+Der schwarze Karl+
(hat bis dahin mit dem Kaplan getuschelt):
Gratuliere, Freund Gevatter; scheinst hier recht wohlgelitten.
+Michel+:
Halt’s Maul!!!
+Lise Lied+
(ganz hervortretend, dicht verschleiert, mit verstellter Stimme):
Michel Michael, laß dich zum ersten Mal warnen!
schon beginnt der Stadtrausch deinen Geist zu umgarnen.
Ich bin deine Glücksfee; bang von fern komm ich her,
von den Sternen, durch die Nacht, übers gründunkle Meer,
meinen Wünschelstab in bebender Hand,
flüchtigen Fußes von Land zu Land,
durch den Wald deiner Kindheit bin ich gegangen,
in den Schooß der Berge trieb mich dein Glückverlangen,
bis zum Hörselgrund tief, wo Frau Venus wacht
und den feurigen Quell der Jugendträume entfacht --
Michel Michael, jetzt durch meinen Mund
tut dir die ewige Göttin kund:
du sollst deiner lieben Heimat nicht untreu werden,
damit du kein Flüchtling wirst auf Erden.
Lebe wohl!
+Der Rotbart+:
Halt, Flüchtling!
+Eulenspiegel+:
Halt, edle Fee! Nicht so schnell!
(Er läuft ihr nach; sie verschwinden im Hintergrund rechts.)
+Der Rotbart+:
Du scheinst wahrlich kein Flüchtling, Glücksvogel Michael!
+Michel+:
Ach was, Maskenschnack! Lachhaft! Lauter Alfanzerein!
Hee, Bedienung!
(Ein altdeutsch gekleideter Kellner erscheint und bringt auf seinen
Wink eine neue Flasche.)
+Der schwarze Karl+:
Wer mag’s wohl gewesen sein?
Die Jungfer Lise?
+Michel+:
Schnack, sag’ich! Die liegt zu Hause im Bett!
Verstanden?! -- Höchstens etwa, daß sie ’ne +Freundin+ hätt
und läßt ihrem Vormund heimlich so’n kleinen Stupps aufschwenken;
braucht drum Niemand nichts Schlechtes von ihr zu denken!
+Eckart+:
Michel Michael, hüt dich vor des Hörselbergs Ränken!
+Der schwarze Karl+: