+Christian von Wach+
(erregt)
Ich will damit sagen, verehrter Herr Ober-b-bürgermeister, daß ich
nach meinem Tod nicht verhindern kann, der M-Menschheit in Öl serviert
zu werden; zu meinen L-Lebzeiten bin ich lalala-leider -- (_sich
zusammennehmend_) für +diese+ „sachliche“ Behandlung meiner
nebensächlichen Person nicht ganz menschenfreundlich genug.
+Bürgermeister+
(sich in die Brust werfend)
Ich hätte es kaum für möglich gehalten, daß eine so wohlerwogene Ehrung
auf solche Verkennung stoßen würde. Zu meinem tiefsten Bedauern bleibt
mir nur übrig, dies der Bürgerschaft zur Kenntnis zu bringen; und
wenn ich mich jetzt hier verabschieden muß, so geschieht es mit dem
Bewußtsein, mit dem erhebenden Bewußtsein, daß ich des Beifalls der
weitesten Kreise in diesem Falle gewiß sein darf. Ich empfehle mich
Euer Excellenz -- (_der Minister steht auf_) oder falls Sie mich zu
begleiten gedenken
+Christian von Wach+
Darf ich wohl bitten, Excellenz, noch einen Augenblick zu verweilen?
+Minister+
Gern, Herr Geheimrat. Verzeihung, Herr Oberbürgermeister.
+Bürgermeister+
So empfehle ich mich denn wiegesagt -- (_man verbeugt sich gemessen --
er geht gewichtig ab_) -- --
+Minister+
(indem er sich wieder setzt)
Ich bin zu jeder Vermittlung bereit.
+Christian von Wach+
Es tut keine mehr not, (_lächelnd_) ich bin erledigt. (_Ernsthaft_) Ich
wollte nur fragen, Excellenz: würden Sie wohl einem Sterbenden eine
unumwundene Antwort geben?
+Minister+