D. J. M. Na ja, weil ich eben noch Vollblut bin; die Andern sind
meistenteils schon alle so ins allgemein Menschliche vermanscht.
D. D. D. Ich glaube nicht mehr an das Rassendogma; wenigstens nicht,
soweit es seelische Werte und geistige Leistungen begründen soll. Bei
den künstlichen Tierrassen ist das von selbst ausgeschlossen, denn die
züchtet ja erst der menschliche Geist. Aber auch die natürliche Rasse
kann höchstens für körperbauliche Eigenschaften eine Grundbedingung
sein, eine neben mancherlei andern; vielleicht aber gar keine
Grundbedingung, sondern immer nur ein Endergebnis aus langen seelischen
Sonderbestrebungen einer Gemeinschaft beliebiger Einzelkörper gegen
die gefährliche Umwelt, eine Art Schutzmarke auf Gegenseitigkeit,
die dann wieder neue Arten herbeiführen kann, durch neue Anlässe zur
Gemeinschaftsbildung. Wie soll denn durch Rasse, dies allerallgemeinste
Merkmal oberflächlicher Unterscheidung, die künstlerische Begabung
erklärt werden, die allereigentümlichste Sonderlichkeit, die nur von
den gründlichsten Kennern geistiger Werte vollkommen erkannt und
gewürdigt wird, gleichviel von welchem Rassekörper!
D. J. M. Sie haben sich da ’ne lange Strippe von Geist und Seele
zusammengedreht. Aber ich will Ihnen mal was sagen, ganz einfach, ohne
Textilapparat: Dumm muß der Künstler sein, dumm und geil! und das kann
blos ein Rassekerl! Ich meine, so richtig dumm und geil; ~cum grano
salis~, wissen Sie.