D. D. D. Nun, es ist doch dieselbe Leidenschaft, dieselbe
schöpferische Begierde, derselbe göttliche Sinn oder Wahnsinn, woher
die Menschennatur kulturelle Ideen und die Volksmasse nationale
Tendenzen empfängt, überhaupt alle irgendwie universalen Illusionen und
Phantasmen. Es ist immer wieder die ewig gleiche, Ungleiches einende
Einbildungskraft, die auch im Kunstwerk dem Einzelwesen harmonischen
Allgemeinwert verleiht; nur die Intressensphären liegen verschieden.
Warum sollten sich die aber nicht berühren können und unter Umständen
miteinander verbinden? Vielleicht ist sogar zu gewissen Zeiten die
eine der andern Nothelferin. Wenigstens zeigt die Geschichte der
Menschheit, daß immer, wenn in den rührigsten Völkern neue humane
Ideale entstehen, daß dann zugleich auch die nationalen am ungestümsten
aufbegehren; womit ich natürlich nicht sagen will, daß das nun ewig so
bleiben muß.
D. J. M. Und da denken Sie also, die beiden Aale verwickeln sich so mit
den Schwänzen zusammen, daß der Mensch die göttliche Sehnsucht krigt,
einen einzigen Aal draus zu phantasieren?