D. J. M. Na, ich habe neulich mal wo gelesen, Sie sollen ja so’ne Art
Slawe sein, aus Wendisch-Buchholz oder so her.
D. D. D. Da könnte ich Ihnen nun leicht beweisen, daß ich ein
waschechter Deutscher bin, bis ins 17. Jahrhundert zurück. Meine
väterlichen Vorfahren waren niederschlesische Handwerker, ein paar
Schmiede, ein Zimmermeister, ein Seiler, ein Tierarzt und ein Laborant;
meine mütterlichen teils märkische Bauern, teils thüringische Beamten
und Fabrikanten, mit einem rheinischen Nebenzweig. Die Familiennamen
haben in allen Linien den sogenannten reinen Klang: außer meinem eignen
deutschdämligen Namen noch Fließschmidt, Hillmann, Weidner, Zahn,
Oehme, Eule und Eyle. Nur in dritter Linie, von Vaters Seite, kommt
der slawisch klingende Name Tschorsch vor; doch ist er wahrscheinlich
aus deutschem Georg oder Jörge vertschechisiert, oder vielleicht aus
französischem George verdeutscht. Ich könnte mich also vor jedem
Teutobold mindestens ebenso gut als Germanen aufspielen, wie man
Luthers böhmakisches Gesicht oder Bismarcks wendischen Rundschädel ins
Germanische umdichten will; bin aber trotzdem überzeugt, daß ich -- wie
mehr oder weniger jeder Deutsche seit der Völkerwanderung -- nicht blos
slawisches und keltisches, sondern wahrscheinlich auch romanisches und
vielleicht sogar mongolisches Blut in meinen werten Adern beherberge.
D. J. M. Da säße ich also da „mit’s Talent“, als so’n kümmerliches
semitisches Inzuchtgewächs.