- oder
Wünschelruthe geradezu der Brückenfertiger (=sillawalmistaja=). L.]
[Fußnote 44: Kalewipoëg =XV=, 108 ff. vgl. mit =XVIII=, 815 ff. In diesen
Stellen thut »der Leere« (=Tühi=) oder wie er im 18. Gesang heißt, der
Gehörnte (=Sarwik=) alle Fragen hintereinander, während unser Märchen sie
auseinander legt und auf die verschiedenen Gänge Schlaukopfs vertheilt.
Die Sage berichtet von einem Zweikampf des Kalewsohnes mit dem
Höllenfürsten; bei dem zweiten Höllengang des Kalewipoëg endet dieser
Zweikampf mit der Ueberwältigung und Fesselung des Gehörnten. Kalewipoëg
=XIX=, 87 ff. L.]
[Fußnote 45: Vgl. oben S. 45, 46. L.]
[Fußnote 46: Auch der Kalewsohn raubt die Schätze der Unterwelt. L.]
[Fußnote 47: Erinnert an »das in verborgener Schmiede von
unterirdischen Meistern« (=Ma-alused=, vgl. Märchen 17) gefertigte
Schwert, welches der Kalewsohn zum Ersatz für sein von dem Finnenschmied
geschmiedetes und von dem Zauberer des Peipus-Strandes entwendetes
Schwert aus der Hölle nimmt. L.]