Wächterhauses, Ihnen allen geehrte Anwesende, die gewiß meine
Freude theilen, den aufgerichteten Giebel zeigen, sein fest
zusammengefügtes Gebälk, über welches bald das schützende Dach
sich breiten wird, beschauen lassen kann. Sehen wir doch jetzt
schon im Geiste den treuen Wächter der Quellen, den Köhler, hier,
als aus seiner Wohnung aus- und eingehen, eine graue Vergangenheit
taucht vor unseren Blicken wieder auf und wir Glücklichen schauen
freudig hinein, weil mit dem Ereignisse, dessen heilige Erinnerung
hier bewacht werden soll, eine gesegnete Zeit für uns begann, den
Wohlstand unsers theuern Vaterlandes unter dem milden Scepter
aller derer, welche in +Albrecht+ ihren Ahnherrn verehren, immer
herrlicher und herrlicher erblüthe. Ja, gewiß! wie diese Quelle
hier, seit Menschen sie sahen, +nie+ versiegt ist, so fließet auch
heute noch die reiche Quelle des Segens von dem Throne, da unser
hochverehrter König, der Wächter unsers Wohlstandes ist -- und
trägt Glück und Friede in Hütten und Palläste. Ich muß es Ihnen
gestehen, wenn ich so zurichtete das Gebälk, und neben mir im
geschäftigen Fleiße die Maurer Stein auf Stein fügen sah, da nahm
der Gedanke mein ganzes Herz ein; eine große Familie will eine
schöne Erinnerung nicht untergehen lassen, ein sichtbares Zeichen
der dankbaren Liebe will sie aufrichten, welches der Nachwelt
erzählen soll, daß sie empfangene Liebe zu schätzen wußte, sie
sammelt sich, freudig dankend, um diejenigen, welche jetzt Vater
und Mutter dieser großen Familie sind und rufen Ihnen von den
Bergen zu: lebet hoch! --
Allen den erlauchten Verwandten dieses Vaters und dieser Mutter:
sie leben hoch!
Derjenige, welcher jetzt unter fremden Scepter glücklich wohnend
auch mit bauen wollte die Hütte, weil sein dankbares Herz es ihm
gebot, der aus weiter Ferne seine Gaben sendete, er lebe hoch![106]
Die als die Bauherren den Grundstein legten, sie leben hoch!
Den künftigen Bewohnern dieser Hütte schenke Gott glückliche Tage
und nehme sie, wie diese Hütte, in seinen besondern gnädigen
Schutz!« --
* * * * *
Sobald nun das Haus gehoben war, schritt der Bau bald vorwärts, durch
die Bauunternehmer,[107] so daß es noch vor dem Winter bewohnbar
hergestellt werden konnte. Der 1ste November 1838 wurde der Tag des
Einzuges einer zwar armen aber ganz rechtlichen Bergmannsfamilie[108]
aus +Raschau+, die also noch vor dem strengen anhaltenden Winter ein
sicheres Obdach erhielt. Den 9. November 1838 wurde von der hohen
Kreisdirection die +Schankconzession+, doch mit der Beschränkung nur
+anständige+ Gesellschaft dort zu dulden, ertheilt.
So wurde denn diese Stelle ein Ort, wo man nur +gerne+ weilt und
dabei sich als ein Punkt auszeichnet, der schon von der Natur durch
das grüne +Oswaldsthal+ in dem der Oswaldsbach von Waschleute nach
Wildenau fließt, geschmückt ist, was man von dem Köhlerhause herab
sehen kann, und dem gegenüber die Säulen des Fichtelgebirges sich
majestätisch erheben, der aber auch durch die Ansicht der Berggebäude
+Gottesgeschick+ und +Graul+ so wie der Ruinen der Oswaldskirche vieles
malerische erhält. Der Fremdling wie der Einheimische wird hiervon
angezogen und danket noch immer der Vorsehung für die Erhaltung des
sächsischen Regentenhauses! --
* * * * *
Das Haus nimmt einen Flächeninhalt von 5 □ Rth. ein und ist ungefähr
60 Ellen seitwärts vom Monumente entfernt. Auch ist den Bewohnern
desselben ein 224 □ Rth. großes Stück Waldboden zugewiesen worden,
wovon 189 □ Rth. als Feld und 65 □ Rth. als Wiese benutzt werden kann.
Das Feldstück liegt südöstlich von dem Köhlerhause, das Wiesenstück
aber unmittelbar unter dem Hause.
Im Frühjahr 1839 wurde das Köhlerhaus vollends aufgebaut, daher
erfreute sich solches schon im Laufe des ganzen Sommers 1839 eines
ungetheilten Beifalls und zahlreichem Besuche, was das dort
befindliche Fremdenbuch hinlänglich bescheiniget.
Der 8. Juli 1839, Jahrestag der Befreiung des Prinzen +Albrecht+,
wurde diesmal als der Tag der Einweihung des Köhlerhauses feierlich
begangen, was man aus dem No. 29. des Erzgebirgischen Voigtländischen
Kreisblattes vom 16. Juli 1839 ~pag.~ 216. befindlichen Aufsatze
schließen kann. Dessen Inhalt war folgender:
»+Fürstenberg+ bei Grünhain, am 8. Juli 1839. -- Das durch
Beschädigungen sonst vielfach verunstaltete aber immer wieder
hergestellte hiesige Denkmal zur Erinnerung an die Befreiung des
Prinzen +Albrechts+ von Sachsen am 8. Juli 1455 hat endlich nun
nebst der dasselbe umgebenden Waldung einen bleibenden Schutz durch
das hier neu erbaute Köhlerhaus, in welchem dessen Wächter wohnt,
gefunden. --
Recht erfreulich ist es dabei, daß viele noch gegenwärtig das
Unternehmen, hier eine bewohnbare an den entschlossenen Befreier,
den Köhler +Schmidt+, nachher Triller genannt, erinnernde
Köhlerhütte herzustellen freiwillig unterstützen. So hat Herr
Buchbinder +Buchner+ in Schneeberg zum gestrigen Tage ein recht
geschmackvoll gefertigtes Fremdenbuch diesem Orte unentgeldlich
gewidmet und vorzüglich Herr Kaufmann +Gottschald+ in Scheibenberg
den neuen Wächter daselbst, dem seine erste Einrichtung manchen
wesentlichen Aufwand verursachte, der zur Zeit noch seine Mittel
übersteigen mußte, namhaft dabei unterstützt. Auch gestern,
wo ein heiterer Sommertag der ganzen, jedem Sachsen heilige
Stätte ein recht freundliches Aeußere verlieh, sind wieder
freiwillige Beiträge zu diesem Unternehmen gesteuert worden.
Die Aufforderungen, welche hierzu neuerlich in den öffentlichen
Blättern besonders durch den für alle gemeinnützige Gegenstände mit
vielem und beharrlichem Eifer erfüllten Herrn Pastor ~M.~ +Richter+
in Grünhain[109] erfolgt sind, lassen daher wohl noch manche
weitere Unterstützung erwarten. Sollte es hierdurch mit der Zeit
gelingen, daß die im Innern des Köhlerhauses angebrachten Räume
zur geselligen Aufnahme die jetzt noch entbehrenden +Oefen+[110]
erhielten, -- eine in der hiesigen ziemlich rauhen Gegend ganz
nothwendige Zimmerausschmückung, -- so läßt es sich wohl erwarten,
daß dieser historisch reich und von der Natur sehr freundlich
ausgeschmückte Punkt dereinst zu jeder Jahreszeit von Fremden wie
Einheimischen zahlreich besucht werden wird.
Bei dem Festmahle am gestrigen Tage zeichneten sich vorzüglich
die in dichterischer Form recht gelungen angebrachten Toaste des
Herrn Oberzollinspectors +Frege+ in Annaberg, Herrn Kammerath
+Reiche-Eisenstuck+ von dort und des Herrn Pastors +Behr+ zu
Schwarzenberg aus. Dem Schlusse des Tages war ein Concert im
Freien gewidmet und gegen Abend ein Feuerwerk, wobei zuletzt eine
Opferflamme, auf der Spitze des pyramidenförmig gebauten Denkmales
angebracht, die +allgemeine Liebe der Sachsen an ihr hochverehrtes
Regentenhaus verkündete+.« --
Nähere Beschreibung des Köhlerhauses.
(Dazu Abbildung ~No.~ 3.)
Zuerst gelangt man (s. Abbildung ~B.~) auf 3 steinernen Stufen (~a~)
in die 13½° lange und 3½° breite mit Steinplatten gepflasterte
+Hausflur+ (~b~). Von der Hausflur rechts kommt man hiernächst in
das +große Gesellschaftszimmer+ (~c~), welches 13½° lang und 9°
breit ist. Auch befindet sich in selbigem an der Hausflurseite ein
gußeiserner Etagenofen (~d~). Verläßt man dieses Zimmer und wendet
sich in der Hausflur links, so gelangt man in die 6° lange und 5½°
breite +Wohnstube+ des Wächters (~e~) in der sich ein Plattenofen
(~f~) befindet. Von hieraus führt eine Thüre in die 6° lange und 3½°
breite +Stubenkammer+ (~g~) worin sich auf der hinteren Seite eine
+Erhöhung+ (~h~) durch den Kellerhals hervorgebracht, befindet, zu
der eine 3 Stufen hohe Treppe führt (~i~). Geht man sodann in die
Hausflur zurück, so kommt man auf der linken Seite, in die 3¾° lange
und 2½° breite +Küche+ (~k~). In derselben steht ein gemauerter Heerd
(~l~) mit eingesetzter Bratröhre (~m~). Ferner führt von der Hausflur
aus links durch eine Doppelthüre auf einer Treppe (~n~) (s. Abbildung
~A. a.~) von 11 steinern Stufen in den 9° langen und 4° breite einfach
gewölbten (s. Abbildung ~A. b.~) +Keller+ (~Ac.~) (~o~). Kommt man
wieder hinauf aus dem Keller zurück, so gelangt man durch zwei Thüren
in die Privets (~p~). In die Etage (~C.~) gelangt man durch eine mit
Geländern versehene 13 Stufen hohe hölzerne Treppe (~q~). Durch die
Treppe (s. Abbild. ~C.~) (~a~) kommt man auf einen kleinen Vorboden
(~b~). Auf diesem befindet sich ein Dachfenster (~c~). Dem gegenüber
in das 8¾° lange und 5½° breite +kleine Gesellschaftszimmer+ (~d~),
in welchem ein kleiner gußeiserner sogenannter Kanonenofen (~e~)
sich befindet. Verläßt man dieses Zimmer so kommt man rechts von
obengenannten Vorboden in die +Schlafkammer+ des Wächters (~f~), sie
ist 16° lang und 6½° breit, auch geht hier die Esse (~g~) zum Dache
hinaus. Dieser Kammer gegenüber, mithin links des Vorbodens ist eine
+zweite+ ebenfalls so lange und breite +Kammer+ (~i~) als die Vorige.
Von dieser Kammer aus führt eine hölzerne 9 Stufen hohe Treppe (~k~)
auf den +Oberboden+.[111]
Der +Stall+ (s. Abbild. ~A. d.~) befindet sich im Erdgeschoß und ist
12° lang und 9° breit. Uebrigens ist er zu 8 Pferden, mit 3 Standbäumen
(~e. f. g.~) und einer Krippe (~i~) versehen. Am östlichen Ende
befindet sich ein Kuhstand. (~h~) --
* * * * *
Die Kosten des Baues betrugen, alles gerechnet, über 1000 Thlr.
Baumeister waren der Zimmermeister +Friedrich Rau+ in Schwarzenberg und
der Mauermeister +Karl Hübschmann+ in +Grünstädtel+. --[112]
So wurde ein Werk, welches im Anfang so schwierig zu gedeihen schien,
doch durch den unermüdeten Eifer des Herrn Rentamtmann +von Schleinitz+
und des Herrn Finanzprocurator +Lindner+ zur Zufriedenheit Aller
vollendet. --
Anhang.
Als Anhang möge eine +Charade+ noch Platz finden, die durch ihren
Inhalt zum 1. Theile passend ist:[113]
Heller Himmel, blau und golden,
Lerchenschlag, Pirolensang,
Lockten mich mit meiner Holden
Nach umbuschten Bergeshang.
Wie berauscht vom Wonnemorgen,
Plaudernd bald, und singend bald,
Streiften wir ganz ohne Sorgen
Immer tiefer in den Wald.
Und schon trieb die muntere Heerde
Blasend ein der ferne Hirt,
Da -- macht' Etwas uns Beschwerde;
Denkt! wir hatten uns verirrt.
Alles war so lau und luftig,
Gleich dem Sammte schien das Gras,
Maien wehten, ach! so duftig --
Doch, zu hungern, ist kein Spaß!
»Laß an +Drei+ und +Vier+ uns halten;«
Sprach ich -- »der steht Felsenfest
An ein unbekanntes Walten,
Schützend selbst des Sperlings Nest.«
»»Magst mir's, wenn ich satt bin, sagen;« --
Meinte, schlecht erbaut, mein Kind! --
»Doch, sieh' dort den Meiler ragen;
Laß zu ihm uns gehn geschwind.««
Ob wir gleich den Lauf begannen,
Eifrig suchten kreuz und quer,
Sah'n wir, ob der hohen Tanne,
Doch nun selbst den Rauch nicht mehr.
Bald -- wie einst der schwarz Rabe
Fütternd zum Propheten kam,
Bot von +Eins+ und +Zwei+ ein Knabe;
+Erdbeer'+ uns und Brod und Rahm.
Von der treuen +Ersten+ Hütte
Wählten wir den Speisesaal;
Milch und Brod in ihrer Mitte
Mahnt' uns an ein fröhlich Mahl.[114]
Doppelt schien der Wald nun luftig,
Noch einmal so grün der Grund,
Auch die Tanne weht' uns duftig,
Glas an Glas und Mund an Mund!
»Siehst Du, Kind!« -- so rief ich fröhlich --
»Daß der +Letzte+ nicht verläßt;
Woll'n an ihm, -- dann sind wir seelig --
Gleich, der +Ersten+, halten fest!« --
F. K.
Auflösung.
Den Schlüssel hier zur Schraube
Giebt zwar -- der +Köhlerglaube+, --
Doch nimm ihn nicht sogleich als baare Münze hin,
Prüf' lieber erst genau, bis Du erspähst den Sinn!
Dann schlage +hier+ noch nach, triffts +hier+ auch glücklich ein?
So war die Freude groß und -- nirgends leerer Schein! --
So prüf' gefälligst auch die Prosa dieser Schrift
Und sprich nicht gleich zuvor die schrieb gewiß kein Swift! --
Ist dir dann manches neu, doch der Geschichte treu gewesen,
Dann bitte, nimm es an, als Deiner Nachsicht werth zum Lesen. --
Annaberg,
gedruckt bei +Eduard Hasper+.
Berichtigungen.
Seite 2 Zeile 22 v. o. nach: traf ist einzuschalten: +es+.
" 3 " 3 " " statt: Plugk lies: +Pflugk+.
" 3 " 10 " " nach: Schwickershain fehlt: (-- +das
heutige Schweickershain+ --).
" 4 " 3 " u. statt: Türingen lies: +Thüringen+.
" 5 " 2 " o. statt: ihm lies: +ihn+.
" 5 " 8 " " statt: vom lies: +von+.
" 5 " 13 " " " im lies: +in+.
" 5 " 15 " " " meißnische lies: +meißnischen+.
" 5 " 9 " u. " dem lies: +den+.
" 6 " 2 " o. " dem lies: +den+.
" 7 " 12 " " " wären lies: +waren+.
" 7 " 17 " " " Verträge lies: +Verträgen+.
" 8 " 12 " u. " ihm lies: +ihn+.
" 8 " 10 " " fällt nach Dienstag das +Komma+
hinweg.
" 10 " 5 " o. fällt nach Isenburg das +Komma+
hinweg.
" 10 " 6 " " statt: seine lies: +seinen+.
" 10 " 5 " u. " folgender lies: +folgenden+.
" 11 " 1 " " " Hanse lies: +Hause+.
" 12 " 6 " o. nach: als ist einzuschalten: +solches+.
" 15 " 10 " " statt: seinen lies: +seinem+.
" 16 " 15 " " " Monument lies: +Monumente+.
" 16 " 5 " u. " auch lies: +auf+.
" 18 " 13 " " " solte lies: +sollte+.
" 23 " 2 " o. " Prinz lies: +Prinze+.
" 28 " 4 " u. " exestirte lies: +existirte+.
" 30 " 1 " o. nach: zunehmen ist einzuschalten: [40]
" 30 " 2 " " statt: den lies: +dem+.
" 30 " 19 " " " wär lies: +wäre+.
" 33 " 3 " u. laß die erste 1 weg.
" 40 " 2 " o. statt: mehrfaches lies: +mehrfachen+.
" 40 " 4 v. o. statt: den lies: +dem+.
" 40 " 9 " " " Prinzenraub lies: +Prinzenraube+.
" 40 " 14 " " " weiten lies: +weitem+.
" 42 " 14 " u. " Pachter lies: +Pastor+.
" 44 " 1 " o. " Hände lies: +Händen+.
" 44 " 10 " " " Vulpius lies: +~Vulpius~+.
" 47 " 19 " " " mit lies: +nit+.
" 48 " 11 " " " der Familie lies: +die Familien+.
" 48 " 3 " u. " deusche lies: +deutsche+.
" 51 " 11 " " nach: vier Kinder schalte ein: +eine
Prinzessin und+.
" 52 " 2 " o. statt: Turzold lies: +Tunzold+.
" 54 " 5 " " fällt das Wort: +der+ hinweg.
" 57 " 11 " " statt: den lies: +dem+.
" 58 " 1 " " " welcher lies: +welchen+.
" 58 " 3 " u. " Pachter lies: +Pastor+.
" 60 " 5 " " " Pachter lies: +Pastor+.
" 69 " 6 " o. " hinterlich lies: +hinderlich+.
" 70 " 6 " " " ihre lies: +ihrer+.
" 71 " 7 " " " den beiden Lehrern lies: +der
beiden Lehrer+.
" 75 " 5 " o. " welchen lies: +welche+.
" 75 " 8 " " " konnten lies: +konnte+.
" 75 " 16 " " " jener lies: +jene+.
" 76 " 1 " u. " ~p.~ 64 lies: ~p.~ 46.
" 81 " 4 " " " Abgemeinen lies: +Allgemeinen+.
" 82 " 9 " " setze: (~d~) unmittelbar hinter dem
Worte: +Etagenofen+.
" 82 " 1 " " setze: (~i~) unmittelbar hinter dem
Worte: +führt+.
" 83 " 3 " o. setze: (~k~) unmittelbar hinter dem
Worte: +Küche+.
" 83 " 4 " " setze: (~m~) unmittelbar hinter dem
Worte: +Bratröhre+.
" 83 " 11 " " setze: (~p~) unmittelbar hinter dem
Worte: +Privets+.
" 83 " 11 " u. statt: Kanonofen lies: +Kanonenofen+.
" 83 " 10 " " nach: kommt schalte ein: +man+.
" 83 " 5 " " statt: lang lies: +lange+.
" 84 " 3 " " " speciel lies: +speciell+.
[Illustration: Die innere Ansicht des Köhlerhauses am Fürstenberge.]
Fußnoten
[1] s. ~Aen. Sylvius de statu Europae c. 24. ap. Frkhr. T. II. pag.
221. (edit. Struv. Argentor 1717.) »Conradus Rauses (de Kauffungen)
nobili loco apud Saxones natus, bellicae rei peritus, manu promptus, et
animo imperterritus etc.«~ --
[2] ~Albinus~ Landchronik der Meißn. Lande. ~pag.~ 265.
[3] s. Kunzens Revers wegen des ~ad interim~ ihm eingeräumten Gutes
+Schwickershain+ und Zugehörungen unter den Beilagen zu den gleich
anzuführenden +Churfürstl. Manifeste+ in +Wecks+ Dresdner Chronik,
~pag.~ 170. --
[4] sowohl die Koburgsche Pflege, als auch alle Schlösser und Güter in
Thüringen. ~+Kammermeisteri+ Annal. Erfurt, ap. Menken. T. III, pag.
1180--1215.~
[5] +Müllers+ sächs. ~Annal. pag. 29, Chron. terrae Misn. pag. 360.
Kammermeisteri, l. c. T. III. p. 1210~.
[6] Der +Landfriede+ wurde zuerst durch eine Verordnung der geistlichen
Synode zu +Elne+ in Rousilon den 16. Mai 1027. als eine Zeit, wo keine
Fehden bei Vermeidung des Bannes eintreten sollten, ausgesprochen. Es
durfte hierdurch namentl. kein Krieg statt finden, wenn Gottesdienst
gehalten wurde. In Deutschland trat dieser Landfrieden später jedoch
allgemeiner ein im Jahre 1495. und das Reichskammergericht entstand nun
zugleich als Behörde, welche darüber zu richten hatte und bei welcher
alle deutschen Fürsten verklagt werden konnten. Mithin fehlte es zur
Zeit des Prinzenraubes noch an einer Gerichtsbehörde, sogar in Sachsen
selbst wurden das Oberhofgericht zu Leipzig und die Landesregierung zu
Dresden erst im Jahre 1483 u. 1486 errichtet, s. v. +Römers+ sächs.
Staatsrecht Th. 2. ~pag.~ 104. §. 12. -- +Kretschmanns+ Geschichte
des Oberhofgerichts zu Leipzig, seit seiner Entstehung. Leipzig 1804.
8. -- Früher wurde der Landfrieden in Thüringen als im Meißnischen
und überhaupt in Deutschland eingeführt durch das auf dem Landtage
zu Weisensee beschlossene Gericht vom J. 1446. s. +Weißens+ sächs.
Geschichte Band 2. ~pag.~ 377.
[7] Daß +Kunz Eisenberg vor+ dem Prinzenraube besessen hat, ersieht
man aus einer Montags nach Ostern 1455. ausgestellten Urkunde.
(~Schoettgenii opuscula minora per Godofr. Imman. Grandig.~ 337) worin
+Kunz+ sich als Zeuge auf folgende Weise unterschrieben hat: +Kunyz
Kauffungka snd in ein na Eysenberczia.+
d. i. Kunz von Kauffungen gesessen zu Eisenberg. -- +Eisenberg+ ist
noch +jetzt+ der Name des Schlosses.
[8] +Schreiters+ Geschichte des Prinzenraubes ~pag.~ 1 da 167 u. f.
[9] Nach dem julianischen Kalender der 25. Juni, nach unserm
verbesserten Kalender der 7. Juli.
[10] Indem Kunz von Kauffungen als früherer Schloßhauptmann im ganzen
Altenburger Schlosse bekannt war.
[11] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 266. --
[12] s. +Müller+ a. a. O. ~Tab.~ 2 u. ~Tab.~ 16.
[13] Dieser Brief befindet sich auch in ~Vulpii Plagio Kauffung~.
Weißenfeld 1704. 4. ~pag.~ 8. --
[14] +Im verständlicheren Deutsch+:
Meinen willigen Dienst, samt alles Liebes und Gutes zuvor.
Ehrbarer, strenger lieber Junker!
Da der Kurfürst gewiß beschlossen hat, morgen Sonntags nach der
Frühmesse nach Leipzig zu fahren mit den meisten Hofleuten, auch auf
den Montag Abend der Kanzler ein Gastmahl in seinem Hause ausrichten
wird, wobei denn viele Hofleute sein mögen, da nun auch auf dem
Schlosse um diese Zeit der alte Asmus allein den Trabantendienst hat,
der zuerst eingeschläfert werden muß, da endlich auch der Pförtner
bettlägerig ist, so kann ich Euch dies alles nicht bergen, und meiner
angelobten Treue gemäß Euch zu dienen, und nun Euern Veranstaltungen
gewärtig zu sein. Darnach Ihr Euch zu richten habt. Datum Altenburg am
Sonnabend nach Mariä Heimsuchung. Anno 1455.
+Hans Schwalbe.+
[15] s. +Brauns+ monatl. Auszug der Gesch. v. Sachsen. Th. IV. ~pag.~
486. Die Leiter hatte Schwalbe befestiget, doch waren es nicht
eigentliche Strickleitern, wie die noch jetzt zu Freiberg befindlichen
Stücke davon zeigen. Man sehe auch das Manifest bei +Weck+ a. a. O.
[16] Nach einer Handschrift, welche ~M.~ +Joh. Tauchnitz+ 1633, der als
Pfarrer in +Morstab+ bei Altenburg starb, hinterlassen hat.
[17] s. +Albinus+ a. a. O. ~pag.~ 267 und die +sächs.
Provinzialblätter+ 1801, im Januar Stück 82.
[18] Die Namen derselben befinden sich, in einer Beilage zu dem
Manifest. Bei +Weck+ a. a. O. ~pag.~ 172.
[19] +Dieser Wald+ ist jetzt noch 2 Stunden lang und 1 Stunde breit.
[20] Ehe er dorthin kam mußte er die Mulde passiren, allenfalls bei
einem Furt durch die Mulde setzen, welches bei mittelmäßigem Wasser
angeht, wäre aber dieß damals nicht möglich gewesen, so mußte er
die +Wolkenburger+ Brücke passiren. Nun besaß er aber das nahe bei
Wolkenburg über der Mulde gelegene Schloß und Rittergut +Kauffung+,
sein Stammhaus, wo er sich bisweilen um die Zeit seiner Streitigkeiten
mit dem Kurfürsten muß aufgehalten haben, weil er seinen Revers an den
Kurfürsten mit folgenden Worten anfängt:
+Ich Kunz von Kauffungen zu Kauffungen gesessen.+
[21] s. +Schreiter+, a. a. O. ~pag.~ 256. ff.
[22] Nämlich am +Fürstenberg+, ein Berg im Zwickauer
Kreisdirektionsbezirk, im Amte Grünhain ¾ Stunde von +Grünhain+ und
¾ Stunde von +Raschau+, im Schneeberger Bergamtsrevier gelegen.
Diesen Namen führt er erst seit dem Prinzenraube, indem er früher
»+Schmiedewald+« hieß. Man findet hier sehr viele alte Meilerstätten,
vorzügl. rechts bei dem jetzt errichteten +Monumente hin+, auch
oberhalb des Denkmals bei dem Marmor- und Kalkbruche, die mit Moos
und Erde schon überzogen sind, wozu Jahrhunderte gehören. -- Nach
+Schumanns+ Staats-, Post- und Zeitungslexikon. Band 15. ~pag.~ 976.
käme der Name Fürstenberg, nicht von der Befreiung des Prinzen her,
sondern von +First+ (+Hochberg+) allein blos der untere Theil des
Berges heißt hier Fürstenberg, nicht auch die höchste Spitze desselben
oben in der Nähe bei Grünhain, die +Spiegelwald+ genannt wird. Er
verwechselt daher offenbar diesen Berg mit dem bei Schneeberg, und es
ist +erwiesen+, daß dieser erstere früher +Schmiedewald+ hieß. (s.
Anmerkg. 32.)
Am Fürstenberge befinden sich mehrere Bergwerksgruben, so rechts von
der Quelle die +Fürstenberger Fundgrube+, welche auf Eisenstein baut.
Ferner links von der Quelle nach dem Dorfe +Haide+ zu +Himmlisch Heer+
und dann der +Frischglückstolln+. Nach +Gottesgeschick+ zu auf der
Wiese liegt der +Mohrenstolln+. Der schon oben erwähnte +Marmorbruch+
befindet sich über dem Denkmale, auf der Spitze des Fürstenberges.
Besitzer ist dermalen der Herr Erbrichter +Stölzel+ zu +Oberscheibe+.
Dieser Marmor zeichnet sich vorzüglich wegen seiner Festigkeit und
Weiße aus. Da man aber immer nicht den gehörigen Gebrauch davon
gemacht hat, so ist er jetzt sehr schwer zu gewinnen, und wird zu Kalk
verbrannt. Nicht weit davon ist +Kieselshoffnung+, wo man Kupferkies
gewinnt.
[23] s. +Spangenbergs+ Mansfelder Chronik 559.
+Albinus+ a. a. O. 269.
~Fabric. Origg. Saxon. liber.~ 7.
[24] s. +Oesfelds+ Landchronik. 2. Th. 65.
[25] In Adam Daniel +Richters+ Annaberger Chronik. 1746. 1. Th. 1.
St. ~pag.~ 6. steht folgendes geschrieben: »+Es ist ein geschickter,
kunstreicher Mann gewesen, mit Namens, Peter Rosenkrantz, in das
Kloster Grünhain gehörig, welcher noch am Leben gewesen, als der
Schneeberg (1471.) aufkommen. Dieser Rosenkrantz und Kuntz von
Kauffungen sind stets beisammen gewesen, und als Kuntz von Kauffungen
die jungen Fürsten von dem Schlosse Altenburg wollen wegstehlen, hat
ihn Rosenkrantz sehr gewehret, er sollte es nicht thun, es würde ihm
Leib und Leben kosten. Welches auch hernach geschehen ist.+« --
[26] Kam erst 1459 zu Sachsen, indem +Georg Podiebrad+, König von
Böhmen, seiner Tochter +Sidonia+ die Herrschaft +Schwarzenberg+ als
+Morgengabe+ bei ihrer Vermählung mit dem Herzog +Albrecht+ (derselbe,
den Kunz von Kauffungen geraubt hatte) mitgab. Schwarzenberg wurde
damals Schwarzenburg genannt. s. +Lunigs+ deutsches Reichsarchiv.
~Part. spec. cont. I.~ B. 6. Der ersten ~Contin.~ 1. Forsetz. ~pag.~
232. s. a. +Richter+ a. a. O. ~pag.~ 28. --