+Der Rotbart und Eckart+
(während der Vorhang sich schließt):
aufgewacht -- --
*
+Eulenspiegel als Zwischenredner+
(von links kommend, klappt mit der Pritsche):
Hochgesinnte Gönner! (_bimmelt mit der Schelle_) sinnige
Gönnerinnen!
der Akt der Rache kann jetzt beginnen.
Sie suchen wahrscheinlich bereits mit dem Opernglase
nach der wohlverdienten, gespenstisch langen Nase,
die ich unserm Dichter untertänigst in Aussicht stellte.
Jedoch ich frage Sie: +wäre+ er dann der Geprellte?
Nein, diesen Kopfverdreher müssen wir noch verdrehter anfassen.
Er hat sich ohnehin zu Anfang gewiß nicht träumen lassen,
hier als Nachtmützenhüter für Michels Haushalt zu enden;
ich bitte ihm also Ihren wärmsten staatsbürgerlichen Beifall zu
spenden,
das wird seinen Weltbürger-Größenwahn gründlich vernichten.
Er wollte drum -- im Vertrauen gesagt -- garnicht weiterdichten,
aber da kennt er die Traumweltgesetzgebung schlecht:
unser Herr und Meister, jetzt ist er unser Knecht!
Soll uns etwa, ihm zu Gefallen, der Weltgeist spurlos verschlingen
und die deutsche Geheimpolizei immer mehr in Mißkredit bringen?
Noch ahnt ja keine Seele, was wir in Wirklichkeit sind;
an Geistererscheinungen glaubt doch kaum noch ein Kind.
Vor allem sind wir -- auf den Ausgang der Handlung gespannt;
denn es ist doch für den Fortbestand
der christlich-germanischen Menschheit die unumgänglichste Pflicht,
daß der Michel seine Lise krigt.
(Hinterm Vorhang rhythmisches Händegeklatsch.)
Da! man klatscht schon! -- Heiliger Pritschenschall,
das klappt ja, als wär bereits Hochzeitsball.
+Lise Lied+
(singt hinterm Vorhang, und Eulenspiegel spricht horchend Zeile auf
Zeile nach):
Tapp tapp, wer kommt da querfeldein?
Nur rasch, nur rasch, Herr Morgenschein,
Trab Trab!
Die Jungfer Tauduft putzt sich hier;
sie schlägt den Schleier auf vor dir,
klapp klapp!
+Eulenspiegel+
(nachdem er die letzte Zeile wiederholt hat):
Sie schlägt vielleicht noch mehr auf, klapp;
da geh ich diskreterweise ab.
(Er verschwindet nach links, den Vorhang mit wegziehend.)