Sie stieß die Schultern mit einer abtuenden Bewegung hoch: was konnte
ihr geschehen? Ihr, nichts. Wohl aber dem, der in zwei Stunden ihr
Mann sein würde. Er sah schmuck aus in der Trompeteruniform. Schade,
daß er sie mit Unlust trug. Er meinte, ein junger Ehegatte habe andere
Pflichten, als sich in Gefahr zu begeben. Er hatte Angst, daß er seinen
Platz neben ihr allzubald würde verlassen müssen. – Sie nickte, während
sie ihre krausen, ruscheligen Haare langsam zu einem dicken Knoten
schlang: sie brauchte nicht zu sorgen, daß sie allein bleiben würde.
War es nicht der Johann Kruse, so war es ... Ihre Brust dehnte sich.
Sie beendete den Gedanken nicht, aber der feste, bestimmte Ausdruck
ihrer Züge zeigte, daß sie in ihrem Geiste Möglichkeiten erwog, die
weit über das Dasein einer behäbigen Gärtnersfrau hinausgingen. –
[Illustration: Fürst Alexander Menschikoff