3. Aufzug.

Die Weisen kommen von rechts.

_Melchior_ (sieht sich erstaunt um).

Mein Gott, was soll mir dies bedeuten,

daß mir der Stern jetzt tut entweichen?

_Caspar._

Ich wünsche dem Herrn viel Glück und Fried!

Wie kommts, daß er sich so umsieht?

_Melchior._

Einem Stern bin ich nachgezogen,

der hat mich bis hierher getragen,

und als ich kam in diese Stadt,

sogleich er sich verloren hat.

_Caspar._

Auch mir ist dieser Stern erschienen.

Ich komme und will dem Kindlein dienen,

allein der Stern ist mir entschwunden,

und hab das Kindlein nicht gefunden.

_Balthasar._

Einen schönen guten Abend ich euch vermeldt,

wie ist es denn mit euch bestellt,

daß ihr allhier so stille steht

und freundlich miteinander redt?

Seid ihr etwa in dieser Stadt zu Haus,

so will ich euch um etwas fragen aus.

_Melchior._

Mein lieber Freund, sag immer an,

ich will hören, ob man euch berichten kann.

_Balthasar._

Ich habe einen Stern gesehen,

wo wunderliches ist geschehen,

der mir anzeiget fein,

daß ein Kindlein soll geboren sein,

soll der ganzen Welt bringen den Fried,

soll aller Welt Erlöser werden,

und allem Volk, das lebt auf Erden.

_Caspar._

Gleiches ist uns auch geschehen,

wir haben einen Stern gesehen,

und als wir kamen zu dieser Stadt,

sogleich er sich verloren hat.

(Diener kommt von links.)

_Balthasar._

Dort kommt einer von ferne her,

der wird uns beichten von ungefähr,

wo der neugeborene König ist,

der geboren ist zu dieser Frist.

_Caspar._

So wollen wir ihm entgegen gehn

und mit ihm sprechen.

Alte Fassung.

_Balthasar._

Einen schönen guten Abend ich euch vermeldt.

Wie ist es denn mit euch bestellt,

könnt ihr uns nicht anzeigen fein,

wo der neugeborne König der Juden mag sein?

Wir sind dem Sterne nachgezogen,

der hat uns bis hierher getragen,

und als wir kamen in diese Stadt,

er sich alsbald verloren hat.

Neue Fassung.

_Balthasar._

Könnt ihr uns etwa berichten

von den freudigen Geschichten,

vom neugebornen Königssohn?

Denn es zeigte uns von ferne

ein Wunder, schönster aller Sterne,

daß geboren sei, der trägt die Krone,

vom Hause Juda, der regieret

die Völker alle, die anführet;

wird aller Welt Erlöser werden

und allem Volk, das lebt auf Erden.

_Diener._

Ich kann euch jetzt berichten nicht,

weiß wahrlich nicht, wie mir geschieht,

doch will ich meinen König fragen,

dann werd ich es euch wieder sagen.

(Die drei Könige ab nach rechts.)

Herodes kommt von links und setzt sich auf den Thron.

_Diener._

Gnädigster Herr König, Gott verleihe Euch langes Leben!

Es sind drei Männer hier aus fremden Land,

Die fragen nach einem Königsohn,

der die ganze Welt erlösen soll.

_Herodes._

Was bringst du hier für eine Mär?

Geschwind, daß man sie bringe her.

Ich will sie fragen, ob sie mich narren,

sie sollen ganz geschwind erfahren,

was sie für einen König haben.

Geschwind Diener, laß sie herkommen!

_Diener_ (zu den drei Weisen).

Mein gnädigster König und Herr läßt euch sagen:

Ihr sollet sofort vor ihm erscheinen.

_Melchior._

Wir werden sofort erscheinen.

(Die drei Könige treten vor den König.)

_Herodes._

Was ist das, daß ihr in meinem Land

nach einem jungen Königssohn fragt?

_Melchior._

Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenlande

und sind gekommen, ihn anzubeten.

_Herodes._

Geht einstweilen in eure Herberge,

bis ich euch rufen lasse.

(Die Weisen gehen nach rechts ab.)

_Herodes_ (zum Diener.)

Höre Laban!

_Diener._

Was ist dein Wille?

_Herodes._

Hole mir den Hohenpriester in der Stille.

_Diener_ zum Hohenpriester.

Mein gnädigster Herr König läßt euch sagen,

ihr sollt sofort vor ihm erscheinen.

_Hohenpriester._

Werde gleich kommen,

(tritt ein und verbeugt sich vor dem König)

Was ist das, daß ihr mich rufen laßt?

_Herodes._

Es sind drei Männer hier aus fremdem Land,

die fragen nach einem jungen Königssohn,

der die ganze Welt erlösen soll.

Könnt Ihr mir vielleicht sagen,

was ich mit solchen machen soll?

_Hohenpriester_ (sinnt und spricht)

Ich meine, es wäre der beste Rat,

man ließe sie ziehen aus der Stadt,

bis sie das Kind gefunden han,

auf daß auch ihr hingehet und betets an.

_Herodes._

Ich danke Euch für Euern Rat!

Ich werde mich künftig Euer öfters bedienen.

(Hohenpriester ab.)

_Herodes_ zum Diener.

Höre Laban!

_Diener._

Was ist dein Wille, gnädigster Herr?

_Herodes._

Die drei Männer sollen sofort vor mir erscheinen!

_Diener_ zu den drei Weisen.

Ihr sollt sofort zu meinem gnädigsten Herrn König kommen.

_Melchior._

Wir werden sogleich erscheinen.

(sie treten vor den König)

Gott verleihe dem Herrn König langes Leben!

_Herodes._

Zieht hin und forschet fleißig nach dem Kindelein,

und wenn ihr es gefunden habt,

dann kommt und sagt mirs,

auf daß ich auch hingehe und es anbete.

_Melchior._

Mein gnädigster Herr und König, es soll ganz nach deinem

Wunsche geschehen.

(Die drei Weisen ziehen dreimal um den König herum und treten

ab.)

Vorhang fällt.

Erzgebirgische Christ- und Mettenspiele Ein Versuch zur Rettung alten Volksgutes · 第 39 / 75 题