Die beiden Hirten um ein Lagerfeuer ruhend.
Alte Fassung.
_1. Hirt._
B'hüt Gott, dos is a kalte Nacht,
vor grußer Kält hob iech gewacht.
Mei Kreiz, iech ka nimmer länger stah,
ich will e Weile ofn Fald rimgah.
_2. Hirt._
Ich will e Weile mittegah,
daß ich mich erwärme ka.
Es freist mich a su grausam hart,
vor grußer Kält strotzt mir mei Bart.
_1. Hirt._
Ober schau emol, mei lieber Gespa,
wos dort of gener Weide stah,
es gibt an glänzend hallen Schei,
es ward wuhl gar e Gespenster sei.
_2. Hirt._
Ich gieh net na,
's könnt mir aans vorn Hals aga.
_1. Hirt._
Ich gieh a net na,
's könnt mir a aans vorn Hals aga.
_2. Hirt._
Gimmer alle bede na,
werds uns aans vorn Hals aga,
schlae mir e annersch na.
Neue Fassung.
_1. Hirt._
Mein Gott, wie kalt ist diese Nacht!
Wie schwer wird da der Hirten Wacht!
_2. Hirt._
Ja, lieber Freund, sie ist sehr hart.
Vor großer Kält strotzt mir mei Bart.
Es schauert mich, das Blut ist steif
und fingerdick wird da der Reif.
Doch siehe, du, mein lieber Freund!
Was dort in jener Ferne scheint,
das glänzt so schön, gibt hellen Schein,
es mag wohl gar ein Gespenst sein.
_1. Hirt._
Wahrlich mir graut vor diesem Ding.
Wir wollen uns nicht lange besinnen,
wollen laufen und springen.
In beiden Fassungen.
_2. Engel._
Steht still, ihr Hirten alle zwei!
Der Engel Gottes mit euch sei!
Denn siehe ich verkündige euch große Freud,
Die allem Volke widerfahren heut,
denn euch ist heute der Heiland geboren,
welcher ist Christus, der Herr in der Stadt Davids.
_1. Hirt._
O horch, das ist ein Engelein,
ein vielgeliebtes Geistelein,
das wollen wir fragen,
das wird uns sagen,
das, was uns gut und dienlich sei.
_2. Hirt._
Ich mags nicht fragen,
laß du dirs sagen,
was es wohl ist mit dem Gottesbericht,
weil gar kommt ein Engelgesicht.
_1. Hirt._
Höre du, mein liebes Engelein,
mein vielgeliebtes Geistelein,
erzähl mir die Geschicht,
mit deinem Bericht
von dem neugebornen Kindelein.
_Engel._
Zu Bethlehem in Davids Stadt,
wie Micha es verkündet hat,
da liegt der Herre Jesus Christ,
der euer aller Heiland ist.
Er liegt in einer Krippe hart,
neugeboren, arm und zart,
gewickelt in die Windeln ein,
das soll für euch das Zeichen sein.
_1. Hirt._
Hab Dank, du liebes Engelein,
du vielgeliebtes Geistelein!
Wir wollen uns kurz besinnen,
wollen laufen und springen,
bis wir das Kindlein gefunden han,
auf daß auch wir es beten an.
_2. Hirt._
Sieh hier, da steht ein heller Stern,
der zeigt gewißlich an den Herrn.
(Josef kommt von links.)
Wir wollen diesen Alten fragen,
der wird uns wohl die Wahrheit sagen.
Alte Fassung.
_1. Hirt._
Guten Abend, guten Abend, du alter Greis,
wir bitten dich mit ganzem Fleiß,
du wollest uns doch sehen lan
das Kind, das uns ist kundgetan.
_Josef._
Dort liegt es in dem Krippelein,
gewickelt in ein Windelein.
_Hirt._
Wie heißt es denn?
_Josef._
Immanuel.
_Hirt._
Was bringt es uns?
_Josef._
Trost, Heil der Seel.
Es ist der Weg der Glaub allein.
_Hirt_ betet an.
_Darnach_:
Wenn wir wieder kommen rein,
bringen wir mit rote und gelbe Aepfelein.
Neue Fassung.
_Hirt._
Ist, Alter, hier ein Kindelein,
neugeboren, zart und fein,
so zeige uns dasselbe für,
denn uns treibt Dank und Lobgebühr.
_Josef._
Es liegt in seiner Krippen dort,
weil kein Raum ist an diesem Ort.
_Hirt._
Weil wir nun das Christkind gefunden han,
so mögen denn unsere Stimmen erklingen
und dem Kind ein Lied zu Ehren singen.
_Die Hirten singen_:
Gelobet seist du Jesus Christ,
daß du Mensch geboren bist
usw.
_Hirt._
Wenn wir wieder komme herein,
wollen wir mitbringen feine gelbe, rote Aepfelein.
Hirten nach rechts ab. Der Vorhang fällt.