[27] +Grünhain+ ist eine kleine Bergstadt im Königreich Sachsen im

Kreisdirektionsbezirk Zwickau, im Amte Grünhain, an der Chaussée nach

Chemnitz gelegen. Sie ist offen, amtsässig und der Sitz des Amtes

Grünhain. 153 Häuser mit 1389 Einwohner (1839) enthaltend. Die Stadt

liegt untern 30° 28′ der Länge und 50° 34½′ bis 35′ der Breite. 1⅛

St. NNOlich von Schwarzenberg, 1 St. von Elterlein und 3 St. von

Annaberg; östlich 2¼ Stunde von Scheibenberg, 2 St. von Schlettau und

3 St. von Geier; 1 St. südlich von Zwönitz; 1½ St. SOlich von Lößnitz;

1½ St. von Aue und 3 St. von Schneeberg OSOlich, gegen 2000 par. Fuß

über dem Meere. -- Wo dermalen das Amthaus mit seinem sogenannten

+Klostergarten+ steht, stand früher ein Cistercienser Kloster, welches

1142 (nach +Weinarts+ weiter unten angeführten Schrift: um das Jahr

1170, indem es in diesem Jahre mit Cistercienser Mönchen, aus dem

Kloster +Sittichenbach+, und dieses 1141 aus dem Kloster Walkenreden

besetzet worden sei), nach Andern 1236 gegründet und 1536 wieder

aufgehoben wurde. Von den Aebten des Grünhainer Klosters sind nur

noch folgende bekannt: Abt +Nicolaus+ 1443, +Liborius+ 1456, +Johann

Funk+ (+Johannes+) 1475, +Paul Morgenstern+ von Zwickau, +Gregorius

Küttner+ 1517, +Johannes+ (+Göpfert+) der letzte Abt 1533, wurde dann

1536 lutherisch, heirathete und zog nach +Schlettau+. s. +Oesfeld+

historische Beschreibung von Lößnitz (1777) II. ~pag.~ 65--76. --

+Erb-+ und +Lehnbrief Ottocari+, Königs von Böhmen, an das Kloster

Grünhain v. Jahre 1261 (in den unschuldigen Nachrichten, 1725, ~pag.~

529.) -- +Summarischer Extract+ eines diplomatischen Manuscripts vom

Kloster Grünhain (s. +Horn's+ Handbibliothek II. ~pag.~ 304--19.) --

+Beschreibung+ von +Grünhain+ vom Pastor +Schreiter+ in Elterlein (s.

Erzgebirg. Boten. 1808. ~pag.~ 218--24.) -- ~M.~ +Freibergs+ gelehrte

Grünhain. Dresden 1737. 4. 2. Bogen. -- Altes aus allen Theilen der

Geschichte ~C. I.~ ~pag.~ 415. -- ~+Schoettgen+ et +Kreyssig+ diplomat.

II.~ ~No.~ 17. -- Tobias +Schmied+ in ~Chron. Cygnea Part. I.~ ~Cap.~

4. ~pag.~ 18 u. 19. -- ~+Ecksterm.+ in Chron. Walkenred.~ ~pag.~ 48.

-- ~+Schmied+ dict. Chron. Part. poster. in Annal.~ 1429. ~pag.~ 189.

+Weinarts+ Rechte u. Gewohnheiten der beiden Markgrafthümer Ober- und

Niederlausitz. Leipzig; 1793. 1. Th. ~pag.~ 512. -- +Richter+ a. a. O.

1. Th. 1. Stück 1746. ~pag.~ 6. u. dessen 2. Th. 1. Stück. 1748. ~pag.~

33. -- +Schumann+ a. a. O. 3. Band. ~pag.~ 602--610. u. 16. Band,

~pag.~ 561--575. --

[28] Nach +Albinus+ a. a. O.; +Groschupf+ (~Oratio degentis

Trillerianae ortu, progressu et insignibus~) und nach ~Dr.~ Daniel

Wilhelm +Trillers+, sächsischer Prinzenraub, hat Prinz +Albrecht sich

gestellt+ als habe er einen so heftigen Hunger und Durst, daß er erst

selbigen stillen müsse, ehe er weiter reiten könne.

[29] s. +Tenzels+ curieuse Bibliothek. 2. ~Repositor.~ 744. --

+Richters+, Chemnitzer Chronik. 2. Th. 1. Stück ~pag.~ 34. --

[30] Der Kurfürst ließ sie auf seine Kosten umgießen und die ganze

Darstellung des Prinzenraubes nebst des Köhlers Bildniß darauf

prägen. Allein sie sprang 1530 abermals und wurde 9 Jahre nachher

eingeschmolzen. --

[31] Nach Albinus a. a. O. war es nur ein Vorwand, indem der Prinz

schon die Köhler von weiten gesehen hätte. --

[32] Wahrscheinlich sagt +Schreiter+ a. a. O.: brannten sie die Kohlen

für die Schmiede in Geier und wurden von ihnen mit Brod ausgelohnt.

Auf diese Vermuthung bringt mich +Oesfeld+, welcher im Schömburgischen

Kalender vom Jahre 1798 schreibt: »Zur Auflösung dieses Zweifels

verhilft mir ein Kaufbrief über den der hiesigen Kirche und Hospital

zu Lößnitz gehörenden +Grünwald+, daß derselbe an den +Schmiedewald+

grenze. Der Name des Schmiedewaldes rührt von den Geierschen Schmieden

her, welche das Holz darauf gekauft und zu Kohlen haben brennen

lassen. Da Geier eine alte Bergstadt ist, (erbaut im Jahre 1395.

Richters Annaberger Chronik. Th. 1. ~pag.~ 8.) welche eher als die

umliegenden Orte gestanden hat: so muß auch das Handwerk der Schmiede

dort zahlreich und wohlhabend gewesen sein, dazu die Bergschmiede

anbei viel müssen beigetragen haben. Da sie nun auf dem Schmiedewalde

in einer Entfernung von 3 Stunden haben kohlen lassen; so ist es

wahrscheinlich, daß sie auch solches auf dem Fürstenberge haben thun

lassen können. (Der Fürstenberg hieß früher Schmiedewald.) Nimmt man

nun an, daß dieses geschehen sei, so läßet es sich erklären, daß sie

auch die Köhler mit Brod versorgt haben, folglich der +Bruderssohn+ des

+Georg Schmidts+ in +Geier+ und nicht in Grünhain das Brod hat holen

lassen.« --

Wenn nun die Herrn +von Schönburg+ den Schmieden zu Geier Erlaubniß

ertheilten, im Schmiedewald Kohlen zu brennen, so ist +Oesfelds+

Vermuthung ganz richtig, daß sie ihnen auch am Fürstenberge auf

demjenigen Hartensteinischen Theil, der ihnen damals noch gehörte,

diese Erlaubniß ertheilen konnten. -- s. ~Vulpius l. c. §.~ 24. --

Die Hartensteiner und des Grünhainer Klosters Besitzungen lagen nämlich

damals sehr untermengt untereinander.

[33] +Schweinitz+ soll wirklich nach Albrecht einen +Schwerdtstreich+

geführt haben. s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 270. --

[34] Man schlägt nämlich mit einem Messer, das bei den Bergleuten und

Köhlern +Zschörper+ heißt, auf das Eisen einer Holzaxt und der Schall

davon ist sogleich allen Köhlern ein Zeichen, daß Gefahr vorhanden

sei. --

[35] ~D.~ +Triller+ a. a. O. 77. ~sub lit. R.~ und ~Fabricius in Origg.

Sax. lib. VII~.

[36] Daß +Liborius+, Abt zu Grünhain im Jahre 1455 gewesen ist, sieht

man daraus, indem +Horn+ in seiner Handbibliothek ~pag.~ 316 einen

Auszug aus einer Urkunde, die Abt +Liborius+ in demselben Jahre

ausgestellt hat, liefert. -- Die ganze Urkunde aber findet man in

~Historia diplomatica Abbatiae Grunhaynensis~. §. 55., welches Werk in

~Schoetgenii et Kreysigii scriptoribus Hist. Germ. med. aevi. Tom. II.~

526.--569. eingerückt ist. -- Eine andere Urkunde dieses Abtes von 1456

enthält +Wellers+ Altes aus allen Theilen der Geschichte. 4tes Stück

417. --

[37] Mehrere Geschichtsforscher wollen behaupten, daß er in +Grünhain+

übernachtet hätte. --

[38] In +Schmiedts Zwickauer Chronik+, ~pag.~ 444 wird deswegen

die Ablieferung nach Zwickau behauptet, weil er als Hauptmann

(Amtshauptmann) zugleich Klostervoigt zu Grünhain, und der Klosterhof

zu Zwickau, die Klostervoigtei gewesen sei und die Markgrafen zu

Meißen, nachher Kurfürsten zu Sachsen, hätten durch ihre Hauptleute zu

Zwickau immer die Voigteigerechtigkeit verwalten lassen.

[39] Diese wurde erst im Jahre 1821. eingerissen und das jetzige

+Amthaus+ dafür erbaut. Bis dahin existirte aber noch die

+Fürstenstube+ oder der +Fürstensaal+ in dieser Schösserwohnung, in

welcher, der Sage nach, Prinz +Albrecht+ geschlafen hat.

[40] +Eisenburg+ ist eine ehemalige Burg im Zwickauer

Kreisdirectionsbezirk, in der schönburgischen Herrschaft +Stein+, im

Amte Lößnitz, ½ Stunde südl. von Hartenstein auf dem linken Ufer der

Mulde, im Steinschen Walde gelegen. Es sind von derselben nur einige

Ruinen übrig, und unter dem Namen des +Raubschlosses+ bekannt. Der

Eisenburg gegenüber führt durch die Mulde der sogenannte Eisenfurt

und nicht weit davon befindet sich die Eisenbrücke, beide von den

Eisenfuhren so genannt, die sonst häufig zwischen Lößnitz und

Schneeberg verkehrten. Man vergleiche +C. G. Grundigs+ Nachrichten von

dem in der Herrschaft Stein ehemals gelegenen Schlosse Eisenburg. (in

Kreißigs Beitr. II. ~pag.~ 378--391.) In +Schumann+ a. a. O. Band 15.

~pag.~ 569. steht geschrieben: »Es unterliegt wohl keinem Zweifel,

daß +Mosen+ den Kurprinzen +Ernst+ hierherbringen wollte, vielleicht

gar aus Mißverständniß, da Kaufungen ihn vielmehr nach +Eisenberg+ in

Böhmen geschafft wissen wollte; denn wie sollte Mosen außerdem in die

Gegend der sogenannten Prinzenhöhle gerathen sein? Nach der Volkssage

war damals die Mulde so angelaufen, daß Mosen sich nicht hinüber

wagte, und sich lieber in den erwähnten Stollen (Höhle!) verbarg. --

Nach Grundigs Meinung wäre die Eisenburg ums Jahr 1060 erbaut, und von

jeher ein Zubehör oder eine Vorpost vom nahegelegenen Schlosse +Stein+

gewesen.« --

[41] Die +Höhle+ hieß früher die sogenannte +Teufelskluft+, die aber

seitdem +Prinzenhöhle+ genannt wird.

Nach +Engelhardts+ Denkwürdigkeiten der sächs. Geschichte, Theil 1.

~pag.~ 83. befindet sie sich: »am rechten Ufer der Mulde, der auf

dem jenseitigen Berge liegenden +Eisenburg+ gegenüber (jetzt sieht

man nur einige Ueberreste), ist von zweien oben zusammen gewachsenen

Felsen gebildet, hat eine dreieckige Oeffnung und ist 36 Ellen lang

und 4 Ellen breit. Unten am Fuße des Berges ging die fränkische und

Nürnberger Straße vorbei. Man sieht noch in der Mulde Ueberbleibsel

von steinernen Pfeilern einer ehemaligen Brücke bei seichtem Wasser

und auch die alte Furt. Die Höhle war ganz mit Bäumen und Sträuchern

verwachsen und ihrer erhabenen Lage wegen besonders bequem, den

geraubten Prinzen zu verbergen. Man konnte auf die Landstraße sehen,

unbemerkt jeden Angriff beobachten und sich dann auch mit leichter

Mühe vertheidigen, weil der Aufgang zu der Höhle sehr steil ist.«

-- In einer Anmerkung sagt derselbe Schriftsteller auch: »Man hatte

sie längst vergessen und Niemand wußte sie zu zeigen. Im Jahre 1779.

aber wurde sie bei der Vermählung einer +Gräfin von Hochberg+ mit dem

+Grafen von Schönburg+ den 19. August wieder aufgesucht, gesäubert,

mit einer Inschrift versehen und zu verschiedenen Feierlichkeiten

gebraucht.«

+Schreiter+ a. a. O. sagt von dieser Höhle: Die Höhle war ganz

verwachsen bis 1779. bei der Vermählung der Comtesse in Hartenstein,

+Sophie Friederike Erden+ mit dem Herrn +Grafen v. Hochberg+ in

Schlesien, wo sie wieder vom Buschwerk befreit und zugänglich gemacht,

auch inwendig auf einer aufgehangenen Tafel die Feierlichkeit eines

dabei gehaltenen ländlichen Mahls aufgezeichnet wurde. Seit 1796 aber

hat der damalige Eigenthumsherr der Herrschaft +Hartenstein+ mit

+Stein+, +Fürst von Schönburg+, einen geräumigen Weg im Zickzack mit

Ruhebänken anlegen und oben an dem schauerlichen Absturz ein Geländer

machen lassen. --

[42] s. +Engelhardt.+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 84. --

[43] Daß +v. Mosen+ und +v. Schönfels+ den Prinzen an +Friedrich+ und

+nicht+ an +Veit von Schönburg+ ablieferten. s. +Schreiter+ a. a. O.

~pag.~ 246. ff. --

[44] +Triller+ a. a. O. ~pag.~ 100.

[45] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 86. Die deshalb

gewechselten Schreiben s. beim ~Vulpius l. c. pag.~ 26. Auch findet man

eine spätere Urkunde ohne Datum, wodurch die beiden Verbrecher, die

ungeachtet jener Zusicherung, das Land meiden mußten, von dem Kurfürst

+Ernst+ und seinem Bruder völlig begnadigt wurden, beim +Tentzel+ a. a.

O. ~pag.~ 787.

[46] Dieses versichert +Richter+, in seiner Chronik von Chemnitz, 2.

Theil. 1 Stück 39., der es aus einem Fragmente einer Urkunde beweisen

will. --

[47] +Ebersdorf+ liegt im Zwickauer Kreisdirectionsbezirk, im Amte

Augustusburg, 1½ Stunde nordöstlich von Chemnitz bei Lichtewalde am

Angerbache. --

[48] +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 88. beschreibt die Kleider

so: »das eine Röckchen ist von rothem, grünen u. aschfarbigem, das

andere von rothem, schwarzen u. weißem Landtuche. Sie sind mit Eisen

ausgehackt und überall durchschnitten, wie man sie damals über

Harnische zu tragen pflegte. Jedes ist 1⁹/₁₆ Elle lang, u. am Halse

sehr weit ausgeschnitten. Die beiden schwäbischen Westerhemdchen haben

um und um Falten und bunt genähte Borten. Des Köhlers Anzug besteht

aus: einer grünen Tuchmütze, einem Rocke, Hemde und Kappe. --

[49] s. ~Vulp. Plag. Kauff.~ §. 27. +Ranisch+, verhinderten Raub der

sächsischen Prinzen ~pag.~ 8. Ueber die Aechtheit der prinzlichen

Kleider lese man die Schrift: ~Progr. de vestibus nunquam mutatis sed

adhuc antiquis Princ. Ernesti atque Alberti Ebersdorf conservatis; ed.

I. G. Hager, 4. Chemn. 1746~.

[50] s. +Engelhardt+ a. a. O. Th. 1. ~pag.~ 89.

[51] ~Hageri programma de vestibus nunquam mutatis, sed adhuc antiquis

1749.~ +Haschers+ Magazin 1784. 67. Mehrere Nachrichten von diesem

+Nosseni+ findet man im 1. Band von +Grundigs+ Nachrichten zu der

Geschichte von Obersachsen. -- Die Kosten der Reinigung der Kleider

durch +Nosseni+ betrugen: 31. fl. 15 gr. 11 pf.

[52] Die Messe wurde vom Pabst +Calixt+ III. 1456 bestätigt siehe die

Urkunde beim +Teetzel+ a. a. O. ~pag.~ III. --

[53] ~Schoettgenius l. c.~ ~pag.~ 338. --

[54] +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 183. sagt:

Schon Markgraf +Friedrich der Gebissene+ von Meißen ertheilte im J.

1294 dem Rathe zu Freiberg ein solches Privilegium, welches folgenden

merkwürdigen Inhalt hat:

»Wir Marcgreve Friedrich von Meisen, pfalicggreve von sachsen etc.

bekenne an diesem brive, daß wir uns mit unsern liben burgeren von

Vriberc underredet haben, alshi nach geschriben stet. Unser gesworen

sullen gewaldic sin unser recht czu rungnen unde czusecren alliz daz

+uns unsir stat+ und +unsern bercwerke+ nuzce ist, unde was wir mit

im +überkumen+, daz sal nimand wider reden. Wenn sie uns dazc gelobt

haben, so gelobe wir in daz wider, daz sie irs liebes, irs gutes nummer

ane varn sule vor uns sin +Vorwirket sich ymand yen uns, das wollen

wir eugen unde teidiegen nach irme rate+. Daz wir diz gancz und stete

halden. Das geb mir in diesen Brief besigelt mit unserem Insigeln.

Unde der ist gegeben nach Gotes geburt, Tusend jar, zweihundert jar,

in dem vir unde neucegistene jare, an denen tage der ufart unsers

herrengotes.« --

(Dieses Privilegium befindet sich im ~Theatr. Freiberg.~ 169.; in

+Klotzschens+ Ursprung der Bergwerke in Sachsen 283. --

Eigentlich war dies nur ein Bestätigungsbrief eines Privilegiums, das

schon +Heinrich der Erlauchte+ dem Rathe zu Freiberg gegeben hatte,

welches auch +Klotzsch+ in der jetzt genannten Schrift. ~pag.~ 281. hat

abdrucken lassen, wo es unter andern heißt:

~volumus, ut siquid in Vriberc vel inmontibus judicandum sit vel

tractandum, quod hoc fiat coram Advocato et illis viginti quatuor

burgensibus nostris de Vriberc.~ --

Friedrich erweiterte aber nachher dies Privilegium und verstattete dem

Rath zu Freiberg zu richten, nicht blos was dem Bergwerk, sondern auch

+Ihm+ und der +Stadt+ zum Nutzen gereichen würde.)

[55] Nach der damaligen Strafe für den Menschenraub. s. +Freiberger+

Stadtrecht, ~Cap.~ 5 und 22.

+Sachsenspiegel.+ Band 2. ~Art.~ 13.

+Sächs. Weichbildrecht.+ ~Art.~ 112.

jedoch wahrscheinlich ohne Haltung von Acten hierüber, mithin auch ohne

eine vorher stattgefundene Defension.

s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 176. ~ff.~

[56] Die Hauptquelle dieser Begebenheit ist das Kurfürstliche,

schon angeführte +Manifest+. -- Zu den ältern von +Häberlein+ in

seiner Reichshistorie. Th. 6. ~pag.~ 333. ~not. f.~ angeführten

Geschichtsschreiber sind:

~Kammermeister l. c. Adpend. ad Annales Vet. Cell. ap. Mencken. Th. 2.

pag. 428.~ und ~Ursinus in Chron. Thuring. pag. 1332.~

(der aber verschiedene Irrthümer enthält) beizufügen. Manches Einzelne

der Erzählung findet man erst in spätern Geschichtsschreibern,

besonders beim +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267. ~ff.~

[57] +Engelhardt+ a. a. O. 1 Bd. ~pag.~ 31. schreibt davon folgendes:

Als +Kunz von Kauffungen+ Oberster bei den Nürnbergern war, waren

dieselben 1449 mit dem Markgrafen von Brandenburg +Albrecht+ III.,

in offene Fehde gerathen. Kunz erwarb sich dabei viel Ruhm, und es

war Schade, daß er ihn durch eine unedle Handlung herabwürdigte. Am

St. Gregorius Abend in der Fasten kam es zwischen den Nürnbergern und

dem Markgrafen in einem Walde zu einem hitzigen Gefecht. Kunz von

Kauffungen kämpfte mit fünfzig reißigen Schützen, die er anführte, so

wacker, daß er den Markgrafen selbst gefangen bekam. Behielt er ihn,

wie es seine Pflicht als Kriegsoberster der Nürnberger forderte, so

hatte die Fehde gleich ein Ende und dem Blutvergießen war auf beiden

Seiten gesteuert. Allein der gewinnsüchtige Kunz ließ ihn gegen ein

tüchtiges Lösegeld +heimlich+ wieder los und so wurde denn die Fehde

mit Erbitterung fortgesetzt. --

+Diese That+ meinte er in seiner letzten Stunde auf dem Schaffote. --

s. auch ~Christ. Schoett.~ -- ~gen. l. c. pag. 334.~ --

[58] +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 373.

Wegen des Dorfes findet sich Verschiedenheit der Angabe. s. ~Schoettgen

praetermissa pag. 14~.

[59] s. ~Vulpius l. c.~, welcher die Belohnungen und Wohlthaten

ausführlich beschreibt.

[60] Gegenwärtig beziehet dieses Gnadenkorn der Herr Pastor +Triller+

in +Negelstädt+, 1. Stunde von Langensalza an der Unstrut und mithin

im thüringer Kreise des königlich preußisch gewordenen Antheiles von

Sachsen gelegen. Früher bezog dieses Deputat der Tuchmacher +Johann

Samuel Triller+ in +Saalfeld+. s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 95.

[61] +Eckardsbach+, +Eckersbach+ ist ein unmittelbares Amtsdorf im Amte

Zwickau, ¼ Stunde nordöstlich von Zwickau. Es besteht aus 15. Häusern

und über 100 Einwohnern, welche nach Zwickau in die St. Moritzkirche

eingepfarrt sind. Das Freigut in Eckardtsbach haben viele mit dem

Kretzscham zu Rothensehma verwechselt, allein +Schreiter+ a. a. O.

~pag.~ 74 ff. hat solches sehr gründlich widerlegt.

[62] +Triller+ ist ein altdeutsches Wort und heißt so viel als: plagen,

ängstigen, zerschlagen. s. übrigens +Triller+ a. a. Orte. ~pag.~ 123. --

[63] +Elterlein+ ist eine kleine Bergstadt, 1 Stunde von Grünhain

und 1¼ Stunde vom Fürstenberge, 1909 Einwohner und über 180 Häuser

enthaltend. s. übrigens mehr davon in ~M.~ +Freibergs+ Abhandlung von

gelehrten Elterleinern. 4. Dresd. 1739. Natürliche Seltenheiten um die

Gegend Elterleins, s. in +Grundigs+ Natur- und Kunstgeschichte II.,

~pag.~ 97. u. 108. -- +Richters+ Annaberger Chronik 2. Th. 1 Stück

~pag.~ 30. -- +Schumann+ a. a. O. 2. Band ~pag.~ 432--35. u. 15. Band.

~pag.~ 628--33. -- +Ziehnerts+ kleine Kirchen- und Schulchronik der

Ephorie Annaberg u. Grünstädtel. Annaberg 1839. ~pag.~ 173 ff. --

+Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 49. --

[64] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 66. u. +Gast+, Geschichte des

sächs. Prinzenraubes, Zwickau 1823 4. ~pag.~ 29. (es enthält diese

Schrift zugleich eine Zusammenstellung der Schriften über jene

Begebenheiten und die Portraits der bei ihr betheiligten Personen.) --

[65] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 90. --

[66] Diese 1--4 genannten Gemälde in größerem Formate, ingleichen

die letzterwähnten 30 Portraits in kleinerm Formate befinden sich in

einem Werke, welches beim Buchhändler +Weber+ in Ronneburg erschienen

ist. -- Nachbildungen dieser Gemälde giebt +Gast+ a. a. O. -- Im

+Staatsarchive+ zu +Dresden+ befinden sich ebenfalls Handzeichnungen,

welche mit jenen Bildern übereinstimmen; ob sie die ersten Entwürfe

sind, kann man nicht behaupten. --

[67] Am Erker des Rathhauses zu +Freiberg+ ist ein steinerner Kopf

mit einem gräßlichen Gesichte, großen Knebelbarte und Sturmhaube

ausgehauen, den man immer, wie wohl +fälschlich+, für Kunzens Kopf

hielt. --

[68] s. +Engelhardt+ a. a. O. Band 1. ~pag.~ 101. ff. Dieser Gesang u.

andere s. in +Herders+ Stimmen der Völker, auch in +Wagners+ deutsche

Geschichte aus dem Munde deutscher Dichter, Darmstadt 1831. 1. Band

~pag.~ 205. --

[69] vorzüglich mit dem Obermarschall +Hugold von Schleinitz+. s. ~Dr.~

+von Langenns+ Werk über Herzog Albrecht d. Beherzten. 1838. ~pag.~

141. 146. ff. u. 176.

[70] s. ~Christ. Schoettgen. Praetermissa quaedam de Conrado (Kunz)

Cauffungo ejusque familia in ejusdem Opusc. cura Grundiii pag. 325~.

[71] +Haubold von Schleinitz+ nachmals Kurfürst +Ernsts+ und Herzog

+Albrechts+ Gebrüdern von Sachsen, Oberhofmarschall (s. Anmerkung 69),

welcher +Skassa+ bei Großenhain in Gnadenlehn erhielt, war von der

+rothen+ Linie derer +von Schleinitz+, vermählt mit einer +Edlen von

Plato+.

[72] +Schumann+ a. a. O. unter +Kauffungen+. +Engelhardt+ a. a. O. Band

1. ~pag.~ 29. --

[73] Später nahm +Podiebrad+, König von Böhmen den Besitz von dem

Schlosse Isenburg, wovon ~+Fabricius+ in origg. Saxon. liber VII. p. m.

773~ die Ursache davon angiebt.

[74] so schreibt ~Dr.~ +von Lagenn+ a. a. O. ~pag.~ 29. Die Urkunde

befindet sich ebenfalls in diesem Werke ~pag.~ 513.

[75] Ist im Königreich Preußen, Provinz Schlesien, Regierungsbezirk

Liegnitz, an der +Katzbach+ gelegen.

[76] ebendaselbst gelegen, doch nicht an der Katzbach sondern am

+Zacken+ und Bober.

[77] +Kauffung+ berühmt durch seine Marmorbrüche.

[78] Daselbst führt auch ein sehr bedeutender Wald den Namen:

+Kauffunger+-Wald.

[79] Der +Schürbaum+, der die Gestalt einer Keule hatte, wird jetzt bei

dem Köhler selten mehr gebräuchlich sein. Statt dessen bedienen sie

sich des sogenannten +Garschlägels+, welcher eine Aehnlichkeit mit dem

Stockschlägel der Holzmacher hat.

[80] Dieser +Schürhaken+ wird jetzt +Spreißhaken+ genannt und ist

gemeiniglich nicht mehr doppelt, sondern nur einfach gekrümmt. --

[81] Dieses Wappen findet man in ~Vulpius l. c.~

[82] Diesen Namen führen 4 verschiedene Orte, nämlich das

Bergstädtchen +Böhmisch-Wiesenthal+, am rechten Ufer der Pöhla, am

linken herunter hingegen +Oberwiesenthal+, +Unterwiesenthal+ und

+Hammerunterwiesenthal+ liegen, alle 4 Orte haben Stadtgerechtigkeit,

nur daß die beiden letztern keinen Rath haben, sondern nach Art der

Amtsdörfer dem Justiziariate +Oberwiesenthal+ unterliegen. -- Hier ist

das Städtchen +Oberwiesenthal+ gemeint, welches damals zur Grafschaft

+Hartenstein+ gehörte.

[83] +Lünig+ a. a. O. ~Tom. XI. pag.~ 271. ff.

[84] s. +Schreiter+ a. a. O. ~pag.~ 103, daselbst er angiebt, daß er

sie den 18. Octbr. 1797 und am 8. Septbr. 1800 wo wegen großer Dürre

alle Brunnen in hiesiger Gegend vertrocknet waren, besucht und doch

wasserreich gefunden habe.

[85] dermalen Obersteuerdirector und seit 1833 +Comthur+ des königl.

sächs. Civilverdienstordens.

[86] gestorben 1833.

[87] Die +Inschrift+, mit lateinischen Lettern geschrieben, lautet:

+Fürstenbrunn. Hier wurde Prinz Albrecht, Anherr des königl.

sächsischen Fürstenhauses, am 8. Juli 1455 durch den Köhler Georg

Schmidt, hernach Triller genannt, aus Kunzens von Kauffungen Räuberhand

gerettet.+

[88] s. die +Abbildung+ ~No.~ 2. Die +Pyramide+, das Denkmal bildend,

steht auf einem Piedestal von in Jaspis übergehenden braunrothen

Thoneisenstein, an 5 Ellen hoch, hat an der Basis 4½ Ellen ins Gevierte

und wurde 8 Ellen hoch aus Granit bei Schwarzenberg gehauen, welche

13 Stufen bilden. Dasselbe ist mit einer steinernen Mauer, an der

Ruhebänke sich befinden und die in der Mitte das Denkmal mit dem in

dessen Piedestal entspringenden +Fürstenbrunnen+ einfaßt, umgeben. --

Die Kosten dieses Baues betrugen: 509 Thlr. 10 gr. 11 pf.

[89] gestorben 1835.

[90] +~Friedrich August~ der ~Gerechte~+, König von Sachsen, geb. d.

23. Decbr. 1750, regierte vom 16. Septbr. 1768 an bis d. 5. Mai 1827,

wo er sein Erdenleben vollendete.

[91] geb. zu +Kindelbrück+ 1772.

gest. zu +Annaberg+ 1834.

[92] Die +Rede+ ist in Druck erschienen, betitelt: Rede zur Einweihung

des am +Fürstenberge+ bei Grünhain errichteten patriot. Denkmales,

gehalten am 8. Juli 1822. Annaberg bei Ed. Hasper. 8.

[93] der jetzige Kammerrath +Reiche-Eisenstuck+ auf Schönfeld.

[94] Dieser hatte sich schon früher für das Denkmal interessirt

und bereits am 28. März 1836 nach erfolgtem Einverständniß mit dem

Justizamte zu Grünhain dort eine Verbotstafel aufrichten lassen, allein

leider! die Erfahrung machen müssen, daß auch eine solche Warnung den

Verunstaltungen nicht Einhalt zu thun vermochte.

[95]

100 Thlr. von Sr. Majestät dem +Könige+ und Ihro Majestät der

+Königin+.

25 " Se. königl. Hoheit dem Prinzen +Johann+.

20 " Ihro königl. Hoheit dessen +Frau Gemahlin+.

20 " Ihro königl. Hoheit der Prinzessin +Auguste+.

20 " Ihro königl. Hoheit der Prinzessin +Marie Amalie+.

Diese Beiträge wurden durch den Herrn Minister des königl. Hauses und

Generalleutnant +von Watzdorf+, Excellenz, dem Herrn Rentamtmann von

Schleinitz, der die gütige Verwendung desselben angegangen hatte,

übersendet.

[96] +Friedrich August+ II., König von Sachsen geb. d. Mai 1797, folgte

den 6. Juni 1836 seinem Oheim, dem König Anton, in der Regierung.

[97] +Marie+, Prinzessin von Baiern, Tochter König Maximilian's, geb.

d. 27. Januar 1805, vermählt mit Sr. Majestät, den König von Sachsen

den 24. April 1833.

[98] +Gottesgeschick+ heißt eine gegenüberliegende Bergwerksgrube mit

einem sehr stattlichen Berggebäude, unweit des Giftwerks »+Graul+«.

Gebaut wird auf Silber.

[99] Ein +Vitriol-+ und +Arsenikwerk+ zwischen dem Schwarzbache und

dem Oswaldsbache, nächst bei Langenberg und Heide, dem Fürstenberge

SOwärts gegenüber, ½ Stunde nördlich von Raschau. -- Dieses Werk gehört

dermalen Herrn +Friedrich Fröhlich Köhler+ zu Beierfeld. s. mehr davon

+Schumann+ a. a. O. Band 16. ~pag.~ 330. ff.

[100] Der Herr Kreisamtscopist +Karl Süß+ zu Schwarzenberg, welcher

sich als Köhler verkleidet hatte.

[101] Der Verfasser des Gedichtes ist Herr Pastor ~M.~ +Richter+ zu

Grünhain.

[102] +Pauline Stiehler+ aus Grünhain, Tochter des Herrn Apotheker

daselbst, und +Rosalie Grimm+, Tochter des Herrn Kaufmann +Grimm+

daselbst.

[103] +Melanie Philippi+ aus Grünhain, Tochter des Herrn Justizbeamten

daselbst.

[104] vorzüglich ist da zu bemerken: 20 Thlr. von Sr. Durchlaucht +Otto

Victor von Schönburg-Waldenburg+ und 10 Thlr. von Sr. Durchlaucht Fürst

+Alfred Friedrich von Schönburg-Hartenstein+.

[105] s. ~pag.~ 46. --

[106] ~C. C.~ aus +Herzberg+, im königl. preuß. Herzogthume Sachsen.

[107] Herr Rentamtmann von +Schleinitz+ und Herr Finanzprocurator

+Lindner+.

Der sächsische Prinzenraub nach älteren und neueren Quellen nebst einer Beschreibung des zu dessen Erinnerung errichteten Denkmals und des zu seinem Schutz erbauten Köhlerhauses am Fürstenberge bei Grünhain · 第 4 / 5 段